Tatort Folge 827: Kein Entkommen



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Tatort Folge 827: Kein Entkommen 5 4

Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) liegt schlecht gelaunt mit Grippe im Bett. Mit Knoblauch, Zitrone und Schnaps behandelt er die lästige Krankheit – ein Tipp seiner Assistentin Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Die will ihren Chef schnell kurieren, denn in Wien bricht gerade ein Gewaltinferno los: Serbische Kriegsverbrecher, die sich „Heilige Tiger“ nennen, machen unerbittlich Jagd auf den „Verräter“ Mirko Gradic. Ein unschuldiger Student musste bereits sterben, weil er irrtümlich für Gradic gehalten wurde.

Tatort Trailer – Kein Entkommen

 
Schnell ist Eisner wieder auf den Beinen, als er von dem Mord an dem Studenten hört. Er und Bibi Fellner finden bald heraus, dass der Anschlag ein Versehen war und eigentlich Josef Müller galt – der in Wahrheit Mirko Gradic heißt. Der Verfolgte stellt sich der Polizei. Er schwebt in akuter Lebensgefahr, weil er im Balkankrieg von der paramilitärischen Einheit „Heilige Tiger“ desertiert ist und eine große Bedrohung für die Gruppe serbischer Kriegsverbrecher darstellt, die offenbar in Wien untergetaucht ist. Mirko Gradic hat über sogenannte ethnische Säuberungen und Gewalttaten Buch geführt; er kennt auch die Namen und die Gesichter der Verantwortlichen. Damit wird der Fall „Kein Entkommen“ plötzlich auch zu einem Fall für Interpol und den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Mirko, seine Frau Elisabeth und ihr Sohn Max werden sofort unter Polizeischutz gestellt und in einer Villa von der Außenwelt abgeschirmt. Doch die Mitglieder der „Heiligen Tiger“ sind der Familie dicht auf den Fersen. Nachts brechen sie in den Unterschlupf ein – es kommt zu einem schrecklichen Blutbad. Als Moritz Eisner und Bibi Fellner am Tatort eintreffen, stehen sie an einem Kriegsschauplatz. Auch Eisners Vorgesetzter Ernst Rauter ist fassungslos über die grausame Tat: „Dreizehn Leichen in weniger als einer Stunde.“

Die Kommissare Eisner und Fellner setzen ihre Ermittlungen gegen die Kriegsverbrecher fort. Sie finden heraus, dass der Kopf Mladen Ivesevic heißt, ein Mann, der in Deutschland Medizin studiert hat und jetzt untergetaucht ist. Von seinen Anhängern wird er der „Heilige“ genannt. Seine rechte Hand ist Radovan Jurkic, der „Schlächter“. Nachdem es im Keller eines Cafés zu einer Schießerei zwischen Inspektor Eisner und einigen Mitgliedern der Gruppe kommt, fasst der Ermittler den mutigen Entschluss, der kriminellen Organisation eine Falle zu stellen – mit Mirkos Sohn Max als Lockvogel.
Der riskante Plan geht auf und der überraschte Radovan Jurkic kann gefasst werden. Doch als die akute Gefahr gerade gebannt zu sein scheint, wird plötzlich der „Heilige“ selbst tätig…

 
Die Dreharbeiten zum ORF-Tatort „Kein Entkommen“ fanden im Februar und März 2011 in Wien und Umgebung statt. Fabian Eder übernahm die Kamera, die Regie und war auch am Drehbuch beteiligt. Die 15 gezeigten Leichen stellen die bis dato höchste Opferzahl in der Tatort-Geschichte dar.
Die Erstausstrahlung der Folge „Kein Entkommen“ wurde am Sonntag, den 5. Februar 2012, auf dem Ersten Programm der ARD, auf ORF und dem Schweizer Fernsehen gezeigt.

Tatort Trailer – Kein Entkommen

 
Besetzung
Inspektor Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Majorin Bibi Fellner – Adele Neuhauser
Karl Bindmayer – Johannes Silberschneider
Tomalek Stefan Puntigam
Franz Rinner – Alexander Strömer
Andrea Schiemer – Therese Affolter
Conni Seidl – Julia Kronenberg
Mirko Gradic – Christoph Bach
Salic – Michael König
Radovan Jurkic – Gennadi Vengerov
Ante Stelic – Giorgi Gvinadze
Cornelius Langhammer – Serge Falck
Zeljko Jovanovic – Marco Pustisek
Elisabeth Müller – Monika Reyes
Strasser David – Oberkogler
Claudia Eisner – Tanja Raunig
Ernst Rauter – Hubert Kramar
u.a.

Stab
Drehbuch – Lukas Sturm, Fabian Eder
Regie – abian Eder
Kamera – Fabian Eder
Musik – Roman Karolou

Bilder: rbb/ORF/Petro Domenigg


20 Meinungen zum Tatort Folge 827: Kein Entkommen

  • Zoki • am 5.2.12 um 21:25 Uhr

    Mehr Klischees konnte man nicht reinpacken oder wie.


  • Maximilian Ruta • am 5.2.12 um 22:34 Uhr

    Sehr gut! Wirklich sehr spannend!


  • Florian • am 6.2.12 um 0:18 Uhr

    Wow, was ein Hammerthema. Ich fand ihn unglaublich gut. Man wusste von Anfang an, wer der Mörder war und musste trotzdem bis zum – leider bitteren – Ende mit rätseln.
    Ganz groß!


  • Hasso • am 6.2.12 um 7:12 Uhr

    Das interessante Thema des Tatorts hätte wahrlich eine bessere Umsetzung verdient.

    Die Stümpereien der Ermittler ließen einem die Haare zu Berge stehen:

    – Als man feststellt, dass der Falsche erschossen worden war, eilt man nicht etwa zu dem eigentlich vorgesehenen Opfer, sonder plaudert in Ruhe in einer Kneipe über Anti-Grippe-Mittel
    – Ungehindert können die Killer in ein schwer bewachtes Haus eindringen und alle – bis auf die geplanten – umbringen
    – Mit dem kranken Kind wird einfach so zum Arzt gefahren anstatt einen Polizeiarzt in das Haus kommen zu lassen
    – Kommissar und Kommissarrin gehen natürlich mal wieder alleine ins von Killern wimmelnde Stammlokal und werden trotz heftigstem MP-Geballers nicht mal verletzt
    – Nach der finalen Aktion im Krankenhaus werden Eltern und Kind unbewacht dort gelassen

    Der Clou war allerdings: Ein Kinderarzt mit Rauschebart – war da nicht was? Ach ja, Radovan Karadžić lässt grüßen! Wer einigermaßen vertraut mit den Ereignissen in Jugoslawien war, wusste spätestens beim Anblick des Arztes, wer der Oberschurke war.

    Fazit: Story gut – Umsetzung auf unterstem Niveau.


  • Frank Rossi • am 6.2.12 um 7:14 Uhr

    Klischees. Zoki, geh mal ins Rotlichtviertel groesserer deutscher Staedte. Das war ein erstklassiger Tatort. Wusste schon fuer eine weile das der Doktor was damit zu tun haben koennte.


  • Hasso • am 6.2.12 um 9:05 Uhr

    Werden hier kritische Kommentare eigentlich kommentarlos gelöscht?
    Ich hatte heute morgen schon einmal gepostet, der Eintrag ist jetzt aber wieder verschwunden.

    Meine Kritik war, dass man ein spannendes Thema dilettantisch umgesetzt hat:

    – Nachdem klar war, dass auf dem Parkplatz der Falsche ermordet wurde, suchen die Kommisare nicht umgehend das eigentlich gemeinte Opfer auf, sondern ergehen sich in Fachsimpeleien über Anti-Grippe-Mittel.
    – In einem schwer bewachten Haus können die Killer alle Wachpersonen problemlos töten – die eigentlich gemeinte Familie des Deserteurs kommt aber ungeschoren davon.
    – Es wird mit Mutter und Kind der Kinderarzt aufgesucht, statt einen zuverlässigen Mediziner in das Versteck kommen zu lassen.
    – Die Kommissare stürmen (wie leider so oft im Tatort) zu zweit die Stammkneipe der Killer anstatt Verstärkung herbeizuholen; bei dem anschließenden MP-Geballer wird ihnen allerdings kein Härchen gekrümmt.
    – Nach der finalen Krankenhausszene wird die Familie des Deserteurs unbewacht im Krankenhauszimmer zurück gelassen, obwohl klar ist, dass sich noch diverse Mitglieder der Killer-Einheit in Wien aufhalten.

    Wer einigermaßen mit der Geschichte der Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien vertraut ist, dürfte beim Anblick des rauschebärtigen Kinderarztes ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt haben – Radovan Karadžić lässt grüßen!

    Die Entlarvung des Oberschurken war daher keine große Überraschung mehr.


  • Hasso • am 6.2.12 um 9:06 Uhr

    Ich bin verwirrt – nun ist auch mein alter Kommentar plötzlich wieder da!


  • Miss Adele • am 6.2.12 um 10:14 Uhr

    Das war für mich der perfekte Tatort.
    Klasse Timing, tolle Story hinter die man gestiegen ist und dennoch immer Spannung, Spannung, Spannung. Bis zur allerletzten Sekunde, selbst als die Kommissare schon heiter im Wagen saßen.
    Hier hat einfach alles gestimmt.
    Bibi Fellner tut soo gut, etwas besseres hätte Eisner nicht passieren können!
    Auch wenn ich über das Ende erst etwas verdutzt war, finde ich jetzt, dass es hier kein besseres hätte geben können! Unbedingt ansehen und mitreden!

    @Frank:
    Hatte mich natürlich über den Namen des Doktor gewundert, aber wie’s so ist keinen Verdacht geschöpft..(;


  • brikani • am 6.2.12 um 14:38 Uhr

    Wie fandet ihr denn das Ende? Ich persönlich mag es nicht, wenn man nicht 100%ig weiß, was passiert. Warum hat man diesen Schluß gewählt?


  • Tatort Fan • am 6.2.12 um 18:52 Uhr

    Ein sehr empfindliches Thema. Großes Lob an die gesamte Tatort Manschaft. Es wurde uns ein kleiner Einblick in die große Folgen des Balkan Krieges (1992-1995) gewährt.
    Vielen Dank.


  • sherlogg • am 7.2.12 um 13:13 Uhr

    >Hatte mich natürlich über den Namen des Doktor gewundert, aber wie’s so ist keinen Verdacht geschöpft.
    Dabei hatte sogar seine Vorzimmerpalme einen Namen auf -ic. :-)


  • Monika Gaßner • am 7.2.12 um 17:34 Uhr

    Kann mir jemand sagen, welches klassische Stück bei diesem Tatort immer wieder vorkam? Ich rätsle schon dauernd vergeblich… danke!


  • Monika Gaßner • am 8.2.12 um 10:43 Uhr

    Ich habs selber gefunden – Schumann ; Kinderszenen, “ Von fremden Ländern und Menschen“
    Viel Spaß damit, falls es noch jemand sucht!


  • Thomas • am 9.3.14 um 21:50 Uhr

    Wahnsinn, dieser Tatort. Ich habe ihn mir sogar zweimal angesehen. Super, dass das Thema Kriegsverbrechen auch mal aufgegriffen wurde. Und das auch noch mit nem Spitzenteam. 5 Sterne.


  • Peterlini • am 16.3.14 um 17:51 Uhr

    wie immer: die weaner sind die besten!!! wenn nur mehr folgen aus wien kämen …


  • Malitz • am 14.12.14 um 1:17 Uhr

    Spannender und unterhaltsamer Tatort, trotz diverser Mäkel.


  • Frau Motzki • am 13.1.15 um 20:59 Uhr

    Für mich einer der besten und packensden Tatorte, die in den letzten Jahren gesendet wurden. Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ist eine absolute Bereicherung. Da kann die Botox-Schnute aus Leipzig nicht mithalten. Insgesamt geben die Wiener Tatorte Grund zur Hoffnung.
    Außerdem mag ich den Dialekt. Mundart sollte in jedem Tatort eine große Rolle spielen. Schade, daß das bei einigen deutschen Tatorten (z.B. Lannert und Bootz) nicht mehr der Fall ist.


  • Dirk • am 17.4.16 um 7:01 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 827 aus Wien. Die österreichischen Sonderermittler Eisner und Fellner treten einer politisch motivierten Attentatswelle entgegen, welche eine enorme Menge an Leben kostet, bis sie letztlich aufgehalten werden kann. Auslöser ist die Flucht eines serbischen Deserteurs, voll in den damaligen Balkankrieg involviert und mit einem dick geführten Tagebuch ausgestattet, nach Österreich. Es entwickelt sich ein Tatort-Thriller der mich gesehen hat. Kein üblicher „Kintopp-Action-Baller-Film“ sondern ein schon an der Realitätsgrenze gelegener „Topp-Gun“, wenn auch auf einen 90-Minuten-Spielfilm reduziert und in Wirklichkeit sicherlich mit anderem Personal und anderen Gerätschaften durchgeführt. Dennoch, ein spannender und sehenswerter Spielfilm über kriegsverbrecherische Organisationen und ihre lange (schwarze) Hand bis in die westlichen Demokratien hinein. Diesen Tatort sehe ich mir auch in Wiederholung immer einmal wieder an.


  • Doris • am 18.4.16 um 12:52 Uhr

    Nojo, kann ich als Wienerin da nur sagen, is ja urgfährlich bei uns!
    Obwohl ich zugeben muss, dass das Thema nicht schlecht gewählt war,
    Aber so dumm ist die Kobra nicht, dass ihnen der Kinderarzt nicht aufgefallen wäre … und der Schluss ist kryptisch, der Mirko ist doch mit allen Wassern gewaschen und hätte sich denken können, dass die ihm bis ins Spital nachrennen … und die Polizei in so einem Fall abgezogen wird ist ja auch mehr als unwahrscheinlich…


  • Norbert • am 18.4.16 um 23:50 Uhr

    Welch eine gute Folge aus Wien! So stellt man das Thema Kriegsverbrecher und Jugoslawien angemessen dar, auch wenn der Bodycount schon ein wenig hoch war. Ganz großes Kino.


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