Kurz und knapp – darum geht’s
Eine Anglerin findet vor den Toren Rostocks die Leiche einer jungen Frau, vermutlich noch minderjährig, vermutlich aus Osteuropa. Sie wurde vor ihrer Ermordung gefoltert und trägt keinen Namen, denn niemand scheint sie zu vermissen. Für die Kommissarinnen Katrin König und Melly Böwe beginnt eine Suche nach Identität und Tätern, die sie tief in das System der Ausbeutung in deutschen Bordellen führt. Die Spuren weisen auf eine Feriensiedlung, die dem ehemaligen Kampfsportler, Zuhälter und Unternehmer Heiko Mischke gehört. Doch je weiter das Rostocker Team vordringt, desto klarer wird: Hinter der scheinbar legalen Fassade des Milieus steckt ein Geflecht aus Abhängigkeit, Macht und Korruption. Und dann ist da noch Natasha, eine junge Prostituierte, die mehr zu wissen scheint, als sie zugibt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Sie haben Namen“
Ein grausamer Fund erschüttert Rostock: Vor den Toren der Stadt stößt eine Anglerin auf die Leiche einer jungen Frau. Sie ist vermutlich minderjährig und stammt wohl aus Osteuropa. Die Spuren an ihrem Körper lassen keinen Zweifel, dass sie vor ihrem Tod gefoltert wurde. Wer sie ist, weiß niemand, und so ermitteln die Kommissarinnen Katrin König und Melly Böwe zunächst gegen das Schweigen um eine Namenlose.
Der mutmaßliche Tatort ist schnell ausgemacht: eine Feriensiedlung, die Heiko Mischke gehört. Der ehemalige Kampfsportler hat sich als Zuhälter und Unternehmer ein Imperium aufgebaut und ist im Milieu kein Unbekannter. Um die Tote zu identifizieren und die Verantwortlichen zu finden, tauchen König und Böwe tief in das System der Ausbeutung in deutschen Bordellen ein. Es ist eine Welt, in der Frauen zur Ware werden und Namen nichts zählen. Dabei bekommen die Ermittlerinnen ungewohnte Rückendeckung, aber auch Widerstand zu spüren: von Staatsanwalt Jan Jürgens, von Mischkes Umfeld und von einem Milieu, das sich nach außen gern als legal und respektabel gibt.
Auf ihrer Suche nach Gerechtigkeit für das Opfer stoßen König und Böwe auf Natasha, eine junge Prostituierte, die dem Rotlicht-Milieu entkommen will. Dafür hat sie sich auf den Freier und Anwalt Bastian Heuer eingelassen. Sie soll einen Plan für ihn umsetzen, im Gegenzug verspricht er ihr den Weg in die Freiheit. Doch ist es tatsächlich ein Ausweg, oder gerät Natasha nur noch tiefer in die Abhängigkeit? Bald müssen die Kommissarinnen feststellen, dass die junge Frau tief in dem Verbrechen um die namenlose Tote steckt.
Die Wahrheit scheint zum Greifen nah, doch jedes Puzzleteil führt zu neuen Fragen. Wer schützt die Täter? Wer profitiert vom Schweigen? Und welche Rolle spielt Natasha wirklich? König und Böwe kämpfen darum, dass die Tote nicht anonym bleibt, und geraten dabei an einen Punkt, an dem sie erkennen, wie weit das Netz aus Gewalt und Korruption reicht …
Hinter den Kulissen
Regie bei „Sie haben Namen“ führte Franziska Schlotterer, das Drehbuch schrieb Florian Oeller. Der Film beleuchtet das Schicksal zehntausender Frauen in Deutschland, die Tag für Tag ihren Körper verkaufen müssen, um zu überleben. Neben Anneke Kim Sarnau (Katrin König) und Lina Beckmann (Melly Böwe) sind Sönke Möhring als Heiko Mischke und Anastasiia Mazhara als Natasha zu sehen. In weiteren Rollen spielen unter anderem Uwe Preuss, Andreas Guenther, Josef Heynert, Wolfgang Michael, Christian Erdmann, Dela Dabulamanzi, Thorsten Merten, Katya Molchanova, Silvina Buchbauer und Liliom Lewald.
Gedreht wurde vom 2. September bis zum 1. Oktober 2024 in Rostock, Schwerin und Hamburg. Produzentin ist Iris Kiefer (filmpool fiction GmbH), ausführende Produzentin Nikola Bock, die Kamera führte Hanno Lentz, die Redaktion beim NDR hatte Philine Rosenberg. Die Premiere fand am 7. Mai 2026 auf dem Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden statt. Es ist der 31. Fall des Rostocker Teams und die 427. Polizeiruf-110-Episode.
Im TV ist die neue Folge des NDR-Polizeirufs am Sonntag, den 1. November 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
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