Kurz und knapp – darum geht’s

Auf einem Schrottplatz bei Halle wird die Leiche von Matthias Noack entdeckt – der junge Mann wurde erschlagen. Weil er unter Bewährung stand, suchen die Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider den Täter zunächst unter seinen alten Kumpanen, allen voran beim vorbestraften Mirko Rohwedder, dessen frühere Freundin ein Kind von Matthias erwartet. Doch der Bewährungshelfer des Toten hat Zweifel, dass sein Schützling wieder krumme Dinger gedreht hat. Und dann ist da noch die Familie Noack, die den Sohn vor Jahren verstoßen hat und nun selbst in tiefer Trauer steckt: Wenige Tage zuvor ist ihr siebenjähriger Enkel ertrunken. Je länger die Ermittler nachbohren, desto deutlicher spüren sie, dass hier jemand etwas zu verbergen hat …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Verstoßen“

Am Anfang steht ein Einbruch, der aus dem Ruder läuft: In einer Lagerhalle wird ein Wachmann niedergeschlagen und schwer verletzt. Die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider übernehmen – und erfahren von Staatsanwältin Iris Meissner, dass es in den vergangenen Monaten bereits mehrere Einbrüche nach ganz ähnlichem Strickmuster gegeben hat. Die beiden Hallenser haben es also nicht mit einem Einzelfall zu tun, sondern mit einer ganzen Serie.

Kurz darauf wird die Lage ernster: Auf einem Schrottplatz liegt ein junger Mann, getötet mit einer Eisenstange. Der Tote heißt Matthias Noack, und weil er unter Bewährung steht, drängt sich die Verbindung zu den Einbrüchen geradezu auf. Tatsächlich zeigen die ersten Erkenntnisse im Polizeiruf 110 „Verstoßen“, dass Noack beim letzten Beutezug mit von der Partie war. Zugleich mehren sich aber die Anzeichen, dass er mit der Bande nichts mehr zu tun haben wollte. Ein Aussteiger, der seinen Komplizen gefährlich wurde?

Der Gang zu den Eltern des Toten wird für die Kommissare zu einer bedrückenden Erfahrung. Die Familie Noack ist bereits in Trauer, allerdings nicht um Matthias: Vor wenigen Tagen ist ihr siebenjähriger Enkel ertrunken, der Sohn von Matthias’ Bruder Thomas. Über den Toten vom Schrottplatz können oder wollen die Angehörigen kaum etwas sagen. Seit Jahren, heißt es, habe man keinen Kontakt mehr gehabt – der Sohn, der in die Kriminalität abgerutscht war, gehörte für die Familie längst nicht mehr dazu.

Ganz anders zeichnet der Bewährungshelfer das Bild des jungen Mannes. Dass Matthias rückfällig geworden sein soll, kann er sich kaum vorstellen: Sein Schützling habe einen Schlussstrich unter die kriminelle Vergangenheit ziehen und mit seiner schwangeren Freundin ein neues Leben aufbauen wollen. Ausgerechnet diese Beziehung lenkt den Blick der Ermittler jedoch auf einen alten Bekannten aus Matthias’ Umfeld: Mirko Rohwedder, vorbestraft und noch dazu der frühere Partner der werdenden Mutter.

Die Kommissare teilen sich die Arbeit: Während Schneider sich an Rohwedders Fersen heftet, nimmt sich Schmücke die Familienverhältnisse der Noacks vor. Was er zutage fördert, ergibt alles andere als ein harmonisches Bild. Die Brüder Thomas und Matthias waren sich nicht grün, und als Matthias ein letztes Mal versuchte, sich seinen Angehörigen wieder anzunähern, blieben die Türen verschlossen.

Mit jedem Tag verliert im MDR-Polizeiruf „Verstoßen“ die Theorie von einer Abrechnung unter Ganoven an Gewicht, und immer drängender richten sich die Fragen an die Familie des Toten. Doch die Noacks rücken eng zusammen und schweigen beharrlich. Irgendwo in der Vergangenheit muss etwas liegen, worüber in dieser Familie niemand sprechen will – denn warum musste Matthias damals als Kind ins Heim …

Hinter den Kulissen

„Verstoßen“ ist die 286. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und zugleich der 34. Fall für das Hallenser Ermittlerduo Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) – zwei Kommissare, die sich nicht nur den Dienstgrad, sondern auch den Vornamen teilen.

Den Toten Matthias Noack spielt Nils Nelleßen, als Staatsanwältin Iris Meissner ist Katerina Jacob zu sehen. In weiteren Rollen wirken unter anderem Tobias Nath als Thomas Noack und Aurel Manthei als Mirko Rohwedder mit. Für die Spurensicherung und die Rechtsmedizin sind Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand (Marie Gruber) und Rechtsmediziner Dr. Klaus Riepe (Klaus-Jürgen Steinmann) im Einsatz.

Regie führte Marco Serafini, der gemeinsam mit Nicolas Jacob und Olaf Winkler auch das Drehbuch verfasste. Produziert wurde der Krimi von Saxonia Media im Auftrag des MDR, für die Produktion zeichnete Susanne Wolfram verantwortlich.

Die Erstausstrahlung verfolgten 5,97 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 19,4 Prozent entsprach. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 1,62 Millionen ein, ein Marktanteil von 12,7 Prozent.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Gudrun Noack – Renate Krößner
Achim Noack – Rolf Becker
Heike Rahn – Jennifer Ulrich
Thomas Noack – Tobias Nath
Henry Borst – Aleksandar Jovanovic
Mirko Rohwedder – Aurel Manthei
Staatsanwältin Iris Meissner – Katerina Jacob
Matthias Noack – Nils Nelleßen
Tobias Jablonski – Frank Auerbach
Karin Noack – Janina Flieger
Frau Rohwedder – Ruth Glöss
Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand – Marie Gruber
Holger Krug – Karl-Fred Müller
Carmen – Anja Nejarri
Rechtsmediziner Dr. Klaus Riepe – Klaus-Jürgen Steinmann
Herr Stephan – Reinhard Straube
Robert Tappe – Stanislaw Brankatschk
u. v. a.

Stab

Regie – Marco Serafini
Drehbuch – Nicolas Jacob, Olaf Winkler, Marco Serafini
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Günther Illi
Kamera – Bernd Neubauer
Schnitt – Claudia Fröhlich
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR