Tatort Folge 1014: Nachtsicht



So 12.03. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Lürsen und Stedefreund
Ort: Tatort Bremen


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Tatort Folge 1014: Nachtsicht 0 0

Der Tatort Bremen wird 20, herzlichen Glückwunsch! „Inflagranti“ (Tatort-Folge 376) hieß 1997 der erste Fall, den Hauptkommissarin Inga Lürsen, dargestellt von Sabine Postel, aufklärte. Damals stand ihr noch Kommissar Stefan Stoll als Ermittlungspartner zur Seite; der Schauspieler Rufus Beck, der später durch das Einsprechen der Harry Potter-Hörbücher große Bekanntheit erlangte, füllte diese recht kurzlebige Rolle aus: nach nur zwei Fällen war für Beck allerdings Schluss. Nach einigen Assistentenwechseln stieß 2001 Oliver Mommsen als Hauptkommissar Nils Stedefreund zum Bremer Tatort – und blieb.

Lürsens und Stedefreunds dreißigster gemeinsamer Tatort „Nachtsicht“ ist kein klassischer Whodunnit-Krimi: der Täter steht schnell fest. Nur nachweisen kann man dem psychopathischen Serienmörder seine Taten nicht, denn er wird geschützt …

Der Tatort-Krimi „Nachtschicht“ wird am Sonntagabend des 12. März 2017 um 20.15 Uhr in Das Erste erstmals gesendet.

Inhalt der Tatort-Folge „Nachtsicht“

Die grausame Tat des Mörders lässt selbst die erfahrenen Ermittler Inga Lürsen und Nils Stedefreund aus Bremen nicht kalt: Ein junger Mann, gerade einmal 23 Jahre alt, wurde mindestens drei Mal von einem Auto mit Vollgas überrollt. Immer wieder setzte der Fahrer seinen Wagen unter der Autobahnbrücke zurück, um nacheinander den Brustkorb, die Oberschenkel, Knöchel und schließlich den Kopf seines Opfers zu zertrümmern. Patrick Wernsmann hatte keine Chance, das Attentat zu überleben.

Am Tatort können neben Reifen- und Lackspuren des Tatfahrzeugs auch ein Prepaid-Handy neben dem Toten sichergestellt werden. Der Rechtsmediziner Dr. Katzmann, der sich ebenso wie das Kripo-Team Lürsen und Stedefreund am Tatort eingefunden hat, übergibt den beiden Kollegen von der Kripo Bremen das Gerät. Die Recherchen zeigen, dass das Handy auf einen gewissen Kristian Frederick Friedland (dargestellt von Moritz Führmann, dem Ehemann von Anna Schudt alias Tatort-Kommissarin Martina Bönisch!) registriert ist, einem ausgebildeten Maler und Lackierer. Der Ende 30-Jährige wird – vorerst als möglicher Zeuge der Tat – zur Vernehmung vorgeladen.

Im Präsidium sitzen Inga Lürsen und Nils Stedefreund Friedland im Tatort „Nachtsicht“ schließlich gegenüber. Direkt von der Arbeit kommend, sitzt der schüchterne Mann noch im Maleranzug gekleidet im Büro und gibt seine Personalien zu Protokoll. Er erklärt beim Anblick eines Fotos des Opfers, dass er den jungen Mann nicht bewusst kenne. Als ihn die Kripo-Beamten mit dem am Tatort gefundenen Prepaid-Handy konfrontieren, macht Kristian Friedland eine geheimnisvolle Bemerkung – bevor er jäh unterbrochen wird.

Sein Vater Jost stürmt in den Raum und bricht das Gespräch ab. Kurz angebunden erklärt der dominant auftretende Mann, dass ihn der Chef seines Sohnes über die Vorladung informiert habe. Lürsen setzt nach und befragt Kristian zu seinem Alibi für die Tatzeit, doch Jost Friedland schreitet wiederum ein. Wie einen kleinen Jungen weist er ihn zurecht, er solle seinen Rucksack nehmen und mit nach Hause kommen. Gemeinsam machen sich die Friedlands auf den Weg zum Fahrstuhl, die zwei überraschten Ermittler hinterher. „Mittlerweile kennen wir unsere Rechte,“ raunzt Jost Friedland Lürsen und Stedefreund noch entgegen, bevor die beiden Männer endgültig den Rückzug antreten.

Zuhause soll die Mutter und Ehefrau Leonie Friedland, schwer an Brustkrebs erkrankt und mit einer Gehbehinderung lebend, nichts von den Verdächtigungen der Polizei erfahren. Die schwierige Vergangenheit des gemeinsamen Sohnes hat den Eltern schließlich schon genug Kummer eingebracht: Einst alkohol- und drogenabhängig sowie suizidgefährdet, hatte Kristian einen Autounfall und musste seinen Führerschein zeitweise abgeben. Er gelobte Besserung.
Bei Kaffee und Kuchen erklären Leonie und Jost schließlich ihrem Sohn und seiner im Rollstuhl sitzenden Freundin Tajana, dass sie in Kürze ihre Auswanderung nach Kanada planen und dem Paar das Haus überschrieben werden soll.

Kurz darauf geschieht ein zweiter Mord mit ähnlichem Tathergang auf einer Landstraße in der Nähe von Bremen. Wieder stirbt ein junger Mann auf der Straße, und kein Mordmotiv ist erkennbar. Dennis Kutschke, 19 Jahre, Auszubildender in der Altenpflege, wurde offenbar vollkommen grundlos von einem Autofahrer zu Tode attackiert.

Zur Unterstützung der laufenden Ermittlungen gesellt sich die BKA-Kollegin Linda Selb zum Team, die bereits mit Lürsen und Stedefreund zusammengearbeitet hat. Die am Tatort sicher gestellte Farbprobe des Tatfahrzeugs hat die Aufmerksamkeit der ehrgeizigen Ermittlern auf den Fall „Nachtsicht“ gelenkt: denn es handelt sich tatsächlich um keinen üblichen Autolack, sondern um eine speziell angemischte schwarze Farbe. Und diese Farbreste wurden bereits an früheren Tatorten von Mordfällen, die bislang nicht aufgeklärt werden konnten, entdeckt. Damit steht fest: Ein Serienmörder treibt sein Unwesen auf den Straßen Bremens!

Kristian Friedland, der gelernte Maler und Lackierer, ist mit immer größer werdender Wahrscheinlichkeit der Täter im Fall „Nachtsicht“. Die Kripo kann viele wichtige Indizien gegen den dringend Tatverdächtigen sammeln. Als nach einem weiteren Mord an einem nächtlichen Jogger das abgestellte Fahrzeug am Tatort gefunden wird, ist die Beweislast gegen Friedland erdrückend – und dennoch kann ihm keiner der Morde mit absoluter Gewissheit nachgewiesen werden. Der Patriarch Jost Friedland setzt nämlich alle Hebel in Bewegung, um seinen offensichtlich psychisch stark gestörten Sohn vor den polizeilichen Ermittlungen gegen ihn zu schützen. Seine Frau versucht er aus allem rauszuhalten und baut für sie und sich selbst eine schützende heile Welt auf. Leonie Friedland ahnt zwar längst die grausame Wahrheit, verdrängt diese aber ebenso wie ihr Mann.

Die Hauptkommissare Lürsen und Stedefreund stehen in diesem Krimi von Radio Bremen vor der schwierigen Aufgabe, Löcher in dem Lügenkonstrukt der Familie aufzudecken, um an den Serienkiller heranzukommen und ihn von neuen brutalen Taten abzuhalten.
 

Auch wenn es einige spannend inszenierte Actionsequenzen in diesem Bremer Tatort gibt, so stehen doch die emotionalen Dialoge in dieser Familientragödie im Mittelpunkt. Im Kern geht es unter anderem um die Frage, wie weit man gehen würde, um jemanden zu schützen, den man liebt. Die Drehbuchtautoren dieser Folge, Matthias Tuchmann und Stefanie Veith, stellten sich beim Verfassen des Skripts außerdem die Frage, wie ein Mensch überhaupt zu einem Serienmörder werden kann, ob Erlebnisse in der Kindheit oder angeborene Neigungen zu solchen Taten führen, die Grenze des Mordens nicht einmalig im Affekt, sondern sogar mehrfach ganz bewusst und geplant zu überschreiten.

Regie führte Florian Baxmeyer, der mit dem Kieler Tatort „Macht der Angst“ seinen ersten Beitrag für die Krimireihe im Jahr 2007 in Szene setzte. Es sollten dreizehn weitere Tatorte folgen, darunter elf Bremer Tatort-Folgen mit dem Duo Lürsen und Stedefreund: Für „Schiffe versenken“ über „Der illegale Tod“ bis hin zu „Wer Wind erntet, sät Sturm“ gab Florian Baxmeyer die Regieanweisungen.

Die Dreharbeiten zum Fall „Nachtsicht“ fanden vom 13. September bis 10. November 2016 in Bremen und Umgebung statt. Das gefilmte Einfamilienhaus steht in Bremens Stadtteil Oberneuland.

Übrigens wurde gleichzeitig die nächste Tatort-Folge, in dem das Bremer Team die Ermittlungen leitet, gedreht; im Fachjargon wird dieser Doppeldreh „Back-to-back“ genannt. Das spart Kosten und Aufwand. Auch wenn einige Szenen an identischen Drehorten spielen, stellt dies meist kein Problem dar.

Der zweite abgedrehte Krimi trägt den vorläufigen Arbeitstitel „Frau in Rot“ und soll im Herbst 2017 erstmals in Das Erste laufen. Darin müssen die Fahnder einen Mord in einem Parkhaus aufklären.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Nicht ganz so böse wie der „Friederich“ aus dem Tatort Frankfurt, aber dennoch eindrucksvoll in Szene gesetzt, der fiese Serientäter, der bei Mama und Papa im Keller wohnt. Überhaupt ist das Ensemble erste Sahne, wirklich stark gespielt!

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Ein tolles Katz-und-Maus-Spiel aus Bremen. Gerne würde ich hier noch Negatives schreiben, doch der positive Eindruck überwiegt. Ein toller Sonntagabendkrimi, den man sich auch gut in der Wiederholung anschauen kann. *Einschalten*

Tatort-Besetzung

Hauptkommissarin Inga Lürsen – Sabine Postel
Hauptkommissar Nils Stedefreund – Oliver Mommsen
Kommissarin vom Dienst Helen Reinders, Tochter von Lürsen – Camilla Renschke
BKA-Ermittlerin Linda Selb – Luise Wolfram
Rechtsmediziner Dr. Katzmann – Matthias Brenner
Jost Friedland – Rainer Bock
Leonie Friedland – Angela Roy
Kristian Friedland – Moritz Führmann
Kristian Friedland als Kind – Jost Schlenker
Tajana Noack, Freundin von Kristian – Natalie Belitsk
Roger Wego – Michael Klammer
Dennis – Billy Buff
Melanie – Annika Schrumpf
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Matthias Tuchmann, Stefanie Veith
Regie – Florian Baxmeyer
Kamera – Hendrik A. Kley
Szenenbild – Andreas C. Schmid
Schnitt – Friederike Weymar
Musik – Ekaterina „Kat“ Kaufmann

Bilder-Galerie zum Krimi aus Bremen


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