Tatort Folge 695: Müll



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Tatort Folge 695: Müll 5 4

Der Tatort „Müll“, Fall Nummer 40 für die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk, ist wahrlich ein „dreckiger“ Krimi – bis auf die schwarz glänzende Corvette, die vom Oldtimer-Freund Freddy in dieser Folge gefahren wird und aus konfiszierten Beständen stammt, der Asservatenkammer sozusagen.

Mit Müll hat auch der parallele Handlungsstrang zu tun, der sich mit Ballaufs Privatleben beschäftigt. Er muss nach elf Jahren aus seinem Hotel ausziehen und sichtet seinen Besitz, darunter Fotos aus alten Zeiten, von geliebten Frauen, die gewaltsam starben. Aber bevor er sein „Ausmisten“ zu Ende bringen kann, gilt es, einen Mordfall aufzuklären.

Als eine Gruppe recht verwahrloster Gestalten auf einer Müllkippe nach verwertbaren Gegenständen sucht, bricht plötzlich ein Feuer aus. Nachdem der Brand gelöscht ist, wird in dem Abfall die verstümmelte Leiche einer Frau gefunden. Kopf und Gliedmaßen fehlen. Die Boulevardpresse stürzt sich sensationsgeil auf diese Nachricht, was dazu führt, dass Staatsanwalt von Prinz mächtig Druck auf Ballauf und Schenk ausübt, die mit den Ermittlungen beauftragt werden.

Aber die Spurensuche gestaltet sich schwierig. Die Frau ist wegen der Folgen des Brandes nicht identifizierbar, Zeugen gibt es keine. Peter Esser, der Chef des Entsorgungsunternehmens weiß angeblich von nichts und schweigt beharrlich. Kaja Krumme, eine Gärtnerin aus der Nachbarschaft, die den Brand bei der Feuerwehr gemeldet hat, hat ebenfalls nichts Ungewöhnliches bemerkt.

Aber da ist noch Willy, der alte Müllsammler und Messie aus Ballaufs Nachbarschaft. Er sammelt Müll weniger, um ihn zu verkaufen und etwas Geld damit zu verdienen, sondern versucht hinter die Geschichten der ehemaligen Besitzer seiner Fundstücke zu kommen.

Er bringt die Kommissare auf eine erste heiße Spur im Tatort „Müll“. Nach seiner Aussage hat es auf dem Recyclinghof zwei Jahre zuvor schon öfter gebrannt. Steckt hinter der Tat eine Art Müllmafia, die kleine und mittlere Unternehmen unter Druck setzt, um selbst das ganz große Geld zu scheffeln? Hier nimmt die fiktive Geschichte übrigens Bezug auf reale Geschehnisse, die sich zuvor in Köln abgespielt haben. Die einzige Person, die etwas Genaueres über die Brände der Vergangenheit aussagen könnte, ist die Sekretärin von Esser. Nur ist sie leider derzeit unauffindbar.

Als die Kommissare im Tatort „Müll“ Grabungen auf dem Gelände der Gärtnerei vornehmen und unter einem erst jüngst gepflanzten Baum den Kopf der Leiche finden, gerät die Gärtnerin Kaja Krumme massiv unter Tatverdacht. Ihr Privatleben samt Freund und dessem ungeliebten Sohn legt ein Mordmotiv aus Eifersucht nahe.

Musik Playlist zum Tatort Müll

Titel – Komponist
Marie – Arno Steffen
Müngersdorfer Stadio – The Ramones
Für et Hätz un Jäjen – Arno Steffen

Besetzung der Tatort – Folge „Müll“:

Freddy Schenk – Dietmar Bär
Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Franziska Lüttgenjohann – Tessa Mittelstaedt
Staatsanwalt von Prinz – Christian Tasche
Dr. Joseph Roth – Joe Bausch
Frank Weber – Wotan Wilke Möhring
Dennis Weber – Frederick Lau
Kaja Krumme – Elena Uhling

Stab
Regie: Kaspar Heidelbach
Kamera: Daniel Koppelkamm
Buch: Achim Scholz
Musik: Arno Steffen

Erstausstrahlung der Tatort – Folge „Müll“: 20.04.2008
Bilder: WDR/M. Böhme


4 Meinungen zum Tatort Folge 695: Müll

  • Gudrun Eussner • am 24.4.12 um 22:31 Uhr

    Endlich mal wieder en spannender TO aus der neueren Produktion.


  • Andreas76 • am 24.4.12 um 22:45 Uhr

    Ballauf und Schenk sind einfach immer wieder witzig anzusehen.
    So auch in dem aus 2008 stammenden Teil “Müll”.
    Erstaunlich finde ich, wie jung gerade Kommissar Ballauf vor 4 Jahren noch aussah. :-)
    Eine verstümmelte Frauenleiche wird nach einem Brand auf einer Müllkippe gefunden.
    Der Täter versucht so, die Spurenermittlung zu vertuschen.
    Peter Esser, der Chef der Entsorgungsfirma wird erpresst. Er gerät in die Ermittlungen der Kommissare. Ist seine verschwundene Sekretärin die Ermodete?
    Ein Motiv findet sich allerdings auch in einer nahegelegenen Gärtnerei: Der Besitzer hat eine neue Freundin und seine Frau ist verschwunden.
    Der Fall ist sehr knifflig. Die Spannung hält sich in dieser Folge allerdings leider in Grenzen.
    Der gewohnte Witz und die Umgangsformen sind allerdings köstlich amüsant.
    Das Ende ist leider etwas zu vorhersehbar.


  • Gudrun Eussner • am 25.4.12 um 17:53 Uhr

    Ja, Andreas, stimmt. Wenn ich aber an die entsetzlichen TOs denke, in denen die Kommissare selbst Opfer, angebliche Täter und Zeugen sind, ist dieser hier wenigstens von daher nicht belastet. Eineinhalb Stunden einfach mal gute Unterhaltung, das bekommen die Sender für 7 Milliarden Euro Zwangsgebühren immer weniger hin. Wenn’s auf ZDFneo nicht Inspector Barnaby gäbe!


  • Peter • am 29.4.14 um 11:44 Uhr

    Schöner Tatort, der sogar schafft, den Zuschauer fein “zu erden”.
    Und das war 2008 noch möglich, wunderbar, seinerzeit hatte ich dieses Juwel wohl leider verpaßt. Ich mag’ die Beiden, Freddy und Max,
    obwohl -oder gerade deswegen?- ich immer bei Ihnen an “Tatort Berlin” erinnert werde,
    das dadurch schon oft falsch notiert habe, nach meiner Aufzeichnung.
    Aber, der trockene, unterschwellige Humor und die “Leichtigkeit”
    der Rheinländer hat sicher viel Verwandtes mit uns Spree-Athenern.
    Der Fall thematisiert sehr gut, der Max auch mit seinem UmzugsMüll,
    das nenn ich pfiffiger Einfall!
    Die Handlung ist selbst “in den Längen” immer ansehenswert und interessant. Krimi-Spannung vermisse ich SO also niemals beim Zusehen.

    Nur – die attraktive Elena Uhlig/Figur “Kaja Krumme”, SIE so apart als schizophrene Kettensägen-Mörderin mit dem gespaltenen Januskopf??

    DAS will mir als großer Frauenverehrer einfach nicht in Herz und Schädel.
    Da hättens doch noch ein “tumbes Brutalo-Helferchen” zuerfinden können.
    LG aus Berlin.


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