Kurz und knapp – darum geht’s

Ein Patient, der gar nicht krank war, stirbt über Nacht: Der Journalist Leo Preiss hat sich in ein Krankenhaus in Halle einweisen lassen, um einer Reihe rätselhafter Todesfälle nachzugehen, und verlässt die Klinik nicht mehr lebend. Seine Praktikantin Kirsten Nolte ist überzeugt, dass die Ärzte dahinterstecken. Auch die Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider werden hellhörig, denn Preiss’ Leiche ist nicht aufzufinden, und sein Laptop mit den brisanten Recherchen fehlt ebenfalls. Pikant ist, dass Schneider nach einer Armoperation selbst auf der Station liegt und der Journalist sein Bettnachbar war. Doch die Mediziner halten eisern zusammen, und je tiefer die beiden Ermittler graben, desto deutlicher wird, wie viele Weißkittel etwas zu verbergen haben …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Doktorspiele“

Eigentlich sollen Menschen im Krankenhaus gesund werden. Im Klinikum Saale-Hohenweiden in Halle an der Saale sterben aber in letzter Zeit auffällig viele Patienten an einer Hirnhautentzündung. Der Journalist Leo Preiss wittert einen Skandal und greift zu einem riskanten Trick: Er gibt sich als Kranker aus und lässt sich einweisen. Oberarzt Dr. Heiner Wolff durchschaut die Simulation zwar, trotzdem gelingt es dem hartnäckigen Reporter, sich für kurze Zeit ein Bett zu verschaffen. Ausgerechnet Kommissar Herbert Schneider wird sein Zimmernachbar. Er musste nach einem komplizierten Armbruch operiert werden.

Schneider fällt auf, wie emsig der Mann neben ihm auf seinem Laptop schreibt. Umso größer ist seine Verblüffung, als es am nächsten Morgen heißt, der Patient sei plötzlich verstorben. Kirsten Nolte, Preiss’ Praktikantin, will an einen natürlichen Tod nicht glauben. Ihr Mentor war schließlich gar nicht krank, als er in die Klinik ging. Sie ist sicher, dass er Beweise für die Schuld der Ärzte am Tod mehrerer Patienten gefunden hat und deshalb aus dem Weg geräumt wurde. Mit diesem Verdacht wendet sie sich an Kommissar Herbert Schmücke.

Im TV-Krimi „Doktorspiele“ stößt Schmücke in der Klinik bald auf allerhand Ungereimtheiten. Den Totenschein will man ihm zunächst nicht zeigen, und die Ärzte sprechen von einem Herzinfarkt. Als der Kommissar den Toten sehen möchte, ist die Leiche schlicht nicht mehr da. Auch von Preiss’ Laptop mit den Rechercheergebnissen fehlt jede Spur. Ein toter Reporter ohne Leichnam, verschwundene Aufzeichnungen und ausweichende Auskünfte sind für Schmücke eindeutig zu viele Zufälle auf einmal.

Die letzte Recherche des Journalisten führt zu Jutta Esche. Die junge Mutter war nach einem Knöchelbruch in dem Krankenhaus behandelt worden und starb dort völlig unerwartet an einer Hirnhautentzündung. Zurück bleibt ihr Mann Volker Esche.

Gut, dass Schneider ohnehin auf Station liegt: Schmücke macht den lädierten Kollegen kurzerhand zu seinem Horchposten im Krankenbett. Und der bekommt einiges mit, denn hinter den Kulissen des Klinikbetriebs gärt es gewaltig. Assistenzärztin Dr. Julia Knabe möchte endlich selbst operieren, doch der arrogante Wolff lässt sie nicht ran. Er schikaniert sie und versucht sogar, ihr sexuelle Gefälligkeiten abzupressen. Seiner aktuellen Geliebten, Schwester Dorothea, entgeht das nicht. Albert Kempter, Arzt im Praktikum, hält sich derweil mit Medikamenten über seine endlosen Dienste. Er muss außerdem hinnehmen, dass Wolff ihm die Freundin ausgespannt hat.

Wer im MDR-Polizeiruf „Doktorspiele“ unbequeme Fragen stellt, beißt bei den Medizinern auf Granit, denn offiziell sind keine Fehler passiert. Nur mühsam gelingt es Schmücke und Schneider, die geschlossene Front der Ärzte aufzubrechen. Dabei zeigt sich, dass weit mehr von ihnen in den Klinikskandal verstrickt sind, als es zunächst den Anschein hatte. Bleibt die Frage, ob Leo Preiss für das, was er herausgefunden hat, mit dem Leben bezahlen musste …

Hinter den Kulissen

Mit „Doktorspiele“ erreicht der Polizeiruf 110 seine 250. Folge. Zugleich ist es der 22. gemeinsame Fall für die Hallenser Kommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler).

Regie führte Marco Serafini, für den es der vierte Polizeiruf mit dem Duo aus Halle ist. Wie schon sein dritter Film für die beiden, „Kurschatten“, spielt auch dieser Fall im Klinikmilieu. Das Drehbuch stammt von Scarlett Kleint und Michael Illner. Produziert wurde der Krimi von der Saxonia Media Filmproduktion im Auftrag des MDR.

Das „Klinikum Saale-Hohenweiden“ gibt es in Wirklichkeit nicht. Hohenweiden liegt rund acht Kilometer südlich von Halle und hat kein eigenes Krankenhaus. Für die Außenaufnahmen diente das Arbeitsamt Halle als Kulisse, die Innenaufnahmen entstanden im Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz. Das Chefarztzimmer ist ein Eckbüro im MDR-Gebäude in Halle, von dem aus der Blick über den Hallmarkt bis zur Marktkirche reicht.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Schwester Dorothea – Muriel Baumeister
Dr. Heiner Wolff – Michael Roll
Dr. Julia Knabe, Assistenzärztin – Johanna Christine Gehlen
Volker Esche – Henning Baum
Dr. Renate Busse, Anästhesistin – Gerit Kling
Prof. Bernhard Walther – Gunter Schoß
Albert Kempter, Arzt im Praktikum – Daniel Krauss
Leo Preiss, Journalist – Lutz Blochberger
Edith Reger – Marita Böhme
Kirsten Nolte, Praktikantin – Nora Bussenius
Dr. Jacobi – Holger Huber
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Dr. Klaus Riepe, Gerichtsmediziner – Klaus-Jürgen Steinmann
Malik, Fahrer – Reinhard Straube
u. v. a.

Stab

Regie – Marco Serafini
Drehbuch – Scarlett Kleint, Michael Illner
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Gast Waltzing
Kamera – Bernd Neubauer
Schnitt – Ilana Goldschmidt
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR