Kurz und knapp – darum geht’s
Im beschaulichen Volpe ist es vorbei mit der Ruhe: Hinter einer Reihe ungeklärter Zugunglücke im Bergischen Land und im Sauerland steckt ein Erpresser, der es auf die Bahn abgesehen hat, und eine Sonderkommission des BKA quartiert sich kurzerhand im Revier der Streifenpolizisten Siggi Möller und Kalle Küppers ein. Als wäre das nicht genug, zeigt Rentner Franz Plonner seinen Nachbarn wegen einer getöteten Taube an – und kurz darauf wird dieser Nachbar tot aufgefunden. Plonner gerät prompt in Verdacht. Doch so richtig bei der Sache sind die beiden Dorfpolizisten nicht: Siggi leidet unter dem Zerwürfnis mit Kommissarin Gabi und tröstet sich mit E-Mails an eine Unbekannte, während Kalle bei BKA-Beamtin Ulla einfach nicht landen kann …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „La Paloma“
Zwischen Volpe und Sülze wird aus einem gewöhnlichen Streifendienst unversehens der Ernstfall: Eben haben Siggi Möller und Kalle Küppers noch die Anzeige wegen eines gestohlenen Autos aufgenommen, da beobachten sie einen Unbekannten, der einen Strommast umsägt und auf die Bahngleise stürzen lässt. Nur weil die beiden Landpolizisten eingreifen, bleibt Schlimmeres aus. Der Vorfall passt in ein beunruhigendes Muster, denn in der Region häufen sich rätselhafte Zugunglücke. Alle Indizien deuten auf einen Serientäter, der die Bahn erpressen will und sich irgendwo zwischen Bergischem Land und Sauerland aufhält.
Mit der Beschaulichkeit auf dem Volpener Revier ist es damit vorbei. Eine Sonderkommission des Bundeskriminalamts rückt an und beansprucht einen Teil der Diensträume für sich – schließlich will man den Täter von hier aus zur Strecke bringen. Mit von der Partie ist die hochqualifizierte BKA-Beamtin Dr. Ulla Müller-Bertram. Der Erpresser hat seine Bedingungen unterdessen klar formuliert: Mehrere Millionen Mark in unterschiedlichen Währungen will er sehen, dazu eine genau festgelegte Menge Diamanten. Erst dann, so lässt er wissen, sollen die Anschläge aufhören.
Für Siggi und Kalle bleibt derweil das Tagesgeschäft – und das hat es im TV-Krimi „La Paloma“ durchaus in sich. Den Autodieb haben sie rasch geschnappt: Es ist Ricco, ein alter Bekannter der beiden und Freund der Nachtbarbesitzerin Alexis. Dann steht Rentner Franz Plonner auf der Matte, der seinen Nachbarn Wilhelm Griebnitz anzeigen will, weil der eine weiße Taube auf dem Gewissen haben soll. Als die Polizisten bei Griebnitz vorbeischauen, finden sie ihn tot vor. Für den Brieftaubenzüchter Plonner sieht es danach gar nicht gut aus: Ausgerechnet am Tattag hat er in einem Wutanfall mit einem Spaten das Gewächshaus des Nachbarn kurz und klein geschlagen. Und so wird aus dem Anzeigenden im Handumdrehen der Tatverdächtige.
Ganz bei der Sache sind die beiden Dorfpolizisten allerdings nicht. Siggi hat sich mit seiner Freundin Gabi von der Kölner Kripo überworfen, seit sie ihn betrogen hat – und dass die Kommissarin den Kollegen in Volpe einmal mehr zur Hand gehen muss, macht die Lage nicht gerade entspannter. Trost findet Siggi in poetischen E-Mails, die er unter dem Decknamen „Bachstelze“ an eine Unbekannte schickt, die sich „La Paloma“ nennt. Kalle wiederum setzt auf die direkte Tour und ist felsenfest davon überzeugt, dass Ulla seinem Charme nicht ewig widerstehen kann. Die BKA-Frau sieht das bislang allerdings ganz anders.
Bald sitzen Plonner und Ricco gemeinsam zur Vernehmung auf dem Revier, und den Rentner plagt dabei vor allem eine Sorge: Wer füttert jetzt seine Tauben? Zeit zum Durchatmen bleibt im WDR-Polizeiruf „La Paloma“ aber ohnehin nicht, denn der Erpresser wartet auf seine Diamanten – und in Volpe ahnt noch niemand, wie viel Unruhe die kostbaren Steine in die Kleinstadt bringen werden …
Hinter den Kulissen
In „La Paloma“ ermitteln die Streifenpolizisten Siggi Möller (Martin Lindow) und Kalle Küppers (Oliver Stritzel) bereits zum fünften Mal; an ihrer Seite steht erneut Andrea Sawatzki als Kölner Kommissarin Gabi Bauer. Schon der erste Fall des Duos, „1A Landeier“, war mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Regie führte Ulrich Stark, das Drehbuch stammt von Michael Fengler und Margot Rothkirch; produziert wurde der Film von der Bavaria Film im Auftrag des WDR.
Gedreht wurde vom 19. Januar bis zum 23. Februar 2000 bei eisigen Temperaturen in Brilon und vor allem in München. Volpe selbst gibt es nicht: Der Name der fiktiven Kleinstadt spielt klanglich auf die Kreisstadt Olpe an. Weil die Deutsche Bahn mit Blick auf ihr Image keine Drehgenehmigung erteilte, kamen Züge der Österreichischen Bundesbahnen zum Einsatz, die als Züge der Deutschen Reichsbahn umgestaltet wurden. Die Bahnszenen entstanden teils nachts in der Gemeinde Munderfing – am Bahnübergang Wiesenham sowie in Ach und Katztal.
Bei der Erstausstrahlung sahen 5,49 Millionen Menschen zu, der Marktanteil lag bei 19,19 Prozent. Damit war der Krimi nach der Formel 1 und der Tagesschau die meistgesehene Sendung des Tages. 2008 erschien der Film beim WDR auf DVD.
Besetzung
Streifenpolizist Siggi Möller – Martin Lindow
Streifenpolizist Kalle Küppers – Oliver Stritzel
Kommissarin Gabi Bauer, Kölner Kripo – Andrea Sawatzki
BKA-Beamtin Dr. Ulla Müller-Bertram – Astrid M. Fünderich
Franz Plonner, Rentner – Andreas Kunze
Adelheid „Alexis“ Grammlich, Nachtbarbesitzerin – Ulrike Mai
Richard „Ricco“ Nowak – Dieter Brandecker
Karl-August Bewersdorf – Rainer Grenkowitz
Bürgermeister Huffer – Wolfgang Müller
BKA-Mann – Thomas M. Meinhardt
Willi – Gerd Preusche
u. v. a.
Stab
Regie – Ulrich Stark
Drehbuch – Michael Fengler, Margot Rothkirch
Produktion – Veith von Fürstenberg
Musik – Birger Heymann
Kamera – Wolf Siegelmann
Schnitt – Felicitas Lainer
Kostüm – Rosemarie Hettmann
Produktionsunternehmen – Bavaria Film, im Auftrag des WDR






Kommentare sind derzeit geschlossen (Zeitfenster abgelaufen).
Noch keine Kommentare vorhanden.