Kurz und knapp – darum geht’s
Irgendwer zündelt in Saalfeld: Schon zum dritten Mal binnen kurzer Zeit brennt es in der thüringischen Kleinstadt, und die Bürger wollen endlich einen Schuldigen sehen. Unter besonderem Druck steht der ehrgeizige Kommissar Martin Markwardt, der zunächst den obdachlosen Andi im Visier hat. Nachweisen kann er ihm allerdings nichts. Dann tauchen Indizien auf, die in eine Richtung weisen, die Markwardt nicht gefallen kann: zu seinem Schwiegervater Grabowski, der ihn seit jeher für unfähig hält. Als bei einem weiteren Feuer ein Mensch ums Leben kommt, übernimmt Hauptkommissar Beck von der Mordkommission den Fall. Doch Markwardt behält für sich, was er weiß, und für ihn und seine Familie steht bald weit mehr auf dem Spiel als nur seine Karriere …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schwelbrand“
In Saalfeld geht die Angst um: Zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit hat ein Feuer die thüringische Kleinstadt in Aufruhr versetzt, und wieder war bei der Brandstiftung „Russensprit“ im Spiel. Diesmal hat es ein denkmalgeschütztes Backhaus erwischt, von dem nur noch eine Ruine übrig ist. Das Grundstück gehört ausgerechnet Grabowski, dem Schwiegervater von Kommissar Martin Markwardt. Der junge Polizist nimmt die Ermittlungen im Polizeiruf 110 „Schwelbrand“ auf und merkt schnell, wie ungeduldig man in der Stadt auf einen Schuldigen wartet. Erfolge müssen her, und zwar bald.
Dabei hat Markwardt schon privat genug am Hals. Gemeinsam mit seiner Frau Elke hat er sich ein Haus gebaut, doch die fälligen Raten an die Bank kann er kaum noch stemmen. Dass Elke die jüngsten Rückstände beglichen hat, und zwar mit Geld von ihrem Vater, kratzt gewaltig an seinem Stolz. Denn Grabowski war von Anfang an gegen die Hochzeit seiner Tochter und traut seinem Schwiegersohn bis heute nichts zu. Und nun soll Markwardt ausgerechnet ein Feuer auf dem Grund jenes Mannes aufklären, der ihn für einen Nichtsnutz hält.
Seinen ersten Verdacht richtet Markwardt auf Andi, einen obdachlosen jungen Mann, der zusammen mit Gerold als Straßenmusiker unterwegs ist. Der Kommissar heftet sich an Andis Fersen und lässt nicht locker. Doch so sehr er auch sucht, einen Beweis dafür, dass Andi die Brände gelegt hat, findet er nicht. Die Ermittlungen treten auf der Stelle, und der Druck auf Markwardt wächst.
Dann erfährt Markwardt eher zufällig etwas, das ihn stutzig macht: Kurz nach dem Feuer hat sein Schwiegervater das Grundstück mit der Ruine für Millionen an den Investor Sanora verkauft. Der braucht das Gelände unbedingt für den Bau eines Klinikums, und das unter Denkmalschutz stehende Backhaus stand dem Geschäft im Weg. Ein Brand, der dem Eigentümer ein Vermögen einbringt? Markwardt beginnt, gegen den eigenen Schwiegervater zu ermitteln, und lässt auf dessen Schrottplatz eine Benzinprobe aus einem der Fässer abfüllen und analysieren. Bald gibt es für ihn im MDR-Polizeiruf „Schwelbrand“ keinen Zweifel mehr: Die Spur führt mitten in seine Familie.
Da lodern erneut Flammen auf, und diesmal kostet der Brand einen Menschen das Leben. Nun ist die Mordkommission gefragt: Hauptkommissar Günter Beck übernimmt den Fall und muss praktisch bei null anfangen, denn von seinem Kollegen erfährt er nichts. Markwardt weiß, wer hinter den Bränden steckt, und hüllt sich dennoch in Schweigen. Ein Schweigen, dessen Folgen für ihn und seine Familie niemand absehen kann …
Hinter den Kulissen
„Schwelbrand“ ist die 171. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. Für Hauptkommissar Beck (Günter Naumann) ist es der neunte Fall, für Kommissar Martin Markwardt (Til Schweiger) dagegen der erste und zugleich einzige. Für den späteren Tatort-Kommissar Schweiger blieb es sein einziger Einsatz als Ermittler. In weiteren Rollen sind Anne-Sophie Briest als Elke Markwardt und Gerd Preusche als Grabowski zu sehen.
Regie führte Petra Haffter, das Drehbuch stammt von Michaela Bach und Jörg Schade, produziert wurde der Film für den MDR. Gedreht wurde vor allem in Saalfeld, außerdem in Meura, Bad Blankenburg und in der Umgebung von Königs Wusterhausen. Für die Kostüme war Joyce Tan verantwortlich, die Filmbauten entwarf Lothar-Hermann Schneider.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 18,8 Prozent. Später tauchte die Folge selbst noch einmal im Polizeiruf auf: Im Jubiläumsfall „Kurschatten“ von 2001 läuft „Schwelbrand“ in einer Szene im Fernsehen. Und als Saalfeld im November 2008 das 800-jährige Bestehen seines Stadtrechts feierte, stand der vor Ort gedrehte Krimi auf dem Programm einer Saalfelder Filmnacht.
Besetzung
Hauptkommissar Beck – Günter Naumann
Kommissar Martin Markwardt – Til Schweiger
Grabowski, Markwardts Schwiegervater – Gerd Preusche
Elke Markwardt, Markwardts Frau – Anne-Sophie Briest
Wiesner, Markwardts Mitarbeiter – Vladimir Weigl
Andi, Straßenmusiker – Thomas Nicolai
Gerold, Straßenmusiker – Asad Schwarz
Frau Strathe – Marie Anne Fliegel
Helga Köster, Grundbuchamt – Ilona Schulz
Brandmeisterin – Petra Ehlert
Kriminaltechniker – Harry Baer
Bürgermeisterin – Barbara Stanek
Gerichtsmedizinerin – Julia Lindig
Bauleiter – Günter Bothur
Bankangestellter – Bernd Vollbrecht
u. v. a.
Stab
Regie – Petra Haffter
Drehbuch – Michaela Bach, Jörg Schade
Produktion – Karl-Heinz Staamann
Musik – Stefan Warmuth
Kamera – Jürgen Heimlich
Schnitt – Inge Schneider, Nicola Undritz
Produktionsunternehmen – MDR





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