Tatort Folge 830: Scherbenhaufen



  1 Meinung
Tatort Folge 830: Scherbenhaufen 5 1

Die Wahl des Tatorts erscheint in der Folge „Scherbenhaufen“ geradezu ironisch: Ausgerechnet auf einem Friedhof entgeht der erfolgreiche Stuttgarter Porzellanfabrikant Otto Imberger nur knapp einem Mordanschlag. Dem Zufall sei Dank streift ihn die todbringende Gewehrkugel lediglich, sein Chauffeur Marco Hummel stirbt jedoch noch am Tatort.

Tatort Scherbenhaufen – Trailer

 
Die beiden Hauptkommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) werden in ihrem zehnten gemeinsamen Fall „Scherbenhaufen“ mit der Aufklärung des Mordes beauftragt. Und wie der Titel des Tatorts bereits andeutet, wird in dieser Folge viel Porzellan zerschlagen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn:

Lannert erfährt von der Witwe des getöteten Angestellten von Imberger, dass in der Familie des wohlhabenden Unternehmers ein Streit über die zukünftige Ausrichtung der Produktionspolitik tobt. Die beiden Söhne des Firmenchefs, Gerald und Lukas Imberger, vertreten gegensätzliche Positionen. Während der ältere Bruder Gerald auf die traditionelle Linie des Unternehmens setzt, will Lukas die Herstellung des Porzellans auslagern und sich fortan auf die Produktion technischer Keramik konzentrieren. Der Machtkampf um die Entscheidungsgewalt macht die beiden Söhne zu Verdächtigen im Fall „Scherbenhaufen“. – Wollte einer von ihnen den Vater ermorden oder ermorden lassen? Als die Kripo feststellt, dass gleich mehrere Jagdwaffen auf die Familie Imberger zugelassen sind, verdichtet sich der Verdacht. Schließlich hat der unbekannte Täter mit einem Gewehr auf Otto Imberger geschossen.

Die beiden Kommissare Lannert und Bootz beschließen, die Ermittlungen im Mordfall von zwei Seiten anzugehen: Sebastian Bootz untersucht das familiäre Umfeld undercover, um zum einen den Patriarchen Otto Imberger vor weiteren Anschlägen zu schützen und zum anderen die Spannungen der Söhne näher zu durchleuchten; Thorsten Lannert untersucht derweil das Umfeld der Porzellanfabrik.

Schnell macht sich der ehemalige Produktionsleiter Rudolf Bischoff verdächtig: im Gespräch mit Lannert wird klar, dass er über seine Kündigung aus dem Unternehmen nicht hinweg kommt. Wollte Bischoff aus Rache morden? Währenddessen stellt Bootz bei seinen verdeckten Ermittlungen innerhalb der Familie Imberger fest, dass Lukas und Gerald nicht nur um die Ausrichtung der Firma, sondern auch um ihre persönliche Zukunft kämpfen. Die Ursache des Konflikts liegt dabei schon Jahre zurück…

 
Nachdem der Tatort „Scherbenhaufen“ am 4. März 2012 erstmals im Sonntagabendprogramm der ARD ausgestrahlt worden war, wurden gemischte Stimmen zur Folge laut: die positive Kritik überwog jedoch, besonders gelobt wurde dabei die Darstellung des Konflikts in dem mittelständischen Familienbetrieb der Imbergers. 9,59 Millionen Zuschauer schauten sich die TV-Premiere an.

Übrigens wurden die Szenen, die in der Gartenlaube von Bischoff spielen, im Stuttgarter Weinanbaugebiet Mönchberg (Untertürkheim) gedreht. Darüber hinaus dienten die Städte Stuttgart, Plochingen und Baden-Baden als Kulissen.

Besetzung
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Kriminaltechnikerin Nika Banovic – Miranda Leonhardt
Staatsanwältin Emilia Álvarez – Carolina Vera
Daniel Voigt [Gerichtsmediziner] – Jürgen Hartmann
Julia Bootz – Maja Schöne
Gerald Imberger – Felix Eitner
Otto Imberger – Otto Mellies
Pia Möller – Ulrike C. Tscharre
Lukas Imberger – Ole Puppe
Lars Reichhardt – Christoph Letkowski
Ilse Imberger – Susanne Scholl
Rudolf Bischoff – Bernd Tauber
Silvia Hummel – Henrike von Kuick

Stab
Regie – Johannes Grieser
Drehbuch – Eva Zahn, Volker A. Zahn
Außenrequisite – Andreas Fassonge
Außenrequisite – Christian Bößler
Innenrequisite – Helmut Lippmann
Continuity – Melanie Fronicke
Erster Aufnahmeleiter – Thomas Ruschke
Kamerabühne – Matthias Schnetzer
Kamera – Jürgen Carle
Kostüme/Kostümbild – Anna Schmidbauer
Kameraassistenz – Michael Merkel
Musik/Filmkompositionen – Jens Langbein
Oberbeleuchter – Gerd Walter
Location Scout – Pamela Schmidt
Produzent – Sabine Tettenborn
Produzent – Nils Reinhardt
Produktionsleitung – Andrea Pfeifer
Schnitt – Sabine Garscha
Set-Aufnahmeleitung – Alexander Haas
Regieassistenz – Beatrice Ullmann
Szenenbild – Joachim Schäfer

Bilder: SWR/Stephanie Schweigert


6 Meinungen zum Tatort Folge 830: Scherbenhaufen

  • Joachim Pense • am 4.3.12 um 22:26 Uhr

    Gut und solide; mir ist nix Peinliches aufgefallen. Der Seniorchef zeigt am Schluss tragisches Gewissen – gehört wohl dazu, zu Senioren ist man nett.


  • Gudrun Eussner • am 5.3.12 um 0:04 Uhr

    Ich bin ebenfalls angenehm überrascht. Der Tatort wollte weder erziehen, noch Tagesprobleme unterjubeln, noch wurden den Kommissaren von irgendwelchen internen Kontrollinstanzen Knüppel zwischen die Beine geworfen à la Leitmayr, wo dann alles in Inzucht untergeht, sondern das war einfach ein gut gemachter Tatort. Danke dafür!


  • Miss Adele • am 5.3.12 um 20:36 Uhr

    Gute, vollkommen durchschnittliche Sonntag-Abend Unterhaltung.
    Hatte von den Stuttgartern ein Format dieser Größenordnung erwartet.

    Dennoch bin ich immer wieder gestolpert.
    Die Sache mit dem Auto von diesem IT-Menschen war sowas von offensichtlich und abgeklappert.
    Jeder Vollidiot merkt, dass da was nicht stimmt.
    Und zu Boots Urlaub. Wenn ich mit meiner Familie Wandern in Südtirol plane, will ich das doch auch machen und keine 3 Wochen all inklusive Kanaren.
    Oder sollte man das dankend annehmen?


  • Gudrun Eussner • am 5.3.12 um 21:38 Uhr

    Für “vollkommen durchschnittliche Sonntag-Abend Unterhaltung” bin ich der ARD heuer schon dankbar. Die TO der letzten zehn Jahre finde ich mit einigen Ausnahmen derartig daneben, daß ich grundsätzlich keine neuen TO mehr schaue. Dieser war eine Ausnahme, weil ich von den Ermittlern noch nie etwas gesehen hatte. Sicher, da waren einige Macken und Unstimmigkeiten drin, aber insgesamt war der TO in Ordnung.
    Ich nehme das tatsächlich, vor allem, wenn ich nach getaner Arbeit gern das Gutes im Ferni hätte, dankend an. Ich bin halt bescheiden!


  • Sas • am 6.3.12 um 18:39 Uhr

    Den Fabrikanten, gespielt von Otto Mellies, fand ich sehr überzeugend und vielseitig. Auch seine Frau, gespielt von Susanne Scholl, ist mir sehr positiv aufgefallen. Zwischendurch habe ich sie sogar kurz verdächtigt, wegen ihres vielsagenden Blicks nach der Begrüßung ihres Mannes.


  • Marie • am 30.5.12 um 12:49 Uhr

    Sehr überzeugender Tatort ohne unrealistische Handlungen oder Reaktionen, hat mir persönlich gut gefallen, außerdem ist der Täter nicht all zu schnell zu identifizieren (mir persönlich ging es jedenfalls so).


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5

Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv