Kurz und knapp – darum geht’s
In der Kleinstadt Volpe überschlagen sich die Ereignisse: Im Lager eines Lebensmittelladens wird ein russischer Hilfsarbeiter getötet, der gewalttätige Häftling Günther Rehberg bricht aus dem Gefängnis aus – und kurz darauf steht ein gestohlener Panzer auf dem Marktplatz, die Kanone auf die Schule gerichtet. Kripo und BKA übernehmen das Kommando, und für die Streifenpolizisten Sigi Möller und Kalle Küppers bleiben nur die Handlangerdienste. Dabei hat Sigi in derselben Nacht selbst unter Beschuss gestanden und dabei ausgerechnet einem Fremden namens Igor sein Leben zu verdanken. Weil ihm niemand sagt, was hier eigentlich gespielt wird, beginnt er auf eigene Faust nachzuforschen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Roter Kaviar“
Es ist eine Nacht, in der in Volpe alles auf einmal geschieht. Im Lager des Lebensmittelladens von Marietta Holdebrink kommt es zu einem Zweikampf, zwei Männer ergreifen die Flucht – und zurück bleibt Dimitri Dubinin, ein russischer Hilfsarbeiter, der dort als Lagerarbeiter beschäftigt war. Er ist tot. Wer ihn umgebracht hat und warum, darüber gibt es im Polizeiruf 110 „Roter Kaviar“ zunächst nur Fragen.
Zur selben Zeit ist Streifenpolizist Sigi Möller mit dem Auto unterwegs und nimmt einen Ukrainer namens Igor mit. Aus der vermeintlich harmlosen Fahrt wird schnell bitterer Ernst: Ein Wagen nimmt die Verfolgung auf, drängt die beiden von der Straße ab, und zwei Männer bedrohen Igor mit einer Waffe. Sigi kann die Angreifer zunächst in Schach halten, doch als Schüsse fallen, ist es sein Beifahrer, der ihn schützt. Mit der Dankbarkeit ist es allerdings schnell vorbei – kaum hat Sigi auf der Weiterfahrt gestanden, dass er Polizist ist, befördert Igor ihn kurzerhand aus dem Wagen. Sigi bleibt nichts anderes übrig, als eine Fahndung nach seinem Auto und den Beteiligten der Schießerei herauszugeben.
Fast gleichzeitig gelingt Günther Rehberg der Ausbruch aus dem Gefängnis. Der gewalttätige Häftling verfolgt ein klares Ziel: Er will seine Frau Sonja zur Rede stellen, die er der Untreue verdächtigt, und schlägt deshalb den Weg Richtung Bergisches Land ein. Für die Behörden ist er damit ein weiteres Problem in einer ohnehin unübersichtlichen Lage.
Zeit zum Durchatmen bleibt Sigi und seinem Kollegen Kalle Küppers nicht, denn schon wartet der nächste Einsatz: Auf dem Marktplatz von Volpe hat sich ein gestohlener, voll funktionstüchtiger Panzer aufgebaut, und sein Fahrer droht, die Schule am Markt unter Beschuss zu nehmen. Mit einem Schlag ist das Städtchen ein Fall für die ganz Großen. Die Kripo – mit ihr Gabi Bauer von der Mordkommission – und das BKA rücken an und übernehmen die Regie, während die beiden Ortspolizisten zu Hilfskräften degradiert werden, die sich um die Drecksarbeit kümmern dürfen. Und was eigentlich vor sich geht, erfahren sie im allgemeinen Durcheinander nur bruchstückhaft.
Während der Panzer die Stadt in Atem hält, hilft Sigi bei der Evakuierung eines Altenheims und trifft dort eine alte Bekannte wieder: Elisabeth Kampnagel, mit der er schon in einem früheren Fall zu tun hatte. Doch die Ereignisse der vergangenen Nacht lassen ihn nicht los, und der ganze Fall kommt ihm zunehmend merkwürdig vor. Also wartet Sigi im WDR-Polizeiruf „Roter Kaviar“ nicht länger auf Anweisungen von oben, sondern sucht selbst nach Antworten – und stiftet damit zunächst noch mehr Verwirrung, während auf dem Marktplatz alles auf eine Entscheidung zusteuert …
Hinter den Kulissen
In „Roter Kaviar“, der 177. Folge der Reihe, ermitteln die Streifenpolizisten Sigi Möller (Martin Lindow) und Kalle Küppers (Oliver Stritzel) in ihrem zweiten Fall. In weiteren Rollen sind unter anderem Diether Krebs als Igor, Inge Meysel als Elisabeth Kampnagel und Andrea Sawatzki als Gabi Bauer zu sehen. Nach dem Tod von Diether Krebs im Jahr 2000 gehörte der Film zu den Sendungen, die im kurzfristig geänderten Programm in Erinnerung an den Schauspieler gezeigt wurden.
Gedreht wurde größtenteils in Brilon. Volpe selbst gibt es nicht: Der Name der fiktiven Kleinstadt spielt klanglich auf die Kreisstadt Olpe an. Regie führte Ulrich Stark, das Drehbuch schrieben Dirk Salomon und Thomas Wesskamp.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 17,6 Prozent. 1996 wurde der Film für den Adolf-Grimme-Preis nominiert – den Preis erhielt dann allerdings eine andere Folge mit demselben Ermittlerduo: der erste Möller-Küppers-Fall „1A Landeier“.
Besetzung
Streifenpolizist Sigurd „Sigi“ Möller – Martin Lindow
Polizist Karl-Heinz „Kalle“ Küppers – Oliver Stritzel
Igor – Diether Krebs
Jutta Schröder – Angela Stresemann
Gabi Bauer, Mordkommission – Andrea Sawatzki
Elisabeth Kampnagel – Inge Meysel
Günther Rehberg, Häftling – Dieter Brandecker
Sonja Rehberg, Rehbergs Ehefrau – Ulrike Mai
Marietta Holdebrink, Inhaberin eines Lebensmittelladens – Franziska Troegner
Eifel – Heinrich Schafmeister
Jürgen Mertens – Christian Tramitz
Dimitri Dubinin, Lagerarbeiter – Franjo Marincic
Huffer – Wolfgang Müller
Wirt – Luis Lamprecht
Major Williams – Calvin Burke
u. v. a.
Stab
Regie – Ulrich Stark
Drehbuch – Dirk Salomon, Thomas Wesskamp
Produktion – Veith von Fürstenberg
Musik – Birger Heymann
Kamera – Manfred Ensinger
Schnitt – Felicitas Lainer
Kostüm – Natascha Curtius-Noss
Filmbauten – Harald Turzer
Produktionsunternehmen – WDR





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