Kurz und knapp – darum geht’s
Ein alter Mann, erschlagen und im Kofferraum eines Schrottautos abgelegt: Mit diesem Fund geraten Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow und Katrin König vom LKA in die Welt der Müll- und Schrottsammler am Rand der Rostocker Gesellschaft. Was zunächst nach dem einsamen Tod eines Mittellosen aussieht, führt bald zu Erpressung und illegal entsorgtem Sondermüll. Ins Blickfeld rückt eine einst erfolgreiche Architektin, die heute in einem Abbruchhaus lebt und um ihre Tochter kämpft – und die Bukow noch aus Schulzeiten kennt. Und dann sitzt der Kommissar auch noch auf glühenden Kohlen: König ermittelt intern gegen ihn, und bis heute lässt sie nicht durchblicken, was in ihrem Bericht stehen wird …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „… und raus bist du!“
Zwischen Schrottplätzen und Mülldeponie liegt eine Welt, die der Rest Rostocks gern übersieht. Ausgerechnet hier, im Kofferraum eines ausrangierten Wagens, wird die Leiche eines alten Mannes entdeckt. Der Tote heißt Herbert Prand, ein Rentner, den jemand mit einer Eisenstange erschlagen hat. Auf den ersten Blick wirkt alles wie das traurige Ende eines Obdachlosen – einer jener Todesfälle, nach denen kaum jemand fragt. Doch Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow und seine Kollegin Katrin König vom LKA merken schnell, dass mehr hinter dem Fund steckt.
Wie verwahrlost Prands Leben war, zeigt sich in seiner Wohnung: Ein unangenehmer Geruch hängt in der Luft, überall herrscht Chaos, und offensichtlich hat bereits jemand die Räume durchwühlt. Im Bett stoßen die Kommissare auf eine alte Frau, die kaum noch atmet – sofort wird ein Notarzt gerufen. Zwischen dem Durcheinander finden sich außerdem Hinweise darauf, dass der Rentner versucht hat, jemanden zu erpressen. Und so zieht der vermeintliche Mord an einem Mittellosen im TV-Krimi „… und raus bist du!“ bald deutlich größere Kreise: bis hin zu illegal entsorgtem Sondermüll auf der Rostocker Mülldeponie.
Eine Spur führt zu Nathalie Schieke. Bukow kennt sie noch aus der Schulzeit, als alle überzeugt waren, aus ihr werde einmal etwas ganz Besonderes. Tatsächlich war sie später eine gefragte Architektin – Bukow zeigt seiner Kollegin sogar das schöne Haus, das ihr einst gehörte. Heute haust sie in einem Abbruchhaus, ihre Tochter Franka wächst bei einer Pflegefamilie auf. Und mit dem Toten verbindet Schieke offenbar mehr, als sie zugeben will: An Prands Briefkasten fand sich ein Namensschild von ihr, das sie inzwischen entfernt hat. Auf die Fragen der Ermittler dazu schweigt sie beharrlich.
Dennoch zeigt König viel Verständnis für die Frau, die alles verloren hat und ihr Kind zurückhaben will. Im Gespräch lässt die Kommissarin wie nebenbei eine Bemerkung über ihre eigene Herkunft fallen, die aufhorchen lässt: Sie selbst wurde adoptiert.
Unterdessen befragen die beiden das Ehepaar Schütte, das mit Prand befreundet war und am Abend seines Todes mit ihm in einer Kneipe saß. Man sei zu dritt aufgebrochen, erzählen die beiden, dann aber allein nach Hause gegangen – Herbert sei so betrunken gewesen, dass er auf dem Weg immer wieder hingefallen sei.
Bukow hat derweil ganz eigene Sorgen. Er weiß, dass König nicht nur als Partnerin an seiner Seite steht, sondern im Auftrag des LKA intern gegen ihn ermittelt. Alles hat er ihr inzwischen erzählt, über sich und über seinen „Mafiafreund“ – nun will er endlich wissen, wie viele Wochen ihm noch bleiben. Doch die Kollegin hält ihn hin: Würde sie etwas verraten, so ihre knappe Auskunft, machte sie sich strafbar.
Je tiefer die Ermittler im NDR-Polizeiruf „… und raus bist du!“ in die Welt der Sammler und Gestrandeten vordringen, desto deutlicher sehen sie, wie schnell ein Leben ins Rutschen geraten kann. Und über allem steht die Frage, wer in diesem Spiel eigentlich wen in der Hand hat – und wer überhaupt einen Grund hatte, einen alten Mann ohne Geld zu erschlagen …
Hinter den Kulissen
Für Hauptkommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) und LKA-Beamtin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) ist „… und raus bist du!“ der vierte gemeinsame Fall, innerhalb der Reihe trägt die Folge die Nummer 319. Wie schon in den drei vorangegangenen Episoden steht zwischen den beiden Königs heikler Auftrag, intern gegen ihren Partner zu ermitteln. Außerdem erfahren die Zuschauer in dieser Folge, dass die Kommissarin adoptiert wurde.
Das Drehbuch schrieb Wolfgang Stauch, Regie führte Christian von Castelberg. Die wichtigsten Gastrollen spielen Ursina Lardi als Nathalie Schieke, Jan Georg Schütte als Lukas Gehring sowie Christine Schorn und Jan Peter Heyne als Ehepaar Margit und Kran Schütte. Gedreht wurde Mitte 2009 in Rostock und Umgebung, produziert hat Filmpool im Auftrag des NDR.
Bei der Erstausstrahlung sahen 7,29 Millionen Zuschauer zu, der Marktanteil lag bei 21,4 Prozent. 2012 erhielten Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner für ihre Arbeit als Ermittlerduo in dieser Folge und in „Feindbild“ den Grimme-Preis Spezial.
Besetzung
Katrin König, Kriminalhauptkommissarin vom LKA – Anneke Kim Sarnau
Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow – Charly Hübner
Oberkommissar Anton Pöschel – Andreas Guenther
Volker Thiesler – Josef Heynert
Nathalie Schieke – Ursina Lardi
Lukas Gehring, Schrotthändler – Jan Georg Schütte
Margit Schütte – Christine Schorn
Kran Schütte – Jan Peter Heyne
Stefan Burger – Rudolf Danielewicz
René Wirth – Sven Lehmann
Dr. Johanna Marwitz – Annedore Kleist
Rafael Marwitz – Stephan Grossmann
Franka Schieke – Lieselotte Voß
Notarzt – Ben Daniel Jöhnk
Alter Mann – Reinhard Krökel
Adam – Christoph Leszczynski
Kranführer – Bernd Gajkowski
u. v. a.
Stab
Regie – Christian von Castelberg
Drehbuch – Wolfgang Stauch
Produktion – Iris Kiefer, Ilka Förster (Producerin)
Musik – Ralf Wienrich, Eckhart Gadow
Kamera – Martin Farkas
Schnitt – Antje Zynga
Produktionsunternehmen – Filmpool, im Auftrag des NDR





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