Kurz und knapp – darum geht’s
Ein nächtlicher Anruf reißt Kriminaloberkommissar Thomas Grawe aus dem Schlaf und führt ihn geradewegs in die eigene Familie: Vor dem Haus seiner Nichte Iris wurde deren Ex-Mann tot aufgefunden, der Vater ihrer beiden Töchter. Iris berichtet von zwei zwielichtigen Männern, die den Toten bis in ihre Wohnung verfolgt und sich mit ihm geprügelt hätten. Rainer Asch, der in jener Nacht bei ihr war, bestätigt ihre Version. Doch für Grawe passt längst nicht alles zusammen. Wer sind die beiden Unbekannten? Was verbindet Iris mit Asch? Und dann ist da noch das Geheimnis seiner Nichte, die tagsüber Mutter zweier Kinder ist und nachts als Callgirl arbeitet …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Grawes letzter Fall“
Es ist mitten in der Nacht, als Kriminaloberkommissar Thomas Grawe aus dem Schlaf gerissen wird. Am Telefon ist seine Nichte Iris Karsubke, die Tochter seines vor zehn Jahren verstorbenen Bruders, und was sie ihm mitteilt, macht ihn schlagartig wach: Sie sei in einen Todesfall verwickelt. Vor ihrem Haus in Halle wurde Nierendorf gefunden, leblos – ihr Ex-Mann und der Vater ihrer beiden kleinen Töchter. Damit beginnt für den Ermittler im MDR-Polizeiruf „Grawes letzter Fall“ eine Arbeit, bei der sich Dienstliches und Privates von Anfang an kaum auseinanderhalten lassen.
In der Wohnung trifft Grawe nicht nur auf Iris. Bei ihr ist Rainer Asch, ein Verlagsvertreter, den sie ihrem Onkel als ihren Verlobten vorstellt. Was in den Stunden zuvor geschehen sein soll, schildert Iris so: Nierendorf sei bei ihr aufgetaucht, weil er Geld von ihr wollte. Allerdings kam er nicht allein – zwei zwielichtige Männer hätten ihn bis in die Wohnung verfolgt. Dort sei es zu einer handfesten Schlägerei gekommen, die sich anschließend draußen vor dem Haus fortgesetzt habe. Asch bestätigt ihre Angaben.
Auf den ersten Blick ergibt das eine stimmige Geschichte, und doch bleiben für den Kommissar zu viele Fragen offen. Wer sind die beiden Fremden, mit denen sich Nierendorf angelegt haben soll, und was wollten sie von ihm? In welcher Beziehung steht Iris tatsächlich zu Rainer Asch? Und warum gibt ihm ausgerechnet seine eigene Nichte immer neue Rätsel auf?
Dass Grawe in einem Fall ermittelt, der seine Verwandtschaft betrifft, behagt Kriminalrat Bass überhaupt nicht. Der Vorgesetzte hat wegen der familiären Nähe erhebliche Bedenken, überlässt seinem Kriminalisten die Ermittlungen aber dennoch. Für Grawe wird das zur heiklen Gratwanderung: Als Polizist muss er professionelle Distanz wahren, obwohl eine der wichtigsten Zeuginnen zur Familie gehört – und jeder Fehler würde ihm als Befangenheit ausgelegt.
Hinzu kommt, dass diese Zeugin ein Leben mit zwei Gesichtern führt. Tagsüber kümmert sich Iris um ihre Töchter, nachts verdient sie ihr Geld als Callgirl. Im TV-Krimi „Grawes letzter Fall“ macht dieses Doppelleben die ohnehin verworrene Lage für den Onkel und Ermittler nicht gerade übersichtlicher. Noch liegt vieles an dieser Nacht im Dunkeln, und Grawe steht vor einer Suche nach der Wahrheit, bei der er sich nicht von seinen Gefühlen leiten lassen darf …
Hinter den Kulissen
Mit diesem Film nimmt Kriminaloberkommissar Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) seinen Abschied aus der Reihe: In der 176. Folge des Polizeiruf 110 ermittelte er zum 32. und letzten Mal. Als die Episode erstmals gezeigt wurde, stand mit dem Duo Schmücke/Schneider bereits fest, wer beim MDR-Polizeiruf seine Nachfolge antreten würde. Ganz verschwunden ist die Figur danach allerdings nicht: 2004 taucht Grawe in der Folge „Ein Bild von einem Mörder“ noch einmal auf, in einer Nebenrolle als Privatdetektiv.
An seiner Seite spielen Annett Kruschke als Nichte Iris Karsubke, Matthias Ponnier als Rainer Asch und Joachim Zschocke als Kriminalrat Bass. Regie führte Christian Steinke, das Drehbuch schrieb Wolfgang Brenner.
Produziert wurde der Krimi von der Saxonia Media Filmproduktion für den MDR. Die Dreharbeiten fanden in Halle und Umgebung sowie in den Studios des MDR Leipzig statt. Für die Kostüme waren Irmgard Fischer und Ulrike Stelzig verantwortlich, die Ausstattung übernahm Christa Köppen. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 19,5 Prozent.
Besetzung
Kriminaloberkommissar Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Kriminalrat Bass – Joachim Zschocke
Iris Karsubke, Grawes Nichte – Annett Kruschke
Rainer Asch, Verlagsvertreter – Matthias Ponnier
Herr Nierendorf – Torsten Ranft
Karla – Ulrike Mai
Stans – Lutz Teschner
Meppen – Henning Peker
Gudrun – Julia Jäger
Gudruns Mann – Dietmar Huhn
alte Nachbarin – Marga Legal
Ole Puppe
Karl-Fred Müller
Stanislaw Brankatschk
Johannes Gabriel
u. v. a.
Stab
Regie – Christian Steinke
Drehbuch – Wolfgang Brenner
Produktion – Hans-Werner Honert
Musik – Rainer Rohloff
Kamera – Jürgen Heimlich
Schnitt – Margrit Schulz
Kostüm – Irmgard Fischer, Ulrike Stelzig
Ausstattung – Christa Köppen
Produktionsunternehmen – Saxonia Media Filmproduktion, für MDR





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