



0 Meinungen„Abgezockt“ ist der Name dieser Tatort – Folge und ein Selbstmord wäre um ein Haar durchgegangen. Das Opfer, ein junger Mann, war auf einer leeren Straße ohne zu Bremsen gegen die Leitplanke und einen Brückenpfeiler gefahren. Kommissarin Lena Odenthal hatte das Opfer Lutz Bergmann am gleichen Abend bei ihrem Karatetraining kennengelernt und ist sich sicher, dass er nicht in Selbstmordstimmung war. Die Analysen der Gerichtsmedizin können tatsächlich beweisen, dass Lutz Bergmann mithilfe eines Medikamentencocktails vergiftet wurde. Kommissarin Lena Odenthal hatte recht und nun einen Fall zu lösen.
Die Befragungen bestätigen, was die Ermittlerin Lena Odenthal selbst wahrnehmen konnte. Das Opfer war ein überaus anziehender Mann, welcher wusste, wie er Menschen für sich einnehmen konnte. Er war seiner Mutter ein liebevoller Sohn, was auch die Pflegerin der Mutter, Ursula Schäfer, rührte. Die Schwester von Lutz trauert auch um ihren Bruder und hat schon einen vermeintlich Schuldigen parat. Der Freund von Lutz namens Ritchy, welcher ihn als Verkäufer eines Strukturvertriebs angewoben hatte und anschließend ausgebeutet hat. Als Lena Odenthal Biggis Wohngenossin Su begegnet, kann sie einen ersten Blick auf die andere Seite von Lutz werfen. Su war zeitweilig mit Ritchy Horst aber auch mit Lutz Bergmann liiert. Sie hat sich als Verkäuferin für den Rocket Marketing Strukturvertrieb anwerben lassen. Doch in ihrer Wohnung türmen sich teure Kartons mit Energydrinks statt hoher Provisionen. Sie fühlt sich von Ritchy und Lutz hereingelegt.
Ritchy Horst, charmant, eloquent und lässig sieht das selbstverständlich ganz anders. Er erzählt, dass Lutz ganz unten war und er ihm die Chance im Pyramidensystem des Strukturvertrieb von Rocket Marketing gab. Dabei entdeckte er das große Überredungstalent von Lutz Bergmann. Die beiden Männer waren beste Freunde, was auch von der Schwester bestätigt wird. Er behauptet ebenso wie Max Hüllen, der sehr charismatische Deutschlandboss von Rocket Marketing, das es sich bei Rocket-Marketing um eine Gemeinschaft handelt, welche eine Leben lang Glück bringt.
Doch Lena begegnet bei ihren Ermittlungen vor allem den Opfern des Strukturvertriebes. Ein solches Opfer ist Paul Wattenscheid, welchen Rocket-Marketing an den Tiefpunkt seines bisherigen Lebens gebracht hat. Er war der Illusion des Nebenjobs erlegen. Er dachte, er könnte damit einfach und flexibel seine Geldprobleme lösen. Doch dabei verlor er sein Haus, seinen Betrieb und schlussendlich auch seine Frau. Dabei war Wattenscheid so verzweifelt und wütend, dass er Ritchy Horst sogar tätlich angreifen will. Doch er beteuert, dass er nie und nimmer bis zu einem Mord gegangen wäre.
Lena Odenthal ist davon überzeugt, dass der Tod von Bergmann mit dem Strukturvertrieb zu tun hat. Wollte er wirklich, wie seine Schwester behauptet, aussteigen und anschließend Max Hüllen unter Druck setzten? Oder hat sich einer der Verkäufer, welcher betrogen wurde, an ihm gerächt? Oder war die vermeintliche Freundschaft zwischen den beiden Männern doch nur eine Erbitterer Konkurrenz um Frauen und um Geld? Es stellt sich schließlich heraus, das selbst so beherrschte Frauen, wie Pflegerin Ursula Schäfer, ihm nicht widerstehen konnten.
Um noch mehr über den Vertrieb zu erfahren, lässt sich Kommissar Kopper undercover anwerben. Er erlebt psychischen Druck am eigenen Leibe, welcher von Rocket Marketing ausgeht. Aber auch Ritchy Horst gerät zunehmend unter Druck. Er kann den Erwartungen von Max Hüllen nicht mehr gerecht werden.
Besetzung der Tatort – Folge „Abgezockt“:
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Mario Kopper – Andreas Hoppe
Ursula Schäfer – Anna Schudt
Lutz Bergmann – Tim Seyfi
Horst Huber – Volker Metzger
Becker-Spusi – Peter Espeloer
Frau Keller – Annalena Schmidt
Ritchy Horst – Sebastian Blomberg
Stab
Regie: Christoph Stark
Kamera: Jürgen Carle
Buch: Klaus-Peter Wolf
Szenenbild: Christine Caspari
Erstausstrahlung der Tatort – Folge „Abgezockt“: 16.05.2004
Bilder: NDR/SWR/Krause-Burberg





