Kurz und knapp – darum geht’s
Leblos liegt sie da, mit einer blutenden Wunde am Kopf: Nur 23 Jahre alt wurde Annalena Höpken. Offenbar hat jemand die junge Frau die Treppe am Notausgang eines Nachtclubs hinuntergestoßen. Aber warum? Kommissarin Liv Moormann von der Kripo Bremen nimmt die Ermittlungen auf und erfährt von den Mitbewohnern der WG, in der die Jurastudentin gewohnt hat, dass es ihr in den letzten Wochen richtig schlecht ging. Die Trennung von ihrem Verlobten Hannes hat Anni gar nicht gut verkraftet, hinzu kamen der hohe Leistungsdruck und ständige Geldsorgen, obwohl sie eigentlich aus einer wohlhabenden Familie stammt. Doch ihre Mutter Gabriele will von den Nöten ihrer ältesten Tochter nichts mitbekommen haben. Und Betty, die Schwester der Toten, scheint irgendetwas zu verschweigen …
Der neue Tatort Bremen „Wenn man nur einen retten könnte“ ist am Sonntag, den 25.01.2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Wenn man nur einen retten könnte“
Da liegt sie, leblos, mit einer blutenden Platzwunde am Hinterkopf: Annalena Höpken, Jurastudentin, 23 Jahre alt. Ihr ganzes Leben hatte sie noch vor sich – aus und vorbei. Wer hat die junge Frau die massive Steintreppe am Notausgang eines Bremer Nachtclubs hinabgestoßen? Einen Unfall kann Rechtsmedizinerin Edda Bingley schnell ausschließen, schließlich deuten Schürfwunden an Armen und Händen darauf hin, dass sich Annalena noch am Treppengeländer festgehalten hat, bevor sie in den Tod gestürzt ist. Hat etwa der Landstreicher etwas damit zu tun, den Kommissarin Linda Selb erspäht, als sie gerade am Leichenfundort eingetroffen ist? Sofort nimmt sie die Verfolgung des Obdachlosen auf – doch der schlägt unerwartet heftig zurück: mit einem Stein, der Selb direkt auf den Kopf trifft. Vorher hat die Ermittlerin im Tatort „Wenn man nur einen retten könnte“ gerade noch gesehen, dass der verwahrloste Mann ein Handy bei sich trägt – etwa das Smartphone der Toten?
Das muss Kommissarin Liv Moormann jetzt ohne die Unterstützung ihrer Partnerin herausfinden, denn Selb liegt erstmal flach – im wahrsten Sinne des Wortes: mit einer schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Wie gut, dass wenigstens noch Patrice „Prince“ Schipper vor Ort ist, der Kollege vom Kriminaldauerdienst. Der hat zwar noch nie in einem Mordfall ermittelt, ist aber schnell im Kopf und ziemlich auf Zack, wenn es darum geht, das Umfeld des Mordopfers auszuleuchten. Und da gibt es einiges zu tun: Annalena Höpken entstammt dem Bremer Geldadel, doch die einst florierende Spedition „Höpken Logistik“ wurde von ihrem Vater derart gegen die Wand gefahren, dass nach seinem Tod vor zwei Jahren nur Schulden übrigblieben. Die muss Mutter Gabriele nun abstottern und ist gezwungen, alles zu Geld zu machen, was nicht niet- und nagelfest ist, selbst das geliebte Wohnmobil.
Zu ihrer ältesten Tochter hat die ständig angespannt wirkende Frau aber kein enges Verhältnis mehr, seit Annalena – von ihren Freunden „Anni“ genannt – ein Zimmer in einer Studenten-WG in einer noblen Gründerzeitvilla bezogen hat. Annis Vermieter und Mitbewohner ist ausgerechnet ihr Ex-Verlobter Hannes Butenbeker, der sie eiskalt abserviert hat, als er erfahren hat, wie es finanziell um Familie Höpken bestellt ist. Auch an der Uni hatte Anni Stress: Mit dem hohen Leistungsdruck im Jurastudium kam sie einfach nicht klar, ganz im Gegensatz zu ihrer Mitbewohnerin, der ehrgeizigen Studentin Karima, die in Prüfungsphasen auch mal mit drei Stunden Schlaf auskommt. Der Einzige in der WG, der ehrlich um Anni zu trauern scheint, ist Colin Trenkner, der sich als Singer-Songwriter versucht, in seinem prekären Künstlerleben allerdings auf keinen grünen Zweig kommt. Doch er hatte Verständnis für Anni, hat sie und ihre Nöte gesehen – die emotionale Verwahrlosung, die Geldsorgen, den Erfolgsdruck. Alle anderen haben sich zwar in der Wohngemeinschaft eingerichtet, doch sie leben mehr nebeneinanderher als miteinander. Entsprechend schmallippig fallen die Antworten von Annis Mitbewohnern auf die Fragen der Kommissare im TV-Krimi „Wenn man nur einen retten könnte“ aus.
Und Annis Familie? Weder Mutter Gabriele noch die jüngere Schwester Betty haben offenbar geahnt, wie schlimm es um Anni stand. Pikantes Detail: Betty ist mit Mike Hanisch liiert, dem Besitzer jenes Clubs, vor dessen Tür Annis Leiche gefunden wurde. Also müsste Mike in der Tatnacht etwas mitbekommen haben – doch der junge Mann gibt sich ahnungslos, ebenso wie Betty. Wissen die beiden womöglich mehr, als sie gegenüber der Polizei zugeben?
Vielleicht ist aber auch Emil Klaßen der Schlüssel zur Lösung, jener Obdachlose, der Linda Selb den Krankenhausaufenthalt eingebrockt hat. Zufällig kennt Kommissarin Moormann ihn von früher, die beiden waren auf derselben Schule. Was hat er tatsächlich am Tatabend gesehen? Oder ist er gar selbst in den Mord verwickelt? Behutsam versucht Moormann, Klaßens Vertrauen zu gewinnen – doch hat er das wirklich verdient?
Hinter den Kulissen
Vom 5. März bis zum 3. April 2025 fanden in Bremen die Dreharbeiten für den vierten gemeinsamen Fall des Ermittlerduos Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) statt, das diesmal – allerdings einmalige – Unterstützung erhält von Ermittler Patrice „Prince“ Schipper (Tijan Njie) vom Kriminaldauerdienst.
Den Autorinnen Elisabeth Herrmann und Christine Otto war es besonders wichtig, „mit einem emphatischen, aber unbestechlichen Blick die Atemlosigkeit unserer leistungsfixierten Gegenwart zu erzählen. […] Und über allem schwebt die schwarze Wolke des ‚immer funktionieren Müssens‘ – an der Uni, beim Sex, im kreativen Ausdruck. Wir betrachten unsere Figuren mit Zuneigung und erkennen, wie sehr sie darum ringen, in dieser überreizten Welt ihren Platz zu finden.“
Ausgestrahlt wird der Radio-Bremen-Tatort „Wenn man nur einen retten könnte“ am Sonntag, den 25. Januar 2026 um 20:15 Uhr im Ersten.

























Der Episodentitel erinnert spontan an den Talmud / Aggadah des Traktats Sanhedrin 37a + 73a – (Auszug sinngemäß) „wer auch nur ein einziges Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt“ ⭐
Das „Wenn“ am Anfang des Titels wirft für mich eher so etwas wie eine Frage auf
Mein erster Gedanke war die Triage in einem Krankenhaus (gab´s wohl bei Corona)
Angenommen ein Rentner und ein junges Mädchen werden gleichzeitig eingeliefert
„Wenn man nur einen retten könnte“
Welches Menschenleben ist wohl mehr wert ?