Kurz und knapp – darum geht’s
Schock für Mila Şahin: Anna Nowak ist tot, ihre Kollegin und enge Freundin, gestorben an einer Überdosis Heroin. Während ihr neuer Chef Iwersen von Suizid ausgeht, ist die Kommissarin fest davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang mit den Prometheus-Morden gibt – und dass Jan Kuper vom Wirtschaftsdezernat in die Sache verstrickt ist. Um die Wahrheit herauszufinden, muss Şahin abseits der offiziellen Dienstwege ermitteln. Dabei helfen tut ihr ausgerechnet Elli Krieger – jene Polizeipsychologin, der Anna kurz vor ihrem Tod ihre Drogenprobleme anvertraut hat. Doch mit ihrem Alleingang gehen Şahin und Krieger ein hohes Risiko ein, denn Kuper ist unberechenbar – und auch die italienische Mafia hat ihre Finger im Spiel …
Der Tatort Kiel „Unter Feinden“ ist der zweite Teil der Doppelfolge zum Start des neuen Ermittlerinnenduos Şahin/Krieger und ist am Sonntag, den 18. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Unter Feinden“
„Wenn Sie die Ermittlungen jetzt einstellen, sind Sie entweder korrupt oder Sie haben Angst!“ Mila Şahin ist außer sich vor Wut. Gerade ist Robert Iwersen zum neuen Leiter der Kieler Mordkommission ernannt worden, und seine erste Amtshandlung besteht ausgerechnet darin, den Fall Prometheus – der für Şahin nun vor allem der „Fall Anna Nowak“ ist – zu den Akten zu legen. Dabei kann und will sie einfach nicht glauben, dass sich ihre Freundin die Überdosis Heroin freiwillig selbst gespritzt hat. Suizid? Nein, das passt nicht zu Anna.
Şahins Gedankenkarussell rast, doch sie muss einen kühlen Kopf bewahren. Den braucht sie, um den Tod ihrer Freundin aufzuklären. Schließlich hat Şahin deshalb sogar auf ihre Beförderung zur Kripoleiterin verzichtet und Iwersen das Feld überlassen, der seine Autorität offenbar nur durch lautstarke Ansagen durchsetzen kann. Damit ist für die Kommissarin im Tatort „Unter Feinden“ jedenfalls klar, dass sie auf dem offiziellen Dienstweg nicht weiterkommt.
Stattdessen lässt sich Mila beurlauben – und bittet ausgerechnet jene Frau um Hilfe, die sie eigentlich am liebsten auf den Mond schießen würde: Polizeipsychologin Elli Krieger, der sich Anna Nowak kurz vor ihrem Tod anvertraut hat. Krieger wusste von Annas Drogensucht, doch statt sie, Mila, zu informieren, Annas einzige Freundin, steckt die unterkühlte Seelendoktorin die brisante Info lieber dem undurchschaubaren Iwersen, der jetzt guten Grund hat, von Selbstmord auszugehen – oder von einem tragischen Unfall: versehentlich eine Überdosis gespritzt, soll vorkommen in der Szene. Dabei hätte Mila Anna doch geholfen, wenn sie von ihren Problemen gewusst hätte, ja, sie hätte alles für sie getan.
Dafür ist es jetzt zu spät, doch Mila Şahin ist fest entschlossen, Annas Mörder zur Strecke zu bringen. Elli Krieger kann ihr dabei hoffentlich helfen, schließlich hat sie als Psychologin ganz andere Möglichkeiten, sich in einen Tatverdächtigen einzufühlen, als es die kriminalistischen Verhörmethoden hergeben. Und Krieger ist ihr ohnehin noch einen Gefallen schuldig, findet Şahin.
Tatsächlich ist der Verdächtige im TV-Krimi „Unter Feinden“ ein richtig harter Brocken: „Jan kommt immer davon“, meint Kurt Fauser, der Ex-Kollege von Jan Kuper, Kommissar im Wirtschaftsdezernat des LKA. Die Ermittlungen gegen die Tech-Firma „Prometheus“ hat er verschleppt, obwohl es Buchungen auf deren Geschäftskonten gibt, die auf Geldwäsche hindeuten. Und auch Anna Nowak hatte etwas herausgefunden: War sie Kuper womöglich zu nah gekommen? Ein kleiner Junge hat ihn jedenfalls zum Tatzeitpunkt in der Nähe der Hütte am Passader See gesehen – dort, wo Anna gestorben ist.
Mila Şahin ist überzeugt, dass das alles zusammenhängt: die Morde an Francesca Polidoro und ihrem Freund Nicki Bender, die Heimlichtuerei der CEOs von Prometheus, deren zahlreiche Kleininvestoren, die merkwürdigerweise alle außerhalb der EU ansässig sind – jetzt der Tod von Anna Nowak. Und alle Fäden laufen bei Jan Kuper zusammen. Oder soll es nur so aussehen?
Während Şahin und Krieger einen Alleingang riskieren, um den zunehmend unberechenbaren Kuper mit ihrem Verdacht zu konfrontieren und die Wahrheit endlich ans Licht zu bringen, kündigt sich im NDR-Tatort „Unter Feinden“ ein weiterer Showdown an: In der Chefetage von Prometheus geht die Angst um, denn ein schwieriger Geschäftspartner wurde durch die Mordfälle aufgeschreckt: Die italienische Mafia sieht ihre Interessen gefährdet – und hat sich auf den Weg nach Kiel gemacht …
Şahin und Krieger: Das neue Team in Kiel
Im ersten Teil hielt sie sich noch im Hintergrund, nun aber rückt sie in den Mittelpunkt des Geschehens: Polizeipsychologin Elli Krieger, gespielt von Karoline Schuch, fühlt zusammen mit Hauptkommissarin Mila Şahin (Almila Bagriacik) dem Tatverdächtigen Jan Kuper (Sven Schelker) auf den Zahn und wird die Kripo Kiel auch zukünftig bei ihren Ermittlungen unterstützen.
Schuch – bekannt für ihre Hauptrollen u. a. in „Katharina Luther“, „Oderbruch“, „Das Geheimnis des Totenwaldes“ und „Die zweite Welle“ – ist selbst studierte Diplompsychologin und konnte sich deshalb gut in ihre neue Rolle hineindenken: „Eine Psychologin zu spielen, die die Möglichkeit mitbringt, eine ganz andere Farbe in die Ermittlungsarbeit zu bringen, hat mich total gereizt. Es ist uns als Team ein großes Anliegen, durch diesen psychologischen Ansatz vielleicht ein gewisses Alleinstellungsmerkmal in der Landschaft der vielen Kriminalfilme zu schaffen.“ In der Zusammenarbeit zwischen Kommissarin und Psychologin sieht sie durchaus „Potenzial für Reibungen, weil die eine Kraft sehr schnell voranschreiten möchte und die andere Kraft sagt: Jetzt warte doch mal.“
Auch von der Erfahrung der „echten“ Polizeipsychologin Claudia Brockmann, die das Filmteam umfassend beraten hat, konnte Schuch profitieren: „Ich schätze die Arbeit mit ihr sehr, weil sie sich in filmisches Erzählen reindenken kann und trotzdem sehr stark für ihren Berufsstand kämpft. Sie ist sehr daran interessiert, dass die Polizeipsychologie auch so dargestellt wird, wie sie wirklich ist. […] Realistisch gestaltet ist zum Beispiel Ellis Art zu fragen. Es sind immer offene Fragen und keine mit Ja oder Nein zu beantwortende.“
Der Tatort Kiel „Unter Feinden“ ist als zweiter Teil der Doppelfolge zum Start des neuen Ermittlerinnenduos Şahin/Krieger am Sonntag, den 18. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen, vorab mit Anmeldung in der ARD-Mediathek bereits ab Freitag, 16.10.2026.
Tatort-Kritik
Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Ein durchweg starker zweiter Teil, der einlöst, was der erste bereits andeutet und verspricht. Mehr noch als „Unter Freunden“ verdient diese Episode das Prädikat „hard-boiled“, etwa wenn ein italienischer Mafiaclan die Straßen von Kiel unsicher macht. Und im spektakulären Showdown zwischen Şahin, Krieger und Kuper zeigt sich bereits das – wohl nicht immer spannungsfreie – Teamwork des neuen Duos: hier die impulsive Kommissarin, die zur Wahrheitsfindung ihre eigenen Grenzen austestet, dort die ruhige und einfühlsame Psychologin, die versucht, den Täter „von innen“ zu knacken. Eine reizvolle Kombi und beste Voraussetzung für weitere unterhaltsame Krimis.
Angesichts all der Dramatik wirkt der Schluss beinahe schon etwas zu gewollt harmonisch, aber sei’s drum: Şahin und Krieger haben ihren Einstand mit Bravour absolviert – und machen Lust auf mehr.
Musik
Westbam & Nena – Oldschool, Baby (Piano Mix)
Mashed Up Funk – Harder Rocker
Westbam – Beatbox Rocker (Short)
Matchbox Twenty – Back 2 Good
Besetzung
Hauptkommissarin Mila Şahin – Almila Bagriacik
Polizeipsychologin Elli Krieger – Karoline Schuch
LKA-Ermittler Jan Kuper – Sven Schelker
Kriminalrat Robert Iwersen – Yorck Dippe
Kriminalrat Roland Schladitz – Thomas Kügel
Kommissarin Anna Nowak – Lilith Stangenberg
Viola Berger, CEO von Prometheus – Sarah Hostettler
Oskar Berger, ihr Ehemann – Pascal Houdus
Franco Steiner, Sicherheitschef bei Prometheus – Sascha Geršak
Luca Pelosi, Mafiaboss – Fabrizio Romagnoli
Kurt Fauser, Kupers Ex-Kollege – Michael Ihnow
Chiara Polidoro, Schwester des Mordopfers – Romina Küper
u. v. a.
Stab
Drehbuch – Lars Kraume
Regie – Lars Kraume
Kamera – Jens Harant
Musik – Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Schnitt – Julia Kovalenko, Barbara Gies
Kostümbild – Karin Lohr
Maskenbild – Lena Brendle, Barbara Schlensag, Tanja Adams
Casting – Nessie Nesslauer
Szenenbild – Pouya Mirzaei
Ton – Detlef Fiebig
Produktionsleitung – Pascal Biermann, Daniel Buresch (NDR)
Produzentinnen – Kerstin Ramcke, Sabine Timmermann
Redaktion – Sabine Holtgreve (NDR)



















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