Kurz und knapp – darum geht’s

Nur noch ein Arbeitstag, dann wartet auf Hauptkommissarin Tanja Voigt der Urlaub in Griechenland. Doch ausgerechnet jetzt erreicht sie die Nachricht von einem versuchten Raubmord: Eine junge Frau ist schwer verletzt worden, der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort gestellt. Als die Ermittlerin dort eintrifft, blickt sie in das Gesicht ihres eigenen Sohnes. Robert, 17 Jahre alt, Gymnasiast und Musiker in der Schulband, schweigt beharrlich, und die Indizien sprechen gegen ihn. Ihr Chef entzieht ihr den Fall und übergibt ihn ihrem Partner. Doch tatenlos zusehen kann und will Tanja Voigt nicht. Sie beginnt heimlich zu recherchieren, als Mutter, nicht als Polizistin, und setzt dabei ihren Job aufs Spiel …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Sohn der Kommissarin“

Ein Kinoabend mit zwei jungen Frauen, danach eine gemeinsame Nacht in einer Hotelsuite – was für Robert Voigt wie ein aufregendes Abenteuer beginnt, entwickelt sich schon bald zum Albtraum. Der 17-jährige Gymnasiast spielt zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Freund Naum in der Schulband, und ein Lehrer hat den beiden 5.000 D-Mark in die Hand gedrückt, damit sie davon einen neuen Verstärker besorgen. Am Abend ziehen die Jungs mit Karoline und Nora los, erst ins Kino, später in die Suite, wo die vier die Nacht verbringen. Doch als Robert und Naum am Morgen aufwachen, sind die Mädchen fort, und vom Geld für den Verstärker fehlt jede Spur. Kleinlaut stehlen sich die beiden aus dem Hotel.

Von alldem ahnt Tanja Voigt nichts, als sie im TV-Krimi „Der Sohn der Kommissarin“ zu einem Einsatz gerufen wird, ausgerechnet am letzten Tag vor ihrem Urlaub. Eine junge Frau ist bei einem versuchten Raubmord in ihrer Wohnung schwer verletzt worden. Immerhin, so scheint es, wird sich die Sache schnell erledigen lassen, denn der Verdächtige wurde bereits gefasst. Dann aber steht die Hauptkommissarin am Tatort ihrem Sohn gegenüber. Das Opfer ist Karoline, die ins Krankenhaus gebracht wird.

Für Robert sieht es düster aus: Bei der Vernehmung bringt er kein Wort heraus, und die Spuren belasten ihn schwer. Tanjas Chef bleibt keine Wahl. Eine Mutter darf nicht gegen ihr eigenes Kind ermitteln, also zieht er sie von dem Fall ab und überträgt ihn ihrem Partner. Die Kommissarin versteht die Entscheidung, hinnehmen kann sie sie trotzdem nicht. Als Robert als dringend tatverdächtig in Untersuchungshaft kommt, muss sie außerdem miterleben, wie ausgerechnet ihr Partner die Durchsuchung ihrer Wohnung leitet. Für sie ist das eine zutiefst demütigende Prozedur.

Auch privat gerät für Tanja Voigt einiges ins Wanken. An Griechenland ist nicht mehr zu denken, und ihr Freund, mit dem sie die Reise geplant hatte, macht im Zorn Schluss. Rückhalt findet sie bei ihrer Mutter, die eigentlich während der Ferien auf Robert aufpassen sollte. Statt den Enkel zu hüten, stellt sich die resolute Großmutter nun an die Seite ihrer Tochter und will ihr dabei helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Und so geht die Ermittlerin im ORB-Polizeiruf „Der Sohn der Kommissarin“ eigene Wege, an den Kollegen vorbei, ohne Auftrag und im Wissen, dass sie damit ihre Stelle riskiert. Was ist in jener Nacht im Hotel wirklich geschehen? Wo ist das Geld geblieben? Und warum schweigt Robert so hartnäckig? Je tiefer Tanja Voigt gräbt, desto klarer wird ihr, dass dieser Fall weit ungewöhnlicher ist, als es zunächst den Anschein hat …

Hinter den Kulissen

Für Hauptkommissarin Tanja Voigt (Katrin Saß) ist es der neunte Fall. Insgesamt ist „Der Sohn der Kommissarin“ die 193. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Ihren Sohn Robert Voigt spielt Daniel Brühl, als sein Freund Naum ist Christian Näthe zu sehen. Ulrich Matthes verkörpert Tanjas Partner, Christine Schorn ihre Mutter. Die beiden jungen Frauen Karoline Becker und Nora werden von Bianca Rosetz und Jenny Deimling dargestellt.

Regie führte Jan Ruzicka, das Drehbuch stammt von Stefan Kolditz. Produziert wurde der Film von Marabu Media im Auftrag des ORB. Gedreht wurde in Potsdam sowie auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Als Drehort diente unter anderem die Goethe-Schule in Potsdam-Babelsberg. Für die Kostüme war Anne-Gret Oehme verantwortlich, die Filmbauten entwarf Esther Ritterbusch.

Die Erstausstrahlung sahen 6,87 Millionen Menschen, die Zuschauerbeteiligung lag bei 20,9 Prozent.

Besetzung

Hauptkommissarin Tanja Voigt – Katrin Saß
Tanjas Partner – Ulrich Matthes
Tanjas Chef – Alfred Müller
Robert Voigt, Tanjas Sohn – Daniel Brühl
Naum – Christian Näthe
Tanjas Mutter – Christine Schorn
Frank Geerdem – Benno Fürmann
Didi Geerdem – Oliver Stern
Martin – Michael Kind
Alexander – Herbert Feuerstein
Karoline Becker – Bianca Rosetz
Nora – Jenny Deimling
Harald Reichel – Claudius Freyer
Naums Vater – Lutz Teschner
Naums Mutter – Heidrun Welskop
Lehrer mit Geld – Bernd-Uwe Reppenhagen
Rennbahn-Komplize – Peter Wohlfeil
Rezeptionist – Torsten Michaelis
Ärztin – Mey Lan Chao
Polizist – Kai-Peter Gläser
u. v. a.

Stab

Regie – Jan Ruzicka
Drehbuch – Stefan Kolditz
Produktion – Dirk Funke
Musik – Hans-Jürgen Gerber
Kamera – Peter Ziesche
Schnitt – Susanne Carpentier
Kostüm – Anne-Gret Oehme
Filmbauten – Esther Ritterbusch
Produktionsunternehmen – Marabu Media, im Auftrag des ORB