Kurz und knapp – darum geht’s
Mitten in einem heiklen Einsatz erreicht den Berliner Kommissar Thomas Keller eine Nachricht, die ihn aus der Bahn wirft: Sein Vater ist in Bad Homburg gestorben. Die Rückkehr in die Stadt, in der Keller aufgewachsen ist und bei seinem Mentor Wilhelm Meister einst das Polizeihandwerk gelernt hat, wird zur Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Schnell steht fest, dass der alte Mann keines natürlichen Todes gestorben ist. Im Elternhaus trifft Keller auf den undurchsichtigen Koch André Bijou, der den Toten gefunden und offenbar Geschäfte mit ihm gemacht hat. Dann erfährt der Kommissar von einem Halbbruder, von dem er nie etwas wusste – und schließlich richtet sich der Verdacht gegen ihn selbst …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Prinz von Homburg“
Eigentlich hat Thomas Keller in Berlin alle Hände voll zu tun. Doch ausgerechnet während eines brisanten Einsatzes erfährt er, dass sein Vater gestorben ist. Für den Kommissar heißt das: zurück nach Bad Homburg, in die Stadt, in der er geboren wurde und seine Kindheit verbracht hat. Am Bahnhof wartet bereits Wilhelm Meister auf ihn, sein früherer Chef, unter dessen Fittichen Keller einst seine Polizeiausbildung begonnen hat. Mit jedem Schritt durch die vertrauten Straßen holen ihn die Erinnerungen ein, und so wird der traurige Anlass im Polizeiruf 110 „Der Prinz von Homburg“ zu einer Reise in die eigene Vergangenheit.
Heinrich Keller war Uhrmacher, und in dessen Haus begegnet sein Sohn einem Mann, mit dem er nicht gerechnet hat: dem mysteriösen André Bijou. Er hat den Toten gefunden und stand mit ihm in geschäftlicher Verbindung. Bijou hatte dem Uhrmacher Wertsachen zur Aufbewahrung überlassen, die er nun gern zurückhätte – doch der Tresor ist leer. Keller, Polizist mit Leib und Seele, will genau wissen, woran sein Vater gestorben ist, und setzt eine Obduktion durch. Deren Ergebnis lässt keinen Zweifel: Heinrich Keller wurde erwürgt. Unter seinen Fingernägeln entdecken die Rechtsmediziner zudem Hautfetzen.
Bijou arbeitet als Koch im Restaurant Stein, und mit dessen Besitzerin Sophie Stein freundet sich Keller rasch an. Die Gastronomin verwöhnt den Kommissar nicht nur mit ihrer Küche, sondern hat auch ein offenes Ohr für ihn und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. In einer Heimat, die ihm vertraut und zugleich fremd geworden ist, findet Keller bei ihr so etwas wie einen Ruhepol.
Dann meldet sich eine ältere Dame bei ihm: Nathalie Schmücker, eine alte Freundin seines Vaters, die von Heinrich Keller eingeladen worden war. Im Gespräch mit ihr erfährt der Kommissar, dass sie vor rund 50 Jahren ein Liebesverhältnis mit seinem Vater hatte – lange bevor Thomas selbst auf die Welt kam. Aus der Affäre ging ein Sohn hervor, zu dem Nathalie längst keinen Kontakt mehr hat. Keller hat also einen Halbbruder, und der Vater, den er zu kennen glaubte, bekommt mit einem Mal ganz neue Züge.
Einige Tage später wird Keller im Haus seines Vaters überfallen, anschließend ist alles durchwühlt. Wer auch immer hier war, hat offenbar nach etwas gesucht. Und während der Kommissar noch versucht, die Puzzleteile zu ordnen, nimmt der Fall im HR-Polizeiruf „Der Prinz von Homburg“ eine Wendung, die ihm den Boden unter den Füßen wegzieht: Der genetische Fingerabdruck weist eine Übereinstimmung auf – und plötzlich steht Keller selbst im Verdacht, seinen Vater umgebracht zu haben …
Hinter den Kulissen
Mit „Der Prinz von Homburg“, der 260. Folge der Reihe, gibt Jan-Gregor Kremp seinen Einstand als Kommissar Thomas Keller. Für die Figur ist es der erste Fall, und der führt sie gleich in eigener Sache in die hessische Provinz. An Kellers Seite stehen Sophie Stein (Inga Busch) und sein einstiger Mentor Wilhelm Meister (Jürgen Schornagel). Den Koch André Bijou spielt Jürgen Tarrach, Nathalie Schmücker wird von Doris Schade verkörpert.
Für den HR markiert der Film einen Neubeginn innerhalb des Polizeiruf 110: Nachdem Barbara Rudnik bereits nach einer Folge ausgestiegen und Oliver Stokowski zum ZDF gewechselt war, setzte der Sender auf ein neues Team in einer neuen Stadt.
Titus Selge schrieb das Drehbuch und führte auch Regie. Hinter der Kamera stand Frank Blau, für den Schnitt war Elke Herbener verantwortlich, die Musik stammt von KAB Fischer. Produziert wurde der Krimi von Jörg Himstedt für den HR.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Thomas Keller – Jan-Gregor Kremp
Kriminalhauptkommissar Wilhelm Meister – Jürgen Schornagel
Sophie Stein, Restaurantbesitzerin – Inga Busch
André Bijou, Koch – Jürgen Tarrach
Nathalie Schmücker – Doris Schade
Heinrich Keller, Thomas Kellers Vater – Jürgen Stößinger
Polizist Norbert – Felix Vörtler
Bestatter Teske – Matthias Scheuring
Nachbarin – Ellen Schulz
Erster Araber – Károly Pákozdy
Zweiter Araber – Adnan Maral
Henriette Keller – Fee Hübner
Kammerjäger – Rainer Ewerrien
u. v. a.
Stab
Drehbuch – Titus Selge
Regie – Titus Selge
Kamera – Frank Blau
Schnitt – Elke Herbener
Szenenbild – Károly Pákozdy
Musik – KAB Fischer
Produktion – Jörg Himstedt
Produktionsunternehmen – HR













Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 08.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 2 Tagen).
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