Kurz und knapp – darum geht’s
Eigentlich wollten die unzertrennlichen Freunde Pepe Seibt und Leo Gassner nur heimlich einen Horrorfilm sehen, der für Erwachsene bestimmt ist. Doch am nächsten Morgen werden die Münchner Kriminalhauptkommissare Jürgen Tauber und Jo Obermaier zu einer abgebrannten Baustelle gerufen, wo die Feuerwehr die verkohlte Leiche des 14-jährigen Leo gefunden hat. Pepe lag in der fraglichen Zeit nachweislich zu Hause im Bett und will vom Verschwinden seines Freundes nichts wissen. Trotzdem sind die Ermittler überzeugt, dass der Junge etwas verbirgt. Während Tauber behutsam das Vertrauen des vaterlos aufgewachsenen Pepe gewinnt, gerät Obermaier mit ihrer eigenen Tochter aneinander. Und Pepe zieht sich immer weiter zurück, bis er bei einem Ausflug in die Berge plötzlich verschwunden ist …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Pech und Schwefel“
Wo der eine ist, ist auch der andere: Die 14-jährigen Pepe Seibt und Leo Gassner teilen fast alles, auch die Lust auf das Verbotene. Ihr neuester Plan im Polizeiruf 110 „Pech und Schwefel“ ist ein nächtlicher Kinobesuch, bei dem sie sich einen Horrorfilm ansehen wollen, der nicht für ihr Alter freigegeben ist. Damit niemand Verdacht schöpft, klagen beide am Abend über Bauchschmerzen und legen sich früh schlafen. Gegen Mitternacht entdeckt Pepes Großmutter Paula Seibt ihren Enkel allerdings nass geschwitzt im Bett. Beunruhigt holt sie ihren Mann Justus, einen Arzt im Ruhestand, damit er sich den Jungen ansieht.
Am folgenden Morgen werden die Kommissare Jürgen Tauber und Jo Obermaier alarmiert. Auf einer Baustelle hat es in der Nacht lichterloh gebrannt, und zwischen den verkohlten Überresten ist die Feuerwehr auf die Leiche eines Jungen gestoßen. Anhand des Zahnprofils steht bald fest, dass es sich um Leo handelt. Die Spuren deuten auf eine gewaltige Explosion hin, deren Hitze die Tür so stark verformt hat, dass der Junge keinen Ausweg mehr fand. Seine Eltern Karl und Lisa Gassner stehen fassungslos vor der Frage, was ihr Sohn allein an diesem Ort zu suchen hatte.
Gerade Pepe, der Leo näher stand als jeder andere, kann oder will zur Aufklärung nichts beitragen. Zuletzt gesehen habe er den Freund am Nachmittag, gibt er an, und seine Großmutter bestätigt, dass er zur fraglichen Zeit in seinem Bett lag. Für Obermaier und Tauber ist die Sache damit aber nicht erledigt – zu deutlich spüren sie, dass der Junge etwas zurückhält. Doch Pepe macht dicht: Weder seiner Mutter Katharina noch den Großeltern vertraut er sich an, und auch den trauernden Gassners gegenüber bleibt er stumm.
Dass es ausgerechnet Tauber ist, der einen Zugang zu dem verstörten Jungen findet, überrascht seine Kollegin. Mit Geduld und Fingerspitzengefühl tastet sich der Kommissar an Pepe heran, der seinen Vater nie kennengelernt hat. Schritt für Schritt wächst zwischen den beiden ein zartes Vertrauen, und Taubers Fürsorge nimmt beinahe väterliche Züge an.
Obermaier hat derweil an einer ganz anderen Front zu kämpfen. Ihre Tochter Christine ist mit einem Joint erwischt worden, und die Aussprache zwischen Mutter und Tochter endet im lautstarken Streit. So kümmert sich im BR-Polizeiruf „Pech und Schwefel“ der eine Ermittler um einen fremden Jungen, während die andere an ihrem eigenen Kind zu verzweifeln droht.
Auch Katharina Seibt sieht mit wachsender Sorge, wie sich ihr Sohn immer mehr abschottet. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, fährt sie mit ihm für ein paar Tage in die Berge. Doch die Auszeit bringt nicht die erhoffte Erleichterung – Pepe wird zusehends stiller und wirkt immer hoffnungsloser. Bei einer Bergwanderung ist er auf einmal verschwunden. Als seine Mutter ihn endlich entdeckt, steht er ganz nah an einem Abgrund …
Hinter den Kulissen
In „Pech und Schwefel“ ermittelt Jürgen Tauber (Edgar Selge) zum neunten Mal im Münchner Polizeiruf 110, für seine Kollegin Jo Obermaier (Michaela May) ist es der sechste Fall. Die Folge ist die 249. der Krimireihe.
Im Zentrum der Geschichte steht neben dem Ermittlerduo der junge Pepe Seibt (Niklas Pries). Seine Familie verkörpern Inga Busch als Mutter Katharina sowie Tatja Seibt und Nikol Voigtländer als Großeltern Paula und Justus. Leos Eltern werden von August Schmölzer und Annette Wunsch gespielt, Natalie Spinell ist als Obermaiers Tochter Christine zu sehen.
Produziert wurde der Film von der Die Film GmbH im Auftrag des BR, Produzent war Uli Aselmann. Regie führte Klaus Krämer, der gemeinsam mit Kaspar von Erffa auch das Drehbuch schrieb.
Beim Deutschen Fernsehpreis 2003 wurde Edgar Selge als bester Schauspieler in der Kategorie Fernsehfilm ausgezeichnet.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber – Edgar Selge
Kriminalhauptkommissarin Jo Obermaier – Michaela May
Pepe Seibt – Niklas Pries
Katharina Seibt, Pepes Mutter – Inga Busch
Paula Seibt, Pepes Großmutter – Tatja Seibt
Justus Seibt, Pepes Großvater, pensionierter Arzt – Nikol Voigtländer
Karl Gassner, Leos Vater – August Schmölzer
Lisa Gassner, Leos Mutter – Annette Wunsch
Tarik Yilmaz – Tayfun Bademsoy
Christine Obermaier, Obermaiers Tochter – Natalie Spinell
Leo Gassner – Max Felder
Adele Neuhauser
Leos Opa – Willhelm Manske
Bauleiter – Alfred Urankar
Kundin – Bärbel Strecker
Schuldirektor – Winfried Hübner
Leos Oma – Sylke Hannasky
Freund – Stefan Lehnen
Janosch Galitzki
Kinovorführer – Dennis Grabosch
Cordula Bachl-Eberl
u. v. a.
Stab
Regie – Klaus Krämer
Drehbuch – Kaspar von Erffa, Klaus Krämer
Produktion – Uli Aselmann
Musik – Torsten Sense
Kamera – Ralph Netzer
Schnitt – Ulla Möllinger
Produktionsunternehmen – Die Film GmbH, im Auftrag des BR









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