Kurz und knapp – darum geht’s

Während für die Sprengung einiger Altbauten die Umgebung samt benachbarter Betriebe geräumt wird, wollen Georg Polte und sein Freund Detlef Franzius im VEB Plaste einen Panzerschrank voller Edelmetalle, Geld und Industriediamanten knacken. Doch statt der erhofften Beute finden sie nur Akten und einen Schlüsselbund – und die Detonation schneidet ihnen den Fluchtweg ab. Für die Polizei ein leichter Fang. Erst als kurz darauf in anderen Betrieben Geldschränke ausgeräumt werden, ahnen Oberleutnant Jürgen Hübner und Leutnant Vera Arndt, dass hinter dem missglückten Bruch mehr steckt. Polte allerdings schweigt beharrlich, und Hübner plagt sich obendrein mit einem schmerzenden Zahn. Wer hat die beiden kleinen Gauner vorgeschickt, damit sie für andere die Beute aufspüren …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Trüffeljagd“

Wenn ganze Straßenzüge menschenleer sind, schlägt die Stunde der Gelegenheitsdiebe: Für die Sprengung mehrerer Altbauten werden die Häuser ringsum und die benachbarten Betriebe evakuiert. Georg Polte kommt das gerade recht. In der kommenden Woche muss er eine Haftstrafe wegen Einbruchs antreten, und vorher will er noch einen letzten, absolut sicheren Coup landen. Der Tipp, den er bekommen hat, klingt verlockend: Im Panzerschrank des VEB Plaste sollen Edelmetalle, Bargeld und Industriediamanten lagern – und während der Sperrzeit hätte er alle Ruhe der Welt, das Stahlungetüm aufzuschweißen.

Allein will Polte die Sache im Polizeiruf 110 „Trüffeljagd“ allerdings nicht durchziehen. Er überredet seinen Freund Detlef Franzius, der nur widerwillig mitmacht – kein Wunder, denn der Ex-Häftling leidet unter Klaustrophobie und ist genau deshalb vorzeitig aus dem Gefängnis gekommen. Polte dagegen hat an alles gedacht: Schweißgerät und zwei Gasflaschen stehen bereit, und für sich und seinen Komplizen hat er sogar die gleiche Kleidung besorgt.

Über eine unverschlossene Deckenluke gelangen die beiden in den Tresorraum, und Polte macht sich an die Arbeit. Doch als der Schrank endlich offen ist, folgt die Ernüchterung: Statt Diamanten nur Aktenstapel, dazu in einem Sonderfach ein Schlüsselbund. Dann kracht es draußen – die Sprengung lässt die Luke zufallen, und die Ganoven sitzen in der Falle. Für Detlef wird der verschlossene Raum zum Albtraum, er gerät in Panik, während Polte verzweifelt versucht, die Tür aufzuschweißen. Befreit werden sie schließlich von den Arbeitern der Brigade um Peter Bittner, die die Zwangspause bei Bier und Flirts mit der Serviererin in der Gaststätte „Einhorn“ verbracht haben und nun an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Polte ergreift die Flucht, kommt aber nicht weit.

Was folgt, ist ein Verhör mit Hindernissen. Oberleutnant Jürgen Hübner ist nur halb bei der Sache, denn ein Zahn quält ihn, und ausgerechnet auf dem Behandlungsstuhl erreicht ihn immer wieder der Ruf zum nächsten Einsatz. Polte tischt ihm derweil eine eigenwillige Version auf: Er sei Detlef nur gefolgt, um den Freund von der Tat abzuhalten, und dabei mit ihm eingesperrt worden. Detlef selbst kann dazu nichts mehr sagen. Das Erlebnis hat ihn so schwer getroffen, dass er bei der Vernehmung nur noch wirr redet und in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen wird.

Eigentlich scheint der missglückte Bruch damit erledigt. Doch kurz darauf werden in zwei anderen Betrieben Geldschränke ausgeräumt – ohne jede Einbruchsspur. Und irgendwie, so viel wird schnell klar, spielt dabei der Schlüsselbund eine Rolle, den Polte im Tresorraum achtlos beiseitegeworfen hat. Hübner dämmert, dass der kleine Ganove nur vorgeschickt wurde: wie ein Trüffelschwein, das die Delikatesse zwar aufspürt, sie aber nicht für sich behalten darf. Zusammen mit Leutnant Vera Arndt fragt er sich im TV-Krimi „Trüffeljagd“, wer tatsächlich die Fäden gezogen hat. Doch Polte hält dicht und verrät nicht, von wem der Tipp stammt.

Erst als Hübner ihm Videoaufnahmen des Freundes aus der Klinik vorführt, fasst Polte einen Entschluss: Er will die Angelegenheit auf eigene Faust in Ordnung bringen. Sein Weg führt ihn ins winterliche Thüringen, wohin auch die Brigade Bittner zu einem Ausflug aufgebrochen ist …

Hinter den Kulissen

„Trüffeljagd“ ist die 75. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110, in der gleich vier Ermittler im Einsatz sind: Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 47. Fall, für Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) der 44. und für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) der 35. Manfred Bergmann (Jürgen Zartmann) ermittelt erst zum vierten Mal.

In den Episodenrollen sind unter anderem Ulrich Thein als Georg Polte und Henry Hübchen als Detlef Franzius zu sehen. Helmut Krätzig schrieb nicht nur das Drehbuch und führte Regie, sondern übernahm auch selbst eine kleine Rolle.

Gedreht wurde unter dem Arbeitstitel „Der Trick“ vom 1. Dezember 1980 bis Mitte Februar 1981 – in Berlin-Friedrichshain, in Karl-Marx-Stadt sowie in Breitenbrunn, Erlabrunn und Oberwiesenthal. Produktionsunternehmen war das Fernsehen der DDR. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 58,9 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Manfred Bergmann – Jürgen Zartmann
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Georg Polte – Ulrich Thein
Charlotte („Lottchen“), Serviererin – Renate Blume
Detlef Franzius, Poltes Freund – Henry Hübchen
Frau Gunkel – Regina Beyer
Bernd Gunkel, Arbeiter – Günter Junghans
Peter Bittner, Arbeiter – Dietmar Richter-Reinick
Ralph Kaspar, Arbeiter – Jürgen Trott
Frau Kaspar – Susanne Düllmann
Zahnarzt – Franz Viehmann
Wirt der Gaststätte – Jürgen Heinrich
Fahrer der K – Oskar Daum
Kriminalist – Wolfgang Ernst
Hausmeisterin – Hilde Kneip
Hausmeister in der Schneehütte – Helmut Krätzig
Kriminalist – Wolfgang Kühne
Zahnärztin – Katrin Lehmann
VP-Wachtmeister – Günter Maass
Herr Sachs – Dieter Memel
Janine Bittner – Kati Pfau
Reinigungskraft im Polystyrolwerk – Sabine Scharf
Reinigungskraft im Werk Elaste II – Wolfgang Sonnefeld
Arbeiter bei der Sprengung – Helmut Wenzlau
Angestellter im VEB Plaste – Reiner Wolski
u. v. a.

Stab

Regie – Helmut Krätzig
Drehbuch – Helmut Krätzig
Produktion – Lutz Clasen
Musik – Hermann Anders
Kamera – Walter Küppers
Schnitt – Gerti Gruner
Kostüm – Ilona Zauleck
Filmbauten – Heinz Leuendorf
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR

Bild:HR Fernsehen / Herbert Schulze