Kurz und knapp – darum geht’s
Masha Janko ist Disponentin beim polnischen Zoll, kompetent und beliebt. Nach einem Abend in ihrer Stammkneipe in Slubice wird sie auf dem Heimweg erdrosselt. Schnell zeigt sich, dass ihr Tod der Schlusspunkt einer langen Leidensgeschichte sein könnte: Masha hatte Anzeige erstattet, wegen zugeklebter Türschlösser, anonymer Pakete und eines abgestellten Stroms. Die Polizei vor Ort legte den Bericht ab. Im Netz kursiert außerdem ein Deepfake von ihr, gepostet in einem Forum, in dem Männer ihrem Frauenhass freien Lauf lassen. Die Kommissar:innen Luschke und Rogov vom Deutsch-Polnischen Kommissariat Swiecko müssen herausfinden, wer Masha über Wochen und Monate verfolgt hat. Dabei stoßen sie immer tiefer in ihr nächstes Umfeld vor …
Der neue Polizeiruf 110 „Stalker“ mit dem Ermittlerduo Luschke/Rogov ist am Sonntag, den 29. November 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Stalker“
Slubice, direkt an der Grenze: Die Leiche von Masha Janko wird gefunden, einer Kollegin vom polnischen Zoll. Die Gerichtsmedizin stellt fest, dass sie zwischen null und halb eins erwürgt wurde, vermutlich mit einem Metalldraht. Es gibt Abwehrspuren, aber keine DNA des Täters. Ihr Handy ist verschwunden. Am Abend zuvor war Masha noch mit ihren Freunden Ivona, Jan und Patrick im „Sunny’s“ gewesen. Dort treffen sich die vier einmal im Monat zum Dartspielen, immer samstags, nur dieser Abend war keiner. Ivona erzählt, dass Masha zuletzt „unberechenbar“ gewesen sei, verändert und betrunken, als sie sich auf den Heimweg machte. Nur Patrick, der ein Jahr lang mit Masha zusammen war, scheint die Trennung gut verkraftet zu haben. Oder wollen es alle nur so sehen?
Die Ermittlungen beginnen mit einem Zufallsfund: Eine Anzeige von Masha gegen Unbekannt, erst vier Wochen alt. Sie hatte von verschwundenen Gegenständen berichtet, von Klebstoff im Türschloss, anonym zugesandten Paketen und einem abgestellten Strom, wegen dem sogar ihre Fische starben. Spuren gab es nicht, Zeugen auch nicht, die Akte wurde geschlossen. In ihrer Wohnung entdecken Luschke und Rogov ein nagelneues Schloss mit einem zusätzlichen Riegel. Für die Kommissarin klingt das nach jemandem, der echte Angst hatte. Warum wollten ihre Freunde und Kollegen nichts davon gewusst haben?
Dann holt sich das Kommissariat Verstärkung: Hauptkommissar René Klein vom Cyber-Competence-Center des LKA in Eberswalde ist Spezialist für digitale Gewalt. Er zeigt Luschke und Rogov das Forum „Free4All“ mit 150.000 Nutzern, in dem neben Raubkopien und Pornografie auch Männer ihre Verachtung gegenüber Frauen ausleben. Ein Account namens „Slutmaster“ hat dort vor vier Wochen einen KI-generierten Fake von Masha gepostet. Klein arbeitet seit drei Jahren an dem Forum, bislang mit mäßigem Erfolg. Mit dem Mord an einer Kollegin könnte sich für ihn endlich eine Tür öffnen.
Zwischen dem Cyber-Spezialisten mit dem altmodischen Handy und dem erfahrenen Bauchmenschen Rogov knirscht es ebenso wie zwischen den ungleichen Welten, die hier aufeinandertreffen. Und die Spur wird konkreter: Ein USB-Stick mit nachgereichtem Beweismaterial, den die polnischen Kollegen bei den Akten übersehen hatten, enthält Videoclips, die Masha zugeschickt wurden, aufgenommen im eigenen Schlafzimmer, während sie schlief. Auf ihrem Handy findet Klein eine Überwachungs-App, die eigentlich für Eltern gedacht ist: Standort, Mikrofon, Nachrichten, rund um die Uhr. Wer immer das war, hatte Zugang zu ihrem Telefon. Und die Verdächtigen im Umfeld des Opfers werden nicht weniger, denn alle, die an dem Abend im „Sunny’s“ waren, kannten Masha gut. Da ist Jan, der heimlich in sie verliebt gewesen sein soll und zu dem es eine unschöne Vorgeschichte gibt. Und da ist Patrick, der Ex, der angeblich ganz in Frieden von ihr geschieden ist. Beide haben für die Tatnacht ein Alibi. Doch wie wasserdicht ist das wirklich? …
Hinter den Kulissen
Der Film basiert auf einem realen Fall von Stalking und Femizid. Produzent Mario Krebs erklärt, warum die Geschichte bewusst in der deutsch-polnischen Grenzregion spielt: „Stalking ist kein Großstadtphänomen, sondern eine Gefahr, die überall existiert.“ Viele Vorfälle wirkten zunächst harmlos oder unzusammenhängend, erst nach und nach entstehe ein Muster. Auch deshalb steht mit Masha eine starke Frau im Mittelpunkt: „Stalking ist keine Frage von Schwäche.“
Hauptdarstellerin Gisa Flake sieht in dem Thema ein gesamtgesellschaftliches Problem: „Wir reden zu viel über die Täter und zu wenig über die Frauen, die so etwas er- und überleben.“ Ihre Figur Alexandra Luschke erlebe den Fall als Schock, nicht zuletzt weil auch sie als Frau und Kommissarin schon erfahren habe, nicht ernst genommen zu werden. Der Cyber-Ermittler René Klein (Johannes Kienast) verbinde dabei die digitale mit der realen Welt: „Moderne Ermittlungen funktionieren heute nur noch im Zusammenspiel von klassischer Polizeiarbeit und digitaler Forensik.“
Das Drehbuch schrieb Mike Bäuml, Regie führte Oliver Schmitz. Neben Gisa Flake und Frank Leo Schröder sind Johannes Kienast, Katarzyna Obidzinska als Masha Janko, Lavinia Nowak als Ivona, Malik Blumenthal als Patrick und Merlin Rose als Jan zu sehen, außerdem unter anderem Carl Geißler, Franziska Junge, Klaudiusz Kaufmann, Robert Gonera, Tomek Nowicki und Johanna Schäfer-Asch.
Gedreht wurde vom 10. April bis 12. Mai 2026 in Frankfurt (Oder), Slubice und Berlin. Die EIKON Media GmbH (Produzent: Mario Krebs, Produzentin: Julia Kleinhenz) realisierte den Film im Auftrag der ARD Degeto Film und des rbb für die ARD. Zu sehen ist der Polizeiruf 110 „Stalker“ am Sonntag, den 29. November 2026 um 20:15 Uhr im Ersten oder vorab in der ARD Mediathek ab Freitag, den 27. November.

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