Kurz und knapp – darum geht’s
Drei Jahre hat Bernd Broske hinter Gittern verbracht, weil er seiner Frau Angela um jeden Preis ein Leben im Wohlstand bieten wollte – notfalls auch mit Diebstählen. Als er vorzeitig freikommt, wartet im Spreewald allerdings keine sehnsüchtige Ehefrau auf ihn: Angela hat sich längst in einen anderen Mann verliebt, es ihm aber nie zu sagen gewagt. Als Broske die beiden zusammen überrascht, eskaliert die Lage, und kurz darauf steht das Haus der Broskes in Flammen. Für Hauptmann Peter Fuchs und Oberleutnant Manfred Bergmann beginnt die Jagd nach zwei Flüchtigen: Broske und seinem früheren Zellennachbarn Wilhelm Gurak. Doch die beiden sind sich unterwegs alles andere als einig …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Albtraum“
Ein eigenes Haus im Spreewald und eine Frau, der es an nichts fehlen soll: Bernd Broske hat sich ganz der Vorstellung verschrieben, seiner Angela ein Leben im Luxus zu ermöglichen. Mit ehrlicher Arbeit allein lässt sich dieser Traum allerdings nicht verwirklichen, und so greift Broske zu unlauteren Mitteln – bis er bei einem Einbruch erwischt wird. Festgenommen hat ihn damals Manfred Bergmann, inzwischen Oberleutnant, und für Broske geht es für mehrere Jahre ins Gefängnis.
Nach drei Jahren öffnen sich die Gefängnistore für ihn – früher als geplant. Draußen steht jedoch nicht seine Frau, sondern Wilhelm Gurak, mit dem er sich die Zelle geteilt hat und der sich ihm kurzerhand anschließt. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg in den Spreewald. Doch das Haus der Broskes ist leer, und ein Blick in den Kalender zeigt, dass Angela ihren Mann erst in der kommenden Woche zurückerwartet hat. Was sich in seiner Abwesenheit verändert hat, davon hat Broske keine Vorstellung.
Denn Angela hat ihr Herz längst verschenkt: Josef Hansen, Schichtingenieur aus Leipe, will sie heiraten. Ihrem Mann hat sie davon bislang kein Wort gesagt – sie wollte ihm die Zeit in Haft nicht noch schwerer machen und die Aussprache erst nach seiner Entlassung suchen. Dass Broske schon jetzt zurück ist, weiß sie nicht. Ausgerechnet als die beiden Männer losziehen, um Zigaretten zu besorgen, entdecken sie Angela und ihren neuen Freund beim Tanz in einer Gaststätte. Im Haus der Eheleute treffen die vier schließlich aufeinander, und die Nacht im TV-Krimi „Albtraum“ endet in einer Verzweiflungstat.
Bergmann erfährt unterdessen von seiner Freundin Sandra, dass Broske wieder auf freiem Fuß ist: Sie hat ihn mit einem unbekannten Begleiter vor dem Lokal gesehen, in dem auch Angela mit einem anderen Mann saß. Sicherheitshalber fährt der Oberleutnant nachts, kurz vor Schichtbeginn, am Haus der Broskes vorbei – und findet es in hellen Flammen. Unter Einsatz seines Lebens holt er Angela aus dem brennenden Gebäude, doch sie zeigt kein Lebenszeichen mehr. Als die Feuerwehr den Brand gelöscht hat, stößt sie in den verkohlten Überresten auf einen Toten: Josef Hansen.
Nun wird Hauptmann Peter Fuchs von der Mordkommission hinzugezogen. Die Fahndung nach Broske und Gurak läuft an, die Straßen werden kontrolliert, und Schritt für Schritt ziehen die Ermittler im Polizeiruf 110 „Albtraum“ das Netz um die beiden Männer enger. Ihre Rechnung: Früher oder später werden sich die Flüchtigen einen Fehler leisten. Und so einträchtig Broske und Gurak aufgebrochen sind – auf der Flucht wird aus den einstigen Zellengenossen bald ein zerstrittenes Gespann …
Hinter den Kulissen
„Albtraum“ ist die 71. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 45. Fall, für Manfred Bergmann (Jürgen Zartmann) erst der zweite. Mit von der Partie ist außerdem Oberstleutnant Fischer (Dietrich Körner). In den zentralen Episodenrollen sind Dieter Mann als Bernd Broske, Volkmar Kleinert als Wilhelm Gurak und Renate Blume als Angela Broske zu sehen.
Regie führte Peter Vogel, der im Film zudem selbst als Kriminalist vor der Kamera steht; das Drehbuch stammt von Fred Unger. Produziert wurde der Krimi von der DEFA für das Fernsehen der DDR, der Arbeitstitel lautete „Action“.
Gedreht wurde vom 11. März bis zum 14. Mai 1980 in Cottbus, an verschiedenen Orten im Spreewald, in Potsdam-Babelsberg sowie in Dresden, unter anderem im Hauptbahnhof. Die Gaststätte, in der ein Teil der Handlung spielt, trägt im Film übrigens keinen einheitlichen Namen: In den Dialogen ist mal vom „Krug“, mal von der „Spreewaldperle“ die Rede, über der Tür steht dagegen „Café Venedig“ – das Lokal befindet sich in Lehde.
Bei ihrer Erstausstrahlung erreichte die Folge eine Zuschauerbeteiligung von 52,6 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Manfred Bergmann – Jürgen Zartmann
Oberstleutnant Fischer – Dietrich Körner
Bernd Broske – Dieter Mann
Wilhelm Gurak, Broskes Zellennachbar – Volkmar Kleinert
Angela Broske, Broskes Ehefrau – Renate Blume
Josef „Jupp“ Hansen, Schichtingenieur – Manfred Kranich
Oberleutnant Heimann – Dietmar Richter-Reinick
Leutnant Sander – Wilfried Pucher
Mutter Broske – Käthe Reichel
Oberschwester – Karin Beewen
Frau in der Kleingartensiedlung – Gertraud Last
Sandra Leschnikow, Bergmanns Freundin – Ellen Rappus
Nachbarin der Broskes – Anne Wollner
Kassierer der LPG – Hans Bergermann
Ernst Broske – Gert Grasse
Opa Berger – Wilhelm Gröhl
ABV im Brandhaus – Hans-Peter Jantzen
Transportpolizist – Michael Krieg-Helbig
Strafgefangener – Roland Kuchenbuch
Transportpolizist – Hans-Dieter Neumann
Bekannter der Familie Broske – Roland Seidler
Strafgefangener – Klaus-Jürgen Steinmann
Bekannter von Broske – Eckhart Strehle
Fahrer des Wäschereiwagens – Hans Strzelczyk
Nachbar der Broskes – Klaus Tilsner
Arzt an der Brandruine – Siegfried Wallendorf
Strafgefangener – Harald Warmbrunn
Rolf, Broskes Sohn – Falko Folz
Junge Frau – Inge Noack
Kriminalist – Peter Vogel
Junge Frau – Christine Weickardt
Nachbarin von Frau Broske – Theresia Wider
u. v. a.
Stab
Regie – Peter Vogel
Drehbuch – Fred Unger
Produktion – Irene Ikker
Musik – Hermann Anders
Kamera – Peter Süring
Schnitt – Helga Krause
Kostüme – Dorit Gründel
Filmbauten – Heinz Leuendorf
Produktionsunternehmen – DEFA, für Fernsehen der DDR










Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 4 Tagen).
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