Tatort Folge 069: Transit ins Jenseits



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„Transit ins Jenseits“ gehört zu den ungewöhnlichen Folge der beliebten Tatort-Reihe, denn die Handlung hätte ausschließlich auf den Transitwegen zwischen Berlin und der BRD stattfinden können – hat sie in Wirklichkeit allerdings nie. Die Geschichte ist rein fiktiv. Gelungen ist aber der Versuch, einen solchen Coup im Rahmen einer Fernsehserie einmal durchzuspielen.
 
Erika Marquart wohnt in West-Berlin. Obwohl jeder einzelne Schritt der jungen Frau beobachtet wird, ist diese vollkommen ahnungslos, dass sie in das Visier einer kriminellen Organisation geraten ist. Ein Mann namens Horst Bremer (Marius Müller-Westernhagen) macht ihr Avancen und täuscht schließlich sogar seine Liebe vor, nur um Erikas Lebensgewohnheiten zu erforschen. Tatsächlich erwidert die einsame Erika bald die vermeintlichen romantischen Gefühle ihres neuen Fans. Durch die intime Beziehung mit Erika Marquart will Bremer erreichen, dass er seinen Komplizen Martin Proll (Götz George) mit wichtigen Informationen für die Planung von illegalen Fluchthilfe-Geschäften versorgen kann.

Einige Zeit später erfährt Kommissar Schmidt (Martin Hirthe) von der Mordkommission in West-Berlin durch ein Fernschreiben, dass an der Transitstrecke zwischen der BRD und Ost-Berlin eine Frauenleiche gefunden wurde. Das Opfer stammt vermutlich aus dem Westen Berlins. Was Martin Schmidt zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: bei dem Opfer handelt es sich um Erika Marquart. Alle Indizien deuten auf einen Mord hin. Hauptkommissar Schmidt leitet die Ermittlungen im Fall „Transit ins Jenseits“, die sich schon bald als äußerst kniffelig erweisen…

 
Martin Hirthe schlüpfte zwischen den Jahren 1975 bis 1977 lediglich für drei Tatort-Fälle in die Rolle des Berliner Kommissars Schmidt. Martin Schmidts zweite Ermittlungsarbeit „Transit ins Jenseits“ erreichte bei der Erstausstrahlung am 5. Dezember 1976 nur noch eine Sehbeteiligung von 44 Prozent, trotz der guten Besetzung der Nebenrollen mit Götz George, Marius Müller-Westernhagen und Gustl Bayrhammer, der hier erneut einen Gastauftritt als Münchner Kommissar Veigl hat.

Besetzung
Gerd Baltus · Bernd Bauer · Gustl Bayrhammer · Angelika Bender · Gisela Dreyer · Ulrich Faulhaber · Helmut Fischer · Götz George · Heinz Gerlach · Ursula Gerstel · Andreas Hanft · Gerd Holtenau · H.H. Jochmann · Wilfried Klaus · Heinz Luasch · Lutz Mackensy · Rolf Marnitz · Barbara Morawiecz · Marius Müller-Westernhagen · Götz-Olaf Rausch · Katrin Schaake · Peter Schiff · Inge Sievers · Christina Steiner

Stab
Regie: Günter Gräwert
Buch: Jens-Peter Behrend · Günter Gräwert
Kamera: Holger Eichhorn · Horst Schier
Schnitt: Friederike Badekow
Musik: Klaus Doldinger
Produktion: SFB


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9 Meinungen zum Tatort Folge 069: Transit ins Jenseits

  • Dyrk Nieberlein • am 27.8.08 um 12:59 Uhr

    Großartige Musik von Klaus Doldinger (Das Boot) sowie die beklemmende Atmosphäre der Deutsch-Deutschen Trennung unter dem Hintergrund des kalten Krieges geben dieser Tatort-Episode
    eine besondere geschichtsträchtige Bedeutung.

    Götz George brilliert in einer von insgesamt drei Nebenrollen innerhalb der Tatortserie, bevor er 1981 in der Folge „Duisburg-Ruhrort“ (Tatort 126) erstmalig den Ermittler Horst Schimanski spielen wird.

    Ein dunkeles Kapitel der deutschen Geschichte wird durch ein skurilles Gewaltverbrechen im Niemandsland
    der Transitstrecke zwischen Berlin und den Westsektoren dramatisch ins Licht gesetzt. Wer damals schon
    einmal mit dem PKW dort unterwegs war, wird die beklemmenden Momente nacherleben können. Aber auch für jüngere Zuschauer ein fesselndes Erlebnis und das obwohl diese Folge eher der Deutschen Fernsehgeschichte zuzuschreiben ist…


  • boris • am 17.1.10 um 21:26 Uhr

    sehr guter kommentar, kann mir jemand sagen wo man diesen film beziehen kann bzw noch weitere alte tatortfilme aus den 70er..?
    habe im internet leider nichts gefunden.
    vielen dank. b.


  • Joachim • am 29.9.12 um 22:15 Uhr

    Ja, treffender hätte der Kommentar von Dyrk für diese angespannte Atmosphäre nicht beschrieben werden können. Habe diese Tatort-Folge gerade auf youtube angesehen, die dort vor kurzem in voller Länge eingestellt wurde. Ich kann mich noch an die Erstausstrahlung 1976 erinnern, die ich als 13-jähriger sehen durfte. An die Szene, als die „VoPo’s“ hinter Westernhagen her waren und die Kamera auf den Tacho mit 40 km/h zeigte, konnte ich mich von damals noch erinnern…

    Kenne die Atmosphäre an der innerdeutschen Grenze auch noch aus eigener Erfahrung, als ich des öfteren von Marienborn nach West-Berlin mit meinem Golf I Diesel gefahren bin. Zur Wende war ich in Hof und bin da erstmals die Strecke über Rudolphstein gefahren. Die Autobahn sah genauso aus, wie sie in dieser Tatortfolge gezeigt wurde. Mich würde brennend interessieren, ob diese Folge tatsächlich in der DDR gedreht wurde oder nicht. Ich habe gelesen, dass die erste Folge „Taxi nach Leipzig“ nicht in der DDR gedreht wurde. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass gerade beim Thema „Fluchthilfe“ eine Drehgenehmigung von „drüben“ erteilt worden wäre. Aber wenn man sich die Autobahn, die Parkplätze, die Trabis und Wartburgs aus dieser Folge ansieht, kann man wirklich denken, dass auch dort gedreht worden ist. Allerdings war der „VoPo“, der Westernhagen zur Pannenhilfe aufgefordert hat, ein westdeutscher Schauspieler gewesen (Lutz Mackensy). Kann mich hier jemand aufklären?
    Ferner würde mich interessieren, wie das Stück von Klaus Doldinger (danke Dyrk schon mal für diesen Hinweis) heißt, das während des Grenzübergangs und auch in den späteren Szenen gespielt worden ist. Weiß auch zufällig jemand, wie der Schlager hieß, der vor dem Grenzübergang morgens und 5.20 Uhr an „Drei Linden“ im Autoradio lief?
    Vielen Dank! Joachim


  • Matthes • am 5.10.12 um 21:06 Uhr

    die Musik im „Jenseits“ Tatort ist von Klaus Doldinger und seiner damaligen Gruppe „Passport“. Die sehr gut zu der beklemmenden Stimmung des Grenzübertritts passende Musik gibt es m. W:nicht auf CD. Klaus Doldinger hat eine Unmenge von Film-Musiken geschrieben und gespielt…von Spielfilm bis Werbemusik. Auch den Tatort- Vor- und Abspann. Was war ich früher immer froh, wenn der Abspann lang war und die Musik ganz ausgespielt wurde! Irgendwann hatte ich dann das Vorspannstück (heute sagt man ja: „Intro“ dazu) auch endlich mal im Radio auf Cassette mitschneiden können…


  • Joachim • am 9.10.12 um 19:46 Uhr

    Danke Matthes für die Info zur Musik während der Szenen ab dem Grenzübergang und der Reise auf der Transit-Strecke nach Rudolphstein. Dann brauch ich wohl nicht länger zu suchen….

    Weiterhin brennend interessieren würde mich, ob die Szenen auf der Transit-Strecke tatsächlich in der ehem. DDR gedreht wurden… Die damalige „Autobahn“ und die Landschaft auf dieser Strecke würden ja passen.
    VG Joachim


  • Johannes • am 9.2.14 um 0:59 Uhr

    Auf keinen Fall ist dieser Tatort in der damaligen DDR gedreht worden. Man hätte keine Dreherlaubnis erhalten, und schon gar nicht zu einem solchen Thema. Zwar sah die heutige A9 tatsächlich so aus, von der Machart her (Betonplatten) war es ja die alte Autobahn, die in der Nazizeit gebaut worden war. Es dürfte aber vereinzelt auch noch Strecken in Westdeutschland gegeben haben, die ähnlich konstruiert waren. Dort dürfte man diese Szenen gedreht haben.


  • Jörg • am 18.3.14 um 14:06 Uhr

    Die „DDR Autobahn“ Szenen wurden auf der jetzigen A72 gedreht, zwischen den Ausfahrten Töpen und dem Hochfrankendreieck. Damals war die Autobahn für den Verkehr gesperrt und das war die perfekte Kulisse für das Filmteam. Ich war damals vor Ort und habe mir alles angeschaut, Perfekt die Parkplätze, Schilder und die DDR Autos die immer auf der einspurigen Strecke hin und herfuhren.


  • Rita • am 12.2.15 um 23:09 Uhr

    Ich suche den damaligen Kameramann Holger Eichhorn.Tatort :Transit ins Jenseits.


  • Dirk • am 21.4.15 um 22:16 Uhr

    Der Tatort 069. Heute habe ich ihn mir angeschaut, etwas verspätet, etwa um 20:30 h. Deutsch-Deutsche-Geschichte, gedreht in der damaligen BRD. Damals eher als langatmig empfunden und der beliebten Schauspieler wegen geguckt, zeigt er sich doch heute in einer beklemmenden Szenerie, der damals arg gebeutelten und drangsalierten Zonenbewohner. Die, sogenannten, Fluchthelfer waren rein auf Commerz aus, fuhren dicke Schlitten und brachten Nebensächlichkeiten einfach um. Nur gut das da noch die „Dickfälltigs“ auf westdeutschen Boden waren und nicht die blasierten, preußisch tuenden, uniformierten Handlanger des verlängerten Armes der KPDSU. Und es gab doch tatsächlich einen justizgerechten Austausch der Exekutiven bei Gewaltverbrechen. Und heute, fast 40 Jahre nach Erstsendung dieses Tatortes weiß man: Er war doch tatsächlich erschreckend realistisch. Aber, wer war eigentlich die Austauschdame? Doch nicht etwa Frau Oppenhauer?


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