Tatort Folge 1021: Der Tod ist unser ganzes Leben



So 30.04. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Batic und Leitmayr
Ort: Tatort München


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Ein Jahr ist vergangen. Die Münchner Tatort-Urgesteine Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) haben den ungeklärten Fall „Die Wahrheit“ (Tatort-Folge 997, Erstausstrahlung: 23. Oktober 2016) nie vollkommen hinter sich lassen können. Besonders Kommissar Batic berührte damals das tragische Schicksal der jungen Witwe Ayumi und ihres kleinen Jungen Taro sehr. Im Tatort „Tod ist unser ganzes Leben“ wird die Geschichte um den bis dato unbekannten Messerstecher auf den Straßen Münchens weitererzählt. Anders als im Krimi „Die Wahrheit“ ist die Story in neuen Fall allerdings rein fiktionaler Natur.

„Der Tod ist unser ganzes Leben“, der laut Angaben des Bayerischen Rundfunks nicht als explizite Fortsetzung gedacht ist, sondern auch eigenständig funktionieren soll, wird am Sonntag, den 30. April 2017 um 20.15 Uhr im Ersten Programm seine TV-Premiere erleben.

Inhalt der Tatort-Folge „Der Tod ist unser ganzes Leben“

Der schreckliche Mordfall im Tatort „Die Wahrheit“ ging Batic und Leitmayr nah. Auf offener Straße wurde ein Familienvater offenbar willkürlich gewähltes Opfer einer tödlichen Messerattacke. Vor einer Bankfiliale im Herzen Münchens stach ein vermummter Mann ohne Vorwarnung mehrfach auf Benjamin Schröder ein, seine daneben stehende Frau und der sechsjährige Sohn realisierten den Mordanschlag erst, als der geliebte Mensch schwer verletzt zusammensackte. Ben Schröder erlag wenig später in einer Klinik seinen Verletzungen.

Hauptkommissar Franz Leitmayr wurde damals die Leitung der SOKO Schröder übertragen. Ein DNA-Massentest hätte die Identität des Täters überführen können – doch die Aktion wurde durch den Dezernatsleiter Karl Maurer aus Kostengründen jäh gestoppt. In der Zwischenzeit hatte sich Batic um die Hinterbliebenen gekümmert. Ayumi, eine Halbjapanerin, und der kleine Taro Schröder taten ihm leid. So verbrachte der Kriminalbeamte zunehmend private Zeit mit den zweien. Der psychopathische Mörder blieb in „Die Wahrheit“ am Ende unentdeckt.
 

Jetzt, im Tatort Nummer 1021 „Der Tod ist unser ganzes Leben“, treibt eben jener Mörder sechs Monate nach den Ereignissen im Fall „Die Wahrheit“ erneut sein Unwesen in der bayerischen Landeshauptstadt. Das fehlende Motiv und der Tathergang lässt die Kriminalpolizei darauf schließen, dass sich es sich um denselben Täter handelt, der in der Vergangenheit Schröder tötete.

Auf dem Weißenburger Platz schlägt er ein zweites Mal zu. Ein unauffälliger, im Trenchcoat gekleideter Mann spaziert über den gepflasterten Platz, registriert beiläufig die Zahl fünf, die spielende Kinder gerade beim Hüpfspiel geworfen haben. Fünf. Das soll die Zahl sein, die über ein Menschenleben entscheidet. Der Killer geht weiter, zählt die Personen ab, die er passiert. Eins, zwei. Drei. Vier. Sebastian Fischer, der seinen Sohn an diesem sonnigen Frühlingstag lediglich aus dem Kindergarten abholen wollte, trägt die schicksalshafte Nummer fünf. Zahlreiche Messerstiche verfehlen sein Herz nur knapp.

Eine Überwachungskamera am Tatort entlarvt den Täter endlich: Klaus Barthold ist der Mann, der wahllos tötet. Im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst lauern Franz Leitmayr und Ivo Batic dem dort arbeitenden Serientäter auf und lassen ihn verhaften. „Über ein Jahr lang hatten wir nach ihm gesucht. Und dann – war er da. Einfach so“, gibt der Kriminalbeamte Leitmayr später vor dem Untersuchungsausschuss im Tatort „Der Tod ist unser ganzes Leben“ zu Protokoll. Die monatelange, nervenaufreibende Ermittlungsarbeit, das Streben nach Gerechtigkeit rund um den Fall des mysteriösen Killers sollte hier enden – glaubten die Ermittler: „Es war vorbei. – Dachten wir.“

Der Tatort „Der Tod ist unser ganzes Leben“ nimmt nach dieser Aussage Leitmayrs erst Fahrt auf. Die Vernehmung Bartholds ergibt zwar keine Erklärung für seine Taten, die Beweislage gegen den Mann ist jedoch erdrückend. Der provoziert den ohnehin emotional aufgewühlten Ivo Batic und hat augenscheinlich seine Freude an der ungehaltenen Reaktion des Beamten.

Während der Untersuchungshaft ist der dringend Tatverdächtige Klaus Barthold in der JVA Straubing untergebracht. Nach fünf Monaten, zum Beginn des Prozesses gegen ihn, soll er in die Justizvollzugsanstalt in München überführt werden. Doch dort wird der Mann mit dem leeren Blick nie ankommen. Hauptkommissar Ivo Batic, der seinen Freund und Kollegen Franz im Tatort „Der Tod ist unser ganzes Leben“ überredet hatte, den Gefangenentransport zu begleiten, wird in einem Überraschungsmoment überwältigt und Barthold kann fliehen. Leitmayr, abgelenkt durch zwei jugendliche Autofahrer auf der Transportstrecke, kommt zu spät, um zu helfen. Gemeinsam machen sich die zwei Ermittler auf die Suche nach dem Flüchtigen. In einer verlassenen Papierfabrik werden die Münchner Kommissare fündig.

Warum Batic am Ende im Koma liegt und Leitmayr an Krücken geht, erfährt das Publikum dieser Tatort-Folge erst im Laufe der Geschichte, die aus der Retrospektive erzählt wird. Ähnlich wie die Mitglieder des gezeigtes Untersuchungsausschusses rätseln auch die Zuschauer, wie es zu der Schießerei auf dem Fabrikgelände zwischen Barthold und der Polizei kam und vor allem, wer auf wen mit welcher Waffe tatsächlich schoss.
 

Die Dreharbeiten zum Tatort – der laut BR kein Sequel im eigentlichen Sinne darstellt – fanden bereits kurz nach der Produktion der Episode „Die Wahrheit“ statt, nämlich im September und Oktober 2016. Und die Reaktion der Tatort-Zuschauer nach der TV-Premiere des ersten Teils schrie tatsächlich geradezu nach einer Weitererzählung der Geschichte: nicht gefasste, anonyme Kapitalverbrecher werden im Krimi-Genre nur selten verziehen. Schließlich möchte ein Leser oder Zuschauer erfahren, wer den grausamen Mord begangen hat, und vor allem aus welchem Grund. Auch der Drang nach Vergeltung und Zuführung einer gerechten Strafe durch die Staatsgewalt gilt es hierbei zu befriedigen.

Ähnliches Vorgehen sahen wir bereits in den Kieler Tatorten „Borowski und der stille Gast“ (Tatort-Folge 842) und der Fortführung „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“ (Tatort-Folge 964), die allerdings drei Jahre auf sich warten ließ.

Michael Polle, Produzent bei X Filme Creative Pool, erklärte im Rahmen seiner Mitarbeit am Tatort „Der Tod ist unser ganzes Leben“ gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: „Ziel war es, die beiden Kommissare nach 26 Dienstjahren noch weiter an den Rand ihrer privaten und beruflichen Freundschaft zu bringen und mit existenziellen Fragen zu konfrontieren: Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Wie sehr kann man sich nach Jahrzehnten der Zusammenarbeit vertrauen? Und was kann man noch vom Leben erwarten, wenn von einem auf den anderen Tag nichts mehr ist, wie es scheint?“

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Der intensiv erzählte, spannend inszenierte Tatort-Vorgänger „Die Wahrheit“ wird hier mit Füßen getreten. Die Fortsetzung, die keine sein soll, hat derart viele Plausibilitätslücken, dass es mir beinahe die Zehennägel aufrollt. Schade, trotz einiger thrillenden Momente vergeigt!

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Während des Tatorts musste ich die ganze Zeit darüber nachdenken, ob die Wunden nun links oder rechts waren. Denn das wechselte gelegentlich. Ansonsten gibt es bei diesem spannenden Tatort nichts zu meckern. Auch hier wieder meine Empfehlung „Einschalten“, man kann gute Unterhaltung erwarten.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Assistent Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
Kriminaloberrätin Horn – Lina Wendel
Kriminaloberrat Hofmeister – Karl Knaup
Dezernatsleiter Karl Maurer – Jürgen Tonkel
Oberstaatsanwalt Kysela – Götz Schulte
Klaus Barthold – Gerhard Liebmann
Robert Steinmann – Jan Bluthardt
Sabine Merzer – Friederike Ott
Krankenschwester – Lilly Forgách
Ayumi Schröder – Luka Omoto
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Holger Joos, nach einer Idee von Erol Yesilkaya
Regie – Philip Koch
Kamera – Jonas Schmager
Schnitt – Dirk Göhler
Szenenbild – Oliver Hoese
Musik – Sebastian Pille

Video zur Tatort-Produktion

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