



1 MeinungIn dieser Tatort – Folge mit dem Namen „Leiden wie ein Tier“ wird der Leiter des Instituts für Tierversuche namens VIVITEST, Prof. Eugen Jähnicke, kurz vor seiner Hochzeit mit der Abteilungsleiterin der Pharmafirma NOVOFACT aus Berlin, Sandra Mangold, tot aufgefunden. Auch wenn die Todesursache mehr als rätselhaft ist, ist etwas klar. Der Tod des Opfers wurde arrangiert. Jähnicke liegt wie eines seiner Versuchstiere auf einem Seziertisch in der Tierpathologie und es stecken jede Mange Sonden, Kanülen und Schläuche in seinem ausgestreckten Körper.

Die beiden Kommissare dieser Tatort – Folge Felix Strauch und Till Ritter vermuten, das der Täter mit dem Drapieren des Opfers auf diese Art und Weise ein Zeichen setzten wollte und der Täter im Bereich der Tierversuchsgegner. So gerät auch die Stieftochter von Jähnicke, die radikale Tierschützerin Caro in Verdacht. Sie hatte kurz vor dem Tod von Jähnicke noch einen recht heftigen Streit mit ihm. Dann wäre aber auch noch ein gewisser Ingo Kaiser. Dieser hatte den Professor recht lautstark verdächtigt, das er seine geliebte Katze Manou für seine Tierversuche gestohlen hatte.
Aber es gibt auch im Privatleben von Jähnicke einiges zu recherchieren und zu erforschen. Der gut aussehende Witwer neigte zu heißen Affären. Seine letzte Affäre war zugleich auch seine Kollegin. Es war der Leiterin der Tierversuchsreihen Dr. Claudia Knobba und seine Geliebte bis zu dem Zeitpunkt, wo sich Jähnicke dazu entschloss, Sandra Mangold zu heiraten. Dies war für seine Verflossene Knobba eine herbe Enttäuschung und unter umständen auch ein Mordmotiv für einen Mord aus Eifersucht.
Aber auch Sandra ist verdächtig als sie Kommissar Ritter in Jähnickes versiegeltem Büro erwischt. Sie war gerade dabei Dateien vom Computer zu löschen und auch der Professor hatte kurz vor seinem Ableben noch einige Dokumente im Reißwolf verschwinden lassen. In welche Geschichten waren der Pharmakonzern und das Forschungsinstitut da verwickelt?
War das der Grund für den Tod des Professors? Welche Rolle spielte eigentlich Volker Bensch, ein im Institut arbeitender Versuchstierpfleger, welcher offenbar auch zu sehr guten Kontakten in Richtung der Tierschützer verfügt.
Währende in diesem Tatort die beiden Ermittler Stark und Ritter sehr fieberhaft ermitteln, kommt es im Hause Jähnicke zur Eskalation der Situation. Die Stieftochter Caro und die Haushälterin Margarete Baier, welche Caro in ihren vielen Jahren als Haushälterin im Haus fast wie eine Tochter aufgezogen hat, verlassen nach einem heftigen Streit das Haus. Ihr Verhältnis zu Sandra Mangold war nicht das Allerbeste. So verdächtigen sie sich inzwischen sogar alle gegenseitig, dass sie etwas mit dem Tod von Jähnicke zu tun haben. Doch dann kommen Stark und Ritter auf eine heiße Spur. Sie verdanken dies nicht zuletzt den beiden „Lovebirds“, welche Jähnicke in seinem Büro gehalten hat.
Besetzung der Tatort – Folge „Leiden wie ein Tier“:
Till Ritter – Dominic Raacke
Felix Stark – Boris Aljinovic
Gerichtsmediziner Dr. Jost – Milan Peschel
Sebastian Stark – Martin Aaron Müseler
Volker Bensch – Volker Bruch
Margarete Baier – Jenny Gröllmann
Professor Eugen Jähnicke – Walter Kreye
Caroline Jähnicke – Karoline Teska
Lutz Weber – Ernst-Georg Schwill
Sandra Mangold – Nele Mueller-Stöfen
Stab
Regie: Uwe Janson K
Kamera: Hagen Bogdanski
Buch: Scarlett Kleint und Ilse Biberti
Erstausstrahlung der Tatort – Folge „Leiden wie ein Tier“: 16.10.2005
Bilder: NDR/RBB/Annegret Plehn







1 Kommentar
Grossartige Folge und auch irgendwie unterhaltsam, besonders wenn man Hundetierlieber ist.
Extrem gute whodunnit-Fuehrung, da wirklich bis zum Schluss nicht klar war, wer der Taeter sein koennte, man sich aber erhofft hatte, dass es nicht einer von den naheliegenden Verdaechtigen ist, so dass es dann ein befriedigendes Ende und doch nicht ganz ueberraschendes “showdown” gab.
Zwei kleine dramatische Ungenauigkeiten und/oder Drehbuchfehler sind mir aufgefallen:
1) Die Haushaelterin Margarete Baier konnte nicht wissen, dass sich Volker Bensch und Caroline gestritten haben, da sie dabei *nicht anwesend war. Als sie Volker zuletzt gesehen hatte, war Caroline nicht gegenueber *ihm aufgebracht, sondern wegen der Altkleiderzettel erregt, die sie in seinem vermeintlichen Auftragsliefewagen gefunden hatte. Dies hat sich erst spaeter als etwas anderes herausgestellt, wo Baier nicht dabei war.
2) Als Felix Strauch und Till Ritter in der richtigen Parkgaragenetage ankommen, gibt es eine sehr kurze Kameraeinstellung, als Ritter zur Vorderseite des Lieferwagen prescht, wo sich eine Person schon bereits stellend an der Hinterseite aufhaelt, die zu schnell fuer Strauch gewesen sein koennte. Dies war natuerlich eine ungewollte Position von Schauspieler Boris Aljinovic war, der dann unmittelbar in einem Anschluss-schnitt dann erneut mit der “richtigen” Bewegung zu sehen ist.
Anschlussfehler|”Continuity” sind eigentlich eine lustige Sache. Dies hat hier nichts mit Bemaengelung zu tun, ist nur so ein Dauerhobby fuer mich, das sehr amuesierend ist ;
Auch war klar, dass dieser aeltere Hundebesitzer von “Kurtie” irgendwie zugute Felix’ Sohn gelogen hatte und der “Doppelgaenger” zu “superDog”-schlau war, um das Skateboard zu erschnueffeln, dass er unmoeglicherweise von dem Duft Caroline’s haette erinnern koennen, aber das war dann auch wieder witziger slapstick, ueber das man hinwegsehen kann ;
Ueber das zeitverschiebunngs-Volumen der “Einatmungsmenge” des vermeintlichen Giftes sowohl fuer Gerichtsmediziner Dr. Jost als auch fuer [spoiler... ..] kann man dann ebenso sinnieren, aber das waere dann wohl zeit-mathematische Kleinkariertheit ;
Fazit: sehr packende Episode und gelungenes Drehbuch von Scarlett Kleint und Ilse Biberti, mit vielen interessanten Zweighandlungen und einem kleinen Abschwenker in korrupte EU- und PharmaIndustrie, die niemals aufdringlich erschien.