Kurz und knapp – darum geht’s
Erst die Tochter, jetzt der Vater: Vor fünf Jahren kam die damals dreizehnjährige Becky Feidt unter mysteriösen Umständen ums Leben, nun wurde ihr Vater Emil ermordet. Für Kommissarin Esther Baumann von der Kripo Saarbrücken sind die Ermittlungen eine zutiefst persönliche Angelegenheit, schließlich stammt sie selbst aus dem kleinen Dorf nahe der Grenze zu Frankreich und kennt die Opferfamilie gut. Seit jeher liegen die Feidts im Clinch mit der Familie Louis, der anderen großen Sippe im Dorf. Als klar wird, dass der Mord an Emil mit dem nie aufgeklärten Tod seiner Tochter zu tun haben muss, kochen Wut, Hass und gegenseitige Beschuldigungen wieder hoch. Baumann und ihre Kollegen müssen tief in den dörflichen Mikrokosmos eindringen, um der tragischen Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Der Tatort Saarbrücken „Das Böse in Dir“ ist am Sonntag, den 08.02.2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Das Böse in Dir“
Kommissarin Esther Baumann stöhnt kurz auf, als sie erfährt, wohin ihr nächster Einsatz sie führt: ausgerechnet nach Hohenweiler, in jenes kleine Dorf unmittelbar an der französischen Grenze, wo die Ermittlerin aufgewachsen ist – und an das sie nicht gerade die besten Erinnerungen hat. So bleibt sie zunächst demonstrativ im Einsatzwagen sitzen, während ihre Kollegen, die Hauptkommissare Adam Schürk und Leo Hölzer, mit den Ermittlungen im Tatort „Das Böse in Dir“ beginnen. Das Mordopfer heißt Emil Feidt und war IT-Unternehmer. Nur einen einzigen gezielten Stich ins Herz brauchte es, um ihn zu töten – doch die Tatwaffe, mutmaßlich ein Messer mit einer spitzen Klinge, ist unauffindbar. Dafür findet die Spurensicherung in seinem PKW ein T-Shirt mit getrocknetem, also älterem Blut. Später stellt sich heraus: Das Blut stammt von einem Huhn. Was das zu bedeuten hat? Großes Fragezeichen.
Für Claudia und Peter Feidt, die Ehefrau und den Sohn des Toten, sind die Schuldigen dagegen schnell ausgemacht: Es kann nur jemand aus der Familie Louis gewesen sein, schließlich habe die auch Becky auf dem Gewissen, Peters Schwester, die vor fünf Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Die Polizei hat den Fall damals als tragischen Unfall abgetan: Das Mädchen sei einen Hang hinabgestürzt und anschließend im Fluss ertrunken. Doch die Feidts haben nie an die Unfalltheorie geglaubt: Für sie war es Mord. Und für den können nur die Louis verantwortlich sein. Jetzt auch noch der Vater – da kommen Rachegedanken hoch: „Wenn ihr es diesmal nicht hinkriegt, nehmen wir es selbst in die Hand“, ruft Peter Feidt den Kommissaren hinterher.
Die Feidts und die Louis: Auch Esther Baumann ist mit der innigen Feindschaft dieser zwei Familien aufgewachsen, die das Dorfleben seit jeher prägen, die einen katholisch, die anderen hugenottisch: „Der Hass hält die Leute hier am Laufen, besser als jedes Kohlekraftwerk. Und deshalb wird er von Generation zu Generation weitergegeben.“ Baumann selbst – obwohl eine gebürtige Louis – hat sich aus den Rivalitäten immer herausgehalten und hat Hohenweiler zusammen mit ihrer Mutter früh verlassen. Auch jetzt würde die Kriminalistin im TV-Krimi „Das Böse in Dir“ am liebsten vor den Ermittlungen in ihrem Heimatdorf flüchten, doch sie kennt noch Leute von früher, die vielleicht Dinge wissen, die andere nicht wissen: Clemens Scherf zum Beispiel, Esthers Schulfreund, der als Kneipenwirt die dörfliche Klatsch- und Tratschzentrale am Laufen hält. Auch er hält sich aus allen Streitereien heraus, versucht gar, so etwas wie echte Gemeinschaft im Dorf zu verwirklichen – schwierig genug.
Und die andere Seite? Michel Louis betreibt eine Tischlerei und sorgt sich wie ein Vater um seine Nichte Claire. Die steht kurz vor der Gesellenprüfung im Betrieb ihres Onkels und wohnt mit ihm unter einem Dach. Natürlich geben sich hier alle gegenseitig Alibis, mit einfachen Befragungen kommt die Kripo nicht weiter. Was Claire über die verstorbene Becky sagt, lässt Baumanns Kollegen Leo Hölzer und Adam Schürk dann aber doch aufhorchen: „Ich habe Becky geliebt. Und sie hat mich geliebt.“ Dass die beiden beste Freundinnen waren, war im Dorf bekannt – und seltsam genug: so eine innige Freundschaft, wo die beiden Familien derart verfeindet sind. Aber Liebe? Meint Claire das ernst?
Tatsächlich deutet immer mehr darauf hin, dass die beiden Todesfälle von Becky und Emil Feidt zusammenhängen. Baumanns Kollegin Pia Heinrich, momentan im Innendienst, entdeckt Ungereimtheiten in Beckys Akte und zweifelt nun ebenfalls an der Unfalltheorie. Und auf dem Video einer Überwachungskamera ist jemand zu sehen, von dem Esther Baumann dachte, ihn erfolgreich aus ihrem Leben verdrängt zu haben: ihr Bruder Sven Louis, im Streit mit Emil Feidt, zwei Tage vor dessen Tod. Nun bekommt der Mord im SR-Tatort „Das Böse in Dir“ endgültig eine persönliche Dimension für Esther. Eigenmächtig macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, während es im Dorf immer mehr brodelt: Wut und Hass bahnen sich ihren Weg …
Hinter den Kulissen
Vom 6. Mai bis zum 5. Juni 2025 fielen die Drehklappen für den inzwischen siebten Fall des Kommissar-Quartetts aus dem Saarland: Adam Schürk (Daniel Sträßer), Leo Hölzer (Vladimir Burlakov), Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) ermitteln diesmal in einem kleinen Dorf nahe der französischen Grenze – ein Fall mit einer sehr persönlichen Dimension für Kommissarin Esther Baumann. Drehorte waren neben Saarbrücken auch Kleinblittersdorf, St. Ingbert, Saarwellingen, Lebach sowie das französische Blies-Guersviller.
Seine TV-Premiere feiert der Tatort des Saarländischen Rundfunks am Sonntag, den 8. Februar 2026 um 20:15 Uhr im Ersten.













In der letzten SB-Folge („Das Ende der Nacht“) gab es ja einen sog. ‚cliffhanger‘: Hölzer lag regungslos nach der Explosion im Bunker auf dem Boden und die Zuseher wussten nicht, ob er überleben wird.
Überlebt hat Hölzer offensichtlich. Man darf gespannt sein, ob auf seinen Fast-Exitus in der letzten Folge nun Bezug genommen wird oder ob getan wird, als wäre nichts geschehen …🧐
(Ich erinnere diesbezüglich etwa an die Münchner Folge „Am Ende des Flurs“: Leitmayr wurde durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt, die Zuseher stürmten das ARD-Service-Telefon, ob er überleben wird und in der nächsten Folge war von dem Vorfall keine Rede mehr …)
@ Der Fremde: Tja, TV Ermittler und Indianer kennen keinen Schmerz.
Ein super Team mit einer stets spannenden Handlung und actionreichen Szenen. Beste Sonntagabend Unterhaltung! Da kann man hoffen das uns dieses Saarbrücker Team noch lange erhalten bleibt, am besten noch bis zur 100. Folge.
@Franz F.:
Hatten Sie schon eine Vorab-Premiere oder sind Ihre Aussagen allgemeiner Natur?
Jedenfalls dürfte wieder das dt.-französische Grenz-Flair eine wesentliche Rolle spielen …😌
In einem Interview äußert sich die Regisseurin zur Arbei am Tatort. Um urheberrechtliche Problem zu vermeiden, habe ich den Text bearbeitet, ohne in die inhaltliche Substanz einzugreifen.
Ihr Ziel sei es, dass wieder mehr junge Menschen den ‚Tatort‘ schauen. Der ‚Tatort‘ sei ein etabliertes Format und der Film behandele kein explizit junges Thema —eine freiere Herangehensweise und Umsetzung mache den Film aus. Ihr sei als Regisseurin in der Gestaltung viel Vertrauen entgegen gebracht worden. Den Rollen der beiden Ermittlerinnen im Team komme in diesem Film eine größere Bedeutung zu, was sie sehr gut und richtig finde. Im Zentrum des Films stehe allerdings eine Vater-Sohn-Geschichte und im weiteren Sinne eine Brudergeschichte. Siehabe große Lust darauf, mit einem Ensemble zu arbeiten, in dem sich die Figuren gerade noch finden würden und sie gemeinsam mit den Schauspieler*innen entdecken und weiterentwickelt werden könnten. Mit der Kamerafrau Anne Bolick habe sie in der Vorbereitung eine Vision für den Film entwickelt.. Die Arbeit am Set war dann allerdings recht spontan und flexibel. Die restliche Filmcrew bestehe aus erfahrenen Filmemacher*innen und absoluten Newcomern — eine Mischung aus Knowhow und Rock’n’Roll, Struktur und kreativem Chaos. Das mache den Film lebendig — obwohl natürlich jemand sterbe.“
Sie sei Fan des Tatort. Das Besondere an diesem Format sei, dass es das Format auch immer mal wieder verlasse. Sie habe schon immer die Filme in der Reihe interessiert, die ein bisschen anders gewesen seien.waren. Der neue Saarbrücker ‚Tatort‘ sei kein klassischer Krimi, sondern eher ein Thriller. Anstatt der Aufklärung eines einzelnen Falls hinterherzujagen, tauche man tief ein in das Leben und die Geschichte der beiden Kommissare ein. Drehbuchautor Hendrik Hölzemann entwerfe in seinen Büchern psychologisch spannende und komplexe Figuren. Ihr Ziel für den Film sei nicht gewesen, ein bestimmtes Genre zu bedienen, sondern diese Figuren dicht und nachvollziehbar zu erzählen und gleichzeitig genug Geheimnisse zu wahren für folgende Filme.“
Na, das klingt doch ziemlich verheißungsvoll!
Ich schreibe ja immer wieder, dass etwa Ines Marie Westernströer schauspielerisch so viel mehr drauf hat, als sie bisher in diesem Team gezeigt hat (m.E.)!
Toll !!! Wenn das die Regisseurin von ihrem eigenen Film gesagt hat, z. B. “
… psychologisch spannende und komplexe Figuren…“
🤣 nun ja, da freu ich mich schon drauf. Wird bestimmt epochal.