Kurz und knapp – darum geht’s
Als die Leiche von Ruben Jovanov am Ufer der Limmat angespült wird, sind die Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean von der Kantonspolizei Zürich schockiert über die Brutalität, mit der der junge Mann ermordet wurde. Sie vermuten einen starken emotionalen Background, auch deshalb, weil Ruben ein Sexarbeiter war. Einer, der Rubens Dienste regelmäßig in Anspruch genommen hat, ist der angesehene Richter Dr. Jacobi, der schnell in den Fokus der Ermittlungen gerät. Aber auch zwei vorbestrafte Freunde des Opfers verhalten sich verdächtig. Und dann ist da noch die Kurierfahrerin Moya, die in der Tatnacht eine brisante Beobachtung gemacht hat. Doch der Polizei traut sie nicht, denn Moya lebt ohne Aufenthaltstitel in der Schweiz und fürchtet ihre Abschiebung – eine emotionale Zwickmühle zwischen Gesetz und Moral für Tessa Ott, die beharrlich versucht, das Vertrauen der wichtigen Zeugin zu gewinnen …
Der Tatort Zürich „Könige der Nacht“, die letzte Neuausstrahlung vor der diesjährigen Sommerpause, ist am Sonntag, den 3. Mai 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Könige der Nacht“
Mehrere tiefe Stichwunden, dazu Hämatome, Spuren von Gewalt am ganzen Körper: Ruben Jovanov ist an seinem eigenen Blut erstickt. Nur 22 Jahre alt wurde der junge Mann. Die Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean von der Kantonspolizei Zürich sind schockiert, als sie Rubens brutal zugerichtete Leiche am Ufer der Limmat begutachten. Wer ermordet einen Menschen auf solch bestialische Weise? Die erfahrene Profilerin Ott denkt sofort an Übertötung, an einen emotionalen Ausnahmezustand, in dem sich die Tatperson befunden haben muss.
Dass bei diesem Mord starke Gefühle im Spiel waren, liegt durchaus nahe, denn Ruben Jovanov, einst eingewandert aus Nordmazedonien, war Sexarbeiter – ein gefragter Callboy mit einer großen Kundschaft, wie die Aufnahmen einer diskret installierten Videokamera in seinem Schlafzimmer bezeugen. Auch Dr. Urs Jacobi ist darauf zu sehen, ein allseits respektierter und anerkannter Richter am Züricher Obergericht. Seine pikante Affäre mit Ruben sollte eigentlich geheim bleiben, doch nun steht der hochdekorierte Jurist plötzlich unter Mordverdacht im TV-Krimi „Könige der Nacht“, denn auch am Tatabend hat er sich mit dem späteren Opfer getroffen.
Das Ermittlerduo Grandjean und Ott deckt zudem eine brisante Verbindung zu Christian Brock, einem engen Freund von Ruben, auf: Einst hat Richter Jacobi Brock zu einer Haftstrafe verurteilt. Mittlerweile wieder auf freiem Fuß, schnüffelt Brock zusammen mit seinem Kumpel Lukas Keller in Rubens Wohnung herum, was die Kommissarinnen zufällig mitbekommen, als sie selbst vor Ort sind. Was haben Brock und Keller in Rubens Apartment gesucht? Etwa jene Videoaufnahmen, die Ruben und Jacobi in trauter Zweisamkeit zeigen? Der Verdacht der Erpressung steht im Raum. Wollte sich Brock an dem Mann rächen, der ihn in den Knast gebracht hat? Und hat sich der in die Enge getriebene Jacobi nicht anders als durch Mord an seinem Callboy zu wehren gewusst?
Es ist bisher die einzige schlüssige Theorie, die Ott und Grandjean haben, doch richtig überzeugt sind sie nicht. Und bevor sie die Spur weiterverfolgen können, werden die Ermittlerinnen im SRF-Tatort „Könige der Nacht“ zu einem weiteren Mordfall gerufen: Die Fahrradkurierin Sanaa Mukambo wurde von einem schweren SUV überfahren, sie hatte keine Chance. Als Tessa Ott das Handy der Toten untersucht, entdeckt sie darauf das Foto einer Frau, die ihr bekannt vorkommt: Schon am Limmatufer, als sie Rubens Leiche inspiziert haben, war sie ihr aufgefallen, weil sie sehr plötzlich, beinahe fluchtartig weggerannt ist. Und offenbar stand sie mit der zweiten Toten ebenfalls in Kontakt. Ist das Zufall?
Bis tief in die Nacht sammelt Kriminaltechniker Noah Löwenherz – ohnehin gestresst wegen der Vorbereitung seines Sabbaticals – alle Informationen zusammen, die er über die Frauen bekommen kann: Beide stammen aus demselben Dorf in Äthiopien, die tote Sanaa lebte schon länger legal in der Schweiz, während ihre Bekannte Moya Alemu erst vor wenigen Jahren über die berüchtigte Mittelmeerroute nach Europa geflüchtet ist. Dabei hat sie nur knapp ein Bootsunglück überlebt und sich bis nach Zürich durchgeschlagen, wo sie zusammen mit ihrem kleinen Sohn Yaro Unterschlupf bei Sanaa gefunden hat. Weil Moya keinen Aufenthaltstitel hat, darf sie nicht arbeiten, also übernimmt sie gelegentlich Sanaas Schichten beim Delivery-Service, benutzt dafür ihren Ausweis – und ihre Bodycam, die die Kurierfahrer stets bei sich tragen müssen.
Genau deshalb ist Moya offenbar ins Visier des Mörders im Tatort „Könige der Nacht“ geraten, denn kurz bevor Ruben ermordet wurde, hat sie ihm noch eine Pizza geliefert. Moya war also zur Tatzeit ganz in der Nähe des Tatorts – und die Aufnahmen ihrer Bodycam sind womöglich der Schlüssel zur Lösung des Falls. Behutsam versucht Tessa Ott deshalb, das Vertrauen der Geflüchteten zu gewinnen, wohlwissend, dass diese in ständiger Angst vor ihrer Ausweisung lebt. Das aber will die engagierte Kriminalistin auf jeden Fall verhindern – und gibt Moya ein Versprechen, von dem sie nicht genau weiß, ob sie es womöglich noch bereuen wird. Werden Grandjean und Ott die verängstigte Moya vor Rubens Mörder schützen können? Denn der ist ihnen bereits dicht auf den Fersen …
Hinter den Kulissen
Vom 1. September bis zum 1. Oktober 2025 entstanden die Filmszenen für den elften Einsatz des Schweizer Tatort-Duos Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) in Zürich und Umgebung. Zum moralischen Dilemma, das Kommissarin Tessa Ott in diesem emotionalen Fall durchlebt, erzählt Hauptdarstellerin Carol Schuler: „Tessa kann ihre Emotionen nicht abschalten – und sie will es auch nicht. Sie versucht, auch als Polizistin stets Mensch zu bleiben. Aber gerade in dieser Folge wird ihre Menschlichkeit auf die Probe gestellt, als sie in Konflikt mit dem Asylgesetz gerät. Denn für Tessa sind Geflüchtete keine Akten oder Statistiken – es sind Menschen, deren Zukunft von administrativen Entscheidungen abhängt. Für sie ist es ein schmerzhaftes Bewusstsein, dass sie Teil dieser oft ungerechten Struktur ist.“
Mit dem Tatort Zürich „Könige der Nacht“ geht die erste Saisonhälfte 2026 der Sonntagskrimi-Neuausstrahlungen zu Ende. Gesendet wird die Episode 1338 am 3. Mai 2026 um 20:15 Uhr im Ersten. Neue Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ werden nach einer ungewöhnlich langen Sommerpause voraussichtlich ab dem 13. September 2026 zu sehen sein.
Tatort-Kritik
Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Die Produktionen des SRF mausern sich allmählich zu echten Qualitätsgaranten am Sonntagabend, und auch das mittlerweile gut eingespielte Duo Grandjean/Ott gewinnt mit jedem neuen Fall an Profil. Dass in der Bankenmetropole Zürich nicht nur Geld und Status, sondern auch Moral und Menschlichkeit etwas zählen, dafür bürgen die couragierten Kommissarinnen in diesem thematisch wie filmästhetisch mutig und mitreißend inszenierten Krimi, der seinen Blick dankenswerterweise nicht nur „nach unten“, sondern auch und vor allem auf die moralischen Abgründe „ganz oben“ richtet – und bei aller Düsternis wenigstens die leise Hoffnung auf das Gute im Menschen aufrechterhält.
Besetzung
Profilerin Tessa Ott – Carol Schuler
Hauptkommissarin Isabelle Grandjean – Anna Pieri Zuercher
Kriminaltechniker Noah Löwenherz – Aaron Arens
Staatsanwältin Anita Wegenast – Rachel Braunschweig
Milan Mandic – Igor Kovac
Moya Alemu – Nambitha Ben-Mazwi
Justus Reynier – Basil Eidenbenz
Christian Brock – Liliom Lewald
Marcel de Winter – Tim Borys
Yaro Alemu – André Nkot Olinga
Ruben Jovanov – Yves Weckemann
Lukas Keller – Yusuf Arslan
Dr. Urs Jacobi – Stefan Merki
Sanaa Mukambo – Nancy Mensah-Offei
Evelyn Jacobi – Dagny Gioulami
u. v. a.
Stab
Drehbuch – Mathias Schnelting
Regie – Claudio Fäh
Kamera – Tobias Dengler
Licht – Ernst Brunner
Szenenbild – Viviane Rapp
Kostümbild – Markus Karkhof
Maske – Marc Hollenstein
Casting – Nora Leibundgut, Mirjam Schilliger
Musik – Mirjam Skal
Ton – Patrick Storck, Marco Teufen
Schnitt – Cécile Welter
Aufnahmeleitung – Regula Begert
Produktionsleitung – Andrea Blaser
Produktion – Ivan Madeo, Anke Beining-Wellhausen
Redaktion – Fabienne Andreoli (SRF), Gabriella de Gara (SRF), Birgit Titze (ARD Degeto)

















Ich freue mich schon auf den neuen „Züri-Tatort“.
Zur Aufklärung: Den Rang des Kommissars bzw der Kommissarin gibt es in der Schweiz nicht.
Die beiden Ermittlerinnen, Frau Grandjean und Frau Ott, sind vom Dienstgrad Feldwebelinnen, was zwar in etwa dem Rang einer Oberkommissarin entspricht, aber eben keine ist.
Das sind sehr grobe Fehler vom Regisseur Herrn Claudio Fäh und dem Drehbuchautor Herrn Mathias Schnelting. Fehler die ich als unverzeihlich bezeichne. Es zeigt, dass sie nich gut bzw garnicht recherchiert haben oder haben lassen, was der Qualität eines Filmes absolut nicht zuträglich ist.
Auch in Österreich gibt es übrigens keine Kommissarinnen und Kommissare bei der Polizei.
Das muste ich jetzt einmal los weden.
Grüße … Franky