Kurz und knapp – darum geht’s

Eine junge Kunststudentin ist tot in ihrer Wohnung, und ein Motiv ist nicht zu erkennen: Im Fall Verena Weißenborn tappen die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider zunächst im Dunkeln. Spuren gibt es am Tatort reichlich, eine heiße Fährte dagegen nicht. Dann stellt sich heraus, dass die Tote im dritten Monat schwanger war und ein Verhältnis mit ihrem Professor hatte. Hat Kunstprofessor Paulus, bekannt für seine Affären mit Studentinnen, sie deshalb umgebracht? Als die Presse pikante Enthüllungen über sein Privatleben verbreitet und an der Kunsthochschule offener Streit um ihn entbrennt, scheint vieles für diesen Verdacht zu sprechen. Doch auch andere hegen Groll gegen den Professor: Verenas Vater, dem Paulus einst die Stellung wegnahm, und eine Kommilitonin, die er für Verena verlassen hatte …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Heißkalte Liebe“

Ein Bad, das tödlich endet: Kunststudentin Verena Weißenborn wird leblos in ihrer Wohnung gefunden. Jemand hat einen elektrischen Heizstrahler zu ihr in die Badewanne geworfen. Dass es sich um Mord handelt, steht für die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider schnell fest. Am Tatort finden sich Spuren in Hülle und Fülle, doch keine davon erklärt, warum jemand der jungen Frau den Tod wünschte. Erst die Obduktion bringt eine Erkenntnis, die den Fall in ein neues Licht rückt: Verena war im dritten Monat schwanger. Wer ist der Vater des Kindes – und liegt hier der Schlüssel zum Motiv?

Einen ersten Fingerzeig liefern Verenas Eltern. Ihre Tochter hatte ein Verhältnis mit Professor Paulus, ihrem Lehrer an der Kunsthochschule – einem Mann, dem der Ruf vorauseilt, sich gern mit seinen jungen Studentinnen einzulassen. Für den Tatabend kann der Professor zwar ein Alibi vorweisen, einen Theaterbesuch, doch Schmücke erscheint das reichlich dünn. Zumal eine Journalistin ihn dort nur bis zur Pause gesehen hat. Als die Ermittler dann auch noch herausfinden, dass Paulus mit seinem auffälligen Wagen zur Tatzeit in der Nähe von Verenas Wohnung war, wird es eng für ihn. Nun gibt er zu, an jenem Abend tatsächlich zu ihr gewollt zu haben. Nur sei sie bei seiner Ankunft bereits tot gewesen.

Längst hat auch die Presse Witterung aufgenommen und stürzt sich auf den Skandal. In den Zeitungen ist zu lesen, Paulus habe schon vor vielen Jahren eine Affäre mit Verenas Mutter gehabt. Ihre Informationen bezieht die verantwortliche Journalistin von einem anonymen Anrufer, der sie mit immer neuen Hinweisen versorgt. Auch an der Kunsthochschule bleibt der Wirbel nicht ohne Folgen: Dort wird inzwischen offen um den Professor gestritten. Im Polizeiruf 110 „Heißkalte Liebe“ scheint sich das Netz um Paulus damit Stück für Stück zuzuziehen.

Doch gerade die Wucht dieser Kampagne macht Schmücke und Schneider stutzig. Will hier jemand gezielt eine falsche Fährte legen, um den Professor zu belasten? Gründe dafür gäbe es durchaus – etwa für Peter Weißenborn, den Vater der Toten. Ihm hat Paulus nicht nur Frau und Tochter verführt, sondern seinerzeit auch die berufliche Stellung weggeschnappt. Und dann ist da noch Sabrina Pohl, eine Mitstudentin Verenas. Sie war vor ihr mit dem Professor zusammen und musste mit ansehen, wie er ihr die Kommilitonin vorzog. Die beiden Kommissare nehmen beide genauer unter die Lupe.

Ein Professor mit zweifelhaftem Ruf, zwei Menschen mit offenen Rechnungen und ein Unbekannter, der im Hintergrund Stimmung macht – die Ermittler im MDR-Polizeiruf „Heißkalte Liebe“ müssen durchschauen, wer hier welches Spiel treibt. Und vor allem: was an jenem Abend in Verenas Wohnung wirklich geschehen ist …

Hinter den Kulissen

„Heißkalte Liebe“ ist die 192. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und der fünfte gemeinsame Fall für die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Eine Besonderheit des Duos verrät bereits die Besetzungsliste: Die beiden Kommissare tragen denselben Vornamen.

Rolf Liccini führte bei diesem Kriminalfilm aus dem Jahr 1997 nicht nur Regie, sondern stand zugleich hinter der Kamera. Das Drehbuch stammt von Thomas Knauf, die Musik schrieb Axel Donner. Produziert wurde der Film von Klaus André für die Neue deutsche Filmgesellschaft im Auftrag des MDR.

In der Rolle des umstrittenen Professors Paulus ist Peter Gavajda zu sehen, Mariella Ahrens spielt die getötete Kunststudentin Verena Weißenborn. Klaus-Peter Thiele verkörpert ihren Vater Peter Weißenborn, Patricia Schäfer die Studentin Sabrina Pohl und Tatjana Blacher die Journalistin, die über den Fall berichtet.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Edith Reger – Marita Böhme
Karla Weißenborn – Rita Feldmeier
Professor Paulus – Peter Gavajda
Verena Weißenborn, Kunststudentin – Mariella Ahrens
Peter Weißenborn, Verenas Vater – Klaus-Peter Thiele
Journalistin – Tatjana Blacher
Dirk Raabe – René Steinke
Sabrina Pohl, Studentin – Patricia Schäfer
Carlotta, Wirtin – Gudrun Okras
Redakteur – Jan-Gregor Kremp
Kriminaltechniker – Jürgen Reuter
Dr. Klaus Piepe, Rechtsmediziner – Klaus-Jürgen Steinmann
Kollege der Sitte – Hagen Henning
Pathologe – Jörg Rühl
Wachtmeister Pielitz – Michael Danisch
Student – Sigurd Bemme
Kunststudent – Thomas Schumann
Studentin – Ann-Cathrin Sudhoff
Sekretärin – Gudrun Piepenbring
u. v. a.

Stab

Regie – Rolf Liccini
Drehbuch – Thomas Knauf
Produktion – Klaus André
Musik – Axel Donner
Kamera – Rolf Liccini
Schnitt – Andreas Ehrig
Produktionsunternehmen – Neue deutsche Filmgesellschaft, im Auftrag des MDR