Tatort Folge 671: Strahlende Zukunft



  2 Meinungen
Tatort Folge 671: Strahlende Zukunft 4 2

Können die Strahlen von Handies und Mobilfunkmasten Krankheiten auslösen? Die Antwort ist bis heute umstritten. Manche Wissenschaftler sagen, ja, unter gewissen Umständen, andere halten das für blanken Unsinn. Im Bremer Tatort „Strahlende Zukunft“ spielt die Thematik jedenfalls eine wichtige Rolle, und dass sie brisant ist, zeigt die Tatsache, dass parallel zur Ausstrahlung eine zweistündige Radiosendung über den Äther lief, in der sich viele besorgte Hörer äußerten.

Tatort – Strahlende Zukunft Trailer

Sandra Vegener bestellt Kommissarin Lürsen zu einem Termin auf den Bremer Marktplatz. Dort angekommen wird Lürsen Zeugin, wie die Vegener in ihrem SUV mit voller Wucht einen Richter über den Haufen fährt, ja, geradezu hinrichtet. Danach flüchtet die Täterin auf das Dach des Gerichtsgebäudes, um von dort in den Tod zu springen. Lürsen hechtet hinterher, will den Selbstmord verhindern, hat aber keinen Erfolg. Sandra Vegener springt. Ein selten spektakulärer Auftakt für einen Tatort!

Lürsen und ihr Kollege Nils Stedefreund beginnen, die Hintergründe des Geschehens zu durchleuchten. Sandra Vegener war kurz zuvor aus der Psychiatrie entlassen worden. Nach dem von ihr angestrengten Prozess gegen das Mobilfunkunternehmen TelMo, das ihrer Meinung nach Schuld am Tod ihrer Tochter war, hatten der Richter und ein Gutachter sie als psychisch krank eingestuft und in eine Anstalt eingewiesen. Vegener hatte TelMo vorgeworfen, die Funkmasten der Firma hätten bei ihrer Tochter Leukämie ausgelöst.

Lürsen stellt sich schon bald die Frage, ob und wie weit die Täterin Opfer einer möglichen Verschwörung geworden ist. Als ihre Gegenspieler im Tatort „Strahlende Zukunft“ agieren nicht nur die berechnende und gefühlskalte PR-Chefin von TelMo, Frederike Kawentz, sowie der Gutachter, Professor Peter Humberth, sondern auch – Staatsanwalt Jörg Reinhardt. Sie alle sind überzeugt davon, dass Vegener verrückt war. Wie es Lürsens Art ist, macht sie gerade diese Einigkeit stutzig und skeptisch.

Ihre Ermittlungen im familiären Umfeld bringen weitere schauerliche Ergebnisse ans Tageslicht. Sandras Ehemann Luis Vegener war ebenfalls davon überzeugt, dass seine Frau psychisch krank war. Aber warum ließ er sich mit einem Haufen Geld von TelMo bestechen? Schweigegeld? Und Sandra war laut Obduktion erneut schwanger – mit einem missgebildeten Kind. Nur der 18-jährige Sohn Daniel glaubt im Tatort „Strahlende Zukunft“ an die Behauptungen seiner Mutter. Bei einer Befragung durch Lürsen entwendet er ihr die Dienstwaffe und flüchtet. Als er daraufhin den Psychiater zur Rede stellt, wird dieser erschossen, allerdings von seiner eifersüchtigen Gattin. Daniel wird kurzzeitig verhaftet, nach dem Beweis seiner Unschuld an dem Mord aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Doch dann entführt er die Tochter von Staatsanwalt Reinhardt. Es kommt zum großen Showdown – wiederum auf dem Dach des Gerichtsgebäudes.

Besetzung der Tatort – Folge „Strahlende Zukunft“:
Hauptkommissarin Inga Lürsen – Sabine Postel
Kommissar Stedefreund – Oliver Mommsen
Frau Humberth – Tatjana Blacher
Jörg Reinhardt, Staatsanwalt – Ulrich Noethen
Karlsen, Kriminalassistent – Winfried Hammelmann
Daniel Vegener – Constantin von Jascheroff
Sandra Vegener – Inka Friedrich
Frederike Kawentz – Ann-Kathrin Kramer
Luis Vegener – Peter Davor
Hagerer Mann – Peter Benedict
Oberstaatsanwalt – Alexander Radszun
Prof. Peter Humberth – Bernhard Schütz
Gerichtsmedizinerin – Henriette Cejpek
Julia März – Henriette Confurius

Stab:
Buch – Christian Jeltsch
Kostüm – Astrid Karras
Kamera – Ngo the Chau
Schnitt – Elke Schloo
Szenenbild – Lars Lange
Regie – Mark Schlichter
Ton – Frank Buermann
Lichttechnik – Benjamin Dreythaller
Aufnahmeleitung – Frank Berszuck / Christian Doetsch
Produzent – Gerhard Schneider

Erstausstrahlung der Tatort – Folge „Strahlende Zukunft“: 26.08.2007
Bilder:Radio Bremen/Jörg Landsberg


9 Meinungen zum Tatort Folge 671: Strahlende Zukunft

  • Sopur • am 4.9.07 um 8:11 Uhr

    Schön die neue Bewertungsfunktion!
    Leider musste ich hier gerade einen Stern abgeben – m.E. ein Tatort der schlechtesten Sorte…
    M
    F
    G
    Sopur


  • dennis • am 21.9.07 um 17:21 Uhr

    also, es sei dahingestellt wie groß der spannungs- und Unterhaltungswert tatsächlich dabei war, aber meiner Meinung nach mehrere politisch-philosophische Problemkomplexe wurde in diesem Drehbuch sehr gut ineinander verwoben.
    — “Nicht-tödliche-Waffentechnik” – das ist mit Sicherheit eines DER Themen der (nicht mehr allzu fernen Zukunft) und wer das Know-how hat, der hat die Macht.
    — Macht – auch das Gerangel zwischen Politik, Justiz, Medien und Wissenschaft gibt das Spiel der Kräfte gut wieder.
    — Industrie und Konzerne- wie in diesem Fall die Handyfirma gehen nicht selten darüber hinaus, was ihnen eigentlich zusteht.. Verwicklungen nicht ausgeschlossen…
    — Schicksale – auch einzelne unscheinbare Menschen können in diesem Spiel eine Schlüsselrolle einnehmen.

    Insgesamt, gut vielleicht hätte es spannender ausfallen können, aber insgesamt hat man hier mehrere hochpolitische und zeitgemäße “heiße Eisen” angepackt, wozu ich nur sagen kann: HUT AB !!

    trotzdem: Münster rules !!


  • matt • am 8.8.10 um 20:48 Uhr

    Schlechtester Tator ever!


  • corto maltese • am 9.8.10 um 11:10 Uhr

    gestern wurde der tatort “strahlende zukunft” wiederholt und ich muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht war sowohl über thema als über die machart des films. natürlich bietet es sich beim thema handystrahlen an, der geschichte erzählende elemente wie eine tagebuchkamera oder krisselnde bildschnitte zu geben. trotzdem traut man sich in der ard (leider auch beim tatort) nicht alzu oft zu neuen gestalterischen mitteln zu greifen. auch die kamera war toll. zum einen nah bei den kommissaren – zum anderen scheute sie sich nicht einen schnellen sprung in die vogelperspektive zu wagen oder schön mit gegenlicht zu spielen.
    zur geschichte kann ich nur sagen: hut ab! mutig! ein thema aufzugreifen, welches von der masse als klischeebehaftet linksalternativ angesehen wird, wurde hier ernst genommen und zusätzlich werden politische verstrickungen (leider nur am ende des films) versucht aufzuzeigen.
    es ist viel interessanter, eine folge zu sehen, in der es nicht nur um ein einzelschicksal geht, sondern um aktuelle politische debatten, korruptionsfälle, gesellschaftliche tendenzen. schließlich ist auch ein bildungsauftrag der ard eben solche themen anzusprechen.
    liebe tatort-redaktion: bitte traut euch mehr solcher folgen!


  • HANDYS TÖTEN • am 10.8.10 um 10:29 Uhr

    JA, endlich ist es auch im Tatort-Drehbuch verarbeitet!
    Das ist die Wahrheit und wir verstrahlen uns alle gegenseitig.

    Industrie und Politik machen gemeinsame Sache, die Verbraucher und unschuldigen Bürger kassieren die Rechnung!


  • Kritischer Tatort-Zuschauer • am 24.4.11 um 0:55 Uhr

    Daß dieser schmerzfreie Müll wieder gesendet wird…der Tatort ist unrealistisch, blödsinnig und sinnfrei.
    Perfekt für Hypochonder und als Ökopropaganda geeignet.
    Selbst wenn man jemanden mit Strahlen töten kann, wird da sicher kein Konzern Gegner von Handymasten totstrahlen. Ne ist klar…
    In der Realität ist es eher so: Kaum steht der Handymast, kommen auf einer Bürgerversammlung lauter Leute mit Attesten an, daß sie seitdem Kopfschmerzen und Kopfschmerzen haben, Bauern aus der Umgebung behaupten, daß ihre Kühe weniger Milch geben und hastenichgesehen. Wenn dann irgendwann mal der arme Telekom-Vertreter sprechen darf, informiert er die Leute erstmal, daß der Mast noch gar nicht angeschaltet wurde…uuuups. Tja.


  • JuSo • am 30.3.13 um 19:05 Uhr

    Unterhaltsam war der Tatort!


  • Udo B • am 29.7.13 um 23:01 Uhr

    SEHENSWERT !!!


  • Nichael Wahsmuth • am 27.9.13 um 18:24 Uhr

    Guten Tag Herr Jeltsch,

    zu dieser Thematik der Strahlenfolter würde ich gerne mit Ihnen in Kontakt treten.
    Es geht darum, daß hier in Deutschland sehr viele Menschen Opfer von Strahlenfolterungen mittels Mikrowellen-und Schallwaffen sind.
    Mit freundlichem Gruß
    gez. Wahsmuth


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5

Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv