Kurz und knapp – darum geht’s
Schock für Mila Şahin: Anna Nowak ist tot, ihre Kollegin und enge Freundin, gestorben an einer Überdosis Heroin. Während ihr neuer Chef Iwersen von Suizid ausgeht, ist die Kommissarin fest davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang mit den Prometheus-Morden gibt – und dass Jan Kuper vom Wirtschaftsdezernat in die Sache verstrickt ist. Um die Wahrheit herauszufinden, muss Şahin abseits der offiziellen Dienstwege ermitteln. Dabei helfen tut ihr ausgerechnet Elli Krieger – jene Polizeipsychologin, der Anna kurz vor ihrem Tod ihre Drogenprobleme anvertraut hat. Doch mit ihrem Alleingang gehen Şahin und Krieger ein hohes Risiko ein, denn Kuper ist unberechenbar – und auch die italienische Mafia hat ihre Finger im Spiel …
Der Tatort Kiel „Unter Feinden“ ist der zweite Teil der Doppelfolge zum Start des neuen Ermittlerinnenduos Şahin/Krieger und ist am Sonntag, den 18. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Unter Feinden“
„Wenn Sie die Ermittlungen jetzt einstellen, sind Sie entweder korrupt oder Sie haben Angst!“ Mila Şahin ist außer sich vor Wut. Gerade ist Robert Iwersen zum neuen Leiter der Kieler Mordkommission ernannt worden, und seine erste Amtshandlung besteht ausgerechnet darin, den Fall Prometheus – der für Şahin nun vor allem der „Fall Anna Nowak“ ist – zu den Akten zu legen. Dabei kann und will sie einfach nicht glauben, dass sich ihre Freundin die Überdosis Heroin freiwillig selbst gespritzt hat. Suizid? Nein, das passt nicht zu Anna.
Şahins Gedankenkarussell rast, doch sie muss einen kühlen Kopf bewahren. Den braucht sie, um den Tod ihrer Freundin aufzuklären. Schließlich hat Şahin deshalb sogar auf ihre Beförderung zur Kripoleiterin verzichtet und Iwersen das Feld überlassen, der seine Autorität offenbar nur durch lautstarke Ansagen durchsetzen kann. Damit ist für die Kommissarin im Tatort „Unter Feinden“ jedenfalls klar, dass sie auf dem offiziellen Dienstweg nicht weiterkommt.
Stattdessen lässt sich Mila beurlauben – und bittet ausgerechnet jene Frau um Hilfe, die sie eigentlich am liebsten auf den Mond schießen würde: Polizeipsychologin Elli Krieger, der sich Anna Nowak kurz vor ihrem Tod anvertraut hat. Krieger wusste von Annas Drogensucht, doch statt sie, Mila, zu informieren, Annas einzige Freundin, steckt die unterkühlte Seelendoktorin die brisante Info lieber dem undurchschaubaren Iwersen, der jetzt guten Grund hat, von Selbstmord auszugehen – oder von einem tragischen Unfall: versehentlich eine Überdosis gespritzt, soll vorkommen in der Szene. Dabei hätte Mila Anna doch geholfen, wenn sie von ihren Problemen gewusst hätte, ja, sie hätte alles für sie getan.
Dafür ist es jetzt zu spät, doch Mila Şahin ist fest entschlossen, Annas Mörder zur Strecke zu bringen. Elli Krieger kann ihr dabei hoffentlich helfen, schließlich hat sie als Psychologin ganz andere Möglichkeiten, sich in einen Tatverdächtigen einzufühlen, als es die kriminalistischen Verhörmethoden hergeben. Und Krieger ist ihr ohnehin noch einen Gefallen schuldig, findet Şahin.
Tatsächlich ist der Verdächtige im TV-Krimi „Unter Feinden“ ein richtig harter Brocken: „Jan kommt immer davon“, meint Kurt Fauser, der Ex-Kollege von Jan Kuper, Kommissar im Wirtschaftsdezernat des LKA. Die Ermittlungen gegen die Tech-Firma „Prometheus“ hat er verschleppt, obwohl es Buchungen auf deren Geschäftskonten gibt, die auf Geldwäsche hindeuten. Und auch Anna Nowak hatte etwas herausgefunden: War sie Kuper womöglich zu nah gekommen? Ein kleiner Junge hat ihn jedenfalls zum Tatzeitpunkt in der Nähe der Hütte am Passader See gesehen – dort, wo Anna gestorben ist.
Mila Şahin ist überzeugt, dass das alles zusammenhängt: die Morde an Francesca Polidoro und ihrem Freund Nicki Bender, die Heimlichtuerei der CEOs von Prometheus, deren zahlreiche Kleininvestoren, die merkwürdigerweise alle außerhalb der EU ansässig sind – jetzt der Tod von Anna Nowak. Und alle Fäden laufen bei Jan Kuper zusammen. Oder soll es nur so aussehen?
Während Şahin und Krieger einen Alleingang riskieren, um den zunehmend unberechenbaren Kuper mit ihrem Verdacht zu konfrontieren und die Wahrheit endlich ans Licht zu bringen, kündigt sich im NDR-Tatort „Unter Feinden“ ein weiterer Showdown an: In der Chefetage von Prometheus geht die Angst um, denn ein schwieriger Geschäftspartner wurde durch die Mordfälle aufgeschreckt: Die italienische Mafia sieht ihre Interessen gefährdet – und hat sich auf den Weg nach Kiel gemacht …
Şahin und Krieger: Das neue Team in Kiel
Im ersten Teil hielt sie sich noch im Hintergrund, nun aber rückt sie in den Mittelpunkt des Geschehens: Polizeipsychologin Elli Krieger, gespielt von Karoline Schuch, fühlt zusammen mit Hauptkommissarin Mila Şahin (Almila Bagriacik) dem Tatverdächtigen Jan Kuper (Sven Schelker) auf den Zahn und wird die Kripo Kiel auch zukünftig bei ihren Ermittlungen unterstützen.
Schuch – bekannt für ihre Hauptrollen u. a. in „Katharina Luther“, „Oderbruch“, „Das Geheimnis des Totenwaldes“ und „Die zweite Welle“ – ist selbst studierte Diplompsychologin und konnte sich deshalb gut in ihre neue Rolle hineindenken: „Eine Psychologin zu spielen, die die Möglichkeit mitbringt, eine ganz andere Farbe in die Ermittlungsarbeit zu bringen, hat mich total gereizt. Es ist uns als Team ein großes Anliegen, durch diesen psychologischen Ansatz vielleicht ein gewisses Alleinstellungsmerkmal in der Landschaft der vielen Kriminalfilme zu schaffen.“ In der Zusammenarbeit zwischen Kommissarin und Psychologin sieht sie durchaus „Potenzial für Reibungen, weil die eine Kraft sehr schnell voranschreiten möchte und die andere Kraft sagt: Jetzt warte doch mal.“
Auch von der Erfahrung der „echten“ Polizeipsychologin Claudia Brockmann, die das Filmteam umfassend beraten hat, konnte Schuch profitieren: „Ich schätze die Arbeit mit ihr sehr, weil sie sich in filmisches Erzählen reindenken kann und trotzdem sehr stark für ihren Berufsstand kämpft. Sie ist sehr daran interessiert, dass die Polizeipsychologie auch so dargestellt wird, wie sie wirklich ist. […] Realistisch gestaltet ist zum Beispiel Ellis Art zu fragen. Es sind immer offene Fragen und keine mit Ja oder Nein zu beantwortende.“
Der Tatort Kiel „Unter Feinden“ ist als zweiter Teil der Doppelfolge zum Start des neuen Ermittlerinnenduos Şahin/Krieger am Sonntag, den 18. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen, vorab mit Anmeldung in der ARD-Mediathek bereits ab Freitag, 16.10.2026.



















Romina Küper (seit diesem Jahr Co-Ermittlerin im ‚Kroatien-Krimi‘) spielt hier Chiara, die Schwester des 1. Mordopfers.
Bin gespannt, ob sie in dieser Rolle auch ein derart ‚unorthodoxes Verhalten‘ zeigen wird, mit welchem sie mich im Kroatien-Krimi überzeugt hat.😌
Also der erste Teil des 2Teilers letzte Woche war aus meiner und der Sicht vieler, ne Katastrophe. Ich werde jedenfalls nicht schauen.
Der Tatort Zweiteiler ist einfach unrealistisch und lächerlich. Polizistin im Alleingang, die schreiend auf Bootstegen steht,
selbstherrlich den Fall klärt. Schlimmer geht nimmer. Tatort ade. Das war’s
Was für eine Katastrophe, mehr kann man dazu nichts sagen.
Ich fand die Schauspieler*innen, zwei Polizistinnen, die Psychologin und den Haupttäter, ausgesprochen gut, aber die Story und das darin von den Schauspielerinnen erwartete Verhalten absolut hanebüchen und daher den Tatort insgesamt enttäuschend.
Überambitioniert, unplausibel, irrational, unrealistisch, grauenhaft.
Noch ein Tatort-Team, bei dem ich in Zukunft abschalten werde.
Laaaangweilig … um was geht es hier eigentlich? Wer schreibt so doofe Drehbücher?
Absolut stark, packender Krimi, sehr gute Schauspieler
⭐
Ich fand beide Teile langweilig. So ein Thema sollte man den Profis überlassen. Auch die Geiselnahme total lächerlich. Wann kommt mal wieder ein interessanter, spannender Tatort?
Ja, diese Frage erscheint seit der ‚Sommerpause‘ 26 berechtigt!
Wenn die Rolle der Polizeipsychologin – wie von den TO-Machern behauptet – realistisch angelegt würde, müsste Krieger Sahin als ‚dienstuntauglich‘ beurteilen!😑
Ach ja. Die Psychotante und das
Spätpupertier! Das neue Ermittlerteam in Kiel. Muss man nicht haben ! Für die Handlung hätte auch ein Teil gereicht!
Die Tatortreihe wird auf jeden Fall nicht positiv bereichert.⭐⭐ fürs Team.
⭐⭐⭐ für den Fall.
Super gut!! Mega spannend! Super Schauspieler!
Ziemlich unrealistischer Tatort, aber spannend und hochemotional. Die Handlung war mir etwas zu komplex. 3 von 5 Sterne.
Zur Burowsky Zeit war Mila immer diejenige die ihren Chef gebremst hat. Deshalb wirkte dieser Amokläuf am Anfang etwas übertrieben. Aber der Showdown war dann überzeugend.
Aber hört endlich auf die Protagonisten mit alten Autos fahren zu lassen, dass wirkt nach der 974 Wiederholung nur noch albern.
Super spannend, auch weil psychologisch angehaucht, deshalb sehr unterhaltsam im Ganzen, war dieser zweiteilige Tatort für mich! Nur weiter so! 👍😊
Der Trick der Psychologin bei der Geiselnahme mit dem erzwungenen Schuss durch die Schulter ist praktisch 1:1 geklaut aus „Sirb langsam 4“ aus 2007!!
Gerade der Kiel Tatort hat ja früher oft geklaut, aber eher bei den skandinavischen Krimis.Spätestens nach der heutigen Episode wäre eine reale Polizistin wie Sahin für immer aus dem Dienst entlassen worden.Schlechter Tatort mit sehr unglaubwürdiger Story. 1 von 5 Sternen wegen guter Schauspielleistungen des Haupttäters, des Sicherheitschefs, und des Dienstvorgesetzten.
In Folge 2 des Kieler Einstiegsdoppels entsteht ein hochgradig sensibles Spannungsfeld zwischen operativem Pragmatismus, psychologischer Grenzgängerei und rechtlichen Konsequenzen.
Der Aufbau verschiebt den Fokus des Krimis komplett: Weg vom klassischen Whodunit-Rätsel hin zu einem intensiven Mindfuck-Thriller.
Dabei sorgt der Kontrast zwischen impulsiver Tatkraft (Şahin) und kühler Analyse (Krieger) automatisch für emotionale Suspense und treibt den Plot bis zum finalen Schlagabtausch voran …
@Mila Şahin:
»Open your eyes, open your mind / proud like a god don’t pretend to be blind /
trapped in yourself, break out instead / beat the machine that works in your head«*
(* 🎼 Guano Apes – Open Your Eyes)
Am Schluss die Polizeipsychologin zur Kommissarin: „Ach, Schwamm drüber, dass ich wegen Ihnen als Geisel genommen wurde, Sie einen Menschen vor meinen Augen foltern wollten, ich einen Menschen durch meine Schulter hindurch erschossen habe.. denn durch diese heitere Abendgestaltung konnte ich ein weiteres feines Erinnerungsfoto für meine Bürowand knipsen. Wir können uns jetzt auch eigentlich dutzen.“ – seichten Licht zum Abspann, Ritt in den Sonnenuntergang.
top Kommentar! :D
Ja, das zum Thema der angeblich ‚realistischen‘ Ausgestaltung der Rolle der Polizeipsychologin!
(Aber diese scheitert ja schon daran, dass Krieger – so wie deren Rolle bisher gezeichnet war – niemals zu dem Treffen mit Kuper mitgegangen wäre.)
Geschmäcker sind verschieden, aber ich verstehe viele der sehr negativen Kommentare nicht. Schauspielerisch sehr stark, viele unterschiedliche (zeitgemäße) Thematiken, greifbare, stylische Kommissarinnen, und wer denkt, dass die Story zu unrealistisch oder überambitioniert ist, sollte sich mal den Wikipedia Eintrag zur Steuerfahnder Affäre durchlesen. Jedem der sich hier einen Tatort wünscht der realistische Polizeiarbeit darstellt, wünsche ich viel spaß bei 90minuten Büroarbeitsdoku. 1000 mal besser als der Gefahrengebiet Tatort.
⭐Ein Stern für beide Teile zusammen. Schließlich hätte man die Story auch locker in 90 Minuten erzählen können.
Und, das ist auch mein Hauptkritikpunkt. Die unsagbar langweilige Erzählweise. Musste das sein? Ich denke Nein.
Die Geschichte ansich war recht simpel. Das muss aber nicht schlecht sein. Allerdings ergab sich der Fortgang nicht ansatzweise aus Ermittlungsarbeit, sondern einzig und allein aus dem Entwirren psychosozialer Verflechtungen. Das ist mir dann für 180 Minuten doch zu einseitige Kost.
Die Motivation der Protagonisten war nachzuvollziehen bis auf einen: den neuen Chef. warum ist aus dem am Ende noch ein Gutmensch geworden? Vielleicht deshalb, um uns einen 3. Teil zu ersparen? Besser ist das.
Schauspielerisch überzeugend. Machart des Films (bis auf die Langatmigkeit) auch ok.
Beim nächsten Mal: Bitte mal wieder eine wirklich gute Geschichte. Kiel war einmal weltklasse… und damit meine ich nicht nur „Reifezeugnis“.
Welche Analog-Spiegelreflexkamera (im Film wegen Schleichwerburg-Gefahr mit Phantasie-Firmennamen gekennzeichnet) nutze die Polizeipsychologin Elli Krieger?
Meine Vermutung: Canon AE oder ähnliches Modell
ja, dachte ich auch, Canon AE oder Yashica FX-D.
Für Canon AE spricht der Selbstauslöserhebel auf der Oberseite zwischen Prisma und Auslöser. In der Regel haben die meisten anderen Analogkameras den Selbstauslöserhebel an der Frontseite.
Auch der Blitzkontakt an der Frontseite befindet sich an der richtigen Stelle, auch hat nicht jede Analogkamera (in der Regel bei preiswerteren Modellen) einen externen Blitzkontakt.
Bei der Yashica FX-D befinden sich die Bedienelemente woanders.
Canon AE-1
Finde es echt jeden Sonntag, so unterhaltsam wie manche User so dämliche und absurde Kommentare schreiben, als hätten manche den Tatort erst garnicht angeschaut und nur per Kurzinhalt Urteilen.
Ich weiß auch nicht was ihr an Spannungen braucht, um nicht gelangweilt zu werden. Auch ist jeder Tatort Unrealistisch. Tja es ist eben eine Filmreihe. Wenn ihr Realismus braucht, dann werdet doch selbst Polizist. Ich fand den Tatort sehr Sehenswert. ⭐️⭐️⭐️⭐️
(Ich entschuldige mich auch für meine Rechtschreibung, kann halt nicht jeder perfekt Deutsch.) Und auch weiß ich, das jeder eine andere Meinung hat, was ich akzeptiere. Aber wirklich jeden Sonntag den selben Mist.
Recht haben Sie und ihre Rechtschreibung ist auch nicht zu bemängeln!
Geschmäcker sind nunmal unterschiedlich und die Leute, die andere Meinung sind als dämlich zu bezeichnen, finde ich ziemlich unangebracht!!!
Er hat nicht die Leute, sondern deren Kommentare als „dämlich“ bezeichnet. Ich stimme damit nicht überein, aber diese Richtigstellung sei erlaubt.
Es werden nicht die Leute als dämlich bezeichnet, sondern manche Kommentare. Und das stimmt. Nicht alle mögen das Gleiche, aber die Art mancher Stellungnahmen ist: unterirdisch, unsachlich oder in mit selbstgefälliger Absolutheit abgefasst.
Heute fällt es mir schwer, eine Besprechung zu schreiben: Ich mag die beiden Hauptdarstellerinnen, habe sie aus anderen Filmen in guter Erinnerung, aber an diesem Film kann ich wirklich wenig Positives entdecken.
Die Psychologin macht einen PI-Test mit dem Verdächtigen Kuper, der dermaßen zugedröhnt ist, dass jeder medizinische Laie erkennen musste: Der ist nicht vernehmungsfähig. Wenn Kuper sich dann doch verplappert, so ist das der Tatsache geschuldet, dass er ohnehin nicht mehr Herr seiner Sinne ist – und nicht der Fragetechnik der Psychologin. Außerdem läuft Krieger der Kommissarin Şahin im wörtlichen wie im übertragenen Sinnen hinterher und reagiert auf deren telefonische Bitte um Hilfe täppisch „Was ist denn, wenn er uns nicht die Tür aufmacht? Und Sie hoffen, dass ich (im Ergebnis des Gesprächs mit Kuper) zu der gleichen Erkenntnis kommen wie Sie?“ Dann fragt sie – als Psychologin! – die Kommissarin Şahin, ob sie der Ansicht sei, dass Francescas Schwester es mit ihrem Hungerstreik ernst meine. Diese Frage müsste doch von der Kommissarin an die Psychologin gerichtet werden – nicht umgekehrt. Später fragt sie dann Şahin im Gespräch über die ermordete Anna Nowak, ob diese vielleicht für Şahin „noch tiefer gehende Gefühle“ gehabt hätte, worauf Şahin nur verdattert entgegnet: „Was tut das jetzt noch zur Sache?“ Daraufhin wiederum Krieger: „Wir wollen doch verstehen, oder?“ „Wir“ verstehen aber leider gar nichts, denn diese Frage und ihre eventuelle Bedeutung für den Fall werden nicht wieder aufgegriffen.
Nach diesen Fehlleistungen bringt Krieger aber dann ganz zum Schluss doch noch eine echte Heldentat zustande: Nachdem sie Kuper dazu gebracht hatte, den Lauf seiner Pistole von ihrem Herzen wegzunehmen und auf ihre Schulter zu richten, löst sie selber einen Schuss aus, in der Hoffnung, dass er ihre Schulter durchschlage und Kuper töte, wie es dann ja auch geschehen sei („Grundlagen der Anatomie – ich hab‘ gewusst, was passiert, also – ich hab’s zumindest gehofft.“). In diesem Fall machte die Psychologin ihrem Filmnamen „Krieger“ wirklich alle Ehre.
Das bevorzugte dramaturgische Mittel in diesem Film: Unbeherrschtes Rumgebrülle. Die Dramatik der Situation, dass Polizisten sich gleich mehreren korrupten Kollegen gegenübersehen, wäre auch mit normaler – oder vielleicht sogar noch besser: dramatisch gedämpfter – Sprechlautstärke rübergekommen.
Genau diese stille Dramatik wurde – man muss es leider sagen – von den Darstellern der italienischen Mafiosi exzellent vorgeführt. Die Gangster agierten so, wie man es sich von den Polizisten wünschen würde.
Die Darstellung dieser Mafiosi und ihrer Morde war grenzwertig brutal. Selten wurden in einem Krimi Morde so schonungslos direkt gezeigt. Das war in meinen Augen dennoch gut: Auf diese Weise wurde wohl am besten verhindert, dass irgendeine Art von Faszination für die Mafiosi entsteht.
Noch ein paar Worte zu der Figur „Anna Nowak“ aus der ersten Folge: Etliche Foristen haben sinngemäß geschrieben, die Figur sei komplett unrealistisch und eine einzige Zumutung gewesen. Ich will dieser Auffassung nicht widersprechen, aber doch an den Ruhr-Tatort mit „Schimanski“ erinnern, dessen Handlungen – und insbesondere das Agieren der Hauptfigur! – auch kein realistisches Abbild der Polizeiarbeit waren. Und genau dafür wurde und wird diese Figur bis heute von vielen geliebt und verehrt. Auch die Borowski-Tatorte hatten teilweise mit polizeilicher Ermittlungsarbeit wenig zu tun. Alles das kam und kommt bei verschiedenen Menschen verschieden an, und jede Meinung hat ihre Existenzberechtigung.
Zum Schluss zurück zum Anfang: Diese Doppelfolge war kein Highlight, aber auch in anderen Tatorten sind nicht immer alle Folgen gleich gut. Wenn die beiden Hauptfiguren auf Augenhöhe agieren und das Rumgebrülle durch dezentere Formen der emotionalen Intensität ersetzt wird, dann kann aus diesem Team richtig was werden.
Es ist schon köstlich: Einerseits gieren Zuschauer nach immer neuen Geschichten, die „noch nicht da waren“ (ziemliche Anspruchshaltung). Spannend sollen sie sein (wobei mir noch immer schleierhaft ist, was Langeweile bedeutet). Andererseits verlangen sie von Fiction absolute Realität (dann empfehle ich die vielen Dokumentarfilme). Und dann ist ein läppischer Beitrag im Monat noch meckernswert.
Ausländische „Machwerke“ mit (oft genug hanebüchensten Inhalten) werden willig konsumiert, deutsche Produktionen allzugern zerrissen. Ich fand in diesem Tatort Kernprobleme menschlichen Verhaltens und existierender Verhältnisse spannend in Fiction umgesetzt. Nur die Gespräche zum Fall hätte ich (sinnvoller Weise) nicht auf der Straße führen lassen.
I
Ganz große Leistung, wir waren begeistert! Ich kann echt nicht verstehen was viele dagegen haben… es geht doch um Spannung und Spaß vom Sofa aus!! Und es war alles dabei: knisternde Erotik, schwerbewaffnetes SEK, intelligente Dialoge! Tja, wer mehr will muss wohl zu Netflix oder so abwandern (wir sicher nicht!!).
GRÜßE IN DIE RUNDE!
„Knisternde Erotik“?😳
Intelligente Dialoge?
Zwischen den Eheleuten.
er meinte wohl (vom Sofa aus) knisternde Exotic. Das sind Kartoffel-Chips mit Curcuma-PiriPiri-Samlmiak-Geschmack. 😉
der “ Tragödie zweiten Teil “ auch nochmal reingezogen ; was soll man als langjähriger Tatortkonsument dazu noch sagen ? – der dämlichste SEK Einsatz , denn ich je gesehen habe – war das TO oder schon stellenweise sowas , wie der Pate ? da hätten tatsächlich noch die “ Betonschuhe “ gefehlt – wenn es derzeit schon Diskussionsrunden unter hoch dotierten EU Kommisaren gibt beispielsweise zu den Themen , ob Marmelade noch Marmelade oder Wurst noch Wurst heisen darf , könnte man doch auch mal so eine Runde einberufen zum Thema : was darf eigentlich noch Tatort heisen ?
Borowski aus – ich kann´s nur bedauern
Mal eine Frage zum Chef Ingwersen. Der ist die ganze Zeit korrupt, lässt sich von Kuper befehlen, wer sich mit dem Fall befassen darf und wer nicht, wird überdies mit einem Hundehalsband erpresst – und am Ende ist er der Good Guy, der gönnerhaft seinen beiden Heldinnen Beifall klatscht? Wie geht denn das zusammen? Warum hat der selbst nicht Konsequenzen zu fürchten, wenn ihm die ganze Zeit Francescas Unterlagen zu Gebote standen und er sie unterschlagen hat?
Die Doppelfolge war halbwegs ok.
1.Teil besser als 2.Teil.
Schade, dass die Kommissarin Anna Nowak (Darstellerin Lilith Stangenberg) im Buch sterben mußte.
Sie wäre eine gute Kripo-Besetzung (sowohl als Darstellerin als auch als Figur) für weitere Fälle des Kiel-Tatortes gewesen.
Die (neue) Kripo-Beamtin Elli Krieger/Karoline Schuch empfinde ich mit Stand heute als nicht sonderlich spannend.
Naja, schaun‘ wir mal, was da noch so alles kommt.
Hat mir super gefallen der Tatort. Dagegen finde ich einige Kommentare hier ziemlich.. Na ja.
Beide Folgen des Kieler Tatortes haben mich sehr gefesselt. Endlich wieder mal ein guter Inhalt, wo man den 2. Teil auf keinen Fall verpassen wollte.
Die Rolle von Karoline Schuch war noch etwas lau, aber vielleicht wird das ja in späteren Folgen noch besser. Almila Bagriacik hat mir sehr gut gefallen, was neben Axel Milberg nicht immer der Fall war. In diesen beiden Tatortfilmen entwickelt sie sich ganz stark. Und ich denke, wir Tatortfans kriegen da noch viel von ihr zu sehen. Danke!😘
Spannender Tatort-Zweiteiler aus Kiel, wobei mir allerdings der 1. Teil besser gefallen hat als der 2. Teil. Die Figur der Anna (Lilith Stangenberg, sehr gut auch in „Stammheim“ als Gudrun Ensslin) hat in den 1. Teil doch einige unkonventionelle Twists eingebracht, die mir im 2. Teil fehlten; außerdem ist die Rolle der Psychologin (Karoline Schuch) im 2er Ermittlerteam mMn noch ausbaufähig, da hätte es gerade beim Showdown mehr sein dürfen – aber vielversprechendes Team mit Şahin/Krieger in Kiel – freue mich auf das, was da noch so kommt ..🙂
Spannend war es. Und gute Schauspielerleistungen. Aber das Drehbuch hat nicht entschuldbare Fehler in Form von völliger Unlogik und Unglaubwürdigkeit. Nur die schlimmsten: Die Mafiaverbrecher würden niemals die tollpatschigen Fehler begehen, die zur Festnahme geführt haben. Und das Blödestete: die Polizeipsychologin hat keine Schweigepflicht, wenn ihr dienstlich etwas anvertraut wird ? Für wie dumm halten die ARD Filmemacher uns denn ?
⭐⭐
Den ersten Teil habe ich noch mit 3 Sternen bewertet (glaube ich 🤓), diesen 2. Teil finde ich schwächer als den ersten. Eigentlich passierte kriminalistisch nicht mehr richtig viel, die Handlung war sozusagen zu 3/4 im ersten Teil aufgebraucht und nun in den zweiten 90 Minuten wurde ein Viertel an Handlung unnötig in die Länge gezogen. Dazu die bereits von einigen Kommentatoren vor mir erwähnten Unglaubwürdigkeiten, z.B. dass die Psychologin sich zweimal über ihre ärztliche Schweigepflicht hinwegsetzt, oder dass Sahin auf einem Rachefeldzug ist (was als Polizistin definitiv nicht ihre Aufgabe ist), sie eine Minute lang ihren Folter-Kit einpackt und vor Ort der Kollegin und Psychologin die geladene Waffe unter die Nase hält. Das soll die Sache anscheinend spannend machen, tut es aber nicht, es wirkt ideenlos und an den Haaren herbeigezogen, als habe der Drehbuchautor nicht gewusst, wie sonst er die 90 Minuten voll kriegen soll. Dabei legt er dem Team einige Kuckuckseier ins Nest, denn nach dieser Auftakt-Doppelfolge dürfte es eigentlich gar nicht mehr ermitteln. Ich drücke den beiden Hauptdarstellerinnen die Daumen, dass sie für ihren nächsten Einsatz ein besseres Drehbuch bekommen.
Spannender Zweiteiler. Tolle Darsteller…
Und die Haupttäter bleiben nicht ungeschoren, sondern werden in einem furiosen Finale festgenommen.
Weiter so in Kiel 😎
Mir hats gefallen und man sagt ja: „Jedem recht getan ist eine Kunst die keiner kann“.
⭐⭐⭐⭐⭐
Also, ich fand beide Teile super. Die Dialoge waren schlüssig, der Tatort, beide Folgen, waren spannend, es war dynamisch, es war von Allem etwas dabei, die Schauspieler waren überzeugend und die Story top. Ich bin gespannt auf die nächsten Folgen aus Kiel. ✌