Polizeiruf 110: Endstation



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Polizeiruf 110: Endstation 3 9

45 Jahre Polizeiruf! Die Folge zum Jubiläum trägt den Titel „Endstation“. Der Mord an einem 12-jährigen Jungen führt Kommissarin Brasch (Claudia Michelsen) und ihren neuen Kollgen Dirk Köhler (Matthias Matschke) zu einer Magdeburger Familie, in der es mehr Probleme zu geben scheint, als die Eltern Lara und Hanno gegenüber der Kriminalpolizei zunächst zugeben wollen. Die TV-Premiere ist für Sonntag, den 29. Mai 2016, um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD geplant.

Inhalt der Polizeiruf-Folge „Endstation“

Im November 2015 feierte noch der Tatort seinen 45. Geburtstag, jetzt, ein gutes halbes Jahr später, ist auch die Krimireihe Polizeiruf 110 an der Reihe. Am 27. Juni 1971 wurde die erste Polizeiruf-Episode im ostdeutschen Fernsehen ausgestrahlt, als ein Pendant zum westdeutschen Erfolgshit Tatort. Nachdem 1990 der Deutsche Fernsehfunk (DFF), die staatliche Sendeanstalt der DDR, aufgelöst wurde, wurde die Produktion des Polizeirufs 110 von MDR, RBB, NDR & Co. fortgeführt.

In den frühen Polizeiruf-Krimis gab es dabei noch keine festen Kommissare, die regelmäßig ermittelten: das Personal fluktuierte. Dem Tatort-Konzept folgend, gibt es heute stattdessen etablierte Polizeiruf-Teams wie Bukow und König aus Rostock, Lenski und Raczek, die an der deutsch-polnischen Grenze nähe Frankfurt a.d. Oder arbeiten, Hanns von Meuffels aus München – und Hauptkommissarin Doreen Brasch, die Kapitalverbrechen in Magdeburg untersucht.
Letztere wird zur Aufklärung eines Mords im Polizeiruf 110 „Endstation“ herangezogen. Darin wird der verschlossenen, ehrgeizigen Kommissarin gleich zu Beginn ein neuer Partner an die Seite gestellt, mit dem die Zusammenarbeit schlechter nicht laufen könnte …
 

Der Jubiläums-Krimi steigt mit einer tragischen Szenerie ein: eine unbekannte Person prügelt mehrfach brutal auf einen Jungen ein. Dieser stolpert anschließend mit blutigem Gesicht über die morgendlichen, noch dunklen Straßen Magdeburgs. Er hält sich den Bauch vor Schmerz, wankt. Als die Polizeiwache in Sicht ist, bricht der 12-Jährige mitten auf der Straße zusammen. Kriminalobermeister Mautz (Steve Windolf), der den Vorfall zufällig beobachtet hat, eilt sofort zum Jungen – doch der ist bereits seinen inneren Verletzungen erlegen. Es ist ein Ereignis, das Mautz zum Äußersten treibt: er kündigt seinen Job. Seine Partnerin Doreen Brasch, die sich am Tatort ein Bild von dem Opfer macht, ist über Mautz Reaktion überrascht. Meint es der Kommissar wirklich ernst?

Kriminalrat Uwe Lemp nimmt Mautz beim Wort und fackelt nicht lange. Nachdem auch Hauptkommissar Jochen Drexler (Sylvester Groth) erst kürzlich den Dienst quittiert hatte (Polizeiruf „Wendemannöver – Teil 2“), muss nun ein neuer Partner für Kommissarin Brasch her. Dirk Köhler (Matthias Matschke) ist ein geeigneter, fähiger Anwärter für den Posten – das sieht Brasch allerdings ganz anders. Sie gibt „dem Neuen“ von Anfang an zu verstehen, dass sie lieber im Alleingang arbeitet und auf Köhlers engagierte Arbeitsweise gut und gerne verzichten kann. Noch immer hofft sie, dass Mautz seine Entscheidung bereut und in die Mordkommission zurückkehrt.

Dabei ist der kompetente Hauptkommissar Köhler, der einiges an Berufserfahrung mitbringt, sehr bemüht, sich vorsichtig und mit viel Verständnis an die knallharte Kommissarin heranzutasten. Doch jeder Versuch einer Kontaktaufnahme wird von der selbstbewussten Motorradfahrerin blockiert – bis Köhler der Kragen platzt. Die zwei Magdeburger Ermittler müssen in diesem Fall zusammenarbeiten – ob sie wollen oder nicht. Basta.

Die Familie Schilchow, die in Magdeburg eine Wäscherei betreibt, ist indessen vom tragischen Tod ihres Pflegesohnes Marco entsetzt. Vater Hanno ist sichtlich getroffen, Mutter Lara bleibt hingegen auffällig kühl. Sitzt der Schock über das plötzliche Unglück zu tief? Die Schilchows haben nur eine leibliche Tochter, Bella, die allerdings nicht mit allen drei Pflegekindern gleich gut zurecht kommt. Die geistig eingeschränkte Nadine scheint ihr ein besonderes Dorn im Auge zu sein. Mit Sascha, dem leiblichen Bruder des toten Marco, hat Bella ein inniges Verhältnis. Wie die 16-jährige Bella zu Marco stand, müssen die Fahnder noch aus dem rebellischen Teenager herausbekommen.

Brasch und Köhler spüren im Polizeiruf „Endstation“ schnell, dass mit der Familie etwas nicht stimmt. Wenigstens darin sind sich die Beamten einig. Der Alltag ist von Streitigkeiten und finanziellen Problemen geprägt. Auch wenn das zuständige Jugendamt ein harmonisches Bild von der Familie Schilchow zeichnet, so ist es doch offensichtlich, dass Marco und sein Bruder Sascha schwer erziehbar waren. Ihre Mutter, drogenabhängig und ohne Arbeit, war mit den zwei Söhnen überfordert. Sind es die neuen Pflegeeltern ebenfalls? Als Doreen Brasch und Kollege Köhler erfahren, dass es in letzter Zeit viele Einbrüche in der Wohngegend der Familie gab, werden die zwei Kriminalbeamten hellhörig …
 

Die Dreharbeiten zum 45. Polizeiruf 110 „Endstation“ fanden vom 13. Oktober bis 10. November 2015 in Magdeburg und Umgebung statt.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (36 J. | Kinoliebhaberin)

Ein eindringlich gezeichnetes Familiendrama mit überraschendem Ende. Die Figur Köhler gefällt mir auf Anhieb, Brasch ist tough wie immer. Ein guter Polizeiruf!

Gerald (36 J. | IT-Nerd)

Dieser Polizeiruf hat nach vielen Besetzungswechseln zwei tolle Schauspieler zu einer guten Einheit zusammengebracht. Toll gespielt, interessante Story, von mir ein „Einschalten“.

Polizeiruf-Besetzung

Hauptkommissarin Doreen Brasch – Claudia Michelsen
Hauptkommissar Dirk Köhler – Matthias Matschke
Kriminalrat Uwe Lemp – Felix Vörtler
Kriminalobermeister Mautz – Steve Windolf
Hanno Schilchow – Ronald Kukulies
Lara Schilchow – Paula Dombrowski
Sascha – Nino Böhlau
Bella – Janina Fautz
Nadine – Luzie Ahrens
Manuela Siebrecht – Julischka Eichel
u.a.

Polizeiruf-Stab

Drehbuch – Stefan Rogall, nach einer Idee von Michael Gantenberg
Regie – Matthias Tiefenbacher
Kamera – Hanno Lentz
Schnitt – Horst Reiter
Musik – Biber Gullatz, Andreas Schäfer

Bilder-Galerie zum Krimi aus Magdeburg


19 Meinungen zum Polizeiruf 110: Endstation

  • Simon Seier • am 29.5.16 um 19:51 Uhr

    Schick mal jemand die Michelsen zu René Mariks Frosch. Die bedarf zwingend einer spracherzieherischen Exkursion.. Schlimm dieses Genuschel


  • Ka-ein ß • am 29.5.16 um 20:24 Uhr

    Kommissarin Brasch eine einzige Kathastrophe !!!! So wird unsere Polizei dargestellt ! Eine Zumutung!


  • Matthias Müller • am 29.5.16 um 20:25 Uhr

    Leider habe ich diesen Tatort nur am Rande mitbekommen.
    Aber eine Musiksequenz hat mir sehr gefallen. So ab Stunde 1, Minute 1
    Wie kann man da ran kommen?


  • rein hard • am 29.5.16 um 21:04 Uhr

    Endstation Polizeiruf … endlich angekommen in der sinnlos Sinnsuchenden Welt des Tatort. ..tolles Thema vergeigt … Endstation Liebe …Willkommen in der Familienhasserwelt der Liberalen Wirtschaft der Globalisierung mit den USA an der Spitze. ..Dort wurde das Thema schon 1956 im Endstation Sehnsucht aufgegriffen…👍🏻👍🏻


  • hol gri • am 29.5.16 um 21:13 Uhr

    Zwischendurch lief ein sehr melancholisches Lied. Weiß jemand etwas darüber?


  • Colorwriter • am 29.5.16 um 21:20 Uhr

    Exzellent. Ebenso beklemmend wie eindrucksvoll. Tolle Schauspieler und sehr gutes Drehbuch. Bitte weiter so, und auf diesem Niveau.


  • Patroklo • am 29.5.16 um 22:31 Uhr

    Warum diese brutale Darstellungen!!!
    So etwas möchte ich nicht am Sonntagabend sehen.
    Schade, denn der Film wäre ohne diese Brutalität vielleicht sehenswert.


  • Dolly • am 29.5.16 um 22:59 Uhr

    SASCHA!
    Wo ist
    SASCHA?
    Ja, es gibt nicht nur liebe Pflegekinder, sondern auch richtige Biester.


  • Mi cha • am 29.5.16 um 23:20 Uhr

    Dieses sehr aktuelle Thema ist sehr gut verfilmt. Tolle Schauspieler.


  • alter Fan • am 29.5.16 um 23:31 Uhr

    tolle und ergreifende Story – besonders die jungen Vertreter der Schauspielzunft waren sehr überzeugend – ansonsten recht ordentlicher PR –
    leider hat sich der böse “ Nuschelkrebs – ein Vertreter der Textunverständlichkeit “ wieder mal im Ton ausgebreitet . – schade -sitzen da etwa die Toningenieure in der Kantine und die Praktikanten am Pult ?


  • Hoschi • am 30.5.16 um 1:19 Uhr

    Polizeiruf 110 ist kein „Tatort“


  • Frank • am 30.5.16 um 6:44 Uhr

    Mal wieder der böse Nino Böhlau, eine gute schauspielerische Leistung. Ein eigentlich interessantes Thema, rund um Pflegekinder. Leider war die tiefe in der Betrachtung nicht möglich, weil einmal mehr die Interaktionen zwischen den Ermittlern und ihr privates Umfeld im Vordergrund standen. Insofern eben doch wie beim „Tatort“. Der vertiefte Blick auf die Ermittler kann gelingen, hier war er nervig und störend. Was sollte der Handlungsstrang mit dem sich resozialisierenden Sohn der Ermittlerin? Aussage „Null“, Erklärungen dazu fehlten völlig. Oder sollte das zerschlagene Gesicht eine falsche Spur legen? Der Abgang des alten Ermittlers wird so en passant eingeworfen, eine vertiefte Betrachtung wird nicht angestrebt. Die Zänkerei zwischen den beiden Hauptermittlern erschien lächerlich. Wenn so gewollt, kann ich Glückwünsche aussprechen. Ansonsten tat es fast weh. Zwei Sterne für die schauspielerische Leistung der (Pfege-) Familie Schilchow.


  • Gottlieb • am 30.5.16 um 7:41 Uhr

    Wer sich am Sonntagabend die Ausbrüche einer kaputten Existenz mit Nazi-Sohn antut, ist selbst schuld. Anstelle einer eigenen Stellungnahme:
    n-tv.de/leute/Endstation-Magdeburg-article17805996.html


  • obertfloyd • am 30.5.16 um 16:24 Uhr

    die beiden Darsteller sind eine Katastrophe für den Beruf eines Polizisten, sehr hanebüchene Story, die Kommissarin sehr „cool“ aus ihrer Maschine, der andere sehr unterwürfig mit seiner Frauenversteherart, wann kommt M. Brandt oder Charly Hübner endlich wieder????


  • CarstenH • am 30.5.16 um 20:07 Uhr

    Schöner Polizeiruf mit einem alles in allem konsistenten Drehbuch, plausibler Geschichte (Familiendrama), gut gezeichneten Charaktern und sehr guten Schauspielern. Was mich irgendwann nervte war, dass offenbar jeder mit jedem zum Teil üble Probleme hat aber keiner miteinander sachlich reden kann. Diese allumfassende Starrsinn war irgendwann zu viel, zumal dann auch immer wieder mal einer zufällig im Vorbeigehen schlimmes durch die Tür oer den Vorhang erfuhr. Das wurde mir nach einer Stunde zu viel.


  • spiderman916 • am 31.5.16 um 7:00 Uhr

    Tolle Unterhaltung!


  • lia • am 31.5.16 um 23:37 Uhr

    wie heißt der schöne song bei minute 44?


  • Margherita • am 1.6.16 um 9:36 Uhr

    Mich hat der Film total genervt! Wenn Kommunikation nur noch aus Türenknallen und Wegrennen besteht, wenn alle, einfach alle ihre ach so schwere Kindheit wie eine Lanze vor sich hertragen, so dass Verantwortung für das eigene Leben gar nicht mehr vorkommt und auch nicht eingefordert wird…
    will ich nicht daran teil haben und sehe als einzige Lichtgestalt in dem Krimi den jungen Kriminalobermeister Mautz, der sich gleich zu Anfang des Schmarrens abgemeldet hat, recht hatte er!!


  • Thorsten • am 3.6.16 um 19:27 Uhr

    Ein sehr überzeugender und spannender Polizeiruf, beeindruckend vor allem Nino Böhlau als Sascha. Störend fand ich allerdings die immer gleichen Manierismen und die Dauergenervtheit von Claudia Michelsen.


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