Kurz und knapp – darum geht’s

Ein nächtlicher Einbruch mit tödlichem Ausgang beschäftigt die Schweriner Kommissare Jens Hinrichs und Holm Diekmann: Unbekannte haben aus einem Firmengebäude Computer gestohlen und dabei einen Wachmann getötet. Steckt die Einbrecherbande dahinter, die der Polizei seit Langem durch die Finger schlüpft? Diekmann will es herausfinden und setzt einen V-Mann auf die Bande an. Seine Wahl fällt auf den jungen Lenny, der gerade erst aus dem Gefängnis gekommen ist. Hinrichs dagegen hält wenig von verdeckten Ermittlungen und hat einen ganz anderen Verdacht: Firmeneigner Krummbiegel könnte den Einbruch selbst inszeniert haben, um seine Versicherung zu prellen. Für Diekmann wird der Fall bald auch persönlich, denn Lenny verlangt eine Gegenleistung, und beim morgendlichen Joggen stößt der Kommissar auf ein ausgesetztes Baby …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Vom Himmel gefallen“

Nachts, wenn in den Büros die Lichter aus sind, soll ein Wachmann eigentlich nur seine Runden drehen. Doch in einem Schweriner Firmengebäude endet eine solche Schicht tödlich: Einbrecher räumen die Computer ab, es kommt zum Kampf, und der Wachmann überlebt die Begegnung nicht. Für die Kripo liegt im NDR-Polizeiruf „Vom Himmel gefallen“ zunächst ein naheliegender Verdacht auf dem Tisch. Seit geraumer Zeit treibt in der Gegend eine Einbrecherbande ihr Unwesen, die den Fahndern bisher jedes Mal ein Schnippchen geschlagen hat – und einige Indizien sprechen dafür, dass sie auch diesmal am Werk war.

Wie so oft sind sich Jens Hinrichs und Holm Diekmann allerdings uneins, wie es weitergehen soll. Diekmann will die Bande aus der Nähe beobachten lassen und setzt auf einen V-Mann, der sich unauffällig in ihr Umfeld einschleichen soll. Sein Kollege hat für solche verdeckten Methoden nichts übrig. Ohnehin verfolgt Hinrichs eine andere Theorie: Was, wenn der Einbruch gar nicht auf das Konto der Bande geht? Firmeneigner Krummbiegel, so seine Überlegung, könnte die Tat selbst eingefädelt haben, um bei der Versicherung abzukassieren – ein Betrug, bei dem am Ende ein Mensch sein Leben verloren hat.

Von den Bedenken seines Partners lässt sich Diekmann nicht bremsen. Er gewinnt Lenny für den heiklen Job, einen jungen Mann, der seine Haftstrafe gerade hinter sich hat und froh ist, sich endlich bewähren zu können. Ganz ohne Hintergedanken lässt sich der frisch Entlassene aber nicht als Spitzel einspannen: Als Lohn für seine Dienste soll der Kommissar Lennys leibliche Mutter ausfindig machen, die ihn vor 20 Jahren zur Adoption freigegeben hat.

Für Diekmann ist das weit mehr als ein Tauschgeschäft. Denn seit er frühmorgens bei seiner Joggingrunde im Park auf ein ausgesetztes Baby gestoßen ist, geht ihm die Frage, wie Eltern ihre Kinder zurücklassen können, nicht mehr aus dem Kopf. Auf der einen Seite ein Findelkind, über dessen Herkunft niemand etwas weiß, auf der anderen ein junger Mann, der nach zwei Jahrzehnten endlich erfahren will, wer seine Mutter ist: Die Suche wird für den Kommissar zur Herzensangelegenheit.

Während sich Lenny im Polizeiruf 110 „Vom Himmel gefallen“ in die Schweriner Halbwelt vorwagt, lässt Hinrichs der Verdacht gegen Krummbiegel keine Ruhe. Und Diekmann jongliert gleich mit mehreren Aufgaben: Er muss seinen Informanten im Blick behalten, die Spur der Bande verfolgen und nebenbei in alten Adoptionsgeschichten graben. Dass sich die Wege seiner Nachforschungen ausgerechnet dort kreuzen werden, wohin er seinen jungen Schützling geschickt hat, kann der Kommissar zu diesem Zeitpunkt nicht wissen …

Hinter den Kulissen

„Vom Himmel gefallen“ ist der 19. Fall für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) – und zugleich ein Abschied: Sein Partner Holm Diekmann (Jürgen Schmidt) ermittelt hier zum fünften und letzten Mal regulär in Schwerin. Schmidt beendete seine Zeit als Polizeiruf-Kommissar aus gesundheitlichen Gründen. An Hinrichs’ Seite folgte ihm Hauptkommissar Tobias Törner, gespielt von Henry Hübchen.

Schmidts Weg in die Krimireihe begann mit einer Vertretung: In der Folge „Die Macht und ihr Preis“ sprang er als Robert Dieckmann für den erkrankten Kurt Böwe ein und stand dabei erstmals gemeinsam mit Uwe Steimle vor der Kamera. Mit „Seestück mit Mädchen“ wurde er offiziell Hinrichs’ Partner, seine Figur hieß von da an Holm Diekmann.

Produziert wurde die 243. Folge des Polizeiruf 110 vom NDR, Regie führte Dieter Laske. Das Drehbuch stammt von Rudolf Anders und Ernst Josef Lauscher, die Musik schrieb Mulo Francel. Den jungen V-Mann Lenny spielt Antonio Wannek.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Kriminalhauptkommissar Holm Diekmann – Jürgen Schmidt
Lenny Schneider – Antonio Wannek
Denise Franke – Laura-Charlotte Syniawa
Johanna Clausen – Maja Maranow
Irina Portnica – Catrin Striebeck
Archivar – Wilfried Dziallas
Maria, Kriminalassistentin – Heike Falkenberg
Pensionierte Hebamme – Gerda Gmelin
Max, Aufpasser – Uli Krohm
Krummbiegel, Firmeneigner – Silvan-Pierre Leirich
Bürgermeister – Axel Olsson
Dr. Harald Stuber – H. H. Müller
Paul Spieka, Spediteur – Guntbert Warns
Ärztin – Loretta Wollenberg
u. v. a.

Stab

Regie – Dieter Laske
Drehbuch – Rudolf Anders, Ernst Josef Lauscher
Produktion – Reiner Milker
Musik – Mulo Francel
Kamera – Johannes Anders
Schnitt – Angelika Strelczyk
Produktionsunternehmen – NDR