Kurz und knapp – darum geht’s
Seit Wochen sucht eine Einbrecherbande Wohnungen heim, und nun ist eine alte Frau dabei ums Leben gekommen – ein Fall für die Hauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider. Als die beiden zufällig auf die Täter stoßen, eskaliert die Situation: Einer der Einbrecher drückt ab, Schmücke schießt in Notwehr zurück und trifft den 14-jährigen Sascha, der später im Krankenhaus stirbt. Die übrigen Jugendlichen entkommen unerkannt. Für den erfahrenen Kommissar wird die Suche nach dem Unbekannten, der die Kinder losschickt und an ihrer Beute verdient, zur persönlichen Angelegenheit – doch Saschas Freunde schweigen beharrlich, und der Drahtzieher bleibt im Verborgenen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Fehlschuss“
Wo in der Südstadt von Halle die Plattenbauten an weite, verödete Brachen grenzen, wirken die Straßen oft wie ausgestorben. Umso dreister treibt es eine Bande, die seit sechs Wochen eine Wohnung nach der anderen ausräumt und die Polizei dabei regelrecht vorführt. Bislang ging es nur um Beute, doch beim jüngsten Einbruch hat eine alleinstehende alte Frau die Diebe überrascht – und das nicht überlebt. Damit landet die Serie auf dem Tisch von Schmücke und Schneider, die schnell eine Vermutung haben: Hier sind keine Profis am Werk.
Wenig später überschlagen sich die Ereignisse. Die beiden Kommissare sind abends gemeinsam unterwegs, als ein Kollege bei einem erneuten Einbruch per Notruf um Hilfe bittet. Weil sie ganz in der Nähe sind, fahren sie selbst hin und stehen plötzlich den Einbrechern gegenüber. Einer von ihnen zieht eine Waffe und feuert, Schmücke schießt in Notwehr zurück. Erst danach begreift er, wen er getroffen hat: einen Minderjährigen, den 14-jährigen Sascha Löbner. Schwer verletzt kommt der Junge in die Klinik, wo er einige Tage später stirbt. Seine Komplizen, allem Anschein nach ebenfalls Jugendliche, können fliehen.
Für Schmücke ist dieser Abend ein tiefer Einschnitt. Der Schuss auf den Jungen geht dem altgedienten Ermittler nicht aus dem Kopf, den Termin beim Polizeipsychologen schlägt er dennoch aus. Statt mit einem Fachmann über das Erlebte zu sprechen, will er auf seine Weise damit fertigwerden: indem er die Hintermänner findet, die solche „Kinder“ überhaupt erst auf Beutezug schicken.
Die Spur führt im Polizeiruf 110 „Fehlschuss“ rasch zu Saschas Clique. Mario Beiner, Kevin Mühlmann, Nicole Wieland und Pavel Schenk treffen sich meist auf einem ansonsten verwaisten Spielplatz und sind im Wohngebiet als Randalierer verschrien. Ihre Eltern sind arbeitslos oder stecken in Geldnöten – eine Lage, die jemand ganz gezielt ausnutzt. Als der Fluchtwagen gefunden wird, lassen sich Spuren darin den Jugendlichen zuordnen. Doch bei den Hausdurchsuchungen taucht kein einziges Stück der Beute auf, und die Clique denkt nicht daran, den Kommissaren entgegenzukommen. Eisern halten die Jugendlichen dicht und schützen damit ihren Auftraggeber.
Wer aber ist der Mann im Hintergrund, der den Halbwüchsigen lohnende Ziele verrät und das Diebesgut zu Geld macht? Eine Fährte lenkt die Ermittler im MDR-Polizeiruf „Fehlschuss“ zu einem Jugendhof, an dessen Spitze ausgerechnet ein Vorbestrafter steht: Michael Rossberg fasst die Kinder dort alles andere als mit Samthandschuhen an und hält Strenge für die beste Schule fürs Leben. Doch solange die Clique keinen Ton sagt, bleibt der eigentliche Drahtzieher unsichtbar – und für Schmücke, der mit dem Tod des Jungen leben muss, wird die Jagd nach ihm zur Zerreißprobe …
Hinter den Kulissen
Mit „Fehlschuss“ feiert die Krimireihe ein Jubiläum: Es ist die 300. Folge des Polizeiruf 110 und zugleich der 39. Fall für die Hauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Thorsten Näter, der Drehbuch und Regie in Personalunion verantwortete, inszenierte damit seinen ersten Film für die Reihe.
Den vorbestraften Jugendhofleiter Michael Rossberg spielt Florian Martens. In weiteren Rollen sind unter anderem Waldemar Kobus, Henning Peker und Christina Große zu sehen. Gedreht wurde unter anderem in der Südstadt von Halle, wo zahlreiche Außenaufnahmen entstanden. Produziert wurde der Film von Saxonia Media im Auftrag des MDR, Produzent war Peter Gust.
Die Erstausstrahlung verfolgten 6,76 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 19,4 Prozent entsprach. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 1,97 Millionen ein, ein Anteil von 13,8 Prozent.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Michael Rossberg, Leiter des Jugendhofs – Florian Martens
Kriminaloberrat Leipolt – Dieter Montag
Walter Koschinski – Henning Peker
Marios Mutter – Christina Große
Mario Beiner – Robin Walter
Kevin Mühlmann – Vincent Krüger
Nicole Wieland – Nina Heinke
Pavel Schenk – Paul Preuss
Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand – Marie Gruber
Rechtsmediziner Dr. Stabroth – Jochen Schropp
Frau Löbner – Nadja Engel
Herr Löbner – Robert Gallinowski
Peter Färber – Wolfgang Häntsch
Rudolf Bröcker – Waldemar Kobus
Herr Mühlmann – Sven Lehmann
Kriminaltechniker Lutz – Lutz Jeskulke
u. v. a.
Stab
Regie – Thorsten Näter
Drehbuch – Thorsten Näter
Produktion – Peter Gust
Musik – Andreas Koslik
Kamera – Vladimir Subotic
Schnitt – Julia von Frihling
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR





























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