Kurz und knapp – darum geht’s
Kaum im Dienst, wartet schon die erste Leiche: Hauptkommissarin Emmy Rathgeber ist die Neue bei der Kripo Nürnberg. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Felix Voss muss sie den Tod des Travestiekünstlers Elias Schaller aufklären: In einem Stundenhotel wurde er mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Zwar sieht zunächst alles nach einem Mord im Rotlichtmilieu aus, doch die Spurenlage ist mehr als schwierig. Ein altes Foto mit einer rätselhaften Notiz führt Rathgeber und Voss schließlich in das fränkische Heimatdorf des Toten. Dort stoßen die Kommissare auf ein düsteres Geheimnis aus Elias’ Vergangenheit, das grundlegende Fragen nach Recht, Moral und Gerechtigkeit aufwirft …
Der Tatort Nürnberg „Gottesgarten“ ist der erste Einsatz für Emilia „Emmy“ Rathgeber (Rosalie Thomass), die zukünftig an der Seite von Felix Voss (Fabian Hinrichs) in Nordbayern ermittelt. Zu sehen ist die Tatort-Folge 1344 am Sonntag, den 25. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten.
Inhalt der Tatort-Folge „Gottesgarten“
„Ich hab’ schon viel von Ihnen gehört.“ – „Aha, was denn?“ – „Nur Dinge, die Ihnen schmeicheln.“ Es ist ein schwieriger Morgen für Kommissar Felix Voss. Eigentlich müsste er in Ruhe seinen Kater auskurieren, schließlich hat er letzte Nacht mit der gesamten Belegschaft in seinen Geburtstag reingefeiert. Doch Ruhe findet der sensible Kriminalist heute nicht, denn kaum hat er den ersten Schluck Tee genommen, steht schon seine neue Kollegin Emilia Rathgeber vor ihm, von allen einschließlich ihr selbst nur „Emmy“ genannt. Berührungsängste scheint die resolute Kommissarin nicht zu haben, immerhin bietet sie Voss nach ihrer kleinen Schmeichelei zum Einstand spontan ihre eigenen Schmerztabletten an – die er jedoch dankend ablehnt.
Hellwach sind die beiden Ermittler hingegen, als sie vor „ihrer“ ersten Leiche stehen: Mit durchgeschnittener Kehle liegt der 30-jährige Elias Schaller im schmucklosen Zimmer eines Stundenhotels. Als Tatwaffe kommt eigentlich nur eine scharfe Klinge infrage, etwa von einem Rasiermesser, doch Derartiges findet sich nicht. Dafür haben die beiden „Spusis“ Schatz und Schmuck alle Hände voll zu tun mit der Sicherung der zahlreichen fremden DNA-Spuren im Hotelzimmer. In den „Eden Apartments“ herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, allein im Tatzeitraum waren fünf verschiedene Männer in der Nähe. Ein Albtraum für Spurensicherung und Kripo im Tatort Nürnberg „Gottesgarten“ – aber auch für die Prostituierte Anyana, die Elias gefunden hat. „Er war ein Engel“, sagt sie über den Toten; offenbar mochte sie ihn sehr. Mehr Auskünfte will die verängstigt wirkende junge Frau nicht geben, nur dieses wichtige Detail noch: Kurz bevor sie die Leiche entdeckt hat, ist ihr ein Kapuzenmann entgegengekommen.
Wer ist der Fremde, den Anyana gesehen hat? Die Videoaufnahmen des Hotels sind keine große Hilfe, also versuchen Voss und Rathgeber zunächst, so viel wie möglich aus dem Leben von Elias Schaller zusammenzutragen: Als „Stella“ war er ein gefragter Travestiekünstler und trat auf zahlreichen Bühnen auf. Die letzte Show hatte er noch am Tatabend, wenige Stunden vor seinem Tod. Doch die zahlreichen Medikamente in seiner Wohnung, dazu Überreste von Alkohol und Drogen in seinem Blut lassen erahnen, dass Elias alles andere als ein glücklicher Mensch gewesen sein muss. Tatsächlich war er in psychiatrischer Behandlung, allerdings verlangt sein Therapeut die Zustimmung der Hinterbliebenen, bevor er Details preisgibt. Und die Hinterbliebenen – das sind in diesem Fall Elias’ Eltern, die immer noch in Markt Klostermain wohnen, seinem Heimatort in der oberfränkischen Region mit dem vieldeutigen Namen „Gottesgarten“.
Während der Vater abweisend auf die Mordermittler im gleichnamigen TV-Krimi reagiert und ihnen klar zu verstehen gibt, dass er den Lebensentwurf seines Sohnes rundheraus ablehnt, ja, ihm sogar selbst die Schuld an seinem Tod gibt, ist die Mutter voller Trauer und Schmerz. Behutsam versucht Emmy Rathgeber, ihr beizustehen und zugleich wichtige Infos zu entlocken. Denn da gibt es dieses eine Foto, das sie in Elias’ Wohnung gefunden haben: Es zeigt den Toten zusammen mit zwei anderen jungen Männern auf einem Felsvorsprung irgendwo hier in der Gegend, die Aufnahme muss mindestens zehn Jahre alt sein. Und auf der Rückseite eine rätselhafte handschriftliche Notiz: „Es ist nicht vorbei.“
Was hat das zu bedeuten? Wer sind die zwei anderen Männer auf dem Foto? Und was genau ist nicht vorbei? Nach einigem Zögern vertraut sich Frau Schaller den Kommissaren im BR-Tatort „Gottesgarten“ an. Und was sie zu sagen hat, wirft ein völlig anderes Licht auf den Fall. Haben es Rathgeber und Voss wirklich mit einem Mord im Rotlichtmilieu zu tun? Oder steckt ein ganz anderes Motiv dahinter – eines, das in Elias’ Vergangenheit zurückführt und grundlegende Fragen von Recht, Moral und Gerechtigkeit aufwirft …
Emmy Rathgeber: Die Neue in Nürnberg
Sie ist „die Neue“ im Franken-Tatort an der Seite von Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs): Kriminalhauptkommissarin Emilia „Emmy“ Rathgeber, gespielt von Rosalie Thomass. Die gebürtige Münchnerin findet, dass ihre Figur „einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und durch ihre persönliche Geschichte eine sehr gute Menschenkenntnis“ besitzt. „Beides macht sie einerseits zu einer guten Polizistin – wobei der Gerechtigkeitssinn und ihre Emotionalität ihr andererseits bei ihrer Arbeit auch mal im Weg stehen können. Das finde ich gut und wichtig, dass auch Herausforderungen und Widerstände in der Figur mit angelegt sind.“
Redakteurin Claudia Luzius vom Bayerischen Rundfunk erklärt, was ihr bei der Entwicklung der neuen Figur wichtig war und warum die Wahl schließlich auf Rosalie Thomass gefallen ist: „Die neue Kommissarin sollte keine Figur sein, die nur eine festgelegte Idee erfüllt. Sie sollte im besten Sinne mit Haltung, Präsenz, Intelligenz, Humor und der konkreten Begegnung mit Fabian Hinrichs alias Felix Voss harmonieren. Als Rosalie Thomass mit ihrem Spielangebot dann mit Fabian Hinrichs im Raum war, war da sofort etwas, das man nicht herstellen kann: eine einzigartige, unschlagbare Energie zwischen den beiden und eine große, nicht wertende Neugier aufeinander. Genau das hat uns fasziniert.“
Vom 2. Juli bis zum 1. August 2025 entstanden die Szenen für den Tatort Franken „Gottesgarten“ in der gleichnamigen oberfränkischen Region sowie in Nürnberg. Im linearen TV ist der BR-Fernsehkrimi erstmals am Sonntag, den 25. Oktober 2026 zu sehen, wie gewohnt um 20:15 Uhr im Ersten. Wer sich in die ARD-Mediathek einloggt, kann bereits ab Freitag, 23. Oktober den Kommissaren beim Ermitteln zusehen.




































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