Kurz und knapp – darum geht’s

Ein Sommertag an der Ostsee, ein Badeunfall, wie er leider vorkommt – so scheint es zumindest. Als vor der Küste von Stralsund eine junge Frau zu ertrinken droht, ist ausgerechnet der sonst so unzuverlässige Rettungsschwimmer Heinrich als Erster zur Stelle. Doch für Heike Merten kommt seine Hilfe zu spät. Oberleutnant Jürgen Hübner, der eigentlich schon auf dem Sprung nach Hause ist, mag an ein bloßes Unglück nicht glauben: Die Tote stand zwischen zwei Männern, und beide werfen Fragen auf. Heinrich hat der Polizei verschwiegen, wie nah er Heike stand. Und ihr eifersüchtiger Verlobter Hans Thierbach hielt sich zur Unglückszeit am Strand auf, obwohl er in seinem Büro bei einer wichtigen Besprechung hätte sitzen sollen …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Rettungsschwimmer“

Mit sich selbst hadert der junge Heinrich Lingler ebenso wie mit seinen Vorgesetzten, und wenn sein Dienst als Rettungsschwimmer beginnt, lässt er nicht selten auf sich warten. Ausgerechnet er ist jedoch als Erster im Einsatz, als eines Tages vor der Ostseeküste in Stralsund eine junge Frau in Seenot gerät. Heinrich holt sie aus dem Wasser und bringt sie an Land, doch die Rettung misslingt: Kurz darauf stirbt die Verunglückte im Krankenhaus. Alles deutet zunächst auf einen tragischen Badeunfall hin.

Mit der Untersuchung wird Unterleutnant Daimler betraut. Den ganzen Sommer über hat ihn Oberleutnant Jürgen Hübner bei seiner Arbeit unterstützt, und eigentlich wollte der erfahrene Kriminalist an diesem Tag abreisen. Doch je länger Hübner über den vermeintlichen Unfall nachdenkt, desto weniger passt das Bild zusammen. Statt die Heimreise anzutreten, verschiebt er sie kurzerhand – zu sehr beschäftigt ihn das Gefühl, dass im Polizeiruf 110 „Der Rettungsschwimmer“ hinter dem scheinbar eindeutigen Geschehen etwas anderes steckt.

Bei der Toten handelt es sich um Heike Merten, und ihr Verlobter Hans Thierbach hat keinerlei Zweifel, wer für ihren Tod verantwortlich ist: der Rettungsschwimmer Heinrich. Tatsächlich stellt sich heraus, dass Heike zu beiden Männern gleichzeitig ein Verhältnis hatte. Heinrich war ihr eng verbunden und wollte einen Keil zwischen sie und Hans treiben – gegenüber der Polizei allerdings hat er darüber kein Wort verloren. Aber auch der Verlobte gibt Rätsel auf: Warum war er zum Zeitpunkt des Unglücks am Strand, statt wie vorgesehen an einer wichtigen Besprechung in seinem Büro teilzunehmen?

Licht in Heikes letzte Tage bringt ihre beste Freundin Lilo. Nach ihrer Aussage hatte sich Heike am Vortag ihres Todes von Hans getrennt. Mehr noch: Die junge Frau wollte nach Berlin ziehen, um dort Stoffgestaltung zu studieren, und hatte die Zulassungspapiere gerade erst unterschrieben. Leicht gemacht hat sie sich diese Entscheidung nicht. Der deutlich ältere Hans bot ihr ein behütetes Leben, in dem sie sich jedoch zunehmend eingeengt fühlte. Heinrich dagegen, der in ihrem Alter war, wollte am liebsten Hals über Kopf alles hinter sich lassen, um mit ihr zusammenzuleben.

Die Fronten zwischen den beiden Rivalen verhärten sich weiter, als Hans Thierbach den Rettungsschwimmer aufsucht und ihm offen vorwirft, Heike getötet zu haben. Für Hübner und Daimler wird der Fall im TV-Krimi „Der Rettungsschwimmer“ damit nicht übersichtlicher, denn hinter dem vermeintlichen Unglück tun sich immer neue Fragen auf. War Heikes Tod wirklich nur ein Unfall – oder hat einer der beiden Männer, die sie liebten, mehr damit zu tun, als er zugeben will …

Hinter den Kulissen

Mit „Der Rettungsschwimmer“ erreicht die Krimireihe Polizeiruf 110 ihre 79. Folge. Für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es bereits der 37. Fall; an seiner Seite ermittelt Unterleutnant Daimler (Reiner-Horst Scheibe). Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Rettungsschwimmer Heinrich Lingler (Jörg Hengstler), Heikes Verlobter Hans Thierbach (Günter Wolf), die junge Heike Merten (Heike Schroetter) und ihre Freundin Lilo (Regine Heintze).

Regie führte Lothar Hans, das Drehbuch stammt von Percy Dreger. Produziert wurde der Film vom Fernsehen der DDR, Produktionsleiterin war Helga Lüdde.

Die Dreharbeiten fanden vom 20. Juni bis zum 20. August 1981 statt. Gedreht wurde nicht nur an der Küste – auf der Insel Rügen sowie in Stralsund und Umgebung –, sondern auch in Rathen und Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Krimi eine Zuschauerbeteiligung von 55,1 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Unterleutnant Daimler – Reiner-Horst Scheibe
Heinrich Lingler, Rettungsschwimmer – Jörg Hengstler
Hans Thierbach, Heikes Verlobter – Günter Wolf
Heike Merten – Heike Schroetter
Lilo, Heikes Freundin – Regine Heintze
Vater Merten – Rudolf Christoph
Mutter Merten – Annemarie Ripperger
Rettungsschwimmer – Klaus Gehrke
Jochen, Bootsführer – Jürgen Kaczmarek
Frau Blitz – Dorothea Richter
Pförtner – Günther Lotze
Vater Lingler – Rudolf Donath
Dr. Karow, Gerichtsmediziner – Hannes Walsinger
Arzt im Krankenhaus – Roland Kuchenbuch
Kollegin von Lilo – Angelika Dintinger
Diensthabender – Wolfgang Brumm
Rettungsschwimmerin – Katharina Gulden
Junge Frau – Bianka Sattler
Hauptwachtmeister Scholz – Manfred Schiller
ABV Karl – Heinz Waschke
Rettungsarzt – Karl-Heinz Währ
u. v. a.

Stab

Regie – Lothar Hans
Drehbuch – Percy Dreger
Produktion – Helga Lüdde
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Hans-Jürgen Reinecke
Schnitt – Karola Mittelstädt
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR

Bild HR Fernsehen / Herbert Schulze