Tatort Folge 070: Das Mädchen am Klavier



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Tatort Folge 070: Das Mädchen am Klavier 5 1

In Kommissar Veigls (Gustav Bayrhammer) achtem Fall „Das Mädchen am Klavier“ wird der Münchner Ermittler an den Stadtrand der bayerischen Landeshauptstadt gerufen: Die verkohlte Leiche eines jungen Mädchens liegt in den Überresten einer niedergebrannten Schule. Die erste Annahme der Polizei, das Mädchen sei durch das Feuer oder Gase ums Leben gekommen, erweist sich als falsch. Bald schon stellt die Gerichtsmedizin fest, dass das Opfer – das durch die starken Verbrennungen zunächst nicht identifiziert werden kann – bereits vor dem Brand gestorben sein muss. Diagnose: Genickbruch. Melchior Veigl hat es mit einem Mord zu tun.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Lenz (Helmut Fischer) nimmt Hauptkommissar Veigl den Hausmeister unter die Lupe, der für das Gebäude die Verantwortung trägt. Das Hausmeisterehepaar ist jedoch noch im Urlaub. Die Münchner Ermittler erfahren, dass die Frau bei ihrem Vater zu Besuch ist, während sich ihr Ehemann als Playboy aufspielt: mit seiner Freundin und einem Kumpel genießt er das Leben beim Wasserskifahren.

Die Ermittlungen im Fall „Das Mädchen am Klavier“ zeigen, dass der zwielichtige Hausmeister bereits vorbestraft ist. Die junge Türkin, die in seiner Vertretung die Schule beaufsichtigen und säubern sollte, ist seit dem verheerenden Feuer spurlos verschwunden. Darüber hinaus macht sich ein Architekt verdächtig, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt und zudem mit der Schulleiterin befreundet ist: nur allzu schnell präsentiert er die Baupläne für ein neues, modernes Schulgebäude. Der Brand kam ihm offensichtlich sehr gelegen.

Je tiefer Veigl und Lenz in die Untersuchungen im Mordfall eintauchen, desto mehr Verdächtige stehen auf ihrer Liste. Als sich das Alibi, das der Hausmeister vorgegeben hat, als Lüge entpuppt, und seine Ehefrau ihre starke Eifersucht nicht mehr zu verstecken vermag, da kommt der Fall langsam ins Rollen…

 
Die Dreharbeiten zum München-Tatort „Das Mädchen am Klavier“ fanden im Juni und Juli 1976 in München und Umgebung statt. Die Brandszenen wurden im damaligen Franzheim bei Erding gefilmt – heute das Gelände des Münchner Flughafens. Die örtliche Feuerwehr stellte Löschfahrzeuge für die Dreharbeiten zur Verfügung und übernahm Komparsenrollen.

Die Erstausstrahlung des BR-Krimis lief am 2. Januar 1977 im Ersten Programm der ARD.

Besetzung
Enrico Riedel – Werner Asam
Baby/Babette Götz – Sissy Höfferer
Barbara – Ulli Günther
Brettschneider – Willi Harlander
Diskothek-Inhaber – Hans Zander
Frau Dr. Hildegard Förster – Karin Hübner
Frau Roon – Else Quecke
Kay – Katharina Seyferth
Kriminaldirektor Härtinger – Hans Baur
Kriminalhauptkommissar Veigl – Gustl Bayrhammer
Lenz – Helmut Fischer
Ludwig Obermeier – Wolfgang Fischer
Ruby – Michael Degen
Schubart – Otto Bolesch
Sophie Riedel – Ruth Drexel
Stucki – Helen Vita
Swetie, Rubys Tochter – Carline Seiser

Stab
Kamera – Gero Erhardt
Kostüme – Jörg Trees
Musik – Siegfried Schwab
Produktionsleitung – Roland Weese
Schnitt – Rosemarie Boemelburg
Szenenbild – Jürgen Karsch


10 Meinungen zum Tatort Folge 070: Das Mädchen am Klavier

  • Krümel • am 4.2.10 um 0:11 Uhr

    Endlich mal wieder an eine alte Tatort-Folge, die nicht so spät abends läuft:)


  • Peter • am 6.2.10 um 21:53 Uhr

    Recht haste, @Krümel, da sind wir beide auf einer Wellenlänge, diese alten Juwelen immer in die Nacht zu verbannen, ist eine Schande!

    Die Überlegungen, die diesen Sendeplätzen vorausgehen,
    sind purer Irrtum und Verkennung elementarster
    Tatsachen.

    Man meint,
    1. Die „jungen Zuschauer kennen die Kommissare nicht“,

    Ja, das mag zu großen Teilen so sein, aber wenn diese Filme
    so versteckt wiederholt u. gesendet werden, wie sollten
    neue Zuschauer denn diese Ermittler & Schauspieler kennen
    lernen können? Wie sollen neue Fan’s nachwachsen?
    Wie sollen arbeitende Menschen da teilhaben können?

    Das diese Zuschauergruppen auch zu ganz großen Teilen dafür zu begeistern sind, zeigen so viele Reaktionen gerade auch hier!, überall in Foren etc., überall im Netz,
    wie sehr werden diese alten Filme geradezu kultig gesucht!
    Die schauspielerischen Leistungen überzeugen doch sofort.

    2. Die „heutigen Hör- und Sehgewohnheiten, die Anforderung
    an Action & Tempo, an Schnittfolge und Kamera sind anders“

    Purer Blödsinn, die Video-Artisten haben sich doch schon so gehetzt!!, daß auch der jüngste Zuschauer schon mal jeden Handlungsstrang verloren hat, eine nur krude Story beklagt.

    Diese „Anforderungen“ sind hausgemacht u. niemals Krimi-bedingt, ein Fernsehfilm hat andere Regeln als der Knaller im 3D-Kino! Es gibt ja „schnelle“ Filme, aber immer und
    zu allen Zeiten auch als Kamerafest gefilmte Streifen.

    Nein, diese grandiosen Drehbücher, diese Regiesseure,
    die ihr Handwerk so grandios verstanden, sind zeitlos.

    Gute Geschichten überzeugen und funktionieren ebend immer!

    Klar, es war nicht nur „alles Gold“, viele bajuwarische, SUI und Austria-Produktionen mit „Herr’n Kanzleirat“ und so, die nuschelnden Schwaben waren nur langweilig und fad.
    Damals schon, für die Mehrheit der Zuschauer!!
    Und- es sind durchaus „technische Schwächen“ im Material,
    hier und da, da muß man ebend sehen.
    Ich möchte ja -nicht mehr- das sture „Wiederholen von Folge 1 an“ . ., es gibt sicher auch rechtliche Probleme,
    könnte die ARD überhaupt noch mal über das alte Sendermaterial so verfügen, das koordinieren und so?

    So, wie es der wdr jetzt mit den Haferkamps macht,
    soll doch jeder Sender seine Schätzchen selbst präsentieren,
    Anlässe gibt es genug!!, also der sdr den Lutz, der ndr den Finke, der br den Veigl, der rbb den Markowitz . .usw.
    Aber, früher, mit Mut, mit Konsequenz! Neben den Neuen!

    Haferkamp, Finke, Trimmel & Co. funktionieren um 20.15 Uhr
    auch heute noch! Alle 5-10 Jahre wieder, wann immer eine neue Generation vor der Glotze sitzt.
    Und die „Alten“ mit Genuß wieder-sehen, neu sehen . .,
    So gute Filme immer wieder gern . .

    Es ist einer der wenigen Selbstläufer, der Tatort,
    immer noch – und – es ist doch irgendwie auch eine Serie,
    viele werden immer neugierig sein, auf die Anfänge mit Kultstatus, wollen nunmal, einmal „vollständig“ sehen . .

    Glaubt endlich eurer Arbeit, landesweite Programmväter!
    Wieviel Schrott könnte ersetzt werden . .

    LG Peter, Berlin


  • Mirko, Backnang • am 10.2.10 um 8:03 Uhr

    jaja, die fans der „alten“ folgen – es gibts mehr davon als so mancher programmdirektor denkt.

    übrigens – und ohne werbung machen zu wollen – seit ich bei save tv bin (online videorekorder) sind mir die sendezeiten herzlich egal – das wird einfach jeder tatort der läuft aufgenommen und wenn ich lust und ruhe hab schau ich mir die alten perlen an… und ganz nebenbei wächst so auch mein persönliches archiv – irgendwann bin ich dann nicht mehr davon abhängig das altes wiederholt wird :D

    gruß

    Mirko, Backnang


  • Carina • am 10.2.10 um 20:11 Uhr

    Hallo,
    kann uns jemand das Ende des Tatorts „Das Mädchen am Klavier“ mitteilen? Denn das war ja der Hammer…….. so kurz vor Schluss wurde radikal abgeschaltet bzw fing ein neuer Film an. Programmierfehler von BR? Da schauen wir ewig zu, wie der Typ surft und am Ende wird es einfach abgewürgt.
    Also vielleicht wisst ihr ja mehr ….
    Danke
    :-)


  • Peter • am 11.2.10 um 2:35 Uhr

    Ein Fest für Auge und Ohr,
    jetzt diesen ambitionierten Sommer-Tatort im Winter gesehen
    zu haben, die br-Wiederholung machts möglich.
    Ich seh‘ Gustl Bayrhammer, Helmut Fischer und Willy Harlander ebend auch so gern als „Kriminaler-Trio“ . . .

    Da werden 2 so folgenschwere Zufälle durch alltägliches Schicksal verknüpft.
    Ein guter Architekt hat kein Einkommen, die Familie, eine „zurückgebliebene“ Tochter, „Sweetie“, Carline Seiser, sorgt sich . . handelt (falsch)
    Und eine hochbegabte Sängerin, „Barbara“, hier gespielt von Ulli Günther, ja, der Lockenkopf Lord Ulli! muß sich durchschlagen, billig hausen und einer fürsorglichen Mäzenatin „Stucki“, großartige Helen Vita!, vertrauen.

    Die Münchener Schickeria, das leichtsinnige „In-den-Tag-hinein-Leben“ der Großstadt-Cowboys, Wolfgang Fischer und Werner Asam, all das auch, mit Anteil daran . .
    Wunderschön anzusehen: Sissy Höfferer als Babette ‚Baby‘ Götz . . .

    Das ist so überzeugend erzählt, behutsam und eindringlich
    werden die handelnen Charaktere porträtiert.
    Sehr schön der „Video-Clip“ der Sängerin, das so tragische Opfer der Ereignisse . . Musik: Siegfried Schwab !!

    Die Spannung bleibt hier leider ein wenig auf der Strecke,
    alleine die Tragik von Tat/Täterin und . .dem Opfer,
    Beide Frauen . . mit so ehrbaren Motiven . .
    das fesselt den Zuschauer besonders.
    Betroffenheit ist auch gehirnanregend und ebend nie langweilig. Ein intelligenter Veigl-Krimi!

    Heute, gilt dieser „Tatort“, bei den einschlägigen Film-Portalen, aber als „noch nicht ganz ausgereift“ . . .

    Ich habe mich blendend unterhalten gefühlt,
    auch und gerade wegen dem Schluß:
    Veigl weiß um die Tragik von „Täterin“ u. deren Familie,
    zieht seinen älteren, vorschnellen Kollegen Kriminalrat Härtinger, Hans Baur, hinzu . .

    ABER, leider hatte der br, wiedermal aus Angst vor „Wegzappern“, diesen, hier so wichtigen Filmteil abgeschnitten . . 2,3 Bilder die so wichtig waren . .
    Die Gnade andeuten . .

    Warum bloß?
    Welche Banausen verhunzen hier die Filme! Es ist doch absoluter Quatsch, gerade beim Tatort genießt doch jeder
    die Kult-Musik, jede Minute von Vor- u. Abspann . .

    DESWEGEN zappt niemand weg, bestimmt nicht!!

    Eher vor Ärger und Wut! WENN der Abspann so beschnitten und verstümmelt wird . ..dann verflucht man den Sender!!

    LG Peter, Berlin


  • Carina • am 11.2.10 um 18:56 Uhr

    Hallo Peter,
    kannst du mir vom Ende des Tatorts erzählen? Wurde ja so abrupt abgeschnitten. Ok, die Täterin war offensichtlich die Tochter des Architekten, aber wie passen die beiden Geschichten zusammen?
    Daaaaaanke für die Nachhilfestunde!
    Carina


  • Peter • am 12.2.10 um 0:45 Uhr

    @Carina

    Gerne, aber da ich nicht weiß, was Dir fehlt . . ?

    Also, die beiden Talente, Kay & Barbara, das spätere Opfer, haben doch durch Vermittlung des surfenden Hausmeisters,
    des Enrico Riedel, in der Schule geschlafen . .
    Die Wirtin des „Podiums“, die „Stucki“, hatte den Beiden
    noch empfohlen, dieses großkotzige „Hilfsangebot“
    anzunehmen.

    Die „Sweetie“, die Architektentochter, hatte die Schule mit Kohlemanzünder & Benzin angesteckt (beides hat ja Haferkamp in der Garage gefunden), sie wollte nur Vaddern helfen,
    es war so oft darüber gesprochen worden, was wäre,
    wenn die alte Schule weg wäre . . („Dann würde die Neue gebaut, Vater hätte schnell Arbeit und Geld“)

    Das Mädel wußte ja nichts von den anderen Beiden,
    den nachts in der Schule schlafenden Musik-Mädchen!

    „Sweetie“ wußte nur sicher, das Hausmeisterehepaar war weggefahren, sie war voller Überzeugung: Das Schulhaus ist menschenleer . . ., Niemand kann hier zu Schaden kommen ..

    Und – als Kay das Feuer bemerkte, hat sie nur alles versucht, die mit Drogen bekiffte u. berauschte Barbara zu retten.
    Diese, soviel älter und größer, ließ‘ sich aber nicht halten, ist ihr entglitten und so unglücklich die
    Treppe runtergestürzt, daß sie dabei sofort an Genickbruch gestorben ist. . .

    Sie war also schon tot, ist somit nicht unmittelbar durch das Feuer umgekommen.
    Es war keine Schuld des Brandstifters, keine Mordsache.

    Verbindung der Geschichten?: Eigentlich Keine,
    Nur Verkettung durch Zufall!
    Obwohl sich Beteiligte wohl durchaus kannten . . .

    Veigl wußte darum, daß das jetzt der letzte, vernichtende Schlag für Herrn Ruby, dem Architekten, gespielt von Michael Degen, u. seine Familie sein würde . .
    Wenn sein behütetes Nesthäkchen, die Sweetie, ihm auch noch entrissen würde . . Nach Verlust seiner Frau usw.

    Die letzte Szene beginnt mit dem Klingeln der beiden Kriminalisten, Veigl & Härtinger, an der Wohnungstür Ruby . .
    Der Härtinger, der so entschlossen die härtesten Strafen für den Brandstifter gefordert hatte, erkennt nun
    auch die junge, vielleicht aber doch strafmündige Täterin (das Alter hatte Sie ja!, inwieweit Ihr „Zurückbleiben in der Schule, im Leben“ hier geschützt hätte, ist offen geblieben), begreift ebenso die Tragik dieses Falles und macht eine Geste, als wenn er zurück wollte . . .,
    die Wahrheit nicht mehr wissen, bzw. am liebsten die Festnahme abbrechen wollte . . die Gnadengeste . .

    So, Carina, haste den Faden wieder gefunden?
    Trotzdem bleiben wir Zwei doch sicher bei unserer Enttäuschung über den verhunzten Film . .

    Ungeheuerlich, die Schlußszene so abzuschneiden
    und die interessante Besetzungsliste auch nicht zu zeigen!!

    LG Peter


  • Carina • am 16.2.10 um 9:36 Uhr

    Hallo Peter,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort! Und du hast natürlich Recht. Es ist ungeheuerlich, das Ende so abzuwürgen. Da bleibt man so lange wach und zieht sich die ewigen Surfszenen rein……. und das Wichtigste wird dann einfach verhunzt. Naja, vielleicht war es ja aus Versehen (grins).
    LG
    Carina


  • Hallberger • am 20.2.13 um 16:19 Uhr

    Gedreht wurden die Brandszenen übrigens im Sommer 1976 in Franzheim bei Erding. Die Ortschaft Franzheim mußte wenig später dem neuen Großflughafen München im Erdinger Moos weichen, daher waren viele Anwesen schon nicht mehr bewohnt. In einem dieser Gehöfte wurde die Brandsequenz abgedreht. Die räumlich angrenzende freiwillige Feuerwehr Hallbergmoos übernahm Komparsenrollen, stellte Fahrzeuge und löschte nach dem Dreh den Brand.


  • Dirk • am 11.6.15 um 17:08 Uhr

    Der Tatort 070, Nostalgie-Krimi von den Hauptkommissaren aus München. Der beliebte väterliche Hauptkommissar Veigl und der tapsig wirkende, nicht minder begabte, Hauptkommissar Lenz, ermitteln in einem Fall von Brandstiftung und vermeintlichen Mord. Unterstützt werden die vom Kriminaldirektor Härtinger und noch einem. Eine traurige Geschichte, welche durchaus nachvollbar ist. Eine Tat, welche man nicht rückgängig machen kann, Dejavue`s gibt es nun mal nicht. Und alles geschah, um den verarmten und mittellosen Vater beistehen zu können. München habe ich persönlich erst 20 Jahre später kennengelernt — und habe exotisch gegessen. Känguru – Steak.


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