Kurz und knapp – darum geht’s
Eigentlich will Kommissar Kurt Groth seinen Urlaub mit Spaten und Saatgut verbringen: Auf Bitte der Heimleiterin legt er im Altenheim „Haus Humanitas“, wo er zufällig einen alten Schulfreund wiedergetroffen hat, einen Garten an. Sein Kollege Jens Hinrichs dagegen sehnt sich nach einem richtigen Fall, statt immer nur Kioskeinbrüche und gefälschte Rassehunde zu bearbeiten. Als eine junge Frau den Verdacht äußert, im Heim stimme etwas nicht, wittert Hinrichs endlich seine große Chance – und bittet den widerstrebenden Groth, sich zwischen Beeten und Speisesaal ein wenig umzusehen. Doch die Bewohner wirken zufrieden, die Küche ist erstklassig, und der verdeckt ermittelnde Hobbygärtner kann beim besten Willen nichts Auffälliges entdecken …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Über den Tod hinaus“
Ein Kiosk, der zum wiederholten Mal aufgebrochen wurde, und dahinter mal wieder nichts als Versicherungsbetrug: Hauptkommissar Jens Hinrichs hat die Nase gründlich voll. Bei seinem Vorgesetzten, Oberkriminalrat Dr. Stuber, macht er seinem Ärger Luft – schließlich kann er eine sehr gute Ausbildung und zahlreiche Weiterbildungen vorweisen, doch die wirklich spannenden Fälle zieht stets das LKA an sich. Von einem beruflichen Aufstieg kann so keine Rede sein. Und der nächste Auftrag ist kaum ein Trostpflaster: Hinrichs soll dem Import gefälschter Rassehunde aus Dänemark nachgehen – ausgerechnet er, der sich vor Hunden fürchtet.
Nur zu gern hätte er dabei Kurt Groth an seiner Seite. Doch der erfahrene Kollege hat ganz andere Pläne. Bei einem Angelausflug ist er zufällig im ehemaligen Gästehaus der Gewerkschaft gelandet, in dem heute unter dem Namen „Haus Humanitas“ ein Altenheim untergebracht ist. Man hat ihn dort zum Essen eingeladen, und unter den Bewohnern ist er unverhofft seinem alten Schulfreund Kurt wiederbegegnet. Als Heimleiterin Elisabeth von Esterhazy ihn bittet, auf einem ungenutzten Rasenstück einen Garten anzulegen, nimmt der passionierte Hobbygärtner kurzerhand Urlaub. Dass der Mann mit der Gartenschere im Brotberuf Kriminalbeamter ist, ahnt im Heim niemand.
Ob das Leben im Haus Humanitas wirklich so beschaulich ist, wie es von außen scheint, bezweifelt jedenfalls eine junge Frau aus Amerika. Sie ist angereist, um einen Angehörigen im Heim zu besuchen, doch der sei gerade verreist, heißt es. In seinem Zimmer stößt sie auf Einrichtungsgegenstände, die so gar nicht zu ihm passen wollen – und telefonisch hat sie ihn schon seit einem Jahr nicht mehr erreicht. Mit ihren Zweifeln wendet sie sich an die Polizei, und bei Hinrichs schrillen sofort alle Alarmglocken: Ist das endlich der spektakuläre Fall, auf den er so lange gewartet hat?
Als er im Polizeiruf 110 „Über den Tod hinaus“ dem Altenheim einen Besuch abstattet, staunt er nicht schlecht, denn zwischen den frisch angelegten Beeten werkelt ausgerechnet sein Kollege. Geistesgegenwärtig gibt sich Hinrichs gegenüber der Heimleiterin als Groths Sohn aus, der seinen Vater im Urlaub besuchen will. Groth hat wenig Lust, sich die freien Tage mit Dienstlichem verderben zu lassen. Widerwillig lässt er sich dennoch darauf ein, im Heim „undercover“ die Augen offen zu halten.
Was er zu sehen bekommt, gibt allerdings kaum Anlass zum Misstrauen. Die Zimmer sind teuer, doch Geldsorgen scheint keiner der Bewohner zu kennen, und in der Küche sorgt ein ehemaliger Fernsehkoch, der selbst im Heim lebt, für erlesene Mahlzeiten. Die Senioren sind eine skurrile Truppe, die gerade mit großem Eifer ein Bühnenprogramm für Kurts bevorstehenden Geburtstag einstudiert. Während Groth zwischen Salatköpfen und Speisesaal partout nichts Verdächtiges ausmachen kann, stößt Hinrichs im TV-Krimi „Über den Tod hinaus“ ausgerechnet bei der Generalprobe für die Geburtstagsfeier auf etwas, mit dem niemand gerechnet hat …
Hinter den Kulissen
„Über den Tod hinaus“ ist die 189. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für das Ermittlerduo Kurt Groth (Kurt Böwe) und Jens Hinrichs (Uwe Steimle) ist es der neunte gemeinsame Fall. Zur Seite stehen ihnen unter anderem Oberkriminalrat Dr. Stuber (H. H. Müller) sowie, auf der anderen Seite der Ermittlungen, Heimleiterin Elisabeth von Esterhazy (Ilse Neubauer), Heimärztin Dr. Klara Hansen (Irm Hermann) und Heimfriseur Rene Schmeidle (Tilo Prückner).
Regie führte Manfred Stelzer, der gemeinsam mit Gerd C. Möbius auch das Drehbuch verfasste. Produziert wurde der Film von der Polyphon Film- und Fernseh GmbH für den NDR, die Musik stammt von Hans-Jürgen Buchner. Für die Kostüme war Heidi Plätz verantwortlich, die Filmbauten entwarf Peter Bausch.
Gedreht wurde in Schwerin und Umgebung. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 17,3 Prozent.
Besetzung
Kommissar Kurt Groth – Kurt Böwe
Hauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Elisabeth von Esterhazy, Heimleiterin – Ilse Neubauer
Rene Schmeidle, Heimfriseur – Tilo Prückner
Renata Wollenschlager – Elsa Grube-Deister
Dr. Klara Hansen, Heimärztin – Irm Hermann
Kurt Baree – Otto Mellies
Oberkriminalrat Dr. Stuber – H. H. Müller
Gabriele Horn – Christel Peters
Tauberwein – Kurt Radeke
Christine Scholl – Christine Schorn
Juliane Groth – Gabriele Völsch
Frl. Weber (Enkelin) – Laura Tonke
Frau Matzke – Barbara Morawiecz
u. v. a.
Stab
Regie – Manfred Stelzer
Drehbuch – Gerd C. Möbius, Manfred Stelzer
Produktion – Barbara Beauvais
Musik – Hans-Jürgen Buchner
Kamera – Oliver Jakob
Schnitt – Hedy Altschiller
Kostüm – Heidi Plätz
Filmbauten – Peter Bausch
Produktionsunternehmen – Polyphon Film- und Fernseh GmbH, für NDR





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