Tatort Folge 1017: Fangschuss



So 02.04. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Thiel und Boerne
Ort: Tatort Münster


  1 Meinung
Tatort Folge 1017: Fangschuss 5 1

Im 31. Münsteraner Tatort mit dem Titel „Fangschuss“ büffelt der versnobte Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) nicht nur für seine mündliche Jagdprüfung, sein Kollege Thiel (Axel Prahl) von der Mordkommission steht außerdem vor der heiklen Frage: Ist Leila, die junge Frau mit dem schlumpfblau gefärbten Haar, die plötzlich vor seiner Wohnungstür steht, tatsächlich seine Tochter? Als ein früherer, vermeintlicher Kandidat für die Vaterschaft mit einem Pistolenschuss in den Schädel regelrecht hingerichtet wird, begibt sich die toughe Leila in äußerste Gefahr …

Der lang ersehnte neue Tatort-Krimi aus der westfälischen Domstadt feiert am Sonntag, den 2. April 2017 um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD seine TV-Premiere. Es ist davon auszugehen, dass die Erwartungen des Publikums gewohnt hoch sind und die Einschaltquote die Zehn-Millionen-Hürde zweifelsohne knacken wird.

Inhalt der Tatort-Folge „Fangschuss“

„Wie hoch muss bei Abgabe eines Fangschusses auf Schalenwild die Mündungsenergie mindestens sein? – 200 Kilojoule. Jaaa! Du bist gut. Du bist richtig gut, K. F., hm!“ Selbst am Tatort paukt Karl-Friedrich Boerne noch die Grundlagen für die Jagd. Nur noch wenige Tage trennen den kauzigen Mediziner nämlich von seinem heißbegehrten Jagdschein – dann ist Prüfung! Wäre das nicht bereits Stress genug, plagen den Professor Sorgen um seine lichter werdende Haarpracht. Androgenetische Alopezie – der anlagenbedingte Haarausfall -, so lautet Professor Boernes Diagnose zu seinem eigenen großen Leidwesen. Danke, Papa.

Die Gerichtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller fällt der kreisrunde Haarausfall als Erste auf und sie ist sich keineswegs zu schade, ihren Chef mit aller gebotenen Indiskretion auf ihre Entdeckung aufmerksam zu machen. Eitel, wie Karl-Friedrich nun einmal ist, holt der sich sofort Rat von seinem Friseur Christian und bekommt den wertvollen Tipp über ein geheimes Haarpräparat, das sich allerdings noch in der Testphase befindet. Dr. Freya Freytag, Vorsitzende der Münsteraner Jagdgesellschaft 1961 e.V. und Teil des Prüfungsausschusses für Boernes Jagdprüfung, ist zufälligerweise jene Person, die das wundersame Haarwuchsmittel entwickelt hat. Karl-Friedrich Boerne setzt fortan alles daran, die Tinktur in die Finger zu bekommen. Und bietet sich freiwillig als Versuchskaninchen an.

Währenddessen hat Hauptkommissar Frank Thiel ganz andere Probleme. Gerade hat er seine Sporttasche gepackt und will zum Fitnessstudio aufbrechen, da ruft Kommissarin Nadeshda Krusenstern auf seinem Handy an. Hektisch nimmt er ab und lässt sich die dringenden Neuigkeiten zu einem neuen Fall erläutern – da klingelt es an der Wohnungstür. Thiel ist genervt. Er öffnet die Tür und starrt in das Gesicht einer fremden Frau Anfang Zwanzig, mit blau gefärbtem Haar und lässiger Kleidung. Schnell wimmelt der Fahnder die Dame ab und knallt ihr die Tür vor der Nase zu. Der Fahnder muss jetzt schleunigst zum Tatort, wo sich ein junger, sportlicher Mann namens Sebastian Sandberg vom Balkon seiner Wohnung in die Tiefe gestürzt hat. Auch Prof. Boerne ist bereits vor Ort und stimmt Frank Thiels erstem Eindruck zu: Die Fakten deuten zwar auf Selbstmord, zugegeben, doch kann die Trennung von seiner Freundin Leni den IT-Experten tatsächlich in den Tod getrieben haben? Einbruchsspuren in der Wohnung lassen eine weitere These zum vermeintlichen Suizid zu.

Thiel und Krusenstern nehmen die Ermittlungen im Fall „Fangschuss“ auf. Als der Kommissar erneut vor seiner Wohnung auf die vorlaute Leila trifft, offenbart die ihm endlich, dass sie ihn für ihren Vater hält. Frank Thiel ist erschüttert, als er die Zusammenhänge erfährt: Aus einem einstigen Flirt mit der Mannheimerin „Biggi“ im August 1994, Thiel war gerade Kommissaranwärter, soll Leila entstanden sein. Im Mai ’95 kam das Mädchen auf die Welt. Der bekannte Journalist Jens Offergeld, der im gleichen Zeitraum wie Frank Thiel eine Affäre mit Biggi hatte, kommt aufgrund seiner Sterilisation nicht in Frage für eine Vaterschaft. Den Namen dieses Mannes verschweigt Leila gegenüber Frank aber.

Nun hat jene Biggi Speicheldrüsenkrebs im Endstadium; Leila wird bald vollkommen auf sich allein gestellt sein. Was soll Thiel nur mit der selbstbewussten jungen Frau anfangen? Er nimmt sie, wenn auch zunächst mit größter Skepsis, in seiner Wohnung auf.

Als der Münsteraner Ermittler Thiel zu einem weiteren Leichenfund gerufen wird, wird Leila plötzlich hellhörig. Ein Toter wurde in Schonebeck nahe Münster entdeckt! Begleiten darf sie ihren mutmaßlichen Vater zwar nicht zum Tatort, jedoch ahnt die junge Frau bereits, wer da mit einem Kopfschuss hingerichtet wurde: Offergeld. Sie war bei ihm, als er von einem Fremden bedroht wurde, und konnte als einzige Zeugin flüchten. Seitdem hält Leila Wagner über ihr Smartphone Kontakt zu dem Mörder des Enthüllungsjournalisten, das ist ihr gut gehütetes Geheimnis.

Worin war Jens Offergeld verwickelt? Und welche Rolle spielte Sebastian Sandberg dabei? Frank Thiel ahnt von den Verwicklungen Leilas nichts …

 
Der titelgebende Fangschuss ist in der Jägersprache eine Bezeichnung für den Gnadenschuss, der angewendet wird um schwer verletztes Wild zu töten. Nach einem Verkehrsunfall ist häufig solch ein Fangschuss notwendig, um ein Tier von seinem Leid zu erlösen. Der Jäger nutzt hierfür eine spezielle Kurzwaffe, beispielsweise eine großkalibrige Pistole, und schießt in den Kopf (= Haupt) oder den Hals (= Träger) des Wilds; dies ist eine sehr schnelle und beinahe schmerzlose Tötungsart, da sofort alle Reflexe, die Atmung und der Herzschlag aussetzen.

Die Dreharbeiten zum 31. Münster-Tatort des WDR begannen am 2. November 2016 und endeten einen Monat später, am 2. Dezember. Gefilmt wurde dabei in Münster, Köln, Erftstadt und Umgebung. Münsteraner und Münsters Touristen werden das LWL-Museum für Kunst und Kultur in der Innenstadt wiedererkennen, ebenso das bekannte Rathaus und dessen Innenhof am Stadthaus I. Die Szenen im Wald wurden am Köttinger Concordiasee in Erfstadt gedreht; für zwei Drehtage versammelte sich hier das 40-köpfige Filmteam. Auf einer Wiese wurde extra für den TV-Krimi ein Hochsitz errichtet, in dem Dr. Boerne und Dr. Freytag auf das Wild warten.

Regisseur dieser Tatort-Folge mit der offiziellen Nummer 1017 war der US-Amerikaner Buddy Giovinazzo, der 1957 in New York City geboren wurde. Der Filmemacher ist selbst auch als Krimiautor aktiv und drehte in der Vergangenheit bereits vier Tatorte: 2003 „Dreimal schwarzer Kater“ (Tatort-Folge 543), ebenfalls ein Fall von Thiel und Boerne, 2006 den Borowski-Krimi „Das Ende des Schweigens“ (Tatort-Folge 655), 2009 „Platt gemacht“ (Tatort-Folge 742) mit Ballauf und Schenk aus Köln und 2011 „Rendezvous mit dem Tod“ (Tatort-Folge 791) mit Saalfeld und Keppler.

Zu dem Verhältnis der zwei Zankhähne Frank Thiel und Karl-Friedrich Boerne erklärte Giovinazzo gegenüber dem WDR: „Sie passen zusammen wie Fred Astaire und Ginger Rogers. – Allerdings bin ich mir nicht sicher, welcher von beiden Ginger Rogers ist.“

Die Autoren Stefan Cantz und Jan Hinter, die für „Fangschuss“ verantwortlich sind, schrieben bereits die Vorlage für den ersten Münster-Tatort „Der dunkle Fleck“ (Tatort-Folge 511) aus dem Jahr 2002.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Fans des Münster-Tatorts werden an diesem Fall ihre wahre Freude haben, denn die Wortgefechte zwischen Thiel & Boerne sitzen. Und vermutlich wird diesem Team sogar verziehen, dass das Prrivatleben eines Kommissars beinahe in den Vordergrund der Geschichte rückt … 2 minus von mir.

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Als Münsteraner ist man natürlich „Lokalpatriot“, und diesem Fall besonders gerne. Ich freue mich, dass der WDR mit dem LWL-Museum, Rathaus und Stadthaus einprägsame Drehorte gefunden hat. Da fallen die teils langatmigen Dialoge zwischen Tochter und Vater gar nicht mehr so auf. Von mir ein „Einschalten!“, Münster lohnt sich.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Kommissarin Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Rechtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller – ChrisTine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Taxifahrer Herbert „Vaddern“ Thiel – Claus D. Clausnitzer
Leila Wagner – Janina Fautz
Jens Offergeld – Christian Maria Goebel
Dr. Freya Freytag – Jeanette Hain
Annika Kühn – Leni Wesselmann
Paul Gebhard – André M. Hennicke
Horst Martens – Michael Schenk
Christiane Gebhard – Britta Dirks
Friseur Christian – Jan Dose
Dr. Bürli – Heinrich Cuipers
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Stefan Cantz, Jan Hinter
Regie – Buddy Giovinazzo
Kamera – Kay Gauditz
Szenenbild – Frank Polosek
Schnitt – Bernd Schriever
Ton – Wolfgang Wirtz, Sebastian Leukert
Musik – Günther Illi

Bilder-Galerie zum Krimi aus Münster


1 Meinung zum Tatort Folge 1017: Fangschuss

  • Gottlieb • am 22.3.17 um 19:06 Uhr

    Freue mich heute schon auf diesen Krimi mit dem einzigartigen Ermittlerduo, wobei ich auch die anderen bewährten Darsteller nicht vergessen will. Hoffentlich muß Boerne nicht mal wieder im Sinne des rotgrünen Zeitgeistes als Depp dastehen.


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