Kurz und knapp – darum geht’s
Eine 19-Jährige liegt tot in ihrem Elternhaus, ihr Körper ist schwer zugerichtet – und für die Münchner Mordkommission scheint der Fall schnell gelöst: Am Tatort finden sich Einbruchsspuren und die Fingerabdrücke von Rezzo, einem jungen, drogenabhängigen Kleindealer. Doch Polizeipsychologin Dr. Silvia Jansen mahnt zur Vorsicht. Sie kannte die tote Marie Eder gut, denn die junge Frau war wegen schwerer schizoider Symptome bei ihr in Therapie, bis die Eltern die Behandlung abbrechen ließen. Je tiefer Silvia Jansen in die Verhältnisse im Haus der Familie eindringt, desto beklemmender wird das Bild, das sich ihr bietet – und desto drängender die Frage, was sich hinter diesen Mauern tatsächlich abgespielt hat …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tod und Teufel“
Ein Elternhaus sollte ein Ort der Geborgenheit sein – für Marie Eder wird es zum Ort ihres Todes. Die 19-Jährige wird leblos im Haus ihrer Eltern gefunden, ihr Körper ist übel zugerichtet. Für die Münchner Mordkommission beginnt die Arbeit zunächst mit Routine: Die Spurensicherung stößt auf Hinweise, dass jemand gewaltsam eingedrungen ist, und sichert Fingerabdrücke, die sich rasch einem Namen zuordnen lassen.
Der Mann, um den es geht, heißt eigentlich Rigobert Karmine, wird aber von allen nur Rezzo genannt – ein kleiner Dealer, der selbst von Drogen abhängig ist und sich mit Gelegenheitsgeschäften über Wasser hält. Für Kommissar Berger und seinen Assistenten Koch fügt sich damit eins ins andere: ein Einbruch, ein junger Mann aus dem Drogenmilieu, eine tote junge Frau. Im Polizeiruf 110 „Tod und Teufel“ scheinen die Indizien eine eindeutige Sprache zu sprechen, und die Beamten sind überzeugt, ihren Täter längst vor Augen zu haben.
Ausgerechnet Polizeipsychologin Dr. Silvia Jansen tritt auf die Bremse. Für sie ist die Tote keine Unbekannte: Marie war nach einem Klinikaufenthalt wegen schwerer schizoider Symptome bei ihr in Behandlung, bis die Eltern darauf bestanden, die Therapie zu beenden. Maries Mutter Anna warf der Therapeutin damals sogar vor, mit ihren Sitzungen einen Keil zwischen Tochter und Familie treiben zu wollen. Silvia Jansen kennt die Krankheit der jungen Frau gut genug, um der allzu glatten Geschichte vom Einbrecher nicht vorbehaltlos zu trauen.
Wer verstehen will, was mit Marie geschehen ist, muss sich ihr Zuhause genauer ansehen. Bei den Eders hat der Glaube großes Gewicht: Mutter Anna ist streng religiös, Franz Eder ein stiller, zurückhaltender Mann, und mit Annas Bruder Josef Riedel gehört sogar ein Priester zum engsten Familienkreis. In dieses Gefüge hat Silvia Jansen mit ihrer Therapie schon einmal eingegriffen – entsprechend wenig willkommen ist sie dort jetzt.
Rückhalt findet sie bei ihrem Freund Paul Schaller, der als Journalist für das Abendblatt arbeitet und ihr zur Seite steht, während sich die Kollegen von der Mordkommission ganz auf Rezzo eingeschossen haben. Stück für Stück trägt Silvia Jansen zusammen, was sie über Maries letzte Zeit in Erfahrung bringen kann. Und was die Polizeipsychologin im BR-Polizeiruf „Tod und Teufel“ über die Vorgänge im Hause Eder herausfindet, lässt sie schaudern: Manches deutet darauf hin, dass dort jemand versucht hat, Marie den Teufel auszutreiben …
Hinter den Kulissen
Mit „Tod und Teufel“, der 206. Folge der Reihe, ermittelt Polizeipsychologin Dr. Silvia Jansen (Gaby Dohm) in ihrem vierten Fall. In weiteren Rollen sind unter anderem Fritz Karl als Rezzo, Silvie Gerold als Marie Eder und Arianne Borbach als ihre Mutter Anna zu sehen. Berthold Mittermayr schrieb das Drehbuch und führte zugleich Regie, die Musik komponierte Georg Mittermayr.
Die Geschichte beruht auf zwei authentischen Fällen aus den Jahren 1978 und 1996: Zwei Frauen, die an Epilepsie und Schizophrenie erkrankt waren, glaubten sich vom Teufel besessen und starben nach Exorzismen.
Produziert wurde der Film von der Bavaria Film im Auftrag des BR, Produzent war Veith von Fürstenberg. Die Dreharbeiten begannen Ende Juli 1998 in München. Für die Kostüme war Annette Reinecke-Popp verantwortlich, die Bauten stammen von Frank D. Geuer. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 18,9 Prozent.
Besetzung
Polizeipsychologin Dr. Silvia Jansen – Gaby Dohm
Kommissar Berger – Karl Friedrich
Koch, Bergers Assistent – Ottokar Lehrner
Rigobert „Rezzo“ Karmine, Drogendealer – Fritz Karl
Marie Eder – Silvie Gerold
Paul Schaller, Journalist – Dietrich Siegl
Prof. Dr. Manuel Knopp – Wolfgang Gasser
Anna Eder, Maries Mutter – Arianne Borbach
Josef Riedel, Priester – Horst Kotterba
Franz Eder – Bernd Tauber
Henze – Elert Bode
Mehmet – Ercan Durmaz
Michl – Johann Nothegger
Gerichtsmediziner – Thomas Morris
Polizistin – Angela Hobrig
Alte – Dietmar Mössmer
Arzt – Marc Rosenberg
u. v. a.
Stab
Regie – Berthold Mittermayr
Drehbuch – Berthold Mittermayr
Produktion – Veith von Fürstenberg
Musik – Georg Mittermayr
Kamera – Gerhard Hierzer
Schnitt – Monika Abspacher
Kostüm – Annette Reinecke-Popp
Bauten – Frank D. Geuer
Produktionsunternehmen – Bavaria Film, im Auftrag des BR











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