Die Tatort Sommerpause 2017



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Borowski und Brandt bilden den Abschluss

Der Tatort geht auch diese Sommersaison wieder in eine wochenlange Pause. Ob verdient oder nicht, darüber darf in Zuschauerkreisen diskutiert werden. So manches Tatort-Juwel befand sich aus Publikumssicht bereits unter den erstgesendeten Episoden dieses Jahres; auf der anderen Seiten der Waagschale wog die ein oder andere Krimifolge schwer wie Blei.

Schon der erste Tatort 2017 mit dem Nürnberger Team, „Land in dieser Zeit“ (Tatort-Folge 1006), stieß größtenteils auf schieres Unverständnis, ja sogar Verärgerung über die Umsetzung des politisch motivierten Krimis. Auch der experimentelle Ludwigshafener Tatort „Babbeldasch“ (Tatort-Folge 1012) mit seinen improvisierten Dialogen sorgte für viel Aufsehen. Im negativen Sinne.

Dem stand die TV-Premiere von „Nachtsicht“ (Tatort-Folge 1014) gegenüber: ein vom Publikum sehr gut angenommener Thriller aus Bremen. 9,88 Millionen Menschen saßen am 12. März 2017 gebannt vor den Bildschirmen. Die Kölner Jungs Ballauf und Schenk versorgten die Krimifreunde mit gleich drei neuen Fällen im ersten Quartal, und steigerten ihre Quoten von 9,90 Millionen auf 11,2 Millionen, zuletzt für „Nachbarn“ (Tatort-Folge 1016). Ihren eigenen Rekord brachen die Kollegen aus Münster. Mit „Fangschuss“ (Tatort-Folge 1017) gelang es dem westfälischen Dreamteam Thiel und Boerne eine neue Bestquote seit 1992 innerhalb der Tatort-Reihe aufzustellen: 14,56 Millionen Zuschauer schalteten am Premierenabend des 2. Aprils 2017 ein. Allerdings wurde im Anschluss die Qualität der mit einer hohen Quote gesegneten Tatorte in den sozialen Netzwerken hitzig diskutiert – Masse macht bekanntlich noch lange keine Klasse, war sinngemäß das Argument.

 

Die Tatort-Sommerpause 2017:
Am Sonntag, den 25. Juni 2017 startet sie offiziell. Das Ende der Pause ist nach derzeitigem Stand für den 27. August 2017 angesetzt; dann läuft die erste neue Tatort-Produktion mit dem Titel „Virus“ aus Wien! Eisner und Fellner ermitteln im Fall. (Angaben ohne Gewähr; Stand: Juni 2017)

Ab dem 25.06.17 wird vorerst keine frisch produzierte Folge mehr zu sehen sein, dafür umso mehr Wiederholungen. So hat sich die Sendeanstalt rbb dieses Jahr etwas besonderes einfallen lassen, um die lange Wartezeit auf den neuen Krimistoff zu überbrücken. Informationen hierzu findet ihr am Ende dieses Artikels.

Die vergangene, letzte Tatort-Pause im Jahr 2016 war für Fans außergewöhnlich hart, denn sie dauerte fast drei Monate, bedingt durch die ausgetragene Fußball-EM und die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Aber keine Sorge: 2017 steht kein Sport-Highlight auf dem Programm, daher dauert die Unterbrechung nicht ganz so lange.

 
Fest steht:

Diese drei Tatort-Erstausstrahlungen erwarten euch bis zur Sommerpause …

  1. Zwar nicht am Pfingstsonntag, dafür am Pfingstmontag (!), den 5. Juni 2017, wird „Amour fou“ erstmals im Ersten Programm der ARD gezeigt. Es handelt sich dabei um den fünften gemeinsamen Einsatz der Berliner Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke); wie der Tatort-Titel andeutet, geht es darin um amouröse Verwicklungen.
  1. Für einen gewohnten Wochentag steht „Level X“ in den Startlöcher: der dritte Fall des Duos Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) ist für Sonntag, den 11. Juni 2017 geplant. Ein Prankster, der seinen Mitmenschen Streiche spielt, diese filmt und im Netz hochlädt, wird in Dresden ermordet.
  1. Der letzte Tatort vor der Sommerpause 2017 kommt aus Kiel – und bildet zugleich den Abschied von Sibel Kekilli in ihrer Rolle als Kommissarin Sarah Brandt. Der mürrische Klaus Borowski muss nach „Borowski und das Fest des Nordens“ zunächst alleine zurecht kommen. Am 18. Juni 2017 ermitteln Brandt und Borowski also das letzte Mal gemeinsam in einem brutalen Mordfall, der während der beliebten Kieler Woche geschieht.

 

Und danach?

Die Schaupieler Sabine Postel und Oliver Mommsen gaben schon vor Monaten bekannt, dass sie den Tatort Bremen verlassen werden. Es wird jedoch noch vier neue Tatort-Episoden mit den Hauptkommissaren Lürsen und Stedefreund geben, bevor endgültig Schluss ist. Die „Frau in rot“ (AT) ist eine jener Folgen, die uns im Herbst 2017 erwarten dürften. Im Jahr 2019 soll der letzte Fall des Teams gesendet werden.

Schon seit November 2016 ist der Hamburger Tatort „Böser Boden“ (AT) mit Falke und Grosz abgedreht. Das frisch zusammengefundene Ermittlerduo verschlägt es in seinem zweiten Fall in ein niedersächsisches Dorf, in dem es zu Auseinandersetzungen zwischen Jobsuchenden und Umweltschützern kommt.

Auch der Hannover-Tatort „Der Fall Holdt“ (AT) ist seit vergangenem Jahr im Kasten. Charlotte Lindholm ermittelt dieses Mal in der Nähe von Hamburg; hier wird in einer Kleinstadt die Frau des Bankiers Holdt entführt.

Mit großer Wahrscheinlich läuft im Herbst/Winter 2017 außerdem der vierte Fall des Dresdner Ermittlerteams um Sieland, Gorniak und Chef Schnabel. In der neuen Folge „Auge um Auge“ (AT) wird in einem Versicherungsunternehmen mitten am Tag ein Mitarbeiter erschossen – und zwar von einem Scharfschützen. Ein Profi-Killer in der Elbmetropole?

Auch die witzelnden Kommissare Dorn und Lessing aus Weimar werden mit einem neuen Fall betraut: Der Titel „Der wüste Gobi“ (AT) spielt auf den im Film verurteilten Frauenmörder Gobi an – verkörpert von Jürgen Vogel, der in der Vergangenheit schon als „Lu“ mit Lena Odenthal flirtete.

Apropos Ludwigshafen: Lena Odenthal und Mario Kopper nehmen Abschied voneinander in „Der sprechende Tote“ (AT). Der Krimi wurde im Winter 2016 abgedreht und dreht sich um einen Jugendfreund Koppers, der von der sizilianischen Mafia bedroht wird.

Ein weiterer Fall, der bereits ohne Hauptkommissar Kopper spielt und die Fallanalytikerin Johanna Stern näher mit Odenthal zusammenrücken lässt, heißt „Waldlust“ (AT). Hierbei handelt es sich um ein weiteres Improvisations-Projekt des Regisseurs Axel Ranisch, der bereits „Babbeldasch“ inszenierte.

Im Stau spielt der neue Stuttgarter Tatort „Stillstand“ (AT), und genau hier sehen die Kriminalbeamten Thorsten Lannert und Sebastian Bootz ihre Chance: den Verdächtigen schnappen, wenn er im Verkehrschaos festsitzt! Die Fahnder vermuten nämlich, dass der Mörder eines jungen Mädchens Fahrerflucht begangen hat und nun auf Stuttgarts Straßen im Auto sitzt …

Nach „Stillstand“ fanden im April und Mai 2017 die Filmarbeiten zum nächsten Stuttgarter Fall statt: „Der rote Schatten“ (AT). Im Herbst diesen Jahres, vierzig Jahre nach der Todesnacht von Stammheim, soll dieser Tatort seine TV-Premiere im Ersten erleben. Bootz und Lannert müssen feststellen, dass ein vermeintlicher Unfall mit Todesfolge mit einem Mann zusammenhängt, der in den 1970er Jahren als V-Mann in der RAF tätig war.

Der Tatort „Das Gesicht in der Wand“ (AT) ist der sechste Einsatz für Brix und Janneke aus Frankfurt. In diesem Krimi bekommen es die beiden hessischen Fahnder mit einem „Geist“ zu tun: Unter der Holzdiele im Haus, in dem Brix und Fanny wohnen, liegt ein skelettiertes Kind. Als es im Haus zu spuken beginnt, sind die Bewohner erschrocken und ratlos.

Seit März 2017 sind die Dreharbeiten zum nächsten Dortmunder Tatort abgeschlossen. Seit dem Ausstieg von Stefan Konarske alias Oberkommissar Kossik arbeiten Faber, Bönisch und Dalay nun zu dritt weiter. In ihrem elften Fall „Tollwut“ (AT) ist der Tod eines JVA-Häftlings ungewöhnlich, denn er starb an der titelgebenden Virusinfektion, die er sich im Gefängnis zugezogen haben muss.

Die Tatort-„Silberrücken“ Batic und Leitmayr aus dem schönen München werden sicher noch dieses Jahr einen neuen Mord aufklären. „Hardcore“ (AT) ist seit April 2017 abgedreht und basiert auf der Geschichte einer Porno-Darstellerin, die erdrosselt nach ihrem Filmeinsatz aufgefunden wird.

Jetzt, da Hauptkommissar Klaus Borowski aus Kiel auf sich allein gestellt und Sarah Brandt gegangen ist, wird der Kriminalist auf eine fiktive Nordseeinsel namens Suunholt gerufen. Dort wurde ein Mann ermordet, der vor Jahren in einen Skandal rund um die Kieler Baubehörde verwickelt war – gibt es hier einen Zusammenhang? Der graubärtige Kommissar wird im Fall „Borowski und das Land zwischen den Meeren“ (AT) tätig.

Auch die Ankündigung für einen neuen Tatort aus Wien mit Moritz Eisner und der resoluten Bibi Fellner gibt es schon: „Irgendwann“ lautet der Arbeitstitel. Darin gibt ein Leichenfund Rätsel auf, denn der Tatort ist chaotisch und die Identität des Toten ungeklärt. Die Spur führt schließlich zu einem Kriminellen, der Geschäfte im großen Stil abwickelt.

Nachdem „Amour fou“ vor der Sommerpause 2017 gesendet wurde, dürfte das Publikum nach der Pause einen weiteren Fall mit dem Berliner Team Rubin und Karow erwarten. „Dein Name sei Harbinger“ (AT) ist für eine Ausstrahlung im Winter vorgesehen. Anscheinend geht ein Serienmörder in der Hauptstadt um, denn mehrere Tathergänge weisen Parallelen auf.

Last but not least: Ulrich Tukur, in der Tatort-Reihe als Ermittler Felix Murot mit ohne Tumor im Kopf bekannt, erlebt erneut einen wirklich außergewöhnlichen Fall. In „Murot und das Murmeltier“ (AT) wird der Beamte wieder und wieder getötet – und jedes Mal erwacht er in seinem Bett und durchlebt den Überfall auf eine Bank erneut, von Anfang an. Eine Story, die vielen Zuschauern bekannt sein dürfte aus der 90er-Jahre-Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Schauspieler Bill Murray in der Hauptrolle.

Aber Achtung:

Bei vielen der beschriebenen Neuproduktionen gibt es noch keinen endgültigen Sendetermin. Einige der Folgen könnten erst im Jahr 2018 ihren Weg auf die Bildschirme finden.
 

Übrigens senden die ARD, der WDR, NDR, BR & Co. in der Zeit der Sommerpause zahlreiche Wiederholungen aus der Krimireihe. Der rbb hat sich darüber hinaus ein Special ausgedacht: 14 Krimis werden unter dem Titel „Tatort Classics“ gesendet. Die Filme wurden nachträglich digitalisiert, kommen nun mit einem schärfenen, HD-fähigen Bild und Videotext-Untertiteln daher.

Jeden Montag um 22.15 Uhr vom 26. Juni bis zum 25. September 2017 läuft im rbb eine dieser Folgen, die allesamt in Berlin spielen und in den Jahren 1971 bis 1994 produziert wurden. Die Reihe startet mit dem Tatort „Der Boss“ von ’71, in dem Kommissar Kasulke, gespielt von Paul Esser, auftritt. Weitere Kollegen der Reihe „Tatort Classics“ sind die Kommissare Schmidt, Behnke, Markowitz, Hassert und Walther.

 
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Wir wünschen euch einen spannenden Sommer,
euer Team von Tatort-fans.de


8 Meinungen zum Die Tatort Sommerpause 2017

  • Karin • am 1.6.17 um 11:03 Uhr

    Danke für diese zusammengetragenden Informationen, so dass man sich darauf einstellen kann.
    Die Specials vom RBB werde ich mir rot anstreichen, speziell die frühen Tatort-Folgen, die selten zu sehen sind.


  • BG • am 2.6.17 um 16:09 Uhr

    Wieso überhaupt eine Sommerpause, wenn schon so viele Tatorte fertig im Kasten sind?


  • Rumo • am 4.6.17 um 9:13 Uhr

    Um Kosten zu sparen, sollte die ARD vielleicht künftig auch jeweils vierwöchige Oster-, Pfingst- und Weihnachtspausen einführen.

    Wat mutt dat mutt …
    Widerspruch wäre leider nicht möglich.


  • Walter Ulbricht • am 14.6.17 um 16:25 Uhr

    Dem von meinem Vorschreiber empfohlenen Vorschlag ergänze ich um einen weiteren, auch eine entsprechende Pause für Rundfunk Gebühren einzulegen.


  • Pia • am 18.6.17 um 21:29 Uhr

    Ach wäre dieser Tatort doch nur in der Schublade geblieben. Was ist mit der Kameraführung, dem extrem wechselnden Ton und vor allem mit Borowski passiert. Wird jetzt jeder Tatort „verkünstelt“? Einfach eine ganz normale, spannende Geschichte geht wohl nicht mehr-schade! Ich bin eigentlich ein großer, treuer Fan. Leider wird das ganze aber immer schwieriger auszuhalten.


  • arte-Versteher • am 19.6.17 um 13:05 Uhr

    Nun, da die erste Halbsaison 2017 mit „Borowski und die Wiederentdeckung der Handkamera“ vorüber ging, mein Kommentar: Hurra, Sommerpause!

    Wenn ich auf der Übersichtsseite durch das erste Halbjahr scrolle, muss ich sagen: Einige Tops, etliche Flops, und der solide Mittelbau dazwischen erodiert möglichwerweise gerade ein bisschen weg. Aber gut, vielleicht denke ich da einfach nur zu sehr in Extremen.

    Als ich oben durch die Liste mt den fertigen oder auf der Zielgeraden der Produktion befindlichen Folgen ging, musste ich tw. lachen. Besonders gespannt bin ich auf den Einstieg von Batic und Leitmayr ins Hardcore-Geschäft. Bei den Silberrücken in München scheint derzeit tatsächlich alles möglich… Aber lassen wir uns überraschen, auch im ersten Halbjahr kam manches ganz anders, als ich dachte.

    Wenn ich einen Wunsch frei hätte: Ich hoffe, das Axel Ranischs zweiter Improvisations-Tatort aus Ludwigshafen deutlich besser wird als der erste. Erstens würde ich es Ranisch gönnen, zweites können Improvisationsfilme grundsätzlich durchaus großartig sein.


  • Rumo • am 24.6.17 um 9:25 Uhr

    Gehört zwar eigentlich nicht zum Thema Sommerpause.
    Dennoch: Gerade auf bento.de gefunden: „Tatort-Kommissare verstoßen ständig gegen das Gesetz“

    … wird vermutlich wieder einmal die Tatort-Gemeinde spalten.


  • AGI • am 2.7.17 um 18:18 Uhr

    Gottseidank endlich Sommerpause !!!

    Anders wären die vielen schlechten Tatorte kaum zu ertragen… Jetzt kann man sich wieder etwas geistig erholen.


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