Kurz und knapp – darum geht’s
Ein anonymer Anruf, eine ungeheuerliche Behauptung: Die Polizeischülerin Christine Teichow soll ermordet worden sein. Für Hauptkommissarin Johanna Herz beginnt damit eine Suche, bei der vom Opfer jede Spur fehlt. An der Polizeischule will kaum jemand die junge Frau näher gekannt haben, und ihre frühere Zimmernachbarin Nicole gibt sich auffallend zugeknöpft. Gemeinsam mit Polizeihauptmeister Horst Krause stößt Herz auf Blut in einem Hotelzimmer – und schließlich im Kofferraum von Martin Becker. Der Ausbilder stand Christine nahe und ist für die Kommissarin kein Unbekannter: Sie kennt ihn aus Jugendtagen, hat ihn aber seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Becker räumt ein, die Vermisste kurz zuvor noch lebend getroffen zu haben. Doch wie viel ist das Wort eines Mannes wert, der ihr längst fremd geworden ist …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Fremde im Spiegel“
Es ist nur eine Stimme am Telefon, namenlos und ohne Gesicht, doch was sie Hauptkommissarin Johanna Herz mitteilt, wiegt schwer: Die Polizeischülerin Christine Teichow sei umgebracht worden. Ein Gewaltverbrechen also – nur fehlt dafür das Entscheidende, nämlich eine Leiche. Zusammen mit Polizeihauptmeister Horst Krause macht sich Herz auf den Weg zur Polizeischule Oranienburg, wo die junge Frau tatsächlich nicht zum Dienst erschienen ist. Viel mehr erfahren die beiden dort zunächst nicht, denn engeren Kontakt zu Christine scheint niemand gepflegt zu haben.
Eine Ausnahme ist Nicole Brennicke, Christines frühere Zimmernachbarin. Dass sie die Vermisste gut kannte, liegt auf der Hand – gesprächig wird sie deshalb noch lange nicht. Christine habe kaum Freunde gehabt, gibt die Mitschülerin zu Protokoll, und seit ein Kamerad bei einem Unfall ums Leben gekommen sei, sei sie kaum noch zugänglich gewesen. Darüber hinaus beißen die Ermittler bei der jungen Polizeianwärterin auf Granit.
Bewegung kommt erst durch eine Buchung in den Fall: In der Nacht vor ihrem Verschwinden hat Christine ein Hotelzimmer genommen und sich dort offenbar mit jemandem getroffen. Im Zimmer finden sich Blutspuren und ein Gegenstand, der als Tatwaffe infrage kommt. Von Christine selbst hingegen nichts. Weil der anonyme Anrufer behauptet hatte, die Tote sei in den Kanal geworfen worden, sucht Herz auch dort – zutage kommt allerdings nur eine Jacke mit Christines Autoschlüsseln. Blut, aber kein Opfer, Indizien, aber kein Zusammenhang: Der Fall im Polizeiruf 110 „Fremde im Spiegel“ lässt sich partout nicht greifen.
Und dann ist da noch Martin Becker, Ausbilder an der Polizeischule und für Johanna Herz alles andere als ein Unbekannter: Die beiden kennen sich aus Jugendzeiten, auch wenn sie sich seit Ewigkeiten nicht begegnet sind. Becker stand Christine nahe, das bestreitet er gar nicht – warum sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, kann er sich nach eigenem Bekunden aber nicht erklären. Diese Version gerät gehörig ins Wanken, als Herz und Krause Blut im Kofferraum seines Wagens entdecken. Nun steht Becker unter Mordverdacht und muss einräumen, Christine kurz zuvor noch lebend gesehen zu haben. Wo sie sich inzwischen aufhält, wisse er allerdings nicht, beteuert er.
Für Johanna Herz wird der rbb-Polizeiruf „Fremde im Spiegel“ damit auch zu einer persönlichen Prüfung. Den Becker von früher hat sie gekannt – doch wer ist der Mann, der ihr heute gegenübersteht? Zwanzig Jahre liegen zwischen damals und diesem Wiedersehen, und mit jeder neuen Spur wächst ihre Unsicherheit, ob sie seinen Beteuerungen Glauben schenken kann. Solange Christine Teichow verschwunden bleibt, gibt es nur Blut, eine Jacke am Kanal, einen Verdächtigen mit einer lückenhaften Geschichte – und eine Kommissarin, die nicht weiß, ob sie ihrem eigenen Urteil noch trauen darf …
Hinter den Kulissen
Mit „Fremde im Spiegel“ verabschiedet sich Imogen Kogge aus der Krimireihe: Für Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) ist es der zwölfte und letzte Fall. Ihr Partner, Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause), ermittelt bereits zum 16. Mal. Insgesamt handelt es sich um die 315. Folge des Polizeiruf 110, die DOKfilm Fernsehproduktion 2010 im Auftrag des rbb hergestellt hat. In weiteren Rollen sind unter anderem Christine Teichow (Katharina Schüttler), Martin Becker (Jochen Horst) und Nicole Brennicke (Klara Manzel) zu sehen.
Regie führte Ed Herzog, das Drehbuch stammt von Annette Hess, für die Musik ist Ulrich Reuter verantwortlich.
Auch auf vier Pfoten gibt es einen Abschied: Krauses Polizeihündin Vera geht in dieser Folge in den Ruhestand, ihr Nachfolger heißt Haduk. Die vom rbb erstellte Audiodeskription, gesprochen von Uta Maria Torp, war 2011 für den Deutschen Hörfilmpreis nominiert.
Besetzung
Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz – Imogen Kogge
Polizeihauptmeister Horst Krause – Horst Krause
Martin Becker, Schulleiter – Jochen Horst
Katrin Schubert, Kriminaltechnikerin – Anja Franke
Nicole Brennicke – Klara Manzel
Mike Kern – Matthias Faust
Christine Teichow, Polizeischülerin – Katharina Schüttler
Dr. Eva Langhoff – Tina Engel
Marion Becker – Valentina Sauca
Jürgen Krückeberg – Arved Birnbaum
Dr. Teichow – Christian Maria Goebel
Zimmermädchen – Viktoria Gabrysch
Hundeführer – Alois Knapps Torres
Nachtportier – Christian Gaul
Tiffany Putz – Annette Strasser
Joggender Nachbar – Thomas Neumann
Polizeischülerin – Luise Helm
Polizeischülerin – Lina Julie Frömming
Betrunkene – Kassandra Knebel
Polizeischüler – Gunnar Baginski
u. v. a.
Stab
Regie – Ed Herzog
Drehbuch – Annette Hess
Produktion – Jost-Arend Bösenberg, Frank Schmuck
Musik – Ulrich Reuter
Kamera – Michael Schreitel
Schnitt – Alexander Beyer
Produktionsunternehmen – DOKfilm Fernsehproduktion, im Auftrag des rbb






















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