Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Dienstwagen, zerschellt an einem Baum, die Ladung zur Hälfte verschwunden, daneben ein schwer verletzter Mann: Für Hauptmann Peter Fuchs und Leutnant Berger sieht der Fall zunächst eindeutig aus. Klaus Born, erst vor Kurzem aus der Haft entlassen, soll gemeinsam mit einem Komplizen das Fahrzeug der Kraftfahrerin Renate Müller gestohlen haben. Doch Born stirbt, bevor er etwas sagen kann, und vom Fahrer fehlt jede Spur. Während Berger unter den früheren Mithäftlingen des Toten bald einen passenden Verdächtigen ausmacht, kommen Fuchs Zweifel. Denn Born wollte ein neues Leben beginnen, und wer ihn kannte, gibt sich auffallend verschlossen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schranken“
Eine Bahnschranke, die sich partout nicht heben will, dahinter ein Waldstück – so unscheinbar beginnt ein Fall, der bald weite Kreise zieht. Völlig aufgelöst erreicht Renate Müller, Kraftfahrerin bei der GHG Technik, ihren Betrieb und meldet ihrem Vorgesetzten, dass ihr Wagen gestohlen worden sei. Ihre Schilderung: Weil an der geschlossenen Schranke einfach kein Zug kam, sei sie ausgestiegen, habe auf den Gleisen nach dem Rechten gesehen und sei kurz im Wald verschwunden. Plötzlich habe sie den Motor gehört – und nur noch zusehen können, wie ihr Fahrzeug davonfuhr.
Weit kommt der Wagen nicht. Wenig später wird er entdeckt, zertrümmert an einem Baum, die Hälfte der Ladung fehlt. Neben dem Wrack liegt ein Mann mit schweren Verletzungen: Klaus Born, der zwei Jahre hinter Gittern verbracht hat und erst seit Kurzem wieder auf freiem Fuß ist. Den Fall übernimmt Hauptmann Peter Fuchs, ausgerechnet jetzt von einem hartnäckigen Schnupfen geplagt, unterstützt von Leutnant Berger. Für die beiden Kriminalisten im Polizeiruf 110 „Schranken“ scheint das Geschehen zunächst leicht zu durchschauen, die Indizien sprechen eine deutliche Sprache: Born saß auf dem Beifahrersitz, der Mann am Steuer hat sich nach dem Unfall aus dem Staub gemacht. Auch Renate Müller meint sich zu erinnern, im davonfahrenden Wagen eine zweite Person gesehen zu haben.
Aussagen kann Born allerdings nicht mehr – er stirbt im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Also knöpfen sich Fuchs und Berger seine früheren Mithäftlinge vor. Willi Kuhn kann für die fragliche Zeit ein Alibi vorweisen. Peter Brück dagegen will lediglich spazieren gewesen sein, und als er sich bei einer späteren Befragung den Ermittlern durch Flucht entzieht, wird er für Leutnant Berger zum Hauptverdächtigen.
Hauptmann Fuchs mag sich mit der allzu glatten Lösung jedoch nicht anfreunden. Je genauer er sich mit Klaus Born beschäftigt, desto weniger will das Bild vom rückfälligen Dieb passen. Der Entlassene hatte sich vorgenommen, noch einmal ganz von vorn anzufangen, und seine Pläne und Vorbereitungen dafür vertragen sich schlecht mit einem Diebstahl auf offener Landstraße. Warum sollte jemand, der sich gerade ein neues Leben aufbauen will, kurz nach der Haft alles aufs Spiel setzen?
Schwer zu schaffen machen die Ereignisse unterdessen Renate Müller: Die Kraftfahrerin ist so mitgenommen, dass sie wegen Schocksymptomen krankgeschrieben wird. Und wo immer Fuchs nachhakt, ob bei Menschen aus Borns Umfeld oder bei den Zeugen, prallt er an unsichtbaren Barrieren ab. Der Hauptmann wird das Gefühl nicht los, dass man ihm Wesentliches verschweigt. Was hat sich in den Tagen vor dem Unfall tatsächlich abgespielt? Wieso saß Klaus Born überhaupt in dem Wagen? Und warum stürzt das Geschehen Renate Müller im TV-Krimi „Schranken“ in eine so tiefe Verzweiflung, dass sie daran denkt, sich das Leben zu nehmen …
Hinter den Kulissen
In der 77. Folge der Reihe Polizeiruf 110 ermittelt Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) bereits in seinem 48. Fall. Für Leutnant Berger (Holger Mahlich) bleibt es dagegen bei einem einzigen Einsatz. Petra Kelling spielt die Kraftfahrerin Renate Müller, Walter Plathe den Haftentlassenen Klaus Born; als dessen frühere Mithäftlinge Peter Brück und Willi Kuhn sind Wolfgang Winkler und Lutz Riemann zu sehen.
Regie führte Richard Engel, das Drehbuch stammt von Hans-Werner Honert. Gedreht wurde vom 5. März bis zum 5. Mai 1981, damals noch unter dem Arbeitstitel „Die Schranke“. Als Schauplätze dienten Berlin-Weißensee, Königs Wusterhausen, Werneuchen und Woltersdorf sowie die Galopprennbahn Hoppegarten. Für die Kostüme war Ursula Rumler verantwortlich, die Filmbauten schuf Karin Schmidt.
Seine Premiere erlebte der Film im 1. Programm des Fernsehens der DDR. Die Zuschauerbeteiligung lag bei 56,2 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Berger – Holger Mahlich
Renate Müller, Kraftfahrerin – Petra Kelling
Hans Müller – Günter Junghans
Ilona Brück – Ilona Grandke
Peter Brück – Wolfgang Winkler
Dispatcher – Werner Godemann
Christa, Mutter von Renate Müller – Helga Göring
Wilhelm Born – Ernst Kahler
Gerda Born – Ingrid Rentsch
Klaus Born – Walter Plathe
Willi Kuhn – Lutz Riemann
Schwiegervater von Peter Brück – Helmut Schellhardt
Dr. Hiller – Anne Wollner
Heidrun Brück – Franziska Pörschmann
Krankenschwester – Isa Sander-Wolter
Egon – Joachim Konrad
Zeuge – Michael Lucke
Inspektor Reichsbahn – Matthias Molter
Enrico Müller – Christian Otto
u. v. a.
Stab
Regie – Richard Engel
Drehbuch – Hans-Werner Honert
Produktion – Lutz Clasen
Musik – Bernd Wefelmeyer
Kamera – Bernd Sperberg
Schnitt – Marion Fiedler
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR









Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 4 Tagen).
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