Tatort Folge 657: Bienzle und sein schwerster Fall



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Mit dem Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ geht eine Ära in der Geschichte der Krimi-Serie zu Ende: Nach bald 15 Jahren im Dienst ermittelt der Stuttgarter Kommissar Ernst Bienzle (Dietz Werner Steck) hier ein allerletztes Mal, wobei sich die Suche nach einem Mädchenmörder als schwere Aufgabe erweist, bei der Bienzle seinem Gespür irgendwann selbst nicht mehr traut.

Tatort – Bienzle und sein schwerster Fall – Vorschauvideo

 
Ein trauriges Verbrechen steht im Mittelpunkt des Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“: In einem Wald in Stuttgart wird die Leiche eines 11-jährigen Mädchens gefunden. Elena Hagen war vor zwei Tagen verschwunden und seitdem fieberhaft von der Polizei gesucht worden – wie der Leichenfund zeigt jedoch erfolglos. Am Tatort finden sich kaum verwertbare Spuren, interessant für die Fahnder ist aber die Kleidung des Mädchens. Denn die Kleine trägt nicht mehr die Klamotten, welche sie bei ihrem Verschwinden am Körper getragen hatte. Anstattdessen hatte der Mörder sie in fremde Kleidung gesteckt. Bei den Polizisten aus Stuttgart bringt dieses Detail im Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ die Erinnerung an einen Fall aus dem Vorjahr zurück: Auch damals wurde ein junges Mädchen, Christine Meinhold, entführt, dann missbraucht und ermordet – und in fremden Klamotten gefunden.

Die Parallelen entdeckt auch Hartwin Grossmann, der früher die Sonderkommission im Fall Christine Meinhold geleitet hatte. Grossmann hatte damals seiner Meinung nach den Täter gefunden, einen jungen Mann namens Kai Anschütz, konnte ihm das Verbrechen jedoch nicht zwingend nachweisen. Weil er dem Mann mit Gewalt ein Geständnis entlocken wollte, wurde der ehemalige SoKo-Leiter gefeuert. Jetzt sieht Grossmann im Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ eine Chance, sein vermeintliches Versagen im Fall Christine wieder gutzumachen und Anschütz diesmal hinter Gitter zu bringen. So bedrängt er auch Bienzle, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen. Der Stuttgarter Kommissar weigert sich aber, sich wie sein Vorgänger bei der Suche nach dem Täter so einschränken zu lassen. Als er schließlich Anschütz wegen einiger Hinweise doch verhören muss, bestätigt sich Bienzles Unschuldsvermutung, da der Mann ein Alibi hat.

Anstatt Anschütz verdächtigt der Fahnder eher einen Musiklehrer namens Ronald Madlung, der Mörder der beiden Mädchen zu sein. Denn der Lehrer hatte an der Schule der Toten die Theatergruppe geleitet und so viel mit den begabten Mädchen zu tun gehabt. Bienzle kann diesen Verdacht jedoch noch nicht beweisen und so nutzt Grossmann im Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ die Gelegenheit, den Kommissar mit öffentlichen Anschuldigungen gegenüber Anschütz unter Druck zu setzen. Dabei weist der gefeuerte Polizist auch darauf hin, dass der Verdächtige bereits wegen sexueller Belästigung gegenüber einer Kollegin auf Bewährung ist. Dass Anschützs Bewährungshelfer sich einen Rückfall seines Schützlings nicht vorstellen kann, lässt Grossmann einfach außen vor.

In der Zwischenzeit ergibt sich für Bienzle eine vermeintliche Gelegenheit, um Musiklehrer Madlung zu überführen. Der Großeinsatz der Polizei zeigt im Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ jedoch nur, dass der Mann ganz harmlos einem Mädchen Musikunterricht gegeben hatte – von Missbrauch und Entführung keine Spur. Wieder steht Bienzle ganz am Anfang. Die Situation verschlimmert sich noch, als in Stuttgart ein weiteres 11-jähriges Mädchen verschwindet. Mit allem Einsatz will die Polizei Ulrike Weber finden, ehe es zu spät ist. Dabei verdächtigen viele Mitglieder der SoKo bereits Anschütz, der der wahrscheinlichste Täter zu sein scheint. Bienzle ist jedoch noch von dessen Unschuld überzeugt, bis in Ulrikes Tasche Haare des Mannes gefunden werden. Hatte Bienzle sich also im Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ mit seinem Gefühl getäuscht? Und hätte er mit einem entschlossener Vorgehen gegenüber Anschütz die kleine Ulrike retten können?

 
15 Jahre lang, von 1992 bis 2007, hatte Kommissar Ernst Bienzle als bodenständiger schwäbischer Kommissar – von manchen für seine etwas schläfrige Art nicht gemocht – in Stuttgart ermittelt. Beständigkeit zeigten bei den Bienzle-Krimis auch die gleichbleibenden Charaktäre seines Kollegen Günter Gächter (Rüdiger Wandel) und seiner Freundin Hannelore. Fast alle seiner Fälle waren von Felix Huby geschrieben worden, der auch das Drehbuch zum Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ verfasste. Den letzten Fall, welcher seine Erstausstrahlung am 25. Februar 2007 feierte, hatte der erfahrene Tatort-Regisseur Hartmut Griesmayr inszeniert. Der Abschieds-Tatort erreichte 8,41 Millionen Zuschauer bei seiner Erstausstrahlung, das entsprach einem Marktanteil von 22,5 Prozent.

Ab 2008 haben die Kommissare Lannert und Bootz dann die Ermittlung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt übernommen.

Besetzung
Ernst Bienzle – Dietz Werner Steck
Hannelore Schmiedinger – Rita Russek
Klaus Ziemer – Jürgen Hartmann
Tanja Hohmann – Lisa Maria Potthoff
Kai Anschütz – Tobias Schenke
Ronald Madlung – Max Gertsch
Günter Gächter – Rüdiger Wandel
Hartwin Grossmann – Bernd Tauber
u.a.

Stab
Drehbuch – Felix Huby
Regie – Hartmut Griesmayr
Kamera – Hans-Jörg Allgeier
Szenenbild – Jochen Schumacher
Musik – Joe Mubare

Bilder: SWR/Schweigert


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4 Meinungen zum Tatort Folge 657: Bienzle und sein schwerster Fall

  • Stephan Sap • am 21.7.15 um 23:11 Uhr

    Sorry, wenn ich Euch korrigiere, aber diese Episode wird auf SWR wiederholt, nicht auf NDR.


  • Sabine Pofalla • am 22.7.15 um 10:54 Uhr

    @Stephan Sap:
    Herzlichen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Sendeplatz natürlich sofort korrigiert!

    Beste Grüße, die Redaktion


  • Udo B • am 27.7.15 um 18:09 Uhr

    Ganz klar 5 Sterne…eine richtig gute Folge und damit ein würdiger Abschluss für Bienzle :-)


  • Dirk • am 19.3.16 um 2:14 Uhr

    Der Tatort Nummer 657 aus Stuttgart. Hauptkommissar Bienzle hat es nicht leicht, in diesem Tatort-Spielfilm, bestehend aus Wirrungen und Verirrungen, aus Lug und Trug, Entführung und Kindermord. Das läßt auch diesen hartgesottenen Kriminalisten-Profi nicht kalt. Bienzle zeigt sich mehr als einmal um Fassung bemüht. Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein ehemaliger Kollege einmischt, welcher meint, etwas gut machen zu müssen. Es ist der letzte Fall des Tatort-Fernseh-Kommissars Ernst Bienzle und seiner Hannelore. Solide und verzwickt gedreht, ist es auch mit einer der besten Produktionen aus der Bienzle-Ära.


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