Kurz und knapp – darum geht’s

Ein Kollege ist tot, und für die Hallenser Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider wird der Fall sofort zur Belastungsprobe: Zivilfahnder Stefan Häfner, der verdeckt einem aus der Haft geflohenen Gewalttäter auf den Fersen war, wurde erschossen. Der Verdacht fällt zunächst auf den Gesuchten selbst, Robert Sakowski, dessen Ehefrau Anja mit der Polizei zusammengearbeitet hatte. Doch als der Flüchtige gefasst ist, steht fest, dass er nicht geschossen hat. Stattdessen geraten Häfners eigene Methoden ins Blickfeld, bei denen er es mit den Vorschriften offenbar nicht allzu genau nahm. Und warum geben sein Vorgesetzter und die Kollegen ihr Wissen nur häppchenweise preis …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tod eines Fahnders“

Ein toter Polizist, und ein mühsam eingefädelter Plan liegt in Scherben: Spät am Abend wird in Halle der Zivilfahnder Stefan Häfner erschossen in seiner Wohnung gefunden. Der erfahrene Beamte hatte verdeckt ermittelt, und zwar gegen Robert Sakowski, einen aus der Haft entflohenen Gewalttäter. Mit viel Geschick hatte Häfner dem flüchtigen Raubmörder eine Falle gestellt. Damit sich Sakowski in Sicherheit wiegt, wurde die Suche nach ihm zum Schein eingestellt.

Der Schlüssel zum Erfolg sollte ausgerechnet Sakowskis Ehefrau Anja sein. Häfner war es gelungen, ihr Vertrauen zu gewinnen, und mit ihrer Unterstützung wollte die Polizei den Flüchtigen endlich festsetzen. Doch irgendetwas ist schiefgegangen. Die ersten Erkenntnisse der Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider zeichnen ein düsteres Bild: Sakowski hat offenbar Wind von der geplanten Festnahme bekommen, seine Frau zur Rede gestellt und sie verprügelt – und anschließend den Fahnder erschossen. Ein Racheakt also? Schmücke lässt Anja Sakowski und ihren Sohn observieren, doch der Ehemann ist auf der Hut.

Bleibt die Frage, wie Sakowski überhaupt von der Falle erfahren konnte. War Häfner bei seinem verdeckten Einsatz zu leichtsinnig, oder hat jemand den Plan verraten? Häfners Vorgesetzter hält davon wenig. Für Schmücke und Schneider wächst derweil der Druck, schließlich geht es um den Mord an einem Polizisten. Die Fahndung im Polizeiruf 110 „Tod eines Fahnders“ läuft auf Hochtouren, und doch ist es schließlich Kommissar Zufall, der den Beamten den Gesuchten in die Arme treibt.

Die vermeintliche Lösung entpuppt sich allerdings als Sackgasse: Sakowski bestreitet, mit dem Tod des Fahnders etwas zu tun zu haben, und am Tatort findet sich keine einzige Spur, die zu ihm führt. Tatsächlich ist er nicht der Mann, der Häfner erschossen hat. Die Ermittler stehen wieder am Anfang – und richten den Blick nun auf das Opfer selbst. Was sie über Häfners Arbeitsweise erfahren, wirft Fragen auf: Seine Methoden waren zweifelhaft und bewegten sich nicht immer im Rahmen des Erlaubten.

Dazu gehört offenbar, dass Häfner im Umfeld des Flüchtigen nicht nur um das Vertrauen von dessen Frau geworben hatte. Auch zu Sakowskis Schwester hatte er eine Beziehung aufgebaut. Ob das seiner Verlobten, der Polizeiobermeisterin Pia Hesse, verborgen geblieben ist? Plötzlich ist auch ein Mord aus Eifersucht nicht mehr auszuschließen.

Für das Ermittlerduo wird die Suche nach dem Täter damit auch zu einer unbequemen Recherche in den eigenen Reihen. Denn wer mit dem Toten zusammengearbeitet hat, rückt nur zögerlich mit der Sprache heraus. Ist der Fahnder im MDR-Polizeiruf „Tod eines Fahnders“ das Opfer seiner eigenen Methoden geworden? Und was verschweigen sein Vorgesetzter und seine Kollegen noch …

Hinter den Kulissen

Für die Hallenser Kommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) ist „Tod eines Fahnders“ bereits der 35. gemeinsame Fall, innerhalb der Reihe trägt der Krimi die Nummer 287. Erstmals in Erscheinung tritt in dieser Episode die Figur Gabriele Rößner, gespielt von Karin Düwel.

In weiteren Rollen sind unter anderem Nadeshda Brennicke als Anja Sakowski, Pasquale Aleardi als ihr Ehemann Robert Sakowski, Katharina Wackernagel als Polizeiobermeisterin Pia Hesse und Simon Böer als Zivilfahnder Stefan Häfner zu sehen. Regie führte Wolfgang Münstermann, das Drehbuch stammt von Clemens Berger. Produziert wurde der Film von Saxonia Media im Auftrag des MDR.

Die Erstausstrahlung verfolgten in Deutschland 6,66 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 21,9 Prozent entsprach. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 1,56 Millionen Zuschauer ein, der Marktanteil lag hier bei 12,7 Prozent.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Anja Sakowski, Ehefrau von Robert Sakowski – Nadeshda Brennicke
Robert Sakowski, aus der Haft entflohener Gewalttäter – Pasquale Aleardi
Karin Gödel – Sabine Vitua
Harald Gödel – Max Herbrechter
Polizeiobermeisterin Pia Hesse, Häfners Verlobte – Katharina Wackernagel
Manfred Köhler – Christian Goebel
Staatsanwältin Iris Meissner – Katerina Jacob
Stefan Häfner, Zivilfahnder – Simon Böer
Gabriele Rößner – Karin Düwel
Rechtsanwalt Dr. Gutzke – Max Eipp
Lester Barns – Johannes Gabriel
Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand – Marie Gruber
Jakob Sakowski – Leo Natalis
Rechtsmediziner Dr. Klaus Riepe – Klaus-Jürgen Steinmann
u. v. a.

Stab

Regie – Wolfgang Münstermann
Drehbuch – Clemens Berger
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Günther Illi
Kamera – Axel Rothenburg
Schnitt – Claudia Fröhlich
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR