Kurz und knapp – darum geht’s
Alles sieht nach einem tragischen Unfall aus, als Hausmeister Trojanowitz die alte Frau Krüger leblos in ihrer Badewanne findet. Doch Kommissar Henry Koitzsch von der Kripo Halle hat Zweifel: Warum lief die Wanne über, und was hat es mit der vertrockneten blauen Blume am Schlafzimmerfenster der Toten auf sich? Koitzsch fühlt sich an einen alten Fall erinnert, den er nie aufklären konnte – und fürchtet, dass er und sein Kollege Michael Lehmann es mit einem Serienkiller zu tun haben, der es vor allem auf einsame Menschen abgesehen hat. Dabei ahnen die Ermittler nicht, wie sehr sie selbst in Gefahr schweben …
„Der Wanderer zieht von dannen“, der letzte Teil der Polizeiruf-Trilogie aus Halle/Saale, ist am Sonntag, den 15.02.2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Wanderer zieht von dannen“
Hausmeister Trojanowitz, die gute Seele des riesigen Plattenbaus am Stadtrand von Halle, weiß genau, was er tut – auch und vor allem in Notsituationen. Geistesgegenwärtig dreht er den Wasserhahn ab, als er die alte Frau Krüger leblos in ihrer Badewanne findet. Nicht, dass nachher noch das ganze Haus absäuft – obwohl das ein Weilchen dauern würde. Dass er durch sein beherztes Eingreifen einen mutmaßlichen Tatort mit seinen Spuren verunreinigt hat, dürfte Trojanowitz nicht bewusst gewesen sein, sehr zum Ärger von Kommissar Michael Lehmann.
Doch haben es die Ermittler im Polizeiruf 110 „Der Wanderer zieht von dannen“ überhaupt mit einem Mord zu tun? Frau Krüger war nicht mehr die Jüngste, sie könnte theoretisch auch beim Baden eingeschlafen und ertrunken sein. Und dann das Radio: Es steht so dicht am Badewannenrand, dass es jederzeit hineingefallen und einen Stromschlag ausgelöst haben könnte. Lauter mögliche Gründe für einen tragischen Unfall. Doch Henry Koitzsch, die graue Eminenz der Hallenser Kripo, hat Zweifel an der Unfalltheorie: Warum wurde der Wasserhahn nicht abgestellt? Und was hat es mit dem möglichen Einbruch in Frau Krügers Wohnung auf sich, von dem der gesprächige Hausmeister berichtet? Nur deshalb wollte er schließlich bei der alleinstehenden Seniorin nach dem Rechten sehen.
Koitzsch sieht sich in der Wohnung um: Alles wirkt sehr ordentlich, aufgeräumt – aber auch merkwürdig steril, wie das Zuhause eines einsamen Menschen. Im Schlafzimmer wird der erfahrene Kriminalist stutzig: Diese vertrocknete blaue Blume dort auf der Fensterbank – sie löst etwas in Koitzsch aus, erinnert ihn an irgendwas – nein, nicht an irgendwas, sondern an einen Mord vor einigen Jahren: Uwe Baude hieß das Opfer, ebenfalls alleinstehend. Der Täter konnte nie gefasst werden. Doch auch in seiner Wohnung fand die Kripo jene blaue Blume, der Koitzsch damals allerdings keinerlei Bedeutung beigemessen hat. Jetzt aber ist der Kommissar im TV-Krimi „Der Wanderer zieht von dannen“ überzeugt: Das kann kein Zufall sein, Frau Krüger wurde ermordet – womöglich sogar von einem Serientäter.
Sucht der sich bereits sein nächstes Opfer? Als Hausmeister Trojanowitz eines Nachts in die leerstehende Wohnung Krüger eindringt, erlebt er eine böse Überraschung: Plötzlich spürt er eine fremde Hand auf seiner Schulter – ein Kapuzenmann mit Messer bedroht ihn. Glück für Trojanowitz, dass Koitzsch und Lehmann rechtzeitig zur Stelle sind und das Schlimmste verhindern können, doch der Angreifer entwischt ihnen – nur das Messer, das schon in der Hand des Eindringlings steckt, musste er am Tatort zurücklassen.
So kann es einem also ergehen, wenn man an die Ersparnisse einer alten Dame kommen will, auch wenn diese verstorben ist. Doch eigentlich muss das Ermittlerduo Koitzsch und Lehmann dem diebischen Hausmeister dankbar sein, denn nun haben sie eine mögliche Tatwaffe mit Spuren – und siehe da: Mit eben jenem Messer wurde Uwe Baude, das erste Opfer des „Blumen-Mörders“ erstochen. Damit ist klar, dass die Mordfälle Krüger und Baude zusammengehören – und dass ein Serienkiller in der Saalestadt sein Unwesen treibt, einer, der es offenbar bevorzugt auf alleinstehende, einsame Menschen abgesehen hat.
Wer wird sein nächstes Opfer sein? Erst kürzlich hat sich Katrin Sommer bei der Polizei gemeldet, die Ex-Freundin des ermordeten Uwe Baude. Koitzsch kennt sie noch von den damaligen Ermittlungen, jetzt behauptet sie, sich verfolgt und bedroht zu fühlen – mehr noch: Sie meint gar, ein Fremder sei in ihrem Apartment gewesen. Koitzsch und Lehmann bleibt nicht viel Zeit, um die Identität des Mörders im MDR-Polizeiruf „Der Wanderer zieht von dannen“ zu enttarnen, denn auch sie selbst sind in sein Visier geraten …
Das Finale der Halle-Trilogie
Mit der Folge „Der Wanderer zieht von dannen“ endet die Halle-Trilogie des Polizeirufs 110, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Krimireihe im Jahr 2021 gestartet ist und außerdem aus den Episoden „An der Saale hellem Strande“ (2021) und „Der Dicke liebt“ (2024) besteht. Vom 12. Juni bis zum 11. Juli 2025 entstanden die Filmszenen am traditionsreichen Drehort Halle/Saale und in Leipzig.
Im TV ist die MDR-Produktion am Sonntag, den 15. Februar 2026 erstmals zu sehen, natürlich um 20:15 Uhr im Ersten.












Da mir die ersten beiden Folgen der Trilogie ausgesprochen gut gefallen haben, freue ich mich sehr auf den dritten Teil. 😀
Und ja, ich gehöre zu denen, die Peter Kurth gerne sehen. Wie ich immer sage: „Niemand spielt den Peter Kurth so gut wie Peter Kurth.“ Er ist in meinen Augen mit seiner ganzen rauen Art und speckigen Aura (😉) eine echte Ausnahme-Type, die wohl vorwiegend sich selber spielt und die man eben mag oder auch nicht. Ich mag ihn.
Trotzdem bin ich nicht böse, wenn die Trilogie endet, da dies allemal besser ist, als wenn sich die Figur Henry Koitzsch totlaufen oder man ihrer gar überdrüssig würde. DAS wäre wirklich zu schade!
(Peter Kurth ist für mich wie eine sehr dominant gewürzte Speise: Sehr lecker, aber man muss aufpassen, dass man sich nicht dran überfrisst/überisst und man sie dann erst mal nicht mehr essen möchte.)
Dann lieber eine zeitlich begrenzte Trilogie, die als etwas sehr Besonderes in Erinnerung bleiben kann. (Natürlich nur bei denen, die das so sehen wie ich. Wer die ersten Filme nicht mochte, wird auch dankbar sein, dass es nur eine Trilogie ist. Aber aus ganz anderen Gründen …)
So. Fertig. Tschüss. 😀
Wenn ich die Folgen der letzten Wochen Revue passieren lasse, drängt sich mir die Vermutung auf, dass der Tatort gelegentlich zur Experimentierbühne verkommt. Drehbuch und Regie sehen ihn als Spielwiese für ihre künstlerischen Ambitionen und die Erwartungshaltung der Zuschauer ist eine zu vernachlässigende Störgröße. Dabei ist gerade sie der Dreh- und Angelpunkt eines Krimis.
Dass es auch anders geht, zeigen die bisherigen folgen der Saale-Reihe. Ich als Zuschauer habe nichts dagegen, wenn die Grenzen dieser Erwartungshaltung ausgetestet werden, solange ich mit- und ernstgenommen werde. Und genau das geschieht in diesen Folgen. Dem MDR ist eine Symbiose von Drehbuchautor, Regisseur und Schauspielern gelungen und so sind sehenswerte Filme entstanden. „Der Dicke liebt“ ist für mich immer noch d a s Highlight. Da gebe ich für die ausstehende Folge gern Vorschusslorbeeren. Vielleicht ist es ganz gut, dass es sich um eine Mini- Reihe handelt, denn es ist immer die Frage, ob eine solche Qualität über mehrere Folgen gehalten werden kann, Da bin ich mit @Schatz einer Meinung. Gehen wir mal davon aus, dass der MDR das als schöpferische Pause für weitere Qualitätsfilme nutzt, gern auch mit demselben Produktionsteam.
Jetzt naht erst einmal die Trennungsstunde und der Wandrer zieht von dannen.
eine kleine, etwas wehmütige Reminiszenz: Wir haben das Lied noch in der Oberschule gelernt und konnten den Text auswendig. Meine Enkeltochter in der 6. Klasse Gymnasium kennt es nicht. Früher war eben auch nicht alles schlecht…
Ja, die Hallenser Truppe finde ich auch extrem gut. Sollte gut werden, der letzte Teil.
Im Gegensatz zu den durchaus gräuslichen Tatortfolgen der Wochen, bin ich sehr positiv gestimmt, was uns das “ dunkle“ Trio bieten wird. ẞie letzten Folgen fände ich sehr gut, umso mehr bin ich heute gespannt !
ch freue mich darauf
Hab ihn grad in der Mediathek angesehen , richtig gut ! Da können sich mal die Tatorte eine Scheibe abschneiden
Einfach toll, gerade schon in der Mediathek gesehenDie beiden Darsteller der Kommissare, aber auch Cordelia Wege als Frau Sommer. 9 von 10.
Der Polizeiruf (explizit diese Trilogie) schlägt die Experimental-, Impro – und sonstige Gaga-Tatortproduktionen um Längen!!
„Knockin‘ on heaven’s door“ –> selten hat ein Song so gut gepasst! (Ich war von Beginn des Films an überzeugt, dass es ein ’schlechtes Ende‘ mit Henry Koitzsch nehmen würde, sprich: dass er am Schluss tot sein werde; da war ich zum Glück im Irrtum!)
Soo geht Krimi! Für mich der beste ARD-Sonntagabend-Krimi seit sehr langer Zeit!
⭐⭐⭐⭐⭐
Sehr gut! Bitte mehr davon! 10/10⭐
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐ Sieben von fünf Sternen. Einfach super. Danke an das Team. Eine spannende Geschichte grandios erzählt. Schauspieler erste Sahne.
Da sieht man, wie einfach das geht, Informationen und Stimmungen zu transportieren. Wenn man weiß, wie es geht: Ein Butterbrot in der Blechdose, ein Blick von Frau Sommer, u.v.m..
Sehr schade, dass es in Halle nicht weitergeht. Nun ja, zumindest sind die Protagonisten am Leben geblieben. Hoffnung. Wieso wird sowas eingestellt, während gleichzeitig in Münster der unendlich uninspirierte Klamauk in die nächste Runde geht?
Ich kann es mir nur so erklären, dass der Plot in Halle, die Charaktere, das Ambiente einfach zu speziell sind – oder, man meint das nur.
Immerhin: Wir haben das Jahr 2026. Wir haben nach vielen unbedeutenden Schwachmaten-Krimis einen sehr guten Streifen gesehen. Es gibt sie also noch… 😎
Mann kann die Münsteraner mögen oder eben nicht, sie produzieren aber die höchsten Zuschauerzahlen, und das seit vielen Jahren konstant.
Quantität ist halt nicht Qualität. Aber ich gönne es allen, denen Münster gefällt.
Ich glaube, wie ich bei meinem eigenen Kommentar schon geschrieben habe, dass die Geschichte erzählt ist. Die Trilogie war, das sehe ich ähnlich, hervorragend. Die erträgt aber wohl keine Fortsetzung.
Und der Wandrer zieht von dannen,
Denn die Trennungsstunde ruft;
Und er singet Abschiedslieder,
Lebewohl tönt ihm hernieder,
Tücher wehen in der Luft.
Geht doch.
Was soll ich sagen? Grandios. Absolut top.
Die Trilogie ist allerdings abgeschlossen, die Geschichte ist erzählt. Ich weiß icht ob es noch überhaupt möglich wäre, diese Polizeiruf-Serie fortzusetzen (das es tatsächlich nicht passieren wird, ist lange bekannt).
In der heutigen folge hat, ebenso wie in beiden früheren, eigentlich alles gepasst. Regie, auch alle SchauspielerInnen, alle Details, wunderbar. Sehr stark.
Nach dem albernen Start mit dem Frühstücksbrot zur Obduktion (“Ach Gottchen, was für ein Held!“) fällt eine wohlwollende Betrachtung schon schwer.
Die Geschichte zeichnet sich im Folgenden aber durch Geheimnisse, psychologische Spannung und einer intensiven Dynamik zwischen den Figuren aus, die zwar nicht dem sozialen Standard entsprechen, aber gerade durch ihre bärbeißig introvertierten, liebenswert neurotischen Eigenarten überzeugen.
Mit “Der Wanderer zieht von dannen“ geht eine Trilogie zu Ende, die sich durch ein sehr dichtes Setting und eine tiefgründige Erzählweise ggü. üblichen Fließband-Krimis profilierte …
@Henry Koitzsch:
»I’m sitting here alone in darkness / Waiting to be free /
Lonely and forlorn, I am crying«*
@Michael Lehmann:
»I long for my time to come / Death means just life /
Please let me die in solitude«*
﴾* ♪ Solitude – Candlemass﴿
Spannender, düsterer und melancholischer Polizeiruf. Am Ende sehr emotional. [SPOILER] Dass der Kommissar dem Täter eine Falle gestellt hatte, wurde am Ende gesagt, hätte aber vorher etwas deutlicher geschildert werden müssen (wie wurde die Falle gestellt?). Das Motiv des Täters ist mir nicht klar? Weiterhin frage ich mich, warum die Schwester des Täters ebenfalls verhaftet wurde. Sehr gute Schauspieler (m/w), gute Kamera, Ton, Drehbuch und Regie! 4 von 5 Sterne!
Es musste nun einmal geklärt werden, ob die Schwester Mitwisserin oder sogar Mittäterin war.
Ich glaube nicht, dass man alles vorher erklären muss. Man kann auch die Zuschauer raten lassen. Es ist doch ein Krimi.
Es wird auch nicht direkt am Anfang verraten, wer der Mörder ist (außer bei Columbo :-)).
Allzu viel hatte ich mir nicht erwartet, da sich die „Trilogie“ doch über einen unakzeptabel langen Zeitraum erstreckte und war dann doch angenehm überrascht. Mein schon geäußerter Spruch, dass der Polizeiruf die besseren Tatorte sind, wurde heute wieder bestätigt.
Was könnte die ARD daraus lernen?
Macht so viele Polizeirufe aus den unterschiedlichsten Städten und nur noch Tatorte in der Zahl, wie zur Zeit Polizeiruf-Folgen gedreht werden.
Denn sagen wir es mal so. Auf einen Ludwigshafener Tatort, der zu 80 % in Baden-Baden und zu 17 % irgendwo in der Pfalz gedreht wird, kann ich verzichten.
Das ist, als wäre in einer Dose Gulasch 3 % Fleisch. 😉
@Der Fremde – Soo geht Krimi – dem kann ich mich nur in vollem Maße anschließen – der letzte Teil der Trilogie ? – das bedeutet aber hoffentlich nicht – aus Halle kommt demnächst nichts mehr
wäre echt schade
Wichtiger noch als das Drehbuch sind in Filmen immer die Schauspieler, so wie es in der Literatur auch immer primär auf die handelnden Personen und nicht so sehr auf die Themen ankommt, denn sie geben der Geschichte ihr menschliches Antlitz. Ich habe nur den letzten Teil der Trilogie gesehen, doch dieser hat mich angesprochen. Die Traumsequenzen haben mich noch etwas irritiert (Zweifel am Drehbuch), aber die Persönlichkeiten beider Kommissare, aber auch der beiden entscheidenden Frauenrollen waren stark. Der Film gewann durch sie an Stimmung, etwas düster zwar, aber nicht unwirklich. Die Ängste waren nicht nur situationsbezogen, sondern Lebensängste, Zweifel am eigenen Schicksal und das trug das Geschehen dieses Films, seine innere Tiefe, mehr als irgendein „Heldenkampf“, wie man ihn tausendfach in beliebigen Actionfilmen sieht.
War zwar kein Tatort, war aber nicht schlecht! Tolle Kommissare, jedoch zu kurze Rollen für Dirk Martens und Henning Peker!
Wie seine beiden Vorgänger ein Film, der die Realität in Halle an der Saale als eine bedrückende Tristesse zeigte, die alle verschlingt und in der niemand wirklich glücklich leben kann.
Zwei Lichtblicke gab es am Schluss:
Zum einen die Szene, in der der aus dem Krankenhaus entlassene Kommissar von seinen Kollegen gefeiert wird und später seinem Co-Ermittler erzählt, dass er sich bei der Messerattacke auf ihn eigentlich schon mit dem Sterben abgefunden hatte, jetzt aber doch froh sei, noch zu leben.
Und zum anderen die Szene, in der Frau Sommer sich von den Kommissaren verabschiedet. Diese Figur trat bereits in der ersten Folge auf und war schon damals für mich ein Lichtblick – eine Frau, die einsam ist und Liebe sucht, aber weder in Kriminalität noch in Prostitution abgleitet, sondern einfach Liebe verschenkt. Auch wenn sie sich in eine Therapiegruppe begibt und sich als „bindungssüchtig“ bezeichnet, in der Schlussszene strahlt sie eine Lebensfreude und Leichtigkeit aus, die nicht aufgesetzt wirkt und im wahrsten Sinne des Wortes ein Lichtblick ist in der Tristesse, die in diesem Film ansonsten sowohl atmosphärisch als auch optisch vorherrscht.
Die heutige Folge war die letzte dieses Ermittlungsteams, mit dem ich immer gefremdelt habe. Ihre Vorgänger – Schmücke und Schneider – waren Sympathieträger und eine großartige Werbung für Halle und für Sachsen-Anhalt. Gerade im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wäre mir ein Polizeiruf mit Schmücke und Schneider lieber gewesen als ein Film, der dieses Bundesland als einen finsteren Abgrund darstellt. Genau dieses Gefühl der Tristesse und Ausweglosigkeit ist der Humus, auf dem radikale politische Ideen gedeihen.
Jetzt darf man gespannt sein, ob Halle ein neues Ermittlerteam bekommt oder als „Polizeiruf“-Drehort eingestellt wird. Ich würde mir ein neues Ermittlerteam wünschen. Eigentlich sollte jedes Bundesland mit mindestens einem Tatort / Polizeiruf vertreten sein.
Fan-tast-isch!
Erst stellt der Kommissar Koitzsch dem Täter die Lichtschankenfalle, dann aber lässt er sich anstechen. Das war schon etwas unglaubwürdig. Aber insgesamt war es ein richtig guter Krimi. Spannend, zum Mitraten und Mitfiebern, mit viel Lokalkolorit, auch mal witzig. Einiges zum Nachdenken. Teilweise schon heftig, drastisch, aber passt schon. So sollte Tatort sein (war aber Polizeiruf !).
Genau. Stimme ich zu. Er wußte, daß sein Gegenüber bei Geheimdienst/ Stasi gewesen war. Die ganze Zeit, behielt er das Messer in der Hand und war einfach zu nah dran. Ich hätte ihm vorsorglich erstmal in den Fuß geschossen. Zum Plaudern wäre dann immer noch Zeit gewesen.
Ich fand es, im Gegenteil, gerade für glaubwürdig: der Mörder hat stark psychologisch gewirkt, die dauerhafte Depression und Einsamkeit des Kommissars angesprochen, so, dass Koitzsch die benötigte Konzentration verloren hat.
Es sah zwar so aus, als hätte Koitzsch dem Mörder gesprochen, er dachte aber eher laut, und versuchte sich selbst zu überzeugen, dass das Leben trotz aller Krisen mit seinem besten Freund, seiner Tochter, doch schön ist.
Es war eine super Szene.
Da sollten sich die Macher der verschiedenen Tatorte mal eine Scheibe von abschneiden. Das war ein echter Krimi. Dazu noch ein richtig guter, vielleicht sogar der beste den wir seit langem vorgesetzt bekommen haben. Nebebei finde ich es schön, dass Kommissar Henry Koitzsch überlebt hat. Auch wenn es erst nicht danach aussah, ist das doch ein viel schönerer Abschluß. Von mir gibt’s die volle Punktzahl! Einfach top!
Sehr guter Punkt, das mit dem Überleben.
die Trilogie aus Halle wurde stets gelobt und ich wollte mir den Abschluss dieser Reihe gönnen.
Vorab: Ich muss zugeben – ich habe erst 2-3 mal überhaupt einen Polizeiruf gesehen, und wer wie ich die anderen beiden Fälle von Koitzsch und Lehmann zuvor nicht gesehen hat, kommt evtl. etwas schwer in diesen neuen Fall rein. Rückgriffe auf vorhergehenden Folgen, (eine gar aus dem Jahre 2021), ist etwas, was auch schon bei manchem Tatort den Zuschauer staunend und verärgert zurück gelassen hat. Sowas sollte man eigentlich vermeiden.
Aber gut, man findet dennoch mit der Zeit den roten Faden, denn es ist spannend, gruselig und fesselnd gleichzeitig. Diese düstere Stimmung, der wortkarge Kommissar und das Spiel mit der Einsamkeit älterer Menschen zeigen relativ schnell auf, dies ist absolut kein seichter Standard-Krimi, sondern Drehbuch, Schauspieler und Kamera sind auf der Höhe der Zeit und die Geschichte die sie gemeinsam erzählen ist bei mir ganz sicher keine die ich nächste Woche schon wieder vergessen habe. Da lass ich zu deren glorreichem Abschied gerne 5 Luftballone steigen bzw. vergebe 5 Sterne.
Wenn ich jetzt meine Meinung zu dem Polizeiruf schreiben würde, wäre das eine Wiederholung der positiven Kommentare oder ein Abklatsch davon. Ich möchte deshalb einen Aspekt einfügen.
Die Reaktionen zu diesem Polzeiruf und die Kommentaren der letzten Woche sind eindeutig. Zum einen Ablehnung von fast 100%, zum anderen eine schon fast euphorische Zustimmung Die Teilnehmer des Forums haben deutlich gemacht, wo ihre Interessen liegen. Sie wollen qualitativ akzeptable Filme, die ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie ernst genommen werden und sie keine Versuchskaninchen für irgendwelche künstlerischen Experimente sind.
Wäre die ARD ein privatwirtschaftliches Unternehmen, müssten in den Redaktionsstuben die Alarmglocken ertönen. Das wird aber nicht geschehen, Es geht hier nicht um das Geld der Verantwortlichen; unser Geld wird verbrannt. Nicht jeder Film kann Oscar-reif sein, aber dieOrientierung auf einen mündigen Zuschauer kann ich erwarten. Ich vermute, ab morgen geht es in den Redaktionsstuben weiter wie bisher. Es ist nichts gewesen…
Toller Krimi!
Die ersten beiden Folgen habe ich leider nicht gesehen. Kann man die noch streamen?
Ja – diese wurden in den beiden letzten Wochen wiederholt und sind somit in der Mediathek zu finden.
Einfach nur Top!!! Spitzenklasse. Sehr traurig, dass es hier zu Ende geht. Angesichts der vielen schlechten „Tatorte“, die sich abwechselnd als politisches Erziehungsformat oder künstlerisches Experiment verstehen, sind diese Perlen der Filmkunst selten geworden!
Der Polizeiruf aus Halle darf nicht sterben!
Schauspieler sind top, Drehbuch, eigentlich alles was man sich unter einem „Polizeiruf 110“ vorstellt, sind für mich erfüllt.
Leider lassen die Handlungen in den meisten Tatortfilmen z.B. auch die aus Münster oder München in den letzten Jahren zu wünschen übrig.
Zu abgehoben! Zu viel laute Musikeinlagen….
Ich glaube, man kann nicht ewig mit Frau Sommer an der Saale hellem Strande bleiben.
Der Wanderer zieht von dannen, und es ist, obwohl ich diese Trilogie hervorragend fand, gut so.
Mit den beiden Kommissaren bin ich auch beim dritten Fall nicht wirklich warm geworden, die sind für mich zu spröde. Das der Fall an die erste Folge anknüpft, wird folgerichtig mit Rückblenden illustriert, die Rückblenden zu „Der Dicke liebt“ hätte man sich jedoch sparen können, da sie zur eigentlichen Krimi-Handlung nicht wirklich etwas beitragen. Das erste Drittel war daher für meinen Geschmack eher durchwachsen, aber danach war der Ballast abgeworfen und die düstere Geschichte konnte sich voll entfalten und durchaus überzeugen, auch filmisch.
Ich kann nicht wirklich genau den Finger drauf legen, aber irgendetwas hat mir grundsätzlich an diesem Polizeiruf-Team nicht gefallen, vielleicht ist es ein reines Sympathie-Problem. Eigentlich alles immer gut gespielt, gut gefilmt, aber irgendwie lassen mich die beiden kalt. Vielleicht zu altmodische Männer-Figuren mit „Früher war alles besser“-Vibe, der subtil mitschwingt? Ich weiss es nicht.