Kurz und knapp – darum geht’s
Zwölf Jahre hat Walter Donat in einem DDR-Gefängnis gesessen, verurteilt wegen angeblicher Spionage und Fluchthilfe. Heute ist der einstige Frachterkapitän ein Mann ohne Lebensmut, der sich an die Flasche klammert. Da tauchen zwei alte Bekannte auf: Harry und Fred bieten an, ihm beim Herrichten des Hofes zu helfen, den er gerade geerbt hat. Doch die beiden interessieren sich vor allem für sein Geld – und schon bald werden Walter ein Kirchenraub, zwei Banküberfälle und schließlich sogar ein Mord zur Last gelegt. Die Kommissare Groth und Hinrichs nehmen die Ermittlungen auf, bis Groth mitten in der Arbeit einen Herzanfall erleidet und den Fall fortan vom Krankenbett aus verfolgen muss …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Alte Freunde“
Eigentlich sind die Kommissare Kurt Groth und Jens Hinrichs nur auf der Durchreise, als sie im Dorf Bandelwitz nach dem Weg fragen. Der Mann, der ihnen Auskunft gibt, heißt Walter Donat – und sein Leben liegt in Trümmern. Zwölf Jahre saß der frühere Kapitän eines Frachters in der DDR hinter Gittern, angeblich wegen Spionage und Fluchthilfe. Als er endlich freikam, hatte sich seine Frau längst einem anderen zugewandt. Seither greift Walter immer häufiger zur Flasche. Er wohnt noch bei seinen Eltern, obwohl ihm Tante Elli ein kleines Anwesen vererbt hat, das er herrichten könnte. Doch dazu fehlt ihm schlicht der Antrieb.
Seine Mutter hat ein einfaches Rezept parat: Eine neue Frau müsse her. Walter hat sogar schon eine im Auge – Hilke Adler, Kellnerin im Gasthaus „Grüner Baum“. Er überhäuft sie mit Geschenken, die sie nur widerwillig annimmt, bis sie ihm schließlich klarmacht, dass sie mit dem Wirt verheiratet ist. Walter lässt sich davon kaum beirren, und der Wirt sieht dem Werben um seine Frau nicht lange tatenlos zu.
In Lübeck, wo Walter seinen Jahren auf See nachtrauert, begegnet er zwei Männern aus seiner Haftzeit wieder: Harry und Fred. Beim gemeinsamen Trinken entgeht den beiden nicht, wie viel Geld der alte Kumpel bei sich trägt – von einer Erbschaft ist die Rede. Kurz darauf setzt ihn sein Vater wegen der ständigen Trunkenheit vor die Tür, und Walter zieht auf Tante Ellis Hof. Dort stehen bald auch Harry und Fred auf der Matte: Sie versprechen Hilfe bei der Instandsetzung, schenken Walter ein Motorrad und wollen ein paar Tage bei ihm unterkommen.
Dienstlich interessant wird Walter für Hinrichs, als der Betrunkene eine Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringt. Am Morgen wundert sich der Kommissar über das viele Bargeld, das sein Gast mit sich herumträgt, und stellt eine Verbindung zu zwei Banküberfällen her, die sich kürzlich in der Gegend ereignet haben. Als dann auch noch eine alte Engelsfigur aus der Dorfkirche verschwindet, hat der Polizeiruf 110 „Alte Freunde“ seinen nächsten Rätselfall – verwertbare Spuren gibt es kaum.
Unterdessen sucht Groth im Krankenhaus eine Frau auf, die bei einem der Überfälle verletzt wurde. Doch ausgerechnet dort streikt sein eigenes Herz: Der Kommissar erleidet einen Herzanfall, und die Ärzte behalten ihn gleich da. An seiner Stelle unterstützt nun Polizist Willy Holz die Ermittlungen. Groth allerdings denkt nicht daran, den Fall aus der Hand zu geben, und mischt im TV-Krimi „Alte Freunde“ vom Krankenbett aus weiter mit.
Und das ist auch nötig. Denn was mit einem Kirchenraub und zwei Überfällen begonnen hat, gipfelt bald in einem Mord – und alle Fäden scheinen bei Walter Donat zusammenzulaufen …
Hinter den Kulissen
„Alte Freunde“ ist die 175. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und zugleich der fünfte gemeinsame Fall für Kommissar Kurt Groth (Kurt Böwe) und Kommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle). Die zentrale Figur des Films ist jedoch der gestrandete Ex-Kapitän Walter Donat, gespielt von Peter Franke. Als seine alten Haftgenossen Harry Laskowsky und Fred Quade sind Rainer Luxem und Robert Hunger-Bühler zu sehen, Swetlana Schönfeld spielt die Kellnerin Hilke Adler.
Regie führte Markus Imboden, das Drehbuch schrieb Wolf-Heinrich Schulz. Produziert wurde der Film von der Polyphon Film- und Fernseh für den NDR. Für die Kostüme war Heidi Plätz verantwortlich, die Filmbauten stammen von Ulrich Isfort. Gedreht wurde in Brandenburg sowie in Schwerin und Umgebung.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 18,3 Prozent.
Besetzung
Kommissar Kurt Groth – Kurt Böwe
Kommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Walter Donat – Peter Franke
Harry Laskowsky – Rainer Luxem
Fred Quade – Robert Hunger-Bühler
Hilke Adler, Kellnerin – Swetlana Schönfeld
Wirt Adler – Günter Schubert
Willy Holz, Polizist – Hans Martin Stier
Walters Mutter – Marga Legal
Walters Vater – Werner Dissel
Fahrer – Kaspar Eichel
Frau Krüger – Rita Feldmeier
Dr. Katsch – Peter Groeger
Eva Storm – Marie Anne Fliegel
Dr. Stuber – H.H. Müller
Kagelmacher – Fritz Lichtenhahn
Adamek – Christian Steyer
Polizist – Ernst-Georg Schwill
Tina – Donata Höffer
u. v. a.
Stab
Regie – Markus Imboden
Drehbuch – Wolf-Heinrich Schulz
Produktion – Klaus-Dieter Zeisberg
Musik – Reinhard Staub
Kamera – Pio Corradi
Schnitt – Monika Wille
Produktionsunternehmen – Polyphon Film- und Fernseh, für NDR









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