Kurz und knapp – darum geht’s

Schüsse in der Hallenser Diskothekenszene stellen die Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider vor einen verzwickten Fall: Die 17-jährige Kim Kober ist lebensgefährlich verletzt, und in ihrer Handtasche findet sich eine größere Menge Ecstasy. Alles deutet auf einen Revierkampf unter Drogenhändlern hin, zumal ein junger Augenzeuge namens Bastian prompt einen stadtbekannten Dealer belastet. Doch der ist nicht der einzige Verdächtige: Auch Willi Löwe, dessen Sicherheitsfirma sich in den Clubs der Saalestadt immer breiter macht, kann für die Tatzeit kein überzeugendes Alibi vorweisen. Und während Schmücke ausgerechnet jetzt einer alten Liebe über den Weg läuft, gerät der wichtigste Zeuge selbst ins Fadenkreuz …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Discokiller“

Wummernde Bässe, zuckendes Licht, ausgelassene Stimmung – und dann fallen Schüsse: Beim Besuch einer Hallenser Diskothek wird die 17-jährige Kim Kober von einem Unbekannten niedergeschossen. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kommt die junge Frau ins Krankenhaus, und schon der erste Blick in ihre Handtasche verleiht dem Fall eine brisante Note: Die Polizei stellt dort eine größere Menge Ecstasy sicher. Für die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider beginnt damit eine Ermittlung, die sie tief in das Nachtleben der Saalestadt hineinführt.

Was zunächst nach einer Abrechnung im Drogenmilieu aussieht, scheint sich rasch zu bestätigen. Schmücke gabelt den obdachlosen Bastian auf, der die Tat beobachtet haben will und mit seiner Aussage einen stadtbekannten Dealer namens Hofer belastet. Weil der junge Mann in einer ungeheizten Gartenlaube haust, nimmt der Kommissar ihn kurzerhand bei sich zu Hause auf – und bekommt so einen Mitbewohner, der die Ermittlungen aus nächster Nähe verfolgt und ihm hier und da unter die Arme greift. Hofer selbst räumt ein, Kim gehörig die Meinung gegeigt zu haben, weil er in seinem Revier keine Konkurrenz duldet. Gleich zur Waffe gegriffen habe er deswegen aber nicht.

Immerhin gelingt der Polizei ein Schlag gegen den Drogenhändler: Bei der Übernahme einer größeren Lieferung Ecstasy klicken die Handschellen. Den Anschlag auf Kim können die beiden Ermittler ihm allerdings nicht nachweisen. Stattdessen schwebt nun ihr Belastungszeuge in höchster Gefahr – Bastian entgeht nur mit knapper Not einem Mordanschlag.

Parallel nimmt Schneider einen Mann ins Visier, der in der Hallenser Clubszene zusehends an Einfluss gewinnt: Willi Löwe, den zwielichtigen Inhaber eines Sicherheitsunternehmens, das für seine drastischen Methoden bei der Auftragsbeschaffung bekannt ist. Kaum sind die Schüsse verhallt, unterschreibt Diskothekenbetreiber Schuwitt schon einen Vertrag mit Löwes Wachschutz, der ausgerechnet gegen Drogendealer vorgehen soll. Ein merkwürdiges Timing – zumal Löwe für die Tatzeit nur ein reichlich wackliges Alibi vorzuweisen hat. Im Polizeiruf 110 „Discokiller“ rückt damit ein zweiter Verdächtiger in den Fokus.

Und dann holt Schmücke auch noch die eigene Vergangenheit ein: Mitten in den Ermittlungen begegnet er Ulrike Blix wieder, einer alten Schulfreundin und einstigen Flamme. Sie ist aus den alten Bundesländern in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, um ihre Diskothekenkette auszubauen, und besitzt inzwischen selbst einen großen Club in Halle. Durchsichtiger wird der Fall durch dieses Wiedersehen allerdings nicht. Daheim ist Schmückes Freundin Edith Reger alles andere als erbaut darüber, dass die alte Liebe ihres Herbert plötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint.

Ein Dealer hinter Gittern, ein Sicherheitsmann mit dünnem Alibi, ein Zeuge, der um sein Leben bangen muss – an Fährten mangelt es im MDR-Polizeiruf „Discokiller“ wahrlich nicht. Doch wer hat in jener Nacht wirklich auf Kim Kober geschossen …

Hinter den Kulissen

„Discokiller“ ist die 204. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und zugleich der achte Fall für das hallesche Ermittlerduo Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Diesmal führt sie ihr Einsatz in die Diskothekenszene der Saalestadt, wo sie es unter anderem mit der Clubbesitzerin Ulrike Blix (Gila von Weitershausen), dem Sicherheitsunternehmer Willi Löwe (Heinz Werner Kraehkamp) und Diskothekenbetreiber Schuwitt (Rolf Zacher) zu tun bekommen. Als Schmückes Freundin Edith Reger ist Marita Böhme zu sehen.

Regie führte Marco Serafini, das Drehbuch stammt von Scarlett Kleint und Michael Illner. Die Musik komponierte Gast Waltzing, hinter der Kamera stand Sebastian Richter. Produziert wurde der Krimi von der Tellux-Film GmbH Dresden im Auftrag des MDR, gedreht wurde in Halle und Potsdam.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Ulrike Blix, Diskothekenbesitzerin – Gila von Weitershausen
Edith Reger, Schmückes Freundin – Marita Böhme
Bastian, Augenzeuge – Alexander Hosfeld
Gero Troll – Silvan-Pierre Leirich
Willi Löwe, Inhaber eines Sicherheitsunternehmens – Heinz Werner Kraehkamp
Schuwitt, Diskothekenbetreiber – Rolf Zacher
Hofer, Drogendealer – Gunnar Teuber
Kriminaltechniker – Stephan Ullrich
Navotzky, Edelnutte – Birgit Stojanow
Kim Kober – Inka Löwendorf
Prostituierte – Katja Bienert
Zoohändler – Fritz-Peter Lütyens
u. v. a.

Stab

Regie – Marco Serafini
Drehbuch – Scarlett Kleint, Michael Illner
Produktion – Georg Stingl
Musik – Gast Waltzing
Kamera – Sebastian Richter
Schnitt – Alfons Schröter
Produktionsunternehmen – Tellux-Film, im Auftrag des MDR