Kurz und knapp – darum geht’s

Ein Toter in Badehose an einem abgelegenen Waldsee stellt die Schweriner Kommissare Jens Hinrichs und Markus Tellheim vor ein Rätsel: Der angesehene Geophysiker Clemens Taschowski ist binnen kürzester Zeit erfroren. Rasch zeigt sich, dass sein Tod mit einer riesigen Schweinemastanlage zusammenhängt, die ein niederländischer Investor in der Gegend errichten will und gegen die sich das Gutachten des Professors aussprechen sollte. Hatten Investor Gerrit van Zachten und Schrotthändler Rene Wolf, dem das Gelände gehört, Grund, den unbequemen Wissenschaftler loszuwerden? Doch dann stellt sich heraus, dass Taschowski seine Expertise kurz vor seinem Tod selbst vernichtet hat. Plötzlich geraten ganz andere ins Blickfeld: eine kämpferische Tierschützerin und eine Wirtin mit großen Plänen …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schweineleben“

Mitten in der mecklenburgischen Seenplatte macht ein Postbote auf seiner Tour einen grausigen Fund: In der Nähe eines abgelegenen Waldsees liegt die Leiche von Clemens Taschowski, einem anerkannten Professor für Geophysik. Bekleidet ist der Tote lediglich mit einer Badehose, und alles spricht dafür, dass er binnen kürzester Zeit erfroren ist. Die Schweriner Kommissare Jens Hinrichs und Markus Tellheim haben schon Mühe, das Dorf Dagenow überhaupt zu finden. Vor Ort stoßen sie dann auf so viele Ungereimtheiten, dass an ein Unglück kaum noch zu denken ist.

Bald wird klar, dass der Fall eng mit einem Großprojekt verknüpft ist, das die Gegend spaltet. Ein niederländischer Investor will hier eine industrielle Schweinemastanlage für 100.000 Tiere hochziehen. Was für die einen dringend benötigte Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region bedeutet, ist für die Tierschützer im Umland ein rotes Tuch – und nicht nur für sie. Ausgerechnet Taschowski arbeitete in seinen letzten Lebenstagen im Auftrag einer Tierschutzorganisation an einem Gutachten, das sich gegen den Bau richten sollte. Doch von den Unterlagen fehlt im TV-Krimi „Schweineleben“ jede Spur.

Für die Tierschützerin Irina Schramm steht der Schuldige fest: Rene Wolf, der sogenannte „Eisenwolf“. Dem Schrotthändler gehören die alten Mastställe aus DDR-Zeiten, die zur modernen Anlage umgebaut werden sollen, und er hat ein handfestes Interesse daran, das Gelände möglichst bald gewinnbringend zu verkaufen. In Irinas Augen ist er nichts weiter als ein Handlanger des Investors Gerrit van Zachten. Hinrichs stattet Wolf einen Besuch ab, doch so sehr er auch bohrt: Über Mutmaßungen kommt er nicht hinaus, konkrete Indizien findet er keine.

Tellheim fühlt derweil dem Investor selbst auf den Zahn. Van Zachten versichert, er habe sich mit dem Professor geeinigt, seinem Vorhaben stehe nichts mehr im Wege. Beraten wurde er dabei von Dr. Armin Körber, Anwalt und zugleich Abgeordneter im Landtag. Der Politiker treibt das Projekt mit Nachdruck voran – schließlich soll die Anlage mehr als hundert neue Jobs schaffen, und davon gibt es in der Region nicht viele.

Dann aber gerät im NDR-Polizeiruf „Schweineleben“ die bisherige Theorie ins Wanken: Taschowski hat sein Gutachten kurz vor seinem Tod selbst vernichtet. Damit verliert das Motiv von Investor und Grundbesitzer schlagartig an Gewicht, und die beiden Ermittler müssen sich nach anderen Beweggründen umsehen. Wollte Irina Schramm dem Professor eine Lektion erteilen? Oder hat Wiebke Perlach etwas mit seinem Tod zu tun? Die Kneipenwirtin will ihr Haus zu einem Wellness-Hotel ausbauen, und dafür käme eine Mastanlage in der Nachbarschaft denkbar ungelegen …

Hinter den Kulissen

„Schweineleben“ ist die 299. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und führt das Schweriner Ermittlerduo in die mecklenburgische Provinz. Für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) ist es bereits der 30. Fall, für seinen Kollegen Markus Tellheim (Felix Eitner) der sechste. In den Episodenrollen sind unter anderem Margarita Breitkreiz als Tierschützerin Irina Schramm, Geno Lechner als Wirtin Wiebke Perlach, Stephan Szász als Schrotthändler Rene Wolf und Thomas Morris als Investor Gerrit van Zachten zu sehen.

Regie führte Eoin Moore, das Drehbuch stammt von Rolf Greulich. Produziert wurde der Film von AllMedia Pictures im Auftrag des NDR, für die Produktion zeichnete Heike Richter-Karst verantwortlich. Hinter der Kamera stand Bernd Löhr, den Schnitt besorgte Antje Zynga, und die Musik kommt von Kai-Uwe Kohlschmidt und Warner Poland.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Kriminalhauptkommissar Markus Tellheim – Felix Eitner
Irina Schramm, Tierschützerin – Margarita Breitkreiz
Wiebke Perlach, Kneipenwirtin – Geno Lechner
Rene Wolf, „Eisenwolf“, Schrotthändler – Stephan Szász
Dr. Niethnagel, Gerichtsmedizinerin – Katharina Heyer
Dr. Armin Körber, Anwalt und Landtagsabgeordneter – Bernd Stegemann
Gerrit van Zachten, Investor – Thomas Morris
Mirko – Christoph Bernhard
Matthes, Postbote – Max Mauff
Ellen, Landwirtin – Hildegard Schroedter
Horst Riesbeck, Landwirt – Heiko Pinkowski
Dorfbewohner – Gunnar Helm
Kneipengast – Rainer Winkelvoss
LKW-Fahrer – Wolfgang S. Zechmayer
u. v. a.

Stab

Regie – Eoin Moore
Drehbuch – Rolf Greulich
Produktion – Heike Richter-Karst
Musik – Kai-Uwe Kohlschmidt, Warner Poland
Kamera – Bernd Löhr
Schnitt – Antje Zynga
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures, im Auftrag des NDR