Kurz und knapp – darum geht’s

Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit steht er wieder vor ihr: Nach zwei Jahren hinter Gittern kehrt Arndt Weinert in sein Heimatdorf in Brandenburg zurück und muss mit ansehen, wie seine große Liebe Maja einen alten Schulfreund heiratet. Es kommt zur Prügelei mit dem Bräutigam René, und am nächsten Morgen liegt René tot in der Ruine des abgebrannten Gemeinde-Kindergartens. Für die Dorfbewohner ist der Schuldige schnell gefunden, gesehen haben will allerdings niemand etwas. Hauptkommissarin Johanna Herz stößt bei ihrem ersten gemeinsamen Fall mit Revierpolizist Horst Krause auf eisernes Schweigen und fahndet nach dem untergetauchten Arndt. Dessen Mutter, Bürgermeisterin Thea Weinert, hält unbeirrt an der Unschuld ihres Sohnes fest. Und auch privat kommt die Kommissarin nicht zur Ruhe: Ihrer Tochter Leonie ist gerade fristlos gekündigt worden …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Braut in Schwarz“

Im Dorf wird Hochzeit gefeiert, und ausgerechnet jetzt taucht einer auf, mit dem an diesem Tag keiner gerechnet hat: Nach zwei Jahren Haft ist Arndt Weinert zurück in seinem Heimatort in Brandenburg. Dass er ungebeten in das Fest platzt, ist das eine. Was er dort erfahren muss, das andere: Die Braut ist Maja, die Frau, die er immer geliebt hat, und an ihrer Seite steht René Grabow – früher sein Schulfreund, heute sein Rivale. Gekränkt und außer sich vor Wut geht Arndt vor den Augen der Gäste auf den Bräutigam los.

Die Feier hat ein bitteres Nachspiel. Vom einstigen Gemeinde-Kindergarten ist am nächsten Morgen nur noch eine ausgebrannte Ruine übrig, und darin wird eine Leiche entdeckt: Es ist René, der frischgebackene Ehemann. Für die Ermittlungen im Polizeiruf 110 „Braut in Schwarz“ reist Hauptkommissarin Johanna Herz an, die am Brandort von Revierpolizist Horst Krause in Empfang genommen wird. Die beiden bilden ein ungleiches Gespann: hier die zurückhaltende Kommissarin, die genau hinhört, dort der Dorfpolizist, der nicht lange fackelt und es dabei stets gut meint.

Die Befragung der Hochzeitsgäste wird für Herz zur Geduldsprobe. Das gesamte Dorf war auf dem Fest, doch keiner will etwas bemerkt haben. Umso einiger sind sich alle in einem Punkt: Schuld an Renés Tod kann nur der ungebetene Gast vom Vorabend sein. Auch einige Indizien sprechen gegen Arndt, und so läuft die Fahndung nach ihm an. Einmal kommt ihm die Kommissarin gefährlich nahe – doch Arndt gelingt die Flucht, und er bleibt verschwunden. Er selbst beteuert, mit dem Tod seines früheren Freundes nichts zu tun zu haben, und will um keinen Preis zurück ins Gefängnis.

Zwischen allen Stühlen sitzt Thea Weinert. Als Bürgermeisterin trägt sie Verantwortung für die Gemeinde, als Mutter steht sie zu ihrem Sohn, auch wenn sie nicht weiß, wo er sich versteckt hält. Dabei hat Arndt keinen leichten Stand: Wegen einer Serie von Tankstellenüberfällen saß er ein, die Beute ist bis heute nicht aufgetaucht, und den Komplizen hat er nie preisgegeben. Trotzdem lässt sich Thea Weinert nicht beirren – ihr Junge, so beharrt sie, ist kein Mörder.

Feierabend bedeutet für Johanna Herz an diesem Tag keine Erholung. Zu Hause erwartet sie die nächste Hiobsbotschaft: Ihre Tochter Leonie hat die Kündigung erhalten, fristlos. Während die Mutter im Dienst Fremden zuhören muss, braucht nun auch das eigene Kind ihre ganze Aufmerksamkeit.

Im Dorf dreht sich derweil alles um die Frage, wo Arndt steckt. Die Kommissarin im ORB-Polizeiruf „Braut in Schwarz“ beschäftigt jedoch noch etwas anderes: Wie kann es sein, dass bei einem Fest, auf dem der ganze Ort versammelt war, niemand auch nur das Geringste mitbekommen haben will …

Hinter den Kulissen

Mit diesem Fall gibt es beim ORB einen Wechsel an der Spitze: Imogen Kogge übernimmt als Hauptkommissarin Johanna Herz die Nachfolge von Jutta Hoffmann, deren letzter Fall als Wanda Rosenbaum genau eine Woche zuvor im Ersten zu sehen war. Für Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause) ist es bereits der fünfte Einsatz, für seine neue Partnerin Johanna Herz (Imogen Kogge) der erste. Kogge hatte sich zuvor in zwölf Jahren an der Berliner Schaubühne einen Namen gemacht, im Fernsehen war sie bis dahin nur in ausgewählten Rollen zu sehen.

„Wir erzählen weiterhin psychologische Geschichten, die auf dem Land spielen“, sagt Cooky Ziesche, die verantwortliche ORB-Redakteurin. Über die neue Ermittlerin meint sie: „Auch sie sieht die Dinge mit weiblicher Feinsinnigkeit und geht an ihre Fälle mit einer starken emotionalen Beteiligung.“ Zugleich sei die Figur bodenständig: „Johanna Herz gehört mehr zu den Leuten, sie ist verwurzelter in der Gegend.“ Und über den Revierpolizisten an ihrer Seite: „Dem ist Diplomatie nicht gerade in die Wiege gelegt; der trägt Herz und Verstand auf den Lippen.“

In den Episodenrollen sind unter anderem Ken Duken als Arndt Weinert, Eva Mattes als Bürgermeisterin Thea Weinert und Eva Herzig als Maja Grabow zu sehen. Das Drehbuch stammt von Scarlett Kleint, Regie führte Bodo Fürneisen. Produziert wurde der Film von der ANTAEUS Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft im Auftrag des ORB, gedreht wurde vorwiegend in Wildenbruch (Michendorf).

Besetzung

Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz – Imogen Kogge
Polizeihauptmeister Horst Krause – Horst Krause
Thea Weinert, Bürgermeisterin – Eva Mattes
Arndt Weinert – Ken Duken
Nele Pufahl – Johanna Klante
Maja Grabow – Eva Herzig
Robert Beck – Peter Prager
Heiner Lesch – Ulrich Wiggers
Vater Grabow – Dietmar Mues
Pufahl, Majas Vater – Michael Christian
Tamara, Kriminaltechnikerin – Kathrin Angerer
Leonie Herz, Tochter von Johanna Herz – Luise Helm
René Grabow, Bräutigam – Thomas Arnold
Paffart – Henry Meyer
Gerichtsmedizinerin – Anna Stieblich
Brandmeister – Berthold Pesalla
u. v. a.

Stab

Regie – Bodo Fürneisen
Drehbuch – Scarlett Kleint
Produktion – Alexander Gehrke
Musik – Martin Todsharow
Kamera – Sebastian Richter
Schnitt – Matthias Behrens
Produktionsunternehmen – Antaeus Film, im Auftrag des ORB