Kurz und knapp – darum geht’s
Ein nächtlicher Einbruch in ein Berliner Juweliergeschäft gibt Oberleutnant Jürgen Hübner Rätsel auf: Die Täter kennen sich offensichtlich bestens aus, und die Frau des Goldschmieds, die in der Wohnung über dem Laden brutal zusammengeschlagen wurde, will niemanden erkannt haben. Dabei weiß Jutta Wendler sehr genau, wer einer der Männer war – Siegfried Kugler, ihr früherer Verlobter, den sie während seiner Armeezeit verlassen hat. Während sie aus Angst schweigt, haben sich Kugler und sein Komplize Günter Baum mit fast 100.000 Mark Beute in den winterlichen Harz abgesetzt. Doch dort fallen die beiden Fremden auf, und als Kugler sich bei einem alten Kameraden ein Alibi erkaufen will, regt sich Widerstand …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Im Tal“
Eigentlich sollte die Wohnung über dem Berliner Juweliergeschäft an diesem Abend leer sein, denn wie jede Woche gehen Klaus Wendler und seine Frau Jutta zum Kegeln. Darauf jedenfalls verlassen sich Siegfried Kugler und Günter Baum, als sie mit Nachschlüsseln in den Laden eindringen. Die beiden wissen genau, wo sie zugreifen müssen: Zielsicher räumen sie die Vitrinen aus und durchsuchen anschließend die Räume darüber nach der Kassette, in der die Tageseinnahmen und die kostbarsten Schmuckstücke liegen. Doch Jutta ist diesmal nicht mitgegangen – sie hat sich bereits schlafen gelegt.
Für Kugler ist der Beutezug weit mehr als ein Coup. Jutta war einmal mit ihm verlobt, hat ihn aber verlassen, während er seinen Armeedienst ableistete, und stattdessen den Goldschmied geheiratet. Weil er ihr in der gemeinsamen Zeit Schmuck und teure Kleider geschenkt hat, betrachtet er die erbeuteten fast 100.000 Mark als Ausgleich für seine Ausgaben. Als Baum die junge Frau im Schlafzimmer entdeckt, verliert Kugler jede Kontrolle und prügelt auf sie ein, bis ihn sein Komplize wegreißt. Bevor die beiden verschwinden, droht er ihr, sie umzubringen, falls sie redet.
Die Drohung zeigt Wirkung. Ihrem Mann, der kurz darauf nach Hause kommt, erzählt Jutta von einem Überfall maskierter Männer, die sie nicht erkannt habe. Auch Oberleutnant Jürgen Hübner, der den Fall übernimmt, bekommt diese Version zu hören. Dem Kriminalisten entgeht jedoch nicht, dass die verängstigte Frau etwas für sich behält – nur was, kann er im Polizeiruf 110 „Im Tal“ vorerst nicht durchschauen. Klaus Wendler dagegen hat einen ganz bestimmten Verdacht: Er hält den „Ex“ seiner Frau für den Täter. Tags darauf räumt Jutta ihm gegenüber ein, dass er recht hat.
Kugler und Baum sind da längst über alle Berge – genauer gesagt: im Harz. Schon am Vortag haben sie sich in einem Ferienheim einquartiert, das wegen einer ausgefallenen Heizung eigentlich geschlossen ist; der Heiminhaber hat sie trotzdem aufgenommen. Ihr auffälliges Verhalten nach der Rückkehr vom Raubzug bleibt allerdings nicht unbemerkt. Misstrauische Anwohner alarmieren den zuständigen Abschnittsbevollmächtigten, Oberleutnant Schlenker, und als der nach dem Rechten sieht, machen sich die beiden Einbrecher erneut aus dem Staub. Zurück bleibt der gestohlene Fluchtwagen, den der ABV sicherstellt – samt einem goldenen Ring, der darin liegt. Schlenker verständigt umgehend die Berliner Kollegen, die bereits nach den Dieben fahnden.
Ein neues Versteck findet das Duo in Thale, und zwar dank eines Zufalls: Dort läuft ihnen Werner Ludwig über den Weg, Kuglers Kumpel aus gemeinsamen Wehrdienstzeiten. Werner nimmt die beiden mit zu sich nach Hause, in einen alten Gasthof, den er zusammen mit seiner Freundin Erika Wesemann wieder flottmachen will. Erika hält von den unerwarteten Gästen allerdings wenig.
Werner und Erika fehlt das nötige Geld für ihr Vorhaben, und genau darin sieht Kugler im DDR-Polizeiruf „Im Tal“ eine Gelegenheit: Er will seinem Freund aus Armeetagen finanziell unter die Arme greifen und sich dafür ein Alibi kaufen, das ihn und Baum entlastet. Doch Erika weigert sich, bei diesem Handel mitzuspielen – und Kugler, der schon in Berlin die Beherrschung verloren hat, rastet ein weiteres Mal aus. Unterdessen ist die Kripo bereits auf dem Weg zum Gasthof …
Hinter den Kulissen
„Im Tal“ ist die 81. Folge der Reihe „Polizeiruf 110“, für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es der 38. Fall. Lutz Riemann ist hier als Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei zu sehen und spielt Oberleutnant Karl-Heinz Schlenker. In weiteren Rollen wirken unter anderem Siegfried Kugler (Johannes Achtelik), Günter Baum (Mario Melzer), Jutta Wendler (Brigitte Heinrich) und Erika Wesemann (Karin Düwel) mit.
Regie führte Hans Joachim Hildebrandt, das Drehbuch schrieb Walter Flegel. Gedreht wurde vom 15. Dezember 1981 bis zum 11. Februar 1982 unter dem Arbeitstitel „Aufregender Urlaub“, und zwar in Berlin-Köpenick, Thale im Harz, Blankenburg, Altenbrak und Waßmannsdorf. Bei dem Gasthaus, das Werner Ludwig und Erika Wesemann im Film ausbauen wollen, handelt es sich um das heutige Gasthaus Königsruhe im Bodetal.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 64,9 Prozent.
Musik
Kreis – Du mußt frei sein
Besetzung
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Karl-Heinz Schlenker, Abschnittsbevollmächtigter – Lutz Riemann
Leutnant Laufer – Hans Klima
Erika Wesemann, Werner Ludwigs Freundin – Karin Düwel
Siegfried Kugler, Jutta Wendlers früherer Verlobter – Johannes Achtelik
Günter Baum, Kuglers Komplize – Mario Melzer
Werner Ludwig, Kuglers Kumpel vom Wehrdienst – Immanuel Seilkopf
Jutta Wendler – Brigitte Heinrich
Klaus Wendler, Goldschmied – Uwe Zerbe
Postbote – Peter Kalisch
Frau Greese – Barbara von Steuben
Herr Greese – Peter Panhans
Paul – Wolfram Sense
Kassiererin – Birgit Linke
Arzt – Jürgen Ludwig
u. v. a.
Stab
Regie – Hans Joachim Hildebrandt
Drehbuch – Walter Flegel
Produktion – Rolf Herrmann
Musik – Peter Gotthardt
Kamera – Walter Laaß
Schnitt – Margrit Schulz
Kostüme – Jutta Geißel-Burkhardt
Filmbauten – Hans-Joachim Hölzel
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR








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