Kurz und knapp – darum geht’s

Ruhige Zeiten in Schwerin: Die Kriminalhauptkommissare Jens Hinrichs und Tobias Törner schlagen die Dienststunden mit einem Computerspiel tot – bis gleich zwei Raubüberfälle sie aus dem Büroschlaf reißen. In einem Regionalzug werden die Fahrgäste ausgeplündert, kurz darauf verschwindet ein kompletter Container mit Computerchips, die für die örtliche Firma CU.East bestimmt waren. Während sich der Zugraub dank eines bemerkenswert ungeschickten Täters fast von allein erledigt, bleibt die Millionenfracht wie vom Erdboden verschluckt, und für CU.East geht es plötzlich ums Überleben. Der gewissenhafte Hinrichs setzt auf Systematik, Törner dagegen auf seinen Riecher, der ihn nachts in eine Raststätte voller Lkw-Fahrer führt. Dort begegnet er der Russin Vica – und mit einem Mal erscheint die Firma in einem ganz anderen Licht …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Dumm wie Brot“

Verbrecher scheinen in Schwerin gerade Urlaub zu machen. So bleibt den Kommissaren Hinrichs und Törner genug Muße, sich am Monitor eine Partie Schiffe versenken zu liefern. Der Computer hält ohnehin überall Einzug: Am Morgen hat Hinrichs seine kleine Tochter zum ersten Mal an einen Rechner gesetzt, denn im Kindergarten soll sie mit der neuen Technik vertraut werden – das ortsansässige Unternehmen CU.East hat dort mehrere Geräte gespendet. Da will Hinrichs’ Frau Nina natürlich nicht zurückstehen und schafft sich einen eigenen Laptop an. Seitdem braucht sie bei jeder Gelegenheit die Unterstützung ihres Mannes.

Mit der Beschaulichkeit im Kommissariat ist es allerdings rasch vorbei. Zuerst werden die Reisenden eines Regionalzugs überfallen und ausgeraubt, und kaum sind die Aussagen der Opfer aufgenommen, geht schon die nächste Meldung ein: Ein Lkw-Fahrer ist gewaltsam um seine Fracht gebracht worden – einen ganzen Container voller hochwertiger Computerchips, aus Taiwan geliefert und für CU.East vorgesehen. Hier rechnen die beiden Ermittler mit einem schnellen Erfolg, denn der Fahrer kann eine moderne Zugmaschine genau beschreiben, die in der Nähe des Tatorts parkte und offenkundig für den Abtransport der Beute bereitstand.

Beim Zugraub hingegen stochern die Kommissare im Nebel, weil die Täterbeschreibungen einander widersprechen. Doch dann läuft alles genau umgekehrt: Die Prozessoren im Wert von knapp sieben Millionen Euro bleiben verschwunden, und CU.East steht wegen der ausbleibenden Lieferung kurz vor dem Aus. Der Zugräuber dagegen liefert sich praktisch selbst ans Messer – er stellt seine Beute zur Versteigerung ins Internet.

Nach seiner Festnahme entpuppt sich der Mann als arbeitsloser Familienvater, der seinen Überfall für eine Lappalie hält. Die eigentlichen Gauner sitzen seiner Überzeugung nach woanders: in der Chefetage von CU.East, wo er früher gearbeitet hat und wo man angeblich ungestört kräftig in die eigene Tasche wirtschaftet. Hinrichs und Törner halten das für blanken Sozialneid und den durchsichtigen Versuch, von der eigenen Tat abzulenken. Weil sie bei den gestohlenen Chips aber keinen Schritt vorankommen, wächst im TV-Krimi „Dumm wie Brot“ die Ungeduld der Ermittler von Tag zu Tag.

Dabei könnten ihre Methoden kaum unterschiedlicher sein. Hinrichs will den Fall Punkt für Punkt abarbeiten, Törner hält von solcher Gründlichkeit herzlich wenig. Er folgt lieber seinem Instinkt und mischt sich nachts in einer Raststätte unter die Fernfahrer. Mit Unterstützung der attraktiven Russin Vica stößt er dort auf Hinweise, die CU.East in ein neues Licht rücken. Und als auch Hinrichs bei der verschwundenen Lieferung auf eine handfeste Ungereimtheit stößt, beschleicht ihn im NDR-Polizeiruf „Dumm wie Brot“ ein Verdacht: Ist der Zugräuber womöglich gar nicht so einfältig, wie alle glauben …

Hinter den Kulissen

„Dumm wie Brot“ ist die 256. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. Für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) ist es bereits der 21. Fall, sein Kollege Tobias Törner (Henry Hübchen) ermittelt dagegen erst zum zweiten Mal an seiner Seite. Im Mittelpunkt steht diesmal kein Mordfall: Die Schweriner Kommissare haben es mit zwei Raubüberfällen zu tun, einem Zugraub und dem Diebstahl einer wertvollen Containerladung.

Neben dem Ermittlerduo spielen Julia Richter als Hinrichs’ Frau Nina und Ekaterina Medvedeva als Vica, die Törner in einer Raststätte kennenlernt. In weiteren Rollen sind unter anderem Henriette Heinze und Marc Hosemann zu sehen.

Regie führte Kai Wessel, das Drehbuch stammt von Beate Langmaack. Produziert wurde der Film von AllMedia Pictures, Letterbox Filmproduktion und Studio Hamburg im Auftrag des NDR, die Produktion verantwortete Heike Richter-Karst. Hinter der Kamera stand Rudolf Blaháček, für den Schnitt war Oliver Gieth zuständig, die Musik komponierte Ralf Wienrich.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Kriminalhauptkommissar Tobias Törner – Henry Hübchen
Susanne Paslak – Henriette Heinze
Mario Paslak – Marc Hosemann
Nina Hinrichs, Hinrichs’ Frau – Julia Richter
Vica – Ekaterina Medvedeva
Charlotte Hinrichs – Nicole Mercedes Müller
LKW-Fahrer – Gottfried Richter
Polizeikollegin – Eva Blum
Sekretärin – Sonja Beck
Fahrer – Rainer Laupichler
Spediteur – Stéphane Maeder
LKW-Fahrer – Hans Brückner
Trucker – Jürgen Polzin
u. v. a.

Stab

Regie – Kai Wessel
Drehbuch – Beate Langmaack
Produktion – Heike Richter-Karst
Musik – Ralf Wienrich
Kamera – Rudolf Blaháček
Schnitt – Oliver Gieth
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures, Letterbox Filmproduktion, Studio Hamburg, im Auftrag des NDR