Tatort Folge 999: Borowski und das verlorene Mädchen



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Kurz vor dem runden 1.000 Tatort-Jubiläum – Erstausstrahlungstermin der Folge „Taxi nach Leipzig“ ist am 13. November 2016 -, in dem die Kommissare Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg) eine gemeinsame Schreckensfahrt in den Osten der Republik erleben, löst eben jener Borowski noch fix einen berührenden Fall mit Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli). Darin bezichtigt eine 17-jährige Kieler Schülerin ihren Bruder des Mordes. Warum, bleibt vorerst unklar.

Die TV-Premiere der 999. Tatort-Episode „Borowski und das verlorene Mädchen“ ist für Sonntag, den 6. November 2016 um 20.15 Uhr im Ersten angesetzt. Als Gaststar ist in diesem Fall der international renommierte Darsteller Jürgen Prochnow („Das Boot“) in einer Nebenrolle zu sehen.

Inhalt der Tatort-Folge „Borowski und das verlorene Mädchen“

Warum tut Julia Heidhäuser das?
Die Jugendliche, eindringlich gespielt vom Nachwuchsstar Mala Emde (Doku-Drama „Meine Tochter Anne Frank“, Tatort-Folge 826 „Schmuggler“), ist außer sich. Aufgeregt informiert sie über ihr Mobiltelefon die Polizei, sie solle sofort in die Wohnung ihres Bruders Nils und dessen Familie kommen. Die beiden Kieler Kriminalbeamten Borowski und Brandt werden über den Notruf im Fall „Borowski und das Mädchen“ informiert. Dabei ist im Morddezernat gerade die Hölle los, denn in den Räumlichkeiten der Polizei sollen nun Flüchtlinge Obdach finden. Umbauten werden von Beamten vorgenommen, die Hilfesuchenden verteilt und versorgt.

In der besagten Wohnung angekommen, finden Hauptkommissar Klaus Borowski und seine junge Kollegin Sarah Brandt ein Mädchen vor, keine achtzehn Jahre alt, das ein schreiendes Baby auf dem Arm trägt und tröstet. Ob sie Maria Bräuer sei, fragt die Kripo das Mädchen. Julia antwortet sparsam, doch was sie sagt, verwirrt die norddeutschen Ermittler im NDR-Tatort: ihre Mitschüler Maria sei ermordet worden. Der Täter sei ihr eigener Bruder! Die blutigen Male an Julias Handgelenken fallen der besorgten Fahnderin Sarah Brandt gleich auf. Über deren Herkunft schweigt sich Julia noch aus.

Tatsächlich ist Maria Bräuer telefonisch nicht zu erreichen und scheint verschwunden. Bei ihrer Vernehmung sagt Julia aus, sie habe vor Marias Verschwinden mit ihr telefoniert. Die hatte einen Streit mit ihrem Freund, Julias Bruder, gehabt. Er sei es auch gewesen, der Julia im Zorn gefesselt habe, damit er ohne Störung mit Maria sprechen konnte. Borowski tut die Geschichte als harmlosen Streit zwischen Geschwistern ab, und hält Julias Beschuldigungen ihres Bruders für Nonsens.

Die Kommissare der Kripo Kiel staunen, als am nächsten Morgen eine weibliche Leiche aus der Förde gefischt wird. Der Leichnam ist stark verstümmelt; der Rechtsmediziner mutmaßt am Fundort, dass Schiffsschrauben für die Verletzungen post humen verantwortlich sein könnten. Als Marias Nachbarin die Identität der bislang unbekannten Toten aufgrund eines Tattoos am Beckenknochen bestätigt, steht fest: Es handelt sich um die vermisste Mitschülerin Julias. Maria ist also tatsächlich tot. Doch wurde sie ermordet? Bis dato steht die Todesursache im Kieler Tatort „Borowski und das verlorene Mädchen“ nicht fest.

Als die norddeutschen Ermittler Borowski und Brandt erfahren, dass das Mädchen Julia heimlich zum Islam konvertiert ist, erscheint der Fall in neuem Licht. Julias Mutter ist besorgt und eckt mit den neuen religiös motivierten Überzeugungen ihrer Tochter an. Die beginnt sich zu verschleiern – auf der Straße, in der Schule wird Julia deshalb angefeindet. Halt gibt ihr ihre beste Freundin Amina, ebenfalls Muslime, die sie auch in die örtliche Moschee und die islamische Gemeinde einführt. In Aminas Wohnung findet die sich missverstanden und allein fühlende Julia Unterschlupf und Verständnis. Dass die 17-jährige Julia über Internettelefonie regelmäßig Kontakt zu einem IS-Anhänger in Syrien hat, weiß nur Amina. Sogar seinen Heiratsplänen gegenüber ist Julia aufgeschlossen, obwohl sich die beiden jungen Menschen niemals in ihrem Leben persönlich begegnet sind.

Klaus Borowski und Sarah Brandt finden Hinweise, dass der beschuldigte Nils Heidhäuser mit dem Mord in Verbindung stehen könnte. Bei seinem Verhör reagiert der allerdings geschockt, als von einem gewaltsamen Tod seiner Freundin die Rede ist. Ist Julias Bruder bloß ein guter Schauspieler? Die Tatsache, dass eine junge Frau ihren eigenen Bruder trotz fehlender Beweise bei der Polizei anzeigt, ist den Kommissaren noch immer ein Rätsel. Das Puzzle will nicht so recht zusammenpassen.

Mit Interesse verfolgt Hauptkommissar Borowski während des Rätselratens die Anwesenheit von Kersting, einem alten Bekannten der Staatsschutz-Abteilung des LKA. Der taucht unverhofft im Morddezernat auf. Was hat Kersting bloß mit dem Fall „Borowski und das verlorene Mädchen“ zu tun?
 

Ein ehemaliger Star aus dem Filmklassiker „Das Boot“, ein Wolfgang Petersen-Film aus dem Jahr 1981, trat bereits vor 45 Jahren erstmals im Tatort auf: Jürgen Prochnow spielte in „Jagdrevier“ die Rolle des Dieter Brodschella, ein flüchtiger Gefängnisinsasse. Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) sollte den Gangster 1973 wieder hinter Gittern bringen. Im neuen Kieler Tatort mit Borowski und Brandt als leitende Ermittler verkörpert Prochnow den Leiter des Staatsschutzes. Kersting und Borowski scheinen sich aus früheren Zeiten zu kennen – doch über den Weg trauen sie sich nicht.

Warum Prochnow nach so vielen Jahren aus Los Angeles in den Norden Deutschlands zurückkehrte, um einen Tatort zu drehen? „Ich habe das Drehbuch gelesen und fand das Thema so interessant und aktuell. Das hat mich gereizt“, erklärte der internationale Schauspieler dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ) gegenüber in einem Interview.

Die tragende Rolle der sinnsuchenden Julia Heidhäuser spielt Marla Emde, eine mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete, noch sehr junge Schauspielerin. Die Nachwuchs-Darstellerin wusste bereits in dem Drama „Meine Tochter Anne Frank“ aus dem Jahr 2014 zu überzeugen. Der damalige Regisseur des Films war Raymond Ley – wie auch im Tatort „Borowski und das verlorene Mädchen“.

Die Dauer der Dreharbeiten zum Kieler Tatort betrug etwa vier Wochen vom 6. April bis 4. Mai 2016. Der Schauspieler Axel Milberg, der der Figur des Kommissars Borowski Leben einhaucht, freute sich über zwölf Drehtage in Kiel. Milberg ist es nach eigener Aussage wichtig, dass möglichst viele Bilder der Landeshauptstadt gezeigt werden. Die Kieler Marinetechnikschule sowie die dort vorzufindende Flüchtlingsunterkunft dienten als Kulissen. Seit Oktober 2015 leben dort rund 300 Flüchtlinge – sie wurden in den Plot des Tatorts kurzerhand integriert.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (36 J. | Kinoliebhaberin)

Dieser Kieler Tatort-Beitrag bekommt von mir 2 von 5 Sternen. Die junge Mala Emde spielt sehr eindringlich, doch konnte mich die Geschichte nicht mitreißen.

Gerald (36 J. | IT-Nerd)

Ein durchschnittlicher Tatort aus dem Norden mit einem politisch brisanten Thema. Recht gut aufgearbeitet, allerdings nicht sonderlich spannend für einen Krimi. Kann man einschalten.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Klaus Borowski – Axel Milberg
Kommissarin Sarah Brandt – Sibel Kekilli
Julia Heidhäuser – Mala Emde
Kersting – Jürgen Prochnow
Roland Schladitz – Thomas Kügel
Amina Jaschar – Sithembile Menck
Imam Abu Abdullah – Ferhat Keskin
Hasim Mahdi – Dogan Padar
außerdem Franziska Brandmeier, Hannah Schröder, Patrycia Ziolkowska,
Anja Antonowicz, Felix Zimmer, Sven Schelker
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Charlotte I. Pehlivani
Buchnachbearbeitung – Hannah und Raymond Ley
Regie – Raymond Ley
Kamera – Philipp Kirsamer
Ton – Torsten Többen
Musik – Hans Peter Ströer

Bilder-Galerie zum Krimi aus Kiel


43 Meinungen zum Tatort Folge 999: Borowski und das verlorene Mädchen

  • alter Fan • am 30.10.16 um 22:34 Uhr

    null Sterne und TO Boykott sollte der TO angesichts der vermummten Frauen schon wieder für “ wir schaffen das “ herhalten müssen –
    ich bin ausgesprochener Krimi Fan und Borowski ( war ? ) einer meiner Lieblingskommisare .


  • Gottlieb • am 6.11.16 um 10:29 Uhr

    Offenbar Agitprop-Kino als Teil einer seit 2015 laufenden Kampagne. Solche ideologischen Kampagnen, gleichzeitig auf allen Ebenen und von allen Seiten der gleichgeschalteten Öffentlichkeit, gab es auch in der „DDR“. Sie sind Kennzeichen eines Vielfalt ausschließenden, Abweichungen verpönenden totalitären Systems. In diese Richtung geht es wohl bei uns, auch wenn hier dazu keine Einheitspartei nötig ist.


  • Kurt • am 6.11.16 um 13:53 Uhr

    Ich schaue diese sinnfreien Tatort nicht mehr. Im Anschluss noch Anne Will mit einer Diskussionsrunde. Angesichts dieses verschleudern von der Zwangsabgabe Rundfunkgebühr hoffe ich das die Bürger sich mal wehren und in Massenboykott treten. Wofür bekommen die öffentlich Rechtlichen überhaupt noch Geld? Sollen sich das wie die Privaten verschaffen, mit dem Unterschied das die Werbepausen bei den ö.R. eher als spannende Abwechslung betrachtet werden.


  • anjuli • am 6.11.16 um 17:08 Uhr

    Vielleicht solltet ihr einfach mal KUCKEN, bevor ihr hier so ne miese Stimmung verbreitet!


  • Wolfgang • am 6.11.16 um 20:48 Uhr

    Warum gibt es eigentlich h keinen TO mehr, wo es böse Buben gibt, die Geld oder Diamanten klauen und Kommissare, die diese bösen Buben fangen.
    Ich möchte nicht mehr den erhobenen Zeigefinger oder die Belehrungen der TO-Macher sehen und auch keine Versuche der Selbstfindung einiger Regiesseure sondern einfach nur Krimi!
    Aber das geht heute vermutlich nicht mehr!?


  • Leopold zimmermann • am 6.11.16 um 20:55 Uhr

    Ich boykottiere diesen Tatort sehe eigentlich gern Tatort und mit borowski erst recht aber diese islamscheisse möchte ich nicht mehr sehen wir hören von dieser fehlerhaften Politik genug und wenn ich abends abschalten möchte dann einen guten krimi und nicht wir schaffen das und vermumte Frauen die gibt es in meinen land nicht


  • DeSteve • am 6.11.16 um 21:24 Uhr

    Geschaut, gelangweilt.
    Nie wieder Borowski


  • Eric668 • am 6.11.16 um 21:26 Uhr

    …ich dachte immer, das lesbische Fummeleien im Islam Sünde sind. Ansonsten ein sehr sehr schwacher und emotional in nichts ansprechender TO


  • Monika Wollitz • am 6.11.16 um 21:27 Uhr

    Ich bin entsetzt, so einen Tatort habe ich noch nie gesehen. Werden wir hier bekehrt oder was? Es ist unglaublich, so was den Leuten vorzuführen und dafür muss man noch bezahlen. Wie tief sind wir gesunken


  • Peter • am 6.11.16 um 21:34 Uhr

    miserable Vertonung, wie mittlerweile in fast allen tatorten. Handlung schwach


  • MM223 • am 6.11.16 um 21:46 Uhr

    Bisher standen die Borowski Tatorte immer für anspruchsvolle spannende Unterhaltung. Es waren immer gute Sonntagskrimis. Mit einem Krimi hatte das heute wenig gemein. Das lief eher unter der Kategorie Agitation und Propaganda. Grotten langweilig. Und am Ende gibt es wieder einen Selbstmord. Diesmal im Norden nicht in Sachsen…


  • Saschag • am 6.11.16 um 21:49 Uhr

    Thema interessant. Die Schauspieler sind prima, aber wer schreibt so ein schlechtes Drehbuch?


  • DerWeihnachtsmann • am 6.11.16 um 21:58 Uhr

    @Gottlieb sie täuschen sich auch in der BRD gibt es die sogenannte Einheitspartei KED(Kapitalistische Einheitspartei Deutschlands) darunter fallen CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE/DIELINKE-Partei – Mal sitzen sie als Regierungsdarsteller auf der erhöhten Front, dann mal wieder als Oppositionsstatisten auf den einfachen Sesseln der gegenüberliegenden Seite. Aber so richtig raus fliegt irgendwie keiner. Fällt das eigentlich niemandem auf? Das aus meiner Sicht verrückte ist, dass die Darsteller der einzelnen KED-Abteilungen (die man zur Verschleierung wieder „Partei“ nennt) selbst oft nicht erkennen, dass sie alle in einem Verbund arbeiten, der zurzeit Kapitalismus genannt wird. Das ist übrigens die Gegenseite der Sozialismus-Medaille.


  • Fading_Light • am 6.11.16 um 22:01 Uhr

    Ich fand den Tatort spannend bis zum Schluss.
    Auch die Interessenkonflikte zwischen den Ermittlern und „höher gestellten Instanzen“ ist zweifelsfrei gut dargestellt worden.
    Die sinnfreien Vorab-„Bewertungen“ hier haben mich allenfalls erheitert.


  • anjuli • am 6.11.16 um 22:08 Uhr

    So. Also ich hab jetzt gekuckt, und ärger mich.
    Schauspieler ok, Story grottenschlecht.
    Wieso packt man sowas in einen Tatort? Dafür gibts doch weis Gott oder Allah oder Jeowah oder Manitou…. oder welcher Name auch immer dafür herhalten muss, genug Plattformen.
    Und immer dieses DIE einen, DIE anderen. Wahlweise gläubig/ungläubig.
    Die eine Seite ist nicht nicht besser als die andere und umgekehrt!
    Es braucht sich echt niemand mehr wundern, dass alles zum Teufel geht!
    Ich will Faber!


  • SchwedenBert • am 6.11.16 um 22:13 Uhr

    Ein sehr guter Tatort !
    So wohl vom Drehbuch, Regie und Schauspieler.
    Natürlich wurde versucht in gewisse Richtungen zu steuern.

    Nun zum Thema …….
    wer IS Begeistert ist und das Islamist sein Total Toll finden ….. sollten mal unter youtube die Begriffe : Scharia, Tortur eingeben ( leider mit Altersnachweis ) und schauen, was Radikale Islamisten so treiben.
    Aber treiben alle Idealisten nicht ihre Herde von Schafen vor sich hin, mit Versprechen die diese nicht halten können ? Da schließe ich Deutsche Politik, Islamisten und auch Diktatoren Weltweit ein. Wer da selber nicht Stark ist, geht halt unter und Glaubt an Tolle Versprechen.

    Zum Thema Staatsschutz und andere Deutsche Behörden ……
    die schaffen es noch nicht mal, sich die Videos, die ich Oben genannt habe und dann bei Einreisenden mit einer Gesichtserkennung da nicht die Täter feststellen können ?
    Ich kenne selber zwei Leute, die beim Staatsschutz arbeiten. Die sind so was von Luschen ( ohne Lebenserfahrung ), das mir Angst wird, das diese Hampelmänner beliebige Leute in Schwierigkeiten bringen können, die nie etwas verbrochen haben.

    Wenn man mal über den Tatort etwas über den Tellerrand schaut, dann kann man sehr viele Aspekte daraus lesen.

    Eine Meine Meinung von Bert


  • Rudi Gastag • am 6.11.16 um 22:15 Uhr

    Die Story und die Art wie sie umgesetzt wurde ist sicher ungewöhnlich für einen Tatort. Überlapp mit aktuellen politische Themen ist immer problematisch. Aber das war hier eigentlich interessant gemacht, weil ein Geheimdienst mitmischt und damit die Positionen unklar gemacht werden – für die Ermittler. Enttäuschend war aber der Kriminalfall selbst, das war schade. Ansonsten sehr gutes Schauspiel wo immer nach Drehbuch möglich, Frau Emde sehr stark. Vom Schauspiel her mehr als 3 Sterne. Die Figuren Brandt und Borowski ruhten hier aber etwas zu sehr in ihrem (kollegialen) Selbstverständnis, das hat wie ich finde dazu geführt, dass der Milberg an einigen Stellen sehr stereotyp in seiner Rolle war.
    Eigenartigerweise kommen hier auf diesem Forum immer jede Menge negative Bewertungen, bevor die Folge überhaupt gesendet wird. Aber ist ja auch klar, die Verfasser dieser Bewertungen schreiben ja, dass sie die Folge so schlecht finden, dass sie sich die nicht anschauen werden. Da müssen sie ja die Bewertung vorher loswerden.


  • Peter • am 6.11.16 um 22:16 Uhr

    Langweilig , schlechte Storie , nur Stastspropaganda , selten schlechtes Ende . Gibt’s auch null Punkte ?


  • Laju • am 6.11.16 um 22:24 Uhr

    Ein sehr guter tatort, der sich eines hochaktuellen Themas annimmt. Ok, nicht der Krimi, den man eigentlich bei diesem Format erwartet. Aber, warum nicht!? Die Auseinandersetzung mit dem Islam und seines „Missbrauches“ findet sich doch überall, im Großen, wie im Kleinen und gerade auch in der Kriminalität! Wir werden täglich damit konfrontiert und müssen uns damit auseinander setzen, ob wir wollen oder nicht. Deshalb ist es mutig und auch legitim, ja notwendig, diese Problematik auch in einem tatort zu thematisieren. Denn auch in der alltäglichen Polizeiarbeit finden sich Straftaten (grausam und schrecklich, menschenverachtend!) im Namen des Islam, erschreckend, aber leider wahr! Ich denke auch der tatort ist ein legitimes Medium, die Menschen in dieser Hinsicht aufzuklären und zu sensibilisieren! Erschreckend ist für mich, dass gläubige, gutmütige Moslems sich nicht gegen diesen Wahnsinn und die Ausnutzung ihres Glaubens wehren, nicht auf die Strasse gehen, sich nicht distanzieren!? Nicht laut werden und aufschreien!!! Sind sie alle so eingeschüchtert, unter Druck gesetzt, oder feige? Oder ist es ihnen egal???? Oder finden sie es insgeheim gut und richtig??? Sind Moslems gehirngewaschen? Oder sind sie dumm, einfältig und gleichgültig? Warum stehen sie nicht für ihren Glauben ein, verteidigen ihn nicht, erklären nicht, dass er friedlich und liebevoll ist??? Weil er es in Wirklichkeit tatsächlich nicht ist???? Wie kann man dann islamisch glauben????? Weil diese Menschen alle blutrünstige Monster sind???? Da stimmt was nicht………ich bin ratlos und fürchte mich, wie sollen wir Menschen dann miteinander auskommen?


  • Dirk • am 6.11.16 um 22:32 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 999, heute, Erstsendung, ARD, 20:15 h, aus der alten, international besuchten, Marinestadt Kiel. Ein einfühlsames und fast schon mit romantischen Zügen ausgestattetes Polit- und Sozialdrama hält den zuständigen Beamten der norddeutschen Mordkommission, Herr Hauptkommissar Borowski und seine Kollegin, Frau Hauptkommissar Brandt, in Atem, wobei sie auch noch glatt zwei brutale Morde an jungen Frauen aufzuklären haben. Zu sehr nimmt die beiden Mordermittler die jugendliche Fernbeziehung einer zum Islam übergetretenen norddeutschen Schülerin zu ihrem vermeintlichen arabischen „Prinzen“ und mutmaßlichen Weltverbesserer, in Atem, mischen sich in die professionelle Arbeit der vor Ort agierenden Staatsschutzbehörden vehement ein und provozieren somit ein schicksalhaftes Ende dieser zarten und über moderne Kommunikationsmittel betriebenen Romanze. Also, wie man allseits gesehen hat, ticken die Uhren in dieser weltoffenen maritimen Stadt am Rande der Ostsee wohl irgendwie anders. Das war leider nicht der erste Polit-Tatort mit der Film-Figur Borowski, in welchem man einen Hang zum Abschalten entwickeln könnte. Eines der wenigen Highlights in diesem müden Tatort-Fernsehfilm war wohl ein Wiedersehen mit dem Schauspieler, welcher die Film-Person Kersting überzeugend dargestellt hat.


  • Gundolfinchen • am 6.11.16 um 22:45 Uhr

    So wie ich das sehe gibt es Tatort Fans, denen man nicht recht machen kann. Oft wird beklagt, dass die Fälle immer nach dem selben Muster gestrickt sind und keinen Bezug zu aktuellen Themen haben. Aber wehe, wenn Drehbuchautoren und Regisseure mal den Versuch wagen, das zu ändern. Dann wird sofort die Politkeule geschwungen. So wie bei diesem Tatort. Es ist zwar richtig, dass hier bestimmte Ausprägungen des Islamismus als Aufhänger benutzt werden, aber die Handlung ist dann insgesamt doch überraschender und weniger klischeebehaftet als man erwarten mochte. Daher mal 5 Sterne dafür, dass der Versuch unternommen wurde, den Tatort in neue Richtungen zu lenken, auch wenn das vielleicht nicht jedem gefällt, aber die Tatort Fans haben sowieso immer etwas zu meckern. Sicher gab es auch einige Schwächen. Aber besonders gut war die Arbeit der Schauspieler, die offenbar vom Regisseur auch gut geführt wurden, und die Kameraführung.


  • CarstenH • am 7.11.16 um 8:17 Uhr

    Durchschnittlicher TO. Ich finde es gut, wenn aktiuelle politische Themen aufgenommen werden; hier das Thema Radikalisierung. Die Umsetznung war aber sehr mäßig, das Thema Staatsschutz der im Hintergrund agiert mühsam umgesetzt. Die ansonsten sehr guten Schauspieler waren auch irgendwie hölzern.


  • Elke Riedel • am 7.11.16 um 8:53 Uhr

    Schlechter Tatort
    Müssen wir uns das auch noch alles im Fernsehen anschauen, danach diese
    Gespräche über Muslime und ihren Glauben? Der Tatort sollte Themen einbringen Verbrechen ,Gewalt , Einbrüche wo der Staat versagt , Dank
    Merkel werden uns solche Filme und Sendungen über die Medien aufgezwungen. Merkel sagte,,Deutschland wird sich nicht verändern“ aber
    das hat sie schon.
    Elke Riedel


  • thomas • am 7.11.16 um 9:36 Uhr

    Es ist schwer, ein Modell zu entwickeln, an dem sich alle hier versammelten Tatort-Fans gleichermaßen erfreuen. Die niedrige Sterne- oder Punktzahl ist jedoch ungerecht, wenn man bedenkt, wie viele wirklich schwache Tatorte im Ranking höher eingestuft werden.
    Aber der Reihe nach: Der Plot war sehr gut, glaubhaft, und die Langsamkeit, mit der der Stoff entwickelt und ausgebreitet wurde, machte ihn noch realistischer. Wer das nicht aushalten kann, muss fast-food Sendungen schauen. Es gehört zu einem guten Krima, dass ein Stoff, ein Fall, seine Zeit benötigt.
    Erzählt werden tatsächlich zwei Stories, die der grausamen Freundin, die durch einen Mord ausgerechnet durch die schwächste in der Mädchengruppe auf verstörend brutale Weise ausgeblendet wird. Und die des Dschihad, in den junge Menschen abdriften können, wenn sie nicht früh genug anderen Halt bekommen. Der Film, und das ist seine Stärke, urteilt nicht. Er erzählt, mit einer beinahe dokumentarischen Struktur, die unterlegt wird durch die Audio-Erzählung der Tochter, die einen Brief an ihre Mutter „erzählt“. Das ist ein großartiges Stilmittel, hier hervorragend eingesetzt.
    Vor allem Julia (Mala Emde) und auch Amina haben großartig gespielt, bis hinein in die fein erzählte, zärtliche Beziehung der beiden zueinander, ohne die Figuren hier zu denunzieren. Auch der Imam hat glaubhaft gespielt, in seinem Zwitterwesen, hin- und herlavierend, wie sehr er die „Sache“ (die nur angedeutet, nie auserzählt wird) gefährden könnte, und wie sehr er sich am besten mit der Gesellschaft arrangiert, in der er lebt, ohne anzuecken.
    Und dann ist noch die Geschichte des Staatsschutzes, der scheinbar außerhalb der Legalität arbeitet, anwirbt, rekrutiert und abschöpft: Auch dessen Rolle, in der Person des Kersting (stark und subtil: Jürgen Prochnow), wird erzählt, ohne selbst ein Urteil vorzuformulieren. Das zu Fällen, bleibt am Ende Sache des Zuschauers. Waren die Schüsse Julias gerechtfertigt? Was ist mir dem Mord an der Schülerin? Handeln Kersting und seine Organisation gerechtfertigt, oder geht das was sie tun, nicht doch viel zu weit?
    Zuletzt noch zu den beiden Protagonisten: Milberg spielt großartig, zögerlich, in einigen nervenden Punkten nicht übereinstimmend mit Brandt, die diesmal versucht, das Tempo zu forcieren und die Handlung an sich zu reissen. Das sind die störenden Momente in diesem Film, die uns etwas über das Binnenverhältnis der beiden Kommissare erzählen. Aber Kekili hat nicht die schauspielerische Qualität und Präsenz eines Borowski, und es wäre klüger ihn wieder mehr in den Vordergrund zu bringen, seine Stärken, sein analytisches Geschick. Ihn möchten die Zuschauer sehen, mit ihm identifizieren sich viele Zuschauer, ihm vollen sie folgen, seine Gedanken mitlesen.
    Für dieses Missverhältnis gibt es leider einen Stern Abzug. Ansonsten war der Film sehr sehenswert und klug. Es kann nicht immer nur bequem erzählt werden, wie es das Seminar für Drehbuchautoren und das PrimeTime-Publikum verlangen. Die öffentlich rechtlichen Krimi haben das große Glück, auch experimentieren zu können. Das war, vielleicht unbewusst, ungewollt, ein Experiment, ein – alles in allem – sehr gelungenes. Das wird hier viel zu wenig gewürdigt.


  • Frank • am 7.11.16 um 10:25 Uhr

    Zwei Morde und doch kein Krimi: Während der erste Mord en passant geklärt wird, ist der Täter beim zweiten Mord schon im Voraus bekannt. Aber die Kritik an diesem Tatort sollte berücksichtigen, dass man auch aus dem Schatten des klassischen Whodunit heraustreten kann und auch muss. Für Borowski Fans war dieser Tatort ein Genuss. Besonders in der Szene im Auto, in der er versucht die Augen von Julia zu öffnen, zeigt einmal mehr, warum er zu den besten Darstellern im Tatort gehört. Und dann noch der Auftritt von Jürgen Prochnow, ein echter Gewinn, auch wenn man sich mehr Szenen mit ihm gewünscht hätte. Übrigens hat er seine Wahlheimat USA für diesen Tatort verlassen, weil das Thema so aktuell sei. Auch in den Staaten würde man die aktuelle Politik in die Fernsehfilme einfliessen lassen. Hier stösst aber gerade das auf Kritik. Können wir nicht Meinungen in Filmen einfach mal entgegennehmen, müssen wir gleich staatliche Bevormundung fürchten. Wenn es so einfach ist zu manipulieren – wobei in welche Richtung eigentlich -, dann steht es wohl schlimm um die Demokratie. Persönlich sehe ich dann aber eher Gefahren in den dummen Reality Shows der Privatsender. Und man erlaube mir den mahnenden Zeigefinger, so wie hier der Staatsschutz mit dem Thema Verantwortung umgeht, hat der Westen in seiner Gesamtheit Verantwortung für die heutigen Probleme mit der IS, und tappt auch dort nur beleidigt durch das Dunkel. Sehr gute Umsetzung, volle fünf Sterne.


  • Manfred • am 7.11.16 um 12:09 Uhr

    Leider kommen nur noch Tatorte mit Flüchtlingsthematik.
    Es hängt einem zum Hals raus, gibt es nur noch Tote in diesem Milieu oder sollen wir daran gewöhnt werden. Das andere Extrem sind die Schweiger Tatorte, völlig unrealistisch, aber Hauptsache es ballert.


  • eger • am 7.11.16 um 12:32 Uhr

    nach 10 Min ausgeschaltet. Gründe:
    dilettantissche Regie mit Wackel-Hand-Kamera, auf die schnelle gedrehter Film, schlechter Schnitt. Dazu Borowski mit einem albernen Drei-Tage-Bart.
    Die Kieler gehörten zu den wenig verbliebenen Tatortsendung, die wir uns gerne ansahen. Dieser Film nicht!


  • Renate Wonters • am 7.11.16 um 14:09 Uhr

    Es ist schade dass einige Kommentatoren beim Islam/Islamismus Thema sofort die Tür zumachen und der Episode deswegen, also aus politischen Gründen, eine schlechte Wertung geben. Kriminalfälle, bei denen Islamismus mitspielt, sind dabei heutzutage doch gar nicht selten. Und die Handlung hat zwar deutliche Schwächen, aber vermeidet wenigstens das Bedienen üblicher Vorurteile von allen politischen Seiten, und bleibt bis zum Ende unvorhersehbar und durchaus spannend. Ich kann nicht die Kritik nachvollziehen, die Episode wäre langweilig gewesen. Allerdings kann ich im Gegensatz zu einigen Kommentatoren auch nicht finden, dass Milberg in dieser Episode „überragend“ war. Im Gegenteil, der wirkte auf mich ziemlich amtsmüde. Anscheinend hat ihm das Skript nicht gefallen. Kekilli war besser und präsenter in dieser Episode, das Skript kam ihrer Figur etwas mehr entgegen. Nicht zuletzt mit einer Verbindung zur persönlichen Realität, wo ihre Figur die von Frau Emde herausragend gespielte Hauptfigur Julia fragt, warum sie sich denn in eine gewaltbeherrschte Männerwelt begeben will, in der eine Frau nichts zählt. Im Grunde war das, und ist das die entscheidende Frage. Diese Szene hätte etwas stärkeren Raum einnehmen dürfen. Wenn man dann schon mal zwei so starke Schauspielerinnen am set hat.


  • Dieter2251 • am 7.11.16 um 14:41 Uhr

    Leider enttäuschte mich dieser Tatort auch wieder einmal – wie so viele andere der letzten Zeit …. Zuviel Politik im Vordergrund und die „Tat“ als solche nur noch am Rande .
    Ich hoffe die Tatorte Münster und Köln bleiben von sowas verschont – ansonsten werde ich doch den Sonntagabend demnächst anders verplanen ..


  • thomas • am 7.11.16 um 14:58 Uhr

    Sorry, eger, da muss ich mich noch mal kurz einschalten: Hand-Kamera wurde doch offensichtlich nur für die Szenen Julias verwendet, in denen sie ihren Brief an die Mutter schreibt, mit modernen Mitteln – und damit alle es verstehen, eben mit dem künstlerischen Mittel der Handkamera; damit es sich nicht nur von der Sprache, sondern auch stilistisch unterscheidet.
    Und Axel Milbergs Bart sieht einfach grandios aus. Er hat etwas ganz verführerisches, und zeigt zugleich die Abgebrühtheit eines Mannes, der bereits alles gesehen hat. Lassen Sie ihn dran commissionerBorowski.
    Das ist coolness pur!
    Die letzte Szene ist übrigens grandios erzählt und gefilmt.


  • Monika • am 7.11.16 um 16:37 Uhr

    Ich kann mich dem Kommentar von Thomas in allen Punkten anschließen. Wenn ich sachlich überlege. Wenn. Mein Bauchgefühl sagt was anderes, nämlich dass mich das Thema verstört und ich an meinem wohlverdienten Feierabend einfach gut unterhalten werden will und mich nicht schon wieder mit dem Thema Islam konfrontiert sehen will. Aber ich muss, wie so viele andere einsehen dass ich eben nicht die Augen zu machen kann und alles ausblenden kann ,was längst Alltag und Realität ist. Und dann denke ich nochmal drüber nach und mir fällt das Lied von Chris de Burgh ein, it’s the classical dialema between the head and the heart, und je nach Stimmung entscheidet man sich im einen Moment für den Kopf und im nächsten für den Bauch. Und wenn beides passt ist es die große Liebe, und die habe ich vielleicht bei drei Tatorten im Jahr.


  • Thorsten • am 7.11.16 um 17:42 Uhr

    Sorry, aber selten musste ich mir solch einen widerwärtigen Blödsinn anschauen. Ich kann den ganzen Scheiss rund um das Thema „Islamismus“ nicht mehr ertragen. Die Handlung war albern, die Dialoge dümmlich bis schwachsinnig. Wo sind die Tatorte, in denen Sonntagabends der Gärtner des Millionärspärchens der Mörder ist???
    Nein, jetzt muss auch noch der Tatort in einer Moschee spielen und uns mit dieser nervigen Thematik quälen.
    Ab sofort Sonntag, 20:15: ZDF-Mediathek, da findet man noch richtige Krimis, so z.B. Kommissar Beck.


  • uli der enterbte • am 7.11.16 um 18:54 Uhr

    Dieser Borowski-Tatort hat alles vermissen lassen,was ich mir von einem Borowski-Krimi erhoffe.
    Bisher hat selbst der schwächste Tatort aus Kiel noch mit irgendeiner Eigenschaft glänzen können.
    Dieser Tatort war extrem langweilig.
    Ihm fehlte jeder Humor und jede Skurrilität. (wie sonst häufig)
    Die Figuren dieses Krimis waren mir schlicht gesagt egal.
    Der sonst so wunderbare Hauptdarsteller blieb blass und lustlos.
    Ich hoffe sehr,daß dies nur ein Ausrutscher war.


  • Hanz W. • am 7.11.16 um 19:21 Uhr

    Brisantes Thema… aber sonst? Eine schon sehr müde, völlig unspannende Handlung. Milberg – ob mit oder ohne Bart spielt keine Rolle – schlurft durch den Film, als dächte er ständig an den Kasten Bier, den er vergessen hat einzukaufen, Frau Kekilli war auch schon deutlich prägnanter und präsenter, und das Autorenteam wollte, mal wieder, ganz sicher einen Film machen… aber einen Tatort ganz sicher nicht.
    Bestens ersichtlich daran, wie lieblos und beliebig – weil es halt sein muss -, der erste Mord aufgelöst wird. Wird halt so eine Göre aus der Schublade gezogen, hätte auch jeder andere sein können, war als Geschichte den Autoren vollkommen wurscht. Dafür dann aber als Stilmittel die endlosen pubertären Reflexionen des Mädels aus dem Off, getarnt als Ansprache an die Mutter, grauenhaft hölzern, dazu ohnehin die Mutter-Tochter-Beziehung zum Fremdschämen schlecht inszeniert, warum Prochnow teilweise so gut weg kommt, erschließt sich mir auch nicht, wie es die wirre Staatsschutz-Story ja auch nur gab, um das erzählerische Wirrwarr zu vergrößern… nun, ich höre lieber auf, sonst überlege ich mir den 2. Stern auch noch.
    Klar überambitioniert und den eigenen Ansprüchen nicht im Ansatz gerecht geworden. Sehr enttäuschend. 1,5 Sterne, nur knapp an der Höchststrafe vorbei.


  • schablun • am 8.11.16 um 1:40 Uhr

    Das Geschehen in der Moschee wirkt irgendwie nicht glaubwürdig. Auch nicht die zufällige Verquickung von Mord im Affekt unter Minderjährigen und Fememord im Ränkespiel dunkler Mächte. Ich habe mich zudem bei einigen Szenen „Ooch nöö jetzt“ sagen hören. Und das bereits in zwei Wortmeldungen zuvor erwähnte „hölzerne“ Agieren habe auch ich bei einigen Figuren im Bettempel als störend empfunden. Okay die Stammbesetzung der Hauptrollen, die auch mal müde wirken dürfen in so einem Job. 3 Sterne dem Film, und 4 dem Thema. Von Letzterem kann man nicht genug serviert bekommen, um es von allen nur erdenklichen Seiten beleuchtet zu kriegen. Der Tatort beschreibt auf seine Weise einen kleinen Aspekt aus einer größeren Realität, die ich mir zwar so nicht gewünscht habe, in der ich aber gezwungen bin zu leben. Um diese Realität besser zu verstehen und um alle Seiten gehört zu haben, ehe ich mir ein Urteil bilde, brauche ich auch einen Krimi, der Orte aufsucht, an denen ich nicht verkehre.
    Weder als Mensch noch als Großstädter kann ich mich den Fragen entziehen, die die momentane Zeit uns stellt. Einen Gartenzaun kenne ich nicht, hinter dem ich schlotternd gaffen oder hasserfüllt die Faust ballen kann. Der Tatort hilft mir bei der Selbstverortung, in Hinblick auf mein politisches und menschliches Selbstverständnis. Das finde ich gut !

    Was mich nervt, das ist ein Teil der Kommentare hier. Wie lange muss ich noch warten, bis endlich diejenigen, die hier immer wieder einfältige Drohungen aussprechen, diese auch wahrmachen und sich aus diesem Forum verabschieden ? Und zwar endgültig, damit hier wieder mehr Platz ist für erbauliche Geistesblitze. Das Niveau rutscht ständig weiter ab. Ich vermute, dass schon viele Ehemalige innerlich abgewunken und sich bis auf Weiteres ausgeloggt haben.
    Und: es ist sowas von desillusionierend, dass diejenigen, die bei Kommentaren zum (politischen) Tatort nicht die äußere Form gewillt sind zu wahren und stattdessen haten, nicht nur nicht in der Lage sind, ihre Gedanken probezulesen, sondern auch noch einen unglaublichen Quark hinsichtlich der Rechtschreibung verzapfen. Wer da eine innere Logik erkennt, ist ein ganz Böser ! Nur, diese Klientel usurpiert alle erdenklichen Foren und bringt den Diskurs derer, denen inhaltlich und formal ein gewisses Niveau notwendig erscheint, in Misskredit. Legastheniker ja!, und auch gerne !, und Kritik ist legitim, und Enttäuschung verständlich, aber es wäre einfach fair, sich rechtzeitig zu überlegen, ob die eigenen Gedanken tauglich sind zur intellektuellen Bereicherung der Mitleser …


  • elfrut • am 8.11.16 um 20:48 Uhr

    Axel Milberg sollte sich rasieren !!
    was soll dieser ekelhafte ungepflegte Auftritt?? dann noch dieser miesgelaunter Gesichtsausdruck…

    schade, dass Sibel mit ihm spielen muss.

    Thema ok.


  • alter Fan • am 8.11.16 um 22:44 Uhr

    „schablun“-kommentar betreffend : mit meinem Vorkommentar hab´ich möglicherweise für einige TO Fans für etwas Wirbel gesorgt – um aber meinen Standpunkt mehr oder weniger tiefgründig zu vertreten – ich besitze einen Gartenzaun ; bin als dumpfbackiger Prolet in einem System aufgewachsen in dem die Staatsmacht ihre Tentakeln in alle Lebensbereiche ausgestreckt hat . Das kann man sich gewiss als “ Nutella Kind “ schlecht vorstellen .
    Wenn wir uns z.B. den technischen Stand der Kommunikationsmittel auf 30 Jahre zurück projeziert vorstellen würden , wäre wohl Erich Mielke der absolute Weltbeherrscher .
    Kurz und gut – ich bin gewissermaßen seit dem “ Taxi nach Leipzig “ ( hab´ich damals schon im Westfernsehen in s/w gesehen ) absoluter TO Fan . Was die Inhalte im Laufe der Jahre anbetrifft ist man von Zeit zu Zeit mal mehr oder weniger begeistert oder enttäuscht worden . Man hat so seine Lieblinge und seine …… Den Tatort , der für meine Begriffe und in seiner Vielseitigkeit so eine Art Fernsehkunstplattform ist , als Propagandamittel ( ich bestehe auf diesen Begriff ) für bestimmte Politrichtungen ( z.B. wir schaffen das ) zu verwenden , ist meiner Ansicht nach absolut nicht der richtige Rahmen .
    Sowas ärgert mich dann noch ganz besonders , wenn auch noch Spitzendarsteller wie Axel Milberg & Team dazu verheizt werden , und man sich als Fan so richtig auf einen geilen Kiel – TO freut . Ich wünsche mir den Tatort nach wie vor als Krimiserie und nicht als Plattform für irgendwelche Politromanzen – Gut daß es da noch die Müncher “ Silberpudel “ gibt Münster und Bremen ; die für mich immer bei Sichtung der GEZ Abbuchung vor Augen – bestes Beruhigunsmittel sind .
    Auch als Gartenzauneigentümer werde ich mich sicher nicht aus dem Diskussionsforum zurückziehen . Mein letztes Erlebnis in puncto Integration : vor einer McD… Filiale in einer Großstadt : vier junge arabisch aussehnde Männer stiegen lautstark mit viel Gehabe aus einer Geländewagenprotzkiste aus und haben diese natürlich unwissend und rein zufällig auch noch auf dem Behindertenparkplatz abgestellt – wird man halt besser gesehen . – Fällt mir dazu noch ein – Den krassesten Spruch , den ich mal in nicht ganz akzentfreiem Deutsch gehört habe war : Du bist doch gar kein Deutscher – Du kommst auch aus DDR oder so – isch bin hier geboren Alter .
    Tja – andere Kulturen .


  • Sven • am 10.11.16 um 1:55 Uhr

    Erst einmal ist zu sagen: Es ist sehr traurig zu lesen wie Leute hier einen Tatort in die Tonne kloppen nur weil sie ihn nicht richtig verstehen und hier stattdessen irgendeinen Müll posten. Geht euch doch bitte woanders austoben.

    Zum Tatort:

    Ich vergebe sagen wir einmal 3,75 Sterne. Die Handlung war zu sehr verstrickt, sodass seine ganzen Facetten nur schwer in eine Folge zu stopfen waren.
    Die Ermittler Borowski und Brandt konnten sich in den von ihnen sonst immer sehr gut gespielten Rollen nicht wirklich entfalten, wodurch das ganze etwas stumpf rüber kam. Die Nebenrollen waren ziemlich schwach besetzt, allen voran die männlichen Muslime. Das in der Gastrolle konvertierende Mädchen wird auch nicht wirklich beleuchtet. Ihre Verwirrung und ihr zerbrechendes Weltbild basieren auf einem wenig überzeugenden Familiendrama. Kleine Lichtblicke gibt es trotzdem: Borowskis rebellisches verhalten gegenüber dem Staatsschutz der in dieser Folge die Personifikation des Bösen übernimmt, Ein kleiner Junge der anti islamische Sprüche auf die eigene Moscheewand kritzelt, sowie ein kriegsflüchtiger Vater der einen Hassprediger in jener Moschee beschuldigt in seinem Land Gräueltaten und Morde verübt zu haben, zur Rede stellt. Auch die Spurensicherung in den Plastikanzügen hat mal wieder vom Humor gut ins Bild gepasst.
    Den Bruder Nils hätte man eigentlich ganz weglassen sollen.
    Insgesamt kann man sagen, der Tatort hätte ein besseres Drehbuch verdient gehabt, stattdessen hat man versucht, das ganze mit emotionsgeladenden Bildern und Musik glattzubügeln.

    Alles in allem aber unterhaltsam, doch im Gegensatz zu Borowskis teilweise brillanten anderen Fällen eher ein Griff ins Klo.


  • MoMi • am 10.11.16 um 10:34 Uhr

    Nach den Ferien gefreut einen TO mit Borowski zu sehen. Borowski und Brandt waren OK. Die Handlung war interessant und die Storys gut umgesetzt. Wenn Kritiker – siehe oben ganz viele – abschalten und den TO nicht gut finden, bzw. zerreissen, haben sie sich nicht die Mühe gegeben die ganze Problematik der Gehirnwäsche bei Jugendlichen Konvertiten zu verstehen. Sie verschliessen einfach die Augen und wissen dann in der Realität auch nicht Bescheid. Der TO war nicht eigentlich ein Krimi per definitionem. Es war eine Story, die schwer zu verstehen war und doch eine super gute Lösung am Ende fand. Ich denke ein Staatsschutz – egal in welchem Land ! – muss so ähnlich mit Undercover etc. arbeiten, um an Hintermänner ranzukommen. Alles in allem ein guter Film mit einer gut umgesetzten Story und guten Darstellern. Borowski war m.E. ein wenig weniger Borowski als in früheren TO’s. Liegt es an der Frau Brandt?
    Freue mich auf einen weiteren Borowski…….


  • Norbert • am 10.11.16 um 17:48 Uhr

    Ich bin nicht scharf auf dieses Thema, aber es bestimmt momentan leider unsere Zeit. Jedenfalls kam es im Film so rüber, dass der Islamismus als brandgefährlich und nicht zu unterschätzend erscheint. Borowski macht öfter den Eindruck einer lähmenden Hilflosigkeit, was ich aber nicht als negativ sehe. Es war kein unterhaltsamer Tatort im üblichen Sinne, bei dem man seelisch „abschalten“ kann. Neutrale drei Sterne.


  • Fundus • am 11.11.16 um 23:37 Uhr

    Vier Sterne gehen in Ordnung, denke ich. Vielleicht etwas zu gut bewertet. Aber keine schlechte Idee, dass der Staatsschutz die Verführung zum Islamismus inszeniert, um Doppelagenten (-innin) einzuschleusen. Borowski war nicht auf dem Niveau wie sonst. Hatte der keine Lust? Oder keinen Plan? Aber was ich hier an dem Forum schon merkwürdig finde: Mal abgesehen von den passiv-aggressiven Kommentaren der Meckerer, die sowieso alles zum K***** finden und ganz besonders, wenn Schauspieler dabei sind, die nicht zum Stamm der Urgermanen gehören und deshalb frühzeitig abgeschaltet haben, sind auch viele Kommentare von Leuten dabei, die offenbar die Folge gesehen haben, aber einige Szenen ganz anders gesehen oder aufgefasst haben als es offensichtlich gemeint war. Also in einer Weise, die in Bezug zum Handlungsverlauf gar keinen Sinn ergibt. Das finde ich schon seltsam. Jemand hat geschrieben, dass der Auftritt von Julias Bruder unnötig war. Aber der ist ein Ekelpaket und offensichtlich kriminell, das war schon sinnvoll zu zeigen um zu verstehen, warum Julia sich überhaupt an die Polizei wendet. Einen kleinen Jungen, der anti-islamische Sprüche an die Moscheewand kritzelt habe ich auch nicht gesehen. Aber das ist wohl wie mit Zeugenaussagen: Einer beschreibt den Verdächtigen als groß und dünn, ein anderer als klein und dick, und ein Dritter als grünhäutig mit Antennen auf dem Kopf. Vielleicht sind die abweichenden Wahrnehmungen beim Zuschauen der Tatort-Reihe themengerecht angemessen. Dann hat die Tatort Serie die Zuschauer, die sie verdient.


  • Martina • am 21.11.16 um 0:20 Uhr

    Dieser Tatort ist total langweilig. Schade, dabei mochte ich Borowski mit am liebsten. Und das Thema nervt einfach. Als wäre es nicht genug, wenn man jeden Tag in den Medien mit dem Thema Islam zugemüllt wird. Auch frage ich mich, wie man geistig so daneben sein kann, wie das Mädel im Film und sich dieser Religion (oder Sekte?) anschließen kann. Irgendwas ist doch da total schief gelaufen….


  • MoistvonLipwik • am 5.5.17 um 16:14 Uhr

    Konnte an die letzten Borowskis nicht heranreichen.
    Die Auflösung war interessant, auch die Beleuchtung des verschiedener Themen: wie kommt es, dass sich junge Menschen dem Fundamentalismus zuwenden. In dem Sinne gelungen.
    Leider enthielt das Drehbuch auch handwerkliche Fehler: wie kann es sein, dass sich die hochgradig vorsichtige Doppelagentin für jeden sichtbar im Foyer des LKA mit ihrem Verbindungsoffizier trifft? Hier musste offensichtlich etwas in die 90 Minuten gepresst werden. Aber sonst durchaus sehenswert.


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